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Karlsruhe Erstes Karlsruher Freibad öffnet für Sportler - wann für Badegäste?

Als erstes Freibad der Region hat das Karlsruher Sonnenbad am Mittwoch, 20. Mai, seine Pforten wieder geöffnet - allerdings nur für Leistungsschwimmer. "Eine erste Übung für den Badebetrieb nach Corona", sagt Bürgermeister Martin Lenz. Wann die Bäder in Karlsruhe wieder für Badegäste öffnen dürfen, steht noch nicht fest.

Als erste Karlsruher seit der Corona-Krise sind am Mittwochnachmittag die Sportschwimmer der Schwimmgemeinschaft Region Karlsruhe (SGR) ins kühle Nass getaucht. Eine Lockerung der bestehenden Corona-Verordnung vom 11. Mai erlaubt es ihnen, ihr Training nach längerer Covid-19-Zwangspause im Sonnenbad wieder aufzunehmen. 

Schwimmen nur als "Einbahnstraße" erlaubt

Zweimal täglich für je vier Stunden dürfen die Sportler ihre Bahnen ziehen. Dabei müssen sie strenge Hygienevorschriften einhalten: "Duschen und umziehen ist nicht erlaubt, auch darf immer nur eine Person gleichzeitig die Toilette benutzen", erklärt Bäderchef Oliver Sternagel bei einer Pressekonferenz am Dienstag vor Ort.

Zudem müssen zu jeder Zeit die Abstandsregeln beachtet werden, Pfeile auf dem Boden markieren die erlaubten Laufwege. Für die Schwimmbecken selbst gilt eine Einbahnstraßen-Regelung: Geschwommen wird nur in jeweils eine Richtung.

Bild: Ingo Rothermund

Mit dem Training der Leistungsschwimmer wolle man nun Rückschlüsse darauf ziehen, wie gut die Maßnahmen später für die eigentlichen Badegäste in der Praxis funktionieren werden. "Wir können das jetzt schon einmal üben. Die Spitzensportler in Karlsruhe haben eine Vorbildfunktion", sagt Sportbürgermeister Martin Lenz.

Er sehe in der Entscheidung nicht die Bevorteilung einzelner Bevölkerungsgruppen, sondern "die Chance für alle auf einen ersten Schritt in Richtung Normalität".

Wann dürfen alle Bürger wieder baden gehen?

Bis auch die übrigen Karlsruher zum ersten Mal in die Becken dürfen, wird es noch dauern. Während in vielen Bundesländern wie Sachsen und Nordrhein-Westfalen und - ab kommenden Mittwoch - in Rheinland-Pfalz schon wieder geschwommen werden darf, steht die Öffnungserlaubnis für das von Corona besonders schwer getroffene Baden-Württemberg weiter aus.

"Unser Team brennt auf die Öffnung, aber wir müssen die Verordnung des Landes abwarten", sagt Bäderchef Oliver Sternagel. "Am 2. Juni sollen wir weitere Informationen erhalten, wann wir den Betrieb wieder erlauben dürfen - und wenn es soweit ist, kann es direkt losgehen."

Bäderchef Oliver Sternagel | Bild: Ingo Rothermund

Losgehen wird es dann erst einmal nur in den vier Freibädern der Fächerstadt. Die sechs Hallenbäder sollen erst zum Schulstart Mitte September Besucher empfangen dürfen, der Schulsport ist bereits ab dem 2. Juni wieder möglich.

"Wir sind keine Corona-Polizei!"

Für den Saisonstart der Freibäder wird derzeit ein Konzept ausgearbeitet. Alle Attraktionen wie Rutschen und Sprungtürme sollen - mit dem nötigen Sicherheitsabstand - wieder erlaubt sein.

Neben den Corona-Maßnahmen, die nun auch schon für die Leistungsschwimmer gelten, sollen zudem auch Besucher-Reglementierungen festgelegt werden. "Ins Rheinstrandbad Rappenwört dürften beispielsweise nur etwa zwischen 800 und 1.000 Gäste gleichzeitig", so Sternagel.

Pfeile auf dem Boden markieren die Laufrichtung im Schwimmbad. | Bild: Ingo Rothermund

Der Bäderchef macht aber auch klar: "Wir sind keine Corona-Polizei und werden nicht mit dem Maßband den Abstand messen, aber werden die Menschen darauf hinweisen." Er hoffe hier auf die Selbstverantwortung der Gäste - "aber wenn es mit den Regeln nicht funktionieren sollte, müssen wir eben wieder zu machen". 

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   freigeist
    (547 Beiträge)

    21.05.2020 20:55 Uhr
    Das wird aber nicht lustig
    "Ins Rheinstrandbad Rappenwört dürften beispielsweise nur etwa zwischen 800 und 1.000 Gäste gleichzeitig"
    In ein Bad in das mehr als normal 10000 Gäste gehen zu Stoßzeiten sogar mehr und wo meist riesen Schlangen an den Kassehäuschen sind.
    Jetzt wo sehr viele Menschen nicht in den Urlaub gehen und es wohl einen super Sommer geben soll, wie will man den Ansturm den bewältigen oder soll man eine Reservierung für je 1 Stunde abgeben.
    Da wird bestimmt jede Menge Sicherungspersonal benötigt.Die Menschen weichen dann eben an die Baggerseen aus,dann ist es egal ob dort Badeverbot herrscht,wer will den da noch kontollieren. Wenn dann ein Kontrolleur meint er müsse Polizei spielen, dürfte er einen sehr schweren Stand haben seine Argumente und Vorschriften an den Mann/Frau zu bringen. Die Polizei hat andere Sorgen und so wird ein Chaos dem Anderen folgen
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  •   silberahorn
    (10264 Beiträge)

    22.05.2020 05:06 Uhr
    Stundenweise Eintrittspreise
    könnten hilfreich sein, aber das wird in der Umsetzung nicht möglich sein. Immer für drei Stunden und dann in Segmente auf den Liegewiesen unterteilt. In Bern hatte ich schon vor langer Zeit gestaunt, wie man freiwillig und geordnet in Reihen auf den Wiesen lag. In Karlsruhe könnte das den Freiheitswillen zu stark einschränken.

    Man kann aber Leute in der Anzahl hereinlassen, wie andere herausgehen.

    Zu den Preisen:
    Man hat hier bei der Kindertagesbetreuung schon das Problem, dass man nichts rückerstatten kann, wenn nur halbe Betreuung erfolgt. Dazu sei der Verwaltungsaufwand zu hoch und deshalb muss Vollzeit bezahlt werden, wenn man vor Corona einen Vollzeitplatz für das Kind hatte.
    Und außerdem hat das Land noch nicht richtig erklärt, was man und wie man etwas machen soll.
    Als wenn man nicht zwei Monate Zeit gehabt hätte, in stabile und nachvollziehbare Gruppen einzuteilen. In Rostock ging das jedenfalls erfogreich, schon damit Infektionsketten gut ermittelt werden können.
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  •   Weichei
    (623 Beiträge)

    21.05.2020 13:39 Uhr
    Was vor Allem auch zu beachten ist.
    tauchen nur mit Maske!!
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  •   Kleiner-Rainer
    (2 Beiträge)

    21.05.2020 11:41 Uhr
    Was für ein Schwachsinn
    Man stelle sich vor einer Hustet ins Wasser ...... Wie lange hält der Virus im / auf / neben und unter dem Wasser. Was passiert bei der Schwimmbewegung mit der Ausbreitung, hat die "Strömung" Einfluss auf das Virus. Fragen über Fragen...
    RKI "calling" wo bleibt Drosten. Ironie off...
    So langsam wird es mit dem Massnahmen wie Einkaufwagenpflicht und Einbahnstrassen schwimmen Ad Absurdum.
    Und noch ein Frage an die Beführworte dieser ausgereifen Massnahme. Wie macht man es dann an Baggerseen mit der Einbahnstrassenregelung ?
    Langsam greift das Virus mehr das Gehirn und Denkvermögen an als die Lunge !
    Wir sollten langsam wieder zur Normalität zurückfinden, weil der Virus ist nicht aufzuhalten ist und solche Massnahme nichts bringen...
    Jeder Jahr wird die Grippe schlimmer obwohl fast jeder sich Impft, warum wohl?
    Weil wir Menschen selber keine Antikörper mehr bilden und uns Blind auf die Impfung verlassen was aber Stand letztes Jahr ist.
    So wirds mit Corvid 19/20/21...35 auch werden !
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  •   toilettenfrau
    (294 Beiträge)

    21.05.2020 11:05 Uhr
    Einbahnstraßen im Schwimmbecken
    Der Irrsinn nimmt kein Ende.

    Und wisst ihr woher das kommt? Weil sich die Politik komplett danach ausrichtet was ein paar Fernsehvirologen predigen. Was keiner erkennt: die haben doch gar kein Interesse dass der Ausnahmezustand bald endet. Ist der Virus weg ist auch Ende mit den Fernsehauftritten.
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  •   kommentar4711
    (2432 Beiträge)

    21.05.2020 18:38 Uhr
    ANTWORT AUF "EINBAHNSTRASSEN IM SCHWIMMBECKEN"
    Wobei es das im Rheinstrandbad seit vielen Jahren gibt und eigentlich sehr praktisch ist, effektiv kommt man da wenn einige Leute am Bahnen schwimmen sind besser voran als wenn man ständig auf Gegenverkehr aufpassen und ausweichen muss. Klar kann man darüber lächeln und als ich das vor Jahren zum ersten Mal gesehen habe dachte ich auch erst "was soll das?", aber nüchtern betrachtet ist es echt eine gute Sache.
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  •   karlsruher1955
    (1238 Beiträge)

    21.05.2020 12:51 Uhr
    Super Beitrag
    Da mag was dran sein. Ich bin auch der Ansicht, dass die zum Teil völlig unterschiedlichen Virologenmeinungen mehr verunsichern als nützlich sind.
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  •   Mondgesicht
    (2298 Beiträge)

    21.05.2020 13:41 Uhr
    Sowohl Politik wie auch Gerichte
    die über Maßnahmen entscheiden müssen, befinden sich natürlich in einer schwierigen Lage. Weil es eben eine komplett neue Situation ist.

    Aber man darf sich auch nicht komplett von einzelnen Virologen abhängig machen, denn auch die können falsch liegen. Und vor allem - die Virologen betrachten die Sache nur aus virologischer Sicht, und da gilt natürlich: je einschneidender die Maßnahmen, desto besser klappt die Eindämmung des Virus. Sie beziehen aber in keiner Weise die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen dieser Maßnahmen ein. Deshalb muss die Politik unabhängiger von den Schreckensszenarien der Virologen werden.
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  •   kommentar4711
    (2432 Beiträge)

    21.05.2020 18:41 Uhr
    ANTWORT AUF "SOWOHL POLITIK WIE AUCH GERICHTE"
    Was man auch nicht vergessen darf: Covid-19 und sein Verhalten sind schlicht neu. Letzendlich muss alles, was mit Covid-19 zu tun hat, noch erforscht werden. Leider gibt es da eben keinen Vorlauf für die Forscher. Und entsprechend ist es eben auch so, dass sich zum einen manche Prognosen einfach als falsch heraus stellen. Aber nichts tun und erst in 2 Jahren reagieren ist halt zu spät.
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  •   Avatar
    (638 Beiträge)

    21.05.2020 12:32 Uhr
    Fernsehvirologen?
    Nice. Ganz neue Variante: das studieren Menschen jahrelang Virologie, erforschen das Coronavirus und wozu? Genau, lt. Toilettenfrau damit sie ins Fernsehen kommen 🤣🤣🤣
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