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Karlsruhe Gegen Corona an Schulen: Fablab übergibt CO2-Ampel an Drais-Schule

Beim Ausatmen können zusammen mit CO2 auch Viren in die Luft gelangen. Damit diese möglichst wenig im Klassenzimmer umherschwirren, misst eine spezielle von fablab entwickelte Ampel durch einen Sensor die CO2-Werte in der Luft.

"In einer Stellungnahme des Umweltbundesamts über den Zusammenhang von CO2-Konzentration und potenzieller Virenbelastung in der Luft im August 2020 wurde ein regelmäßiger Luftaustausch empfohlen. Unsere CO2-Ampel zeigt an, wann dies erfolgen muss", erklärt Nils Roßmann, einer der Entwickler des Geräts.

In Klassenzimmern sollen die CO2-Ampeln anzeigen, wann die Schüler lüften müssen. | Bild: Lisa-Maria Schuster

Steigt die Konzentration über den Wert von 800 Teilchen pro Million (ppm), springt die Ampel auf Gelb bei über 1.000 ppm auf Rot. So erkennt das Gerät, wann ein Lüften notwendig ist. Online können die Messwerte eingesehen und ausgewertet werden.

Die Ampel herzustellen dauert in Handarbeit eine Stunde. Daher werden auch nur Schulen beliefert. Für mehr reicht trotz vieler Anfragen die Zeit des fablab-Teams nicht.  

"Wollen in der Krise unterstützen 

"Wir haben uns kommerzielle CO2-Ampeln angeschaut, aber die haben uns für Schulen nicht überzeugt. Also haben wir ein eigenes kostenloses Model entwickelt. Die Materialien hierfür werden durch Spenden finanziert und unsere Arbeitskraft stellen wir unentgeltlich zur Verfügung", so der Informatiker.

Rektorin Heike Willamowski freut sich zusammen mit den Lehrern Eleni Neff und Simon Eisenlöffel (von links) über die neuen CO2-Ampeln in zwei Klassenzimmern der Drais-Gemeinschaftsschule | Bild: Lisa-Maria Schuster

An der Karlsruher Drais-Gemeinschaftsschule übergab er am Mittwoch, 21. Oktober, dem Lehrer Simon Eisenlöffel zwei seiner CO2-Ampeln. In Klassenzimmern sollen diese anzeigen, wann die Schüler lüften sollten. "Eine unserer Kolleginnen hatte bereits Kontakt zu fablab", erläutert seine Kollegin Eleni Neff. "Wir wollten das Gerät dann auch testen."

Ampeln können auch im Unterricht gebaut werden

"Wir möchten bis zu den Herbstferien sehen, wie die Schüler auf das Gerät reagieren. Die sollen ein Gespür dafür kriegen, wann gelüftet werden muss. Wir brauchen eine Regelmäßigkeit", führt Eisenlöffel aus.

Eine Ausstattung von zusätzlichen Klassenzimmern wäre denkbar. "Schauen wir erst mal, wie fablab mit der Produktion hinterherkommt", schlägt der Lehrer vor.

"Wir unterstützen auch mit dem Material, um die Geräte im Unterricht selbst zu bauen", so Nils Roßmann. | Bild: Lisa-Maria Schuster

Laut Nils Roßmann wäre die Resonanz überaus positiv. Auch die Schüler würden die CO2-Ampel gut annehmen. "Am liebsten würden die Schulen ihre ganzen Räume mit unseren Geräten ausstatten, aber so viel Zeit haben wir nicht. Wir würden uns daher wünschen, dass andere fablabs die Idee aufgreifen."

Nur Schulen werden beliefert

Eine Erweiterung des Gerätes mit einem Sensor, der die Luftfeuchtigkeit misst, wäre noch möglich. Bei zu niedrigem Wasserdampfgehalt bleiben Aerosole länger in der Luft. Das Risiko, sich anzustecken, wäre dann höher.

Online können die Messwerte der CO2-Ampeln eingesehen und ausgewertet werden. | Bild: Lisa-Maria Schuster

"Wir schauen immer, wie wir als fablab in der Coronakrise unterstützen und unseren Beitrag leisten können", so der Entwickler. "In erster Linie, wollen wir interessierten Schulen die Möglichkeit geben ihre CO2-Werte einzusehen. Wir unterstützen aber auch mit dem Material, um die CO2-Ampeln im Unterricht selbst zu bauen."

Der Dank für die Hilfe wäre dabei Entlohnung genug. Auch wenn Nils Roßmann in seiner Freizeit außer Ampelbauen nicht viel anderes mehr macht.

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Kommentare (20)
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  •   Oitastisch
    (307 Beiträge)

    22.10.2020 03:27 Uhr
    Arme Kinder
    Durch erhöhte CO2-Konzentration, welches sich unter der Maske mehr und mehr bildet, droht vor allem eine Hyperkapnie, welche sogar lebensgefährlich werden kann. Das Einatmen der Bakterien, Pilze und Viren wird vielmehr durch das Durchfeuchten der Maske begünstigt. Die Gefahren durch das Tragen von Masken werden leider aus rein politischen Gründen heruntergespielt und Aufklärung und Logik wird zensiert, unterdrückt und lächerlich gemacht. In jeder Verordnung zum Maskentragen findet man eine nebelhaft formulierte Ausnahmeregelung, welche es erlaubt aus gesundheitlichen Gründen keine Maske zu tragen. Ein Attest braucht man dafür nicht. Das schützt die Politik vor Regressansprüchen der Geschädigten. Selbst die WHO empfiehlt nicht nur das Tragen von Masken bei Menschenmengen, sondern warnt vor schweren Nebenwirkungen wie Atembeschwerden und Hautirritationen. Arme Kinder! Armes Deutschland!
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  •   stefko
    (2329 Beiträge)

    22.10.2020 08:47 Uhr
    Warum ...
    sollte sich unter einer Maske die CO2-Konzentration "mehr und mehr erhöhen"?
    So lange das Ding nicht aus Plastikfolie ist und luftdicht abschließt erhöhst Du lediglich den eh schon vorhanden anatomischen Totraum (in welchem ca. 30% der inspirierten Luft zurückbleiben) um einige Kubikzentimeter - weniger als zB. mit einem Schnorchel ...

    Und wenn Du Probleme mit Bakterien und Pilzen in Deiner Maske hast, mache es wie mit Deiner Unterhose (nein, nicht umdrehen!) - einfach wechseln und waschen zwinkern
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  •   andip
    (10692 Beiträge)

    22.10.2020 12:06 Uhr
    Mal abgesehen davon
    die Keime, die sich da angeblich in der Maske sammeln, sind die, die man selber da rein geschnauft hat und keine, die von aussen angeflogen sind.
    Die eigenen Keime machen einem auch nicht aus.
    Kann man mit einem mehrfach benutztem Taschentuch vergleichen, ist zwar nicht appetitlich, schadet einem aber nicht.
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  •   Oitastisch
    (307 Beiträge)

    23.10.2020 00:06 Uhr
    Masken sind Keimschleudern
    Komisch dann, dass selbst das RKI Bedenken äußert:
    Das längere Tragen kann sich negativ durch eine massive Keimbelastung auf die Gesundheit auswirken.
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  •   tom1966
    (680 Beiträge)

    23.10.2020 10:04 Uhr
    Schon mal was von
    Waschen gehört? Oder vom Wechseln der Maske? Beides nach spätestens 3 - 4 Stunden Tragezeit (nicht am Stück).
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  •   stefko
    (2329 Beiträge)

    23.10.2020 08:17 Uhr
    So so ...
    also in dem von Dir verlinkten Artikel ist dieser Satz nicht zu finden. Da steht lediglich, dass auf eine hygienische Handhabung zu achten ist. Das sollte 99% der Menschen eh klar sein und für das letzte Prozent sind wohl auch die ganzen Schilder über den Waschbecken, welche erklären wie man Hände wäscht.
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  •   Oitastisch
    (307 Beiträge)

    23.10.2020 20:08 Uhr
    Link im Link
    Ein Link im Link
    >Siehe: Hinweise für Anwender zur Handhabung von Mund-Nasen-Bedeckungen:
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  •   stefko
    (2329 Beiträge)

    23.10.2020 21:43 Uhr
    Klar ...
    Menschen, welche ihre Unterhose mit der Beißzange anziehen benötigen wohl tatsächlich solche Hinweise. Und da wohl auch das RKI (aus gutem Grund) davon ausgeht, dass die Zahl der Vollidioten (mit Rechtsschutzversicherung) stetig steigt, schreibt man eben sowas auch auf die Website. Ähnlich wie der Hinweis, dass der Kaffeebecher heiß sein könnte.
    Wie sagt ein afghanisches Sprichwort so schön? Die Mutter der Dummen ist ständig schwanger ... zwinkern
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  •   tom1966
    (680 Beiträge)

    22.10.2020 08:27 Uhr
    ?????
    Was geben Sie da von sich?
    CO2-Ansammlung unter der Maske und dadurch Lebensgefahr? In einem Raum von nur wenigen Kubikzentimetern soll sich eine gefährliche Konzentration von CO2 ansammeln? Ein wenig Logik und man erkennt, dass das nicht sein kann. Und ja, ich habe den Artikel, von dem Sie diese Info haben, auch gelesen und halte ihn für ein Fake.

    Erlaubnis, keine Maske zu tragen ohne Attest? Ganz kurz: Falsch!

    Fakten werden aus politischen Gründen verschwiegen? Wer es glaubt.....

    Sie geben hier verschwörungstheoretischen Unsinn von sich!

    Und dafür können Sie mich gerne melden und den Kommentar sperren lassen!
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  •   Oitastisch
    (307 Beiträge)

    23.10.2020 00:02 Uhr
    Artikel?
    Welcher Artikel? Diese Erkenntnis wurde in einer Doktorarbeit vor 15 Jahren, durch das Messen von Blutgaswerten akribisch nachgewiesen:
    Vollständiger Abdruck der von der Fakultät für Medizin der Technischen Universität München
    Durch die CO2-Rückatmung wird sogar das Immunsystem belastet und erhöht die Gefahr an Covid-19 zu erkranken:
    Nature Scientific Reports
    Außerdem wurde die körperliche Belastung sogar bei jungen Krankenhauspersonal, durch das Tragen eines MNS nachgewiesen:
    Effects of surgical and FFP2/N95 face masks on cardiopulmonary exercise capacity
    Haben Sie noch was anderes zu bieten, außer Stammtischparolen und Diffamierungen wie "Verschwörungstheorien"?
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