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Karlsruhe Extremwinter im Norden - Karlsruher Meteorologe erklärt: "Solche Schneemassen sind auch bei uns möglich"

Während der Süden Deutschlands sich in den vergangenen Wochen augenscheinlich schon langsam auf den Frühling vorbereitet hat, erlebt Norddeutschland aktuell einen der härtesten Winter seit Jahrzehnten. Auch die Region rund um Karlsruhe wurde zum Wochenbeginn von der Kaltfront gestreift - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Jahrhundertwinter in Zukunft auch die Fächerstadt trifft?

Schneemassen, Eis und Minusgrade im zweistelligen Bereich - es ist ein Winter, wie ihn der Norden der Bundesrepublik schon lange nicht mehr erlebt hat. Für solche extremen Schneefälle braucht es laut Bernhard Mühr zwei "Grundzutaten": Es muss kalt genug sein und es muss Niederschlag geben, erklärt der Karlsruher Diplom-Meteorologe im Gespräch mit ka-news.de. Trifft dann die kalte Luft auf warme Luft kommt es zu Schneefall.

Dass es vor allem im Norden solche Schneemassen gegeben hat, liegt aber letztendlich am Tiefdruckgebiet "Tristan". Dieses ist am Wochenende als 200 Kilometer breiter Streifen über die Mitte von Deutschland gezogen und hat zwischen 5 und 20 Zentimeter Neuschnee mitgebracht. Der Wind erledigte dann den Rest.

"Keine Frage von Klimawandel"

"Sowas kann überall passieren, es kommt nur darauf an, wo das Tief vorbeizieht", erklärt Mühr gegenüber ka-news.de weiter. "Im Grunde sind auch in Karlsruhe solche Schneemassen möglich." Das Auftreten des Wetterphänomens sei dabei keine Frage von Klimawandel. "Die Wetterlage ist entscheidend", so der Experte weiter.

Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr.
Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr. | Bild: Bernhard Mühr

Könnte die Kaltfront aus dem Norden nun auch dauerhaft im Süden Station machen? Zum Vergleich: Die höchsten, jemals in Karlsruhe gemessenen Schneemassen lassen sich auf das Jahr 1969 zurückdatieren - ganze 50 Zentimeter kamen damals vom Himmel. 

Für solche Schneefälle kann Bernhard Mühr aber Entwarnung geben: "Bis zum Sonntag wird es zwar eine Dauerfrostphase in Karlsruhe geben, eventuell mit ein bisschen Schneefall am Mittwoch. Ab kommender Woche wird es dann aber wieder milder."

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  •   tom1966
    (1376 Beiträge)

    11.02.2021 13:48 Uhr
    Kalte Winter
    und viel Schnee gab es doch immer mal wieder, das kann man nicht auf den Klimawandel schieben. KA liegt nun einmal in einer der wärmsten Gegenden Deutschlands und daher gibt es naturgemäß auch relativ wenig Schnee und Kälte. Dennoch gibt und gab es kalte Winter immer wieder:

    Ich kann mich noch dunkel an einen Winter Ende 60er oder Anfang 70er erinnern, als sogar der Rhein (zumindest teilweise) zugefroren war. Im Winter 86 /87 war ich beim Bund und in Hessen stationiert, da hatten wir Nachttemperaturen von ca. -30 Grad und auch hier war es lausig kalt. Auch genau 10 Jahr später (96/97) hatten wir in KA einen Winter mit viel Schnee und Eis (über Weihnachten).
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12417 Beiträge)

    10.02.2021 08:24 Uhr
    der dauernde Wetterwechsel
    ist das eigentliche Problemchen.
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  •   andip
    (11051 Beiträge)

    10.02.2021 08:19 Uhr
    Tja
    Der Herr Mühr, der das Wetter immer aus dem sommerlichen Südafrika vermeldet. zwinkern
    Schnee und Frost gibt und gab es tatsächlich hier immer wieder mal, aber wenn der kam, war er meist auch schnell wieder weg.
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  •   Mitsch
    (333 Beiträge)

    09.02.2021 21:54 Uhr
    Extreme Wetterlagen
    ...werden uns auch in Karlsruhe in den nächsten Jahren immer wieder begleiten -das steht fest. Vor allem die Problematik mit dem Jetstream wird uns langfristig beschäftigen - im Sommer mit lang anhaltenden Hitzewellen, wenig Niederschlag und im Winter mit kräftigen Niederschlägen, wenig Schnee und alle 10 Jahre dann klirrende Kälte durch das El Nino Phänomen. Und dann werden diese Wetterlagen über Jahrzehnte letztlich doch das Klima verändern.
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  •   Iglaubsnet
    (947 Beiträge)

    10.02.2021 10:11 Uhr
    Ja
    das wandelt halt hin und her!
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