Karlsruhe Frösche und Libellen kehren zurück: Gewässer in Rheinstetten von Kalikokrebs befreit

Am "Dreizack" in Rheinstetten wurde erstmalig ein Gewässer von dem Kalikokrebs befreit und saniert. Die hochinvasive Tierart breitet sich seit vielen Jahren am Oberrhein aus, und bedroht einheimische Amphibien und Libellen. Der Stadt Rheinstetten ist es nun gemeinsam mit Biologen der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe gelungen den Kalikokrebs zu entfernen.

Am "Dreizack" in Rheinstetten quaken die Laubfrösche wieder und auch die Königslibellen sind zurück. Biologen der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sowie der Stadt Rheinstetten ist es gelungen, ein Gewässer erstmals vollständig vom Kalikokrebs zu befreien und erfolgreich zu sanieren.

Baumstämme und Kies

Im Rahmen eines von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg geförderten Forschungsprojekts haben die Wissenschaftler Maßnahmen entwickelt, die Wirkung zeigen: Baumstammbarrieren um das Gewässer und Kies auf dem Boden verhindern, dass sich die hochinvasiven Krebse dort ansiedeln.  Seit vielen Jahren breitet sich der hochinvasive Kalikokrebs am Oberrhein aus und bedroht einheimische Amphibien und Libellen.

"Im Dreizack gibt es jetzt eindeutig keine Kalikokrebse mehr", so Andreas Stephan, Doktorand am Institut für Biologie und Schulgartenentwicklung in einer entsprechenden Pressemeldung. "Seit Monaten haben wir in den 25 Fangsteinen, mit denen wir das Monitoring des Gewässers realisieren, keine Kalikokrebse mehr gefangen. Die Art ist dort definitiv nicht mehr vorhanden." 

ka-news.de Hintergrund: Kalikokrebs

Der aus Nordamerika stammende Kalikokrebs (Faxonius immunis) hat sich am Oberrhein seit 1993 dramatisch ausgebreitet. Anders als der Kamberkrebs, der Signalkrebs, der Rote Amerikanische Sumpfkrebs und der Marmorkrebs steht er bisher nicht auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten.

Kalikokrebse können in Kleingewässern hohe Dichten aufbauen und sind damit eine besondere Bedrohung für gefährdete Amphibien und Libellenarten. Unter unseren klimatischen Bedingungen schlüpft die Brut im späten Frühjahr, zumindest ein Teil der Krebse kann bereits im ersten Jahr geschlechtsreif werden. Mit bis zu 495 Eiern pro Weibchen (Durchschnitt: 150) haben Kalikokrebse eine hohe Fortpflanzungsrate und können Massenbestände mit 45 Krebsen pro Quadratmeter Wasserfläche entwickeln.

Sie gehen über Land und besiedeln so auch isolierte Gewässer, im Frühjahr wandern selbst die Eier tragenden Weibchen. Der Kalikokrebs überträgt – wie alle amerikanischen Flusskrebs-Arten – den Erreger der Krebspest, ohne daran selbst unter normalen Bedingungen ernsthaft zu erkranken.

Darüber hinaus ist er gegenüber anderen bei uns vorkommenden Flusskrebs-Arten ziemlich aggressiv. Kalikokrebse dürfen daher auf keinen Fall weiterverbreitet werden. Insbesondere sollten sie nicht in Gartenteiche eingesetzt werden, denn von dort können sie leicht entkommen.

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