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Karlsruhe "Nicht klimaneutral": Aktivisten demonstrieren gegen geplante Südumfahrung Hagsfeld

Mit drei Aktionen protestieren die zwei Klimaschutzbündnisse "Fridays for future" und "Klimakollektiv" in dieser Woche gegen die geplante Südumfahrung von Hagsfeld. Eine politische Entscheidung zur neuen Autotrasse steht am Dienstag, 30. Juni, an - dann wird das Thema im Gemeinderat behandelt.

Die  Aktivisten fordern: "Klimanotstand ernst nehmen!" Der Bau der Umgehungsstraße widerspreche dem Klimaziel der Stadt. Nach dem 2019 ausgesprochenen Klimanotstand, müssen alle städtischen Auswirkungen auf ihre Klimaauswirkungen geprüft werden. 

"Es wird dem Klimanotstand nicht gerecht, auf Individualverkehrsprobleme mit einem Infrastrukturausbau für Individualverkehr zu antworten", so die Bündnisse in einer gemeinsamen Pressemeldung, "wenn Rahmenbedingungen sich ändern, gilt es sich anzupassen, anstatt an Mobilitätskonzepten von vorgestern festzuhalten. Klimaschutz ist nicht mehr optional, sondern elementarer Bestandteil allen stadtplanerischen Handelns."

Was das Bündnis fordert

Das Aktionsbündnis #SüdumfahrungVerhindern fordert stattdessen einen Ausbau des ÖPNV und des Fahrradnetzes in Karlsruhe und Umgebung. Damit will es den Klimazielen gerecht werden, das Naherholungsgebiet zwischen Rintheim und Hagsfeld erhalten, Verkehrslärm reduzieren und Verkehrsaufkommen effektiv entlasten.

"Uns ist die akute Situation in Sachen Lärmbelästigung in Hagsfeld bewusst. Wir solidarisieren uns deswegen explizit mit allen Menschen, die unter dem motorisierten Individualverkehr leiden. Deswegen wollen wir an dieser Stelle hervorheben, dass eine radikale Verkehrswende Lösungen für Hagsfeld liefern kann", heißt es in der Pressemeldung.

So hat die Initiative "Kein Autobahn-Zubringer über die Rintheimer Wiesen" einen "Masterplan Verkehr" ausgearbeitet, der viele Vorschläge für alternative Maßnahmen enthält, die klimafreundlicher, schneller und effektiver umgesetzt werden können", so die Pressesprecherin Kim vom Klimakollektiv.

Die Aktionen im Überblick:

  • Kundgebung beim Hauptausschuss (Marktplatz) am Dienstag, 23. Juni um 16 Uhr
  • Aktionstag am Donnerstag, den 25. Juni
  • Kundgebung vor der Gemeinderatsitzung (Festplatz) am Dienstag,  30. Juni um 15 Uhr
ka-news.de-Hintergrund: Die Umfahrung Hagsfeld

Varianten: Zwei Varianten sind derzeit in der Diskussion. Der Unterschied der beiden Konzepte liegt darin, wie die Schienen der deutschen Bahn überquert werden. Zum einen wäre ein Brückenbauwerk denkbar, zum anderen ein Trog -  eine Unterführung. Die Fahrbahn der Brücke liegt an der höchsten Stelle zehn Meter über dem Grund, die Unterführung taucht rund sieben Meter ab.

Kosten: Die Kosten der Brücke werden laut den Planungen auf rund 55 Millionen Euro geschätzt. Das Trogbauwerk, dass die Autos unter den Schienen hindurchführt, ist mit rund 70 Millionen Euro die teurere Alternative. 

Stand der Planungen:  Bis zum Baubeginn wird es wohl noch mehrere Jahre dauern. Die erste Hürde könnte der Gemeinderat nehmen, indem er sich für eine der Varianten entscheidet. Dann wäre der Weg frei, um das Planfeststellungsverfahren einzuleiten.

Da die Unterlagen daraufhin vorbereitet werden müssen, wird es dann noch einmal rund ein Jahr andauern, bis das Verfahren beginnt, teilt die Stadt Karlsruhe auf Nachfrage von ka-news.de mit. Im Regelfall würde ein solches Verfahren rund fünf Jahre in Anspruch nehmen. Als Baubeginn kommt damit in etwa das Jahr 2025 in Frage.

Zu- und Abnahme der Verkehrsbelastung nach dem Bau der Südumfahrung Hagsfeld.
Zu- und Abnahme der Verkehrsbelastung nach dem Bau der Südumfahrung Hagsfeld. | Bild: Stadt Karlsruhe

 

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Kommentare (37)
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  •   Schillerlocke
    (276 Beiträge)

    24.06.2020 18:52 Uhr
    Damit hat sich fff
    endgültig ins Aus gekickt. Die Zustände in Hagsfeld sind seit vielen Jahrzehnten unerträglich. Bürgerschutz geht vor Ideologie.

    Im konsequenten Sinne von diesen fff wäre, es Hagsfeld komplett für Durchgangsverkehr zu sperren.

    Traut Euch. Man kann auch lernen, woher die Kohle kommt.

    Gegen die leidgeplagten Anwohner zu demonstrieren ist unerträglich.

    Diese linksgesteuerte Jugendorganisation offenbart das wahre Gesicht: Systemchange auf Kosten der Bürger.

    Dann sagen wir gerne ,,",Danke"

    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
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  •   Lotti71
    (2 Beiträge)

    24.06.2020 10:55 Uhr
    Ja zur Hagsfeldunfahrung!
    Ich kann nur hoffen, dass die Hagsfeld Umfahrung kommt. Meiner Meinung nach müssen Umfahrung, Radwege und öffentlicher Nahverkehr zeitgleich zügig umgesetzt werden. Klimaschutz ist ein absolut wichtig, doch nur auf Radwege und öffentliche Verkehrsmittel zu setzen halte ich für vollkommen realitätsfern.
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  •   Lotti71
    (2 Beiträge)

    24.06.2020 10:42 Uhr
    Ja zur Hagsfeldunfahrung!
    Ich kann nur hoffen, dass die Hagsfeld Umfahrung kommt und auch für das Umfeld von Karlsruhe ein zeitgemäßer Verkehrsfluss gestaltet werden kann. Der Landkreis Karlsruhe muss besser an die Stadt Karlsruhe angeschlossen werden und es ist einfach nicht realistisch, dies ausschließlich über Fahrradwege und öffentlichen Nahverkehr zu gestalten. Meiner Meinung nach müssen alle drei Möglichkeiten ausgebaut werden. Alles andere halte ich für vollkommen realitätsfern.
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  •   Reger
    (232 Beiträge)

    23.06.2020 11:39 Uhr
    Wozu PKW?
    Im Endeffekt will die fff-Bewegung mitsamt der sich selbsternannten Aktivisten das Autofahren mit PKW mit Verbrennungsmotoren behindern und möglichst ganz unterbinden.
    Diese Aktivisten haben viel Zeit und momentan keine anderen Hobbies. Leider wird Ihnen viel Aufmerksamkeit geboten. So auch heute Morgen in SWR 4.
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  •   dipfele
    (5809 Beiträge)

    25.06.2020 00:05 Uhr
    Das die Reduktion....
    … des PKW+LKW Verkehrs schon längst überfällig ist, bezweifelt niemand. Aber es gibt auch Strassen, die werden auch dann noch benötigt, wenn die Mehrheit mit Bahn und Rad fährt. Ausgerechnet an der Südumfahrung ein Exempel statuieren wollen ist dumm.
    Die gesunden, schattenspendenden Platanen in der Kaiserstrasse sollen abgeholtzt werden. Haben auch die Grünen so mit beschlossen.
    Es ist doch verrückt, einerseits das Klima ausgerechnet dort retten zu wollen, wo schon die ganze Umgebung mit Strassen und Eisenbahn "versaut" ist, wo kein Mensch wohnt, andrerseits haben die Grünen das Abholzen der gesunden Platanen in der Kaiserstrasse
    mit beschlossen
    .
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  •   Freigeist1
    (1314 Beiträge)

    23.06.2020 15:05 Uhr
    Im Leben geht es oft um das
    richtige Gleichgewicht, auch gesellschaftlich. Dem Auto wurde in der Vergangenheit zu breiter Raum eingeräumt. Da gibt es eine Gegenbewegung und einen Gegentrend.
    Was soll daran erstaunlich sein?
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  •   HerrNilson
    (1545 Beiträge)

    23.06.2020 14:46 Uhr
    Aha
    Ich hoffe Du hast keine Kinder, die Dein Umweltverhalten mal bitter büßen müssen.
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  •   Schillerlocke
    (276 Beiträge)

    24.06.2020 19:30 Uhr
    Hauptsache
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   FCKSUV
    (334 Beiträge)

    23.06.2020 11:31 Uhr
    So lange sich gegenüber vor dem Gymnasium
    morgens die Elterntaxis stauen, kann ich die Bewegung nicht für voll nehmen, sorry. grinsen
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  •   schmidmi
    (2601 Beiträge)

    23.06.2020 11:36 Uhr
    Seit wann sind die Kinder für das Tun der Eltern verantwortlich
    ?
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