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Berlin Forderung nach Werbe-Aus für ungesunde Kinder-Lebensmittel

Foodwatch appelliert an SPD und Grüne, in Verhandlungen mit der FDP auf Werbebeschränkungen zu pochen. Gesundheitsschutz müsse Vorrang haben vor "Gewinninteressen der Süßwaren- und Junkfood-Industrie".

Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert von der künftigen Bundesregierung ein Verbot von Werbung für ungesunde Lebensmittel gezielt an Kinder.

"Der Gesundheitsschutz der Kinder muss wichtiger sein als die Gewinninteressen der Süßwaren- und Junkfood-Industrie", sagte Foodwatch-Expertin Saskia Reinbeck. Dazu seien freiwillige Maßnahmen der Hersteller nicht geeignet.

Für Kinder angepriesen werden sollten nach dem Willen von Foodwatch nur noch Produkte, die Nährwertempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO entsprechen oder beim Nährwert-Logo Nutri-Score die günstigste Bewertung haben.

Foodwatch verweist auf Wahlprogramme

Mit Blick auf die laufenden Sondierungen über eine Ampel-Koalition forderten die Verbraucherschützer die SPD auf, Werbebeschränkungen nicht in Verhandlungen mit der FDP zu opfern. Im SPD-Wahlprogramm heißt es: "An Kinder gerichtete Werbung wollen wir reglementieren." Foodwatch verweist auch auf einen SPD-Vorstandsbeschluss von Mai, "an Kinder gerichtetes Marketing für ungesunde Produkte wie Süßigkeiten, Softdrinks und Fastfood" zu untersagen.

Kanzlerkandidat Olaf Scholz müsse jetzt Wort halten, sagte Reinbeck. Werbung für Ungesundes fördere Übergewicht und Krankheiten wie Diabetes.

Frankreich als Vorbild

Im Wahlprogramm der Grünen heißt es: "Für Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder richtet, wollen wir klare Regeln, die sich an den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation orientieren." Die FDP tritt in ihrem Programm für "transparente Nährwertinformationen" und eine frühzeitige Ernährungsbildung in Kindertagesstätten und Schulen ein.

Das Logo Nutri-Score, das Hersteller freiwillig nutzen können, ist in Supermärkten zusehends zu sehen. Das in Frankreich entwickelte System bezieht neben Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Elemente wie Ballaststoffe oder Anteile an Obst und Gemüse ein. Heraus kommt ein Gesamtwert, der in einer fünfstufigen Skala abgebildet wird: von "A" auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes "C" bis zum roten "E" für die ungünstigste.

© dpa-infocom, dpa:211010-99-544363/2

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Kommentare (9)
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  •   Winston_Smith
    (821 Beiträge)

    11.10.2021 13:24 Uhr
    Gut gemeint, aber nicht zwingend zielführend
    Das übermässige Beschäftigen mit Essen ("wir ernähren uns nur ganz gesund..." usw) kann u.U. ein Grundstein für die spätere Ausbildung anorektischer Entwicklungen sein. "Normale" Kinder stecken auch mal Burger und Süßigkeiten weg. Eltern, die viel zu viel Süßigkeiten und junkfood verteilen (und selber konsumieren), werden sich ausserdem kaum durch weniger Werbung davon abhalten lassen. Werbung gibt es für alle möglichen Konsumgüter. Kindern beizubringen, nicht auf alles reinzufallen, kann man den Eltern eh nicht abnehmen. In meinen Augen eine überflüssige Maßnahme.
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  •   maehdrescher
    (1701 Beiträge)

    11.10.2021 08:21 Uhr
    Verbieten, verbieten, verbieten
    Willkommen in der Verbotsrepublik Deutschland.
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  •   Motorhead
    (968 Beiträge)

    11.10.2021 08:32 Uhr
    Die Ampel
    Gibt es schon seit langem in GB? Verbotsparteiland GB???? Man man man 🙄
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  •   andip
    (11294 Beiträge)

    11.10.2021 08:06 Uhr
    Wer kauft denn das Zeug?
    Die Kinder, insbesondere die Kleinen, i.d.R doch nicht, das sind deren Eltern.
    Müssten die halt etwas konsequenter sein und den Kindern nur was Gesundes besorgen.
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  •   Motorhead
    (968 Beiträge)

    11.10.2021 08:38 Uhr
    Ja die Eltern
    kaufen das ganze Zeug, für sich und ihre Kinder. Weil auch die Eltern mit Werbung überflutet werden, siehe Privatsender. Und wer mal ein schreiendes Kind im Supermarkt erlebt hat, dessen Eltern nein gesagt haben....und dann ganz schnell wieder ja zum Zuckermüll, damit die Leute aufhören zu schauen, der weiß wie das läuft. Ist halt keine Erziehung weil sie unbequem ist.
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  •   Chris.Lok75
    (743 Beiträge)

    10.10.2021 22:51 Uhr
    ?
    Wird ja niemand gezwungen das Zeugs zu essen.
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  •   timo
    (3400 Beiträge)

    11.10.2021 07:10 Uhr
    Wenn die Bildung fehlt, Kinder das vorgesetzt bekommen,
    und die Gesellschaft die Konsequenzen tragen muss, muss man hier etwas weiter denken.
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  •   Motorhead
    (968 Beiträge)

    11.10.2021 08:34 Uhr
    Da haben Sie recht Timo
    Allerdings hat die ungesunde Ernährung, weil es schnell und bequem ist, auch schon lange bei den besserverdienenden Gebildeten durchgesetzt. Leider.
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  •   InKa
    (944 Beiträge)

    11.10.2021 16:11 Uhr
    Bildung
    das lernen die Kinder bereits in der Kita.
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