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Karlsruhe Freibad-Besuch in der Corona-Zeit: Wie wird das in Karlsruhe ablaufen?

Nach monatelanger coronabedingter Schließung beginnt am Samstag, 6. Juni, in Karlsruhe die Freibadsaison. "Die Freude ist riesig", sagt Bäderchef Oliver Sternagel im Gespräch mit ka-news.de. Doch noch sitze man "auf glühenden Kohlen", denn: Eine offizielle Corona-Verordnung des Landes für den Betrieb der Freibäder gibt es - auch zwei Tage vor der Öffnung - immer noch nicht. Die Bäderbetriebe haben daher nun erste Vorgaben für sich selbst festgelegt.

Restaurants, Freizeitparks, Casinos - für nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens, die nach und nach aus dem Shut-Down zurückkehren, gibt es inzwischen eine Verordnung mit Bestimmungen zum Schutz gegen das Corona-Virus Covid-19. Auch für den Betrieb der Freibäder wird es einen solchen Maßnahmenkatalog geben.

Verordnung soll spätestens am Freitag kommen

Und der ist auch notwendig, bestätigt Karlsruher Bäderchef Oliver Sternagel im Gespräch mit ka-news.de: "Es gibt einige Variablen, die noch nicht vollständig geklärt sind." Mit dem Erlass der Corona-Verordnung rechnet er noch am Donnerstag oder - spätestens - am Freitag, denn: Schon am Samstag sollen die ersten Besucher ab 9 Uhr wieder ins kühle Nass abtauchen dürfen.

Neben den vier Karlsruher Freibädern Sonnenbad, Rheinstrandbad Rappenwört, Rüppurr und Turmbergbad wird laut Sternagel auch das Fächerbad - bis auf die Sauna - wieder seine Tore öffnen. Um trotz noch fehlender Verordnung dafür gerüstet zu sein, haben die Bäderbetriebe bereits erste Maßnahmen beschlossen.

Bäderchef Oliver Sternagel bei der Eröffnung des Sonnenbads für Leistungsschwimmer. | Bild: Ingo Rothermund

Begrenzte Besucheranzahl in jedem Bad unterschiedlich

So etwa werden wo immer möglich die Besucherströme durch "Einbahnstraßen" und markierte Laufwege kanalisiert. "Die Einhaltung des Sicherheitsabstands von 1,50 Metern und der Maskenpflicht ist das höchste Gebot", sagt Sternagel. Auch Obergrenzen für Besuchszahlen soll es für jedes der Bäder geben. "Ins Sonnenbad beispielsweise dürfen zunächst nur 150 Personen gleichzeitig, ins Rheinstrandbad Rappenwört 800", so der Bäderchef.

Markierte Laufwege sollen eine Ansteckungsgefahr minimieren. | Bild: Ingo Rothermund

Mit einem dynamischen Ampelsystem auf der Website der Karlsruher Bäder sollen die Gäste schon vor dem Badebesuch einsehen können, ob ein Einlass noch möglich ist. Wer ein Freibad betreten will, muss - wie in Gaststätten auch - zu Hause oder vor Ort an der Kasse ein Kontaktformular zur eventuellen Nachverfolgung von Corona-Infizierten ausfüllen. 

Hinweisschilder sowie die um die Schutzmaßnahmen ergänzte Bade- und Hausordnung rundet den Pandemieplan der Bäder ab. Wie dieser im Einzelnen kontrolliert werden kann, sei laut Oliver Sternagel aber noch nicht klar, "hier haben wir noch keine Rückmeldung des Ordnungsamtes".

"Wenn die Gäste sich angemessen verhalten, können wir die Obergrenzen besonnen hochstufen"

Die Bäderbetriebe wollen das Verhalten der Gäste aber vor allem zu Beginn wachsam beobachten - allerdings nicht als "Corona-Polizei", sondern um zu prüfen, ob und wann man die Besuchszahlen "besonnen weiter hochstufen" kann. "Ich habe noch nie ein Bad in einer Krise eröffnet. Das ist in diesem Fall also quasi learning by doing", so Sternagel. 

Trotz allem dürfe man die Sicherheit nicht aus den Augen verlieren. "Der Schutz der Badegäste und der Mitarbeiter ist das Wichtigste - hohe Besucherzahlen sind erst einmal zweitrangig", sagt der Chef der Bädergesellschaft.

Aktualisierung, 16.50 Uhr

Das Sozialministerium hat am Donnerstagnachmittag die Bedingungen veröffentlicht, unter welchen

  • Schwimm- und Hallenbäder sowie
  • Thermal- und Spaßbäder und
  • Badeseen

den regulären Betrieb wieder aufnehmen dürfen. Bäder müssen  die Anzahl der Personen im Becken und auf Liegewiesen beschränken. Pro zehn Quadratmeter Schwimmer-Becken darf sich eine Person aufhalten - dasselbige gilt für die Liegewiese. Daraus errechnet sich die Obergrenze der Besucher.

Bäder können ihre Becken auch in Bahnen aufteilen. Innerhalb der Schwimm-Bahnen gilt ein Einbahnstraßen-System: Gegenverkehr ist verboten. Maximal dürfen sich auf einer Bahnlänge von 50 Metern zehn Personen gleichzeitig in einer Bahn aufhalten. Zu- und Ausstiege von Becken sind räumlich zu trennen. 

Die Abstandsregel von 1,50 Meter gilt auch in den Bädern. Kann dieser bei Einrichtungen wie Toiletten nicht gewährleistet werden, muss der Zugang entsprechend beschränkt werden. Duschen ist erlaubt - es dürfen sich maximal drei Personen auf 20 Quadratmetern aufhalten. Auf das Föhnen der Haare soll verzichtet werden. Wie in Restaurants müssen Gäste ihre Kontaktdaten hinterlegen, damit Infektionsketten nachvollzogen werden können. 

"Die Möglichkeit, ab Samstag Bäder, wenn auch unter Auflagen, wieder zu eröffnen, ist für das Tourismusland Baden-Württemberg eine gute Nachricht. Viele Hotels, deren Schwimm- und Wellnessbereiche bislang noch geschlossen bleiben müssen, haben sehnlichst auf diese Nachricht gewartet. Vor allem bei Wellnesshotels war die Buchungsnachfrage in den vergangenen Tagen, solange Bäder geschlossen bleiben mussten, noch deutlich reduziert", so Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf.

Dateiname : Corona-Sportstätten Verordnung ab 6. Juni 2020
Dateigröße : 116.93 KBytes.
Datum : 04.06.2020 16:59
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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   FCKSUV
    (232 Beiträge)

    06.06.2020 15:08 Uhr
    Bei dem Sauwetter hat es sich vorerst
    sowieso erledigt. Müssen wir wohl warten, bis der "Jahrhundertsommer" zurückkehrt. zwinkern
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  •   bingobongo
    (369 Beiträge)

    05.06.2020 11:03 Uhr
    Aha.
    10qm pro Person. Ich rechne mal hypothetisch für das Europabad (falls es wieder öffnet):

    Schwimmerbecken: 389 m² - 38 Personen
    Nichtschwimmerbecken: 111 m² - 11 Personen
    Erlebnisbecken: 462 m² - 46 Personen
    Außenbecken: 389 m² - 38 Personen
    Kleinkindoase: 133 m² - 13 Personen

    Im Europabad könnten also 146 Personen gleichzeitig im Wasser sein.

    Davon 38 Personen im relativ unbeliebten Schwimmerbecken.

    Verständlich dass sie es noch geschlossen halten.
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  •   andip
    (10390 Beiträge)

    05.06.2020 12:04 Uhr
    Das Europabad
    ist ein Spassbad, wo die Leute eben nicht zum reinem Bahnenschwimmen kommen.
    Was anderes als nur seine Bahnen rauf und runter zu schwimmen, lässt diese Verordnung doch fast gar nicht zu.
    Aber immerhin, man darf hier Umkleidekabinen benutzen. Woanders darf man noch nicht einmal das.
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  •   teflon
    (2980 Beiträge)

    06.06.2020 14:18 Uhr
    Ich bin für Schwimmreifen,
    Die automatisch 1,5M Abstand zum Nächsten garantieren...Zwangstragepflicht...und natürlich ne Maske. Dann kommt's billiger, wenn man erst nach Weihnachten wieder aufmacht
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