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Karlsruhe Für sauberen Strom: CDU-Fraktion will Karlsruher Parkflächen mit Photovoltaikanlagen überdachen

Der Klimaschutz ist eines der drängendsten Themen unserer Zeit. Auch in Karlsruhe macht man sich Gedanken über weitere Energiegewinnung, um den wachsenden Bedarf an Energie aus nachhaltigen Quellen zu decken. Die CDU-Fraktion hat hier eine Idee, die den Parkraum in der Fächerstadt mit Photovoltaik-Technik ausstatten würde.

Strom ist einer der Hauptfaktoren des täglichen Lebens. Eine Energiequelle, auf die mittlerweile alle auf eine Art und Weise angewiesen sind. Der Stromverbrauch in Deutschland ist seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau und wird durch den wachsenden Energiebedarf weiter steigen. Auch durch den Bedeutungszuwachs der Elektromobilität.

Das Batterie-Recycling soll steigen - auch weil Nachhaltigkeit ein wichtiges Kaufkriterium ist.
Das Batterie-Recycling soll steigen - auch weil Nachhaltigkeit ein wichtiges Kaufkriterium ist. | Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Wichtig: vor allem saubere Energie aus nachhaltigen Quellen ist gefragt. Die Karlsruher CDU will deshalb den steigenden Energiebedarf für die Fächerstadt mit Hilfe von bereits vorhandenen Flächen nutzen und hat dafür Parkflächen ins Auge gefasst.

Klimaschutz: Spagat zwischen Wirtschaft und Umwelt

"Wir als CDU-Fraktion wollen ein Maximum für den Klimaschutz herausholen, denken aber auch, dass Gebote und Verbote das falsche Signal sind. Vielmehr wollen wir den Spagat zwischen Wirtschaft und Umwelt schaffen", erklärt der Fraktionsvorsitzender Tillmann Pfannkuch das Bestreben der Karlsruher Christdemokraten beim Thema Klimaschutz.

Tilman Pfannkuch, Fraktionsvorsitzender der CDU Karlsruhe
Tilman Pfannkuch, Fraktionsvorsitzender der CDU Karlsruhe | Bild: Roland Fränkle

Die Idee  der Fraktion sei es, CO2-Vermeidungskosten und die Kosten, die man in die Hand nehmen müsse, um Klimaneutralität in einem Bereich herzustellen, in den Fokus zu rücken.

"Die Bereiche, in denen die Kosten am niedrigsten liegen und der Effekt für den Klimaschutz am höchsten ist, wollen wir als erstes angehen. Eine solche Maßnahme mit geringen CO2-Vermeidungskosten und langfristigen Effekten für den Klimaschutz stellt die Nutzung regenerativer Energien dar", so Pfannkuch weiter.

Die Überdachung von Parkhäusern und -flächen mit Photovoltaikanlagen betrachten seine Fraktion daher als einen Baustein für den Klimaschutz. Da ein solches Vorhaben derzeit im Landkreis ohnehin Thema sei, möchte die Fraktion hier nach eigener Aussage Synergieeffekte nutzen.

Antrag soll im November im Ausschuss behandelt werden

Den Antrag zur Überdachung von Parkhäusern und -flächen mit Photovoltaikanlagen hat die CDU bereits im Juli an die Stadt geschickt. Ende September stand der Antrag erstmalig auf der Tagesordnung des Gemeinderates und wird voraussichtlich am 24. November in öffentlicher Sitzung im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit behandelt.

Der Karlsruher Gemeinderat im Rathaus
Der Karlsruher Gemeinderat im Rathaus | Bild: Verena Müller-Witt

Doch welche Flächen kämen für das Vorhaben der CDU überhaupt in Frage? "In unserem Antrag beauftragen wir die Stadtverwaltung damit, geeignete Flächen zu identifizieren", erklärt die CDU-Fraktion gegenüber ka-news.

Die Fraktion denke hierbei aber insbesondere an offene Parkdecks oder Freiflächen auf den jeweiligen Obergeschossen. Infrage kommen sollten demnach vor allem die Parkhäuser und -flächen, die sich entweder im Besitz von städtischen Gesellschaften oder der Stadt selbst befinden.

Wer soll für die Kosten des Projektes aufkommen?

Bei der Finanzierung des Vorhabens beziehen sich die Christdemokraten auf die von der Stadt eingeplanten Millionen für den Klimaschutz im Haushalt.

Die Solarbranche erwartet in den nächsten Jahren eine weitere Beschleunigung des Ausbaus der Sonnenenergie in Deutschland.
Die Solarbranche erwartet in den nächsten Jahren eine weitere Beschleunigung des Ausbaus der Sonnenenergie in Deutschland. | Bild: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

"Insgesamt ist es uns natürlich wichtig, dass der städtische Haushalt nicht zusätzlich belastet wird", betont die CDU mit Blick auf die Finanzierungsfrage. Im Jahr 2022 sollen 27 Millionen Euro und ein Jahr später weitere 34 Millionen Euro von der Stadt für Klimaschutzmaßnahmen bereitgestellt werden.

"Ein Teil davon sollte auch für die Photovoltaik-Überdachung von städtischen Gebäuden eingesetzt werden", fordert die CDU. Ein weiterer Baustein sei das städtische Förderprogramm "KlimaBonus Karlsruhe." Dadurch sollen auch private Eigentümer von Parkhäusern für die Idee gewonnen werden.

"Darüber hinaus stellt das Land Baden-Württemberg durch das Förderprogramm 'Holzbau-Offensive' finanzielle Mittel zur Verfügung, wodurch die Ausarbeitung eines Umsetzungskonzepts zur Photovoltaiküberdachung mit Hilfe modularer Holzbauweise zu 80 Prozent gefördert wird", erklärt Tillmann Pfannkuch gegenüber ka-news.

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  •   AlterMann
    (402 Beiträge)

    26.10.2021 13:02 Uhr
    Energieverteilung übers Jahr
    Laut Statistik bringt eine PV-Anlage in einem Wintermonat nur etwa ein fünftel der Energie wie in einem Sommermonat. Dabei wird im Winter viel mehr Energie benötigt. Und das wird auch noch hochgehen wenn Öl und Gasheizungen durch elektrische Wärmepumpen ersetzt werden.
    Auch das Elektroauto braucht im Winter mehr Energie pro km.
    Wenn wir unseren Strombedarf nur aus Solarenergie decken wollen bräuchten wir so viele Kollektoren für den Bedarf im Winter dass wir im Sommer ca. 85% Überschuss haben die dann nicht genutzt werden kann.
    D.h. ein Großteil der Kollektoren würde nur im Winter benötigt, und da liefern sie ja nur wenig. Energie zur Herstellung haben sie aber trotzdem gebraucht.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (757 Beiträge)

    26.10.2021 14:56 Uhr
    Also
    den "Strombedarf nur aus Solarenergie decken wollen", das ist Deine Idee, hat das je jemand vorgeschlagen?
    Und "im Sommer [kann] ca. 85% Überschuss ... nicht genutzt werden" - Schon mal was von Energie intensiven Industrien gehört (Stahl, Alu...), von der Wasserstoffherstellung oder der Herstellung synthetischer Kraftstoffe?
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  •   AlterMann
    (402 Beiträge)

    26.10.2021 17:26 Uhr
    Nur?
    Das "nur" war bezogen auf meine Rechnung. Ich habe nie behauptet dass das von irgendjemandem kam. Wie du darauf kommst ist mir schleierhaft, aber auch egal.
    Mit dem übrig bleibendem Sommer-Solarstrom Schwerindustrie zu versorgen ist möglich, aber die werden dann eine recht lange Winterpause machen müssen. Und die Wasserstoffherstellung über Sonnenstrom ist derzeit noch ineffizient.

    Das Problem mit dem Energieüberschuss gibt es übrigens auch bei Solarthermie. Um Überhitzung der Kollektoren zu vermeiden muss die Tageswärme rein geholt, gespeichert werden und nachts zum Abkühlen wieder an den Kollektor gehen.
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  •   AlterMann
    (402 Beiträge)

    26.10.2021 12:51 Uhr
    Leistung
    Die Sonne liefert im Sommer um die Mittagszeit pro qm etwa 1000 Watt. Die Kollektoren haben einen Wirkungsgrad von um 20%. Der Wechselrichter verliert noch einige Prozent und die Kollektoren haben noch Rahmen und Zwischenräume. Ist ein Parkplatz pro Auto 13 qm groß dann wäre das eine maximale Ladeleistung von etwa 2300 Watt. Morgens und Abends lässt die Leistung aber deutlich nach, auch außerhalb des Sommers geht die Leistung deutlich zurück. Und eine kleine Wolke reicht um die Leistung auf einen Bruchteil zu reduzieren.
    Damit ein Auto direkt aufzuladen klappt also höchstens bei Dauerparkern.
    Abgesehen davon weiß ich nicht ob und wie man dem Elektroauto mitteilen kann wieviel Leistung der Kollektor derzeit liefert und wieviel Ladestrom, fein aufgelöst, zur Verfügung steht.

    Die Solarenergie kann man also nur dann nutzen wenn man sie ins Stromnetz direkt einspeist.
    Und da gibt es sicherlich bessere Standorte als Parkplätze, die ja oft im Schatten der Häuser liegen. Z.B. deren Dächer.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (757 Beiträge)

    26.10.2021 14:57 Uhr
    Warum
    Parkplätze ODER Hausdächer?
    Warum nicht Parkplätze UND Hausdächer?
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  •   AlterMann
    (402 Beiträge)

    26.10.2021 17:18 Uhr
    Was immer du willst
    Die Möglichkeiten stehen ja nicht im Widerspruch zu meiner Aussage.
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  •   Jossele
    (145 Beiträge)

    26.10.2021 09:22 Uhr
    Ein Schelm...
    ...wie ich denkt sofort: Aha, die CDU will Parkraum vor dem Trend zu Fahrrad und ÖPNV schützen, indem sie ihn grün anstreicht... zwinkern
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  •   Schillerlocke
    (596 Beiträge)

    25.10.2021 15:38 Uhr
    Ein weiterer
    Anzugträger der sich dem grünen Mainstream anbietert. Meine perönliche Meinung dazu:sinnloseTorschlusspanik.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (757 Beiträge)

    25.10.2021 16:09 Uhr
    Also
    mit "Mainstream" meinst Du hier wohl, dass immer mehr Leute erkennen, dass der Schutz der Lebensgrundlagen und -qualität eine gute Sache ist, die sie unterstützen möchten.
    Und da solle sich ein Vertreter der "Konservativen" Deines Erachtens doch bitte schön gefälligst mutig dagegenstemmen..., oder was?
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  •   Motorhead
    (937 Beiträge)

    25.10.2021 15:55 Uhr
    Was haben Sie gegen
    Grünen Strom? Einfach immer weiter den Klimawandel füttern ist so out.
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