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Karlsruhe Weiherfeld: Erste Ergebnisse aus Pilotversuch autonomer Mini-Busse

"Ella", "Vera" und "Anna" waren motorisierte Versuchskaninchen: Die Minibusse fuhren mehrere Wochen frei und selbstständig durch einen Karlsruher Stadtteil. Die an dem Pilotprojekt beteiligten Forscher haben schon erste Erkenntnisse gewonnen.

Der bundesweit erste Test mit selbstfahrenden Mini-Bussen - ohne vorgegebene Strecken und auf Anfrage der Kunden - hat Forschern schon erste Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt. "Dazu gehört beispielsweise die Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit solcher Fahrzeuge sowie eine bessere Antizipation beziehungsweise Vorhersage des Verkehrs, um vor allem Kreuzungen schneller passieren zu können", sagte J. Marius Zöllner vom FZI Forschungszentrum Informatik.

Sicherheitsabstand soll kleiner werden

Für ein besseres Fahrgefühl müsse der Sicherheitsabstand, den so ein Shuttle um sich herum benötigt, kleiner werden. "Den hatten wir im Projekt noch sehr konservativ anlegt und dann in der Praxis gemerkt, dass dies zu einem unruhigeren Fahrverhalten für die Fahrgäste führt, weil zur Sicherheit häufiger Stopps ausgeführt werden."

Bild: Lars Notararigo

Vom 22. April bis Ende Juni sowie an den Juli-Wochenenden waren die drei Mini-Busse "Ella", "Vera" und "Anna" mit höchstens Tempo 20 im Karlsruher Stadtteil Weiherfeld unterwegs.

Das Besondere an dem vom Bundesverkehrsministerium geförderten Nahverkehrs-Modellprojekt: Im Gegensatz zu anderen Shuttle-Projekten in Deutschland rollten sie nicht auf einer vorgegebenen Strecke, sondern navigierten frei und auf Abruf - von der Haustür zur Stadtbahnhaltestelle, zum nächsten Geschäft oder einfach für eine Rundtour durchs Quartier.

1.200 Fahrgäste 

Mehr als 1.200 Fahrgäste hätten das Angebot bei 750 Fahrten genutzt, teilte eine Sprecherin der Verkehrsbetriebe Karlsruhe mit. Bis zu 35 Personen am Tag. "Teilweise sind Fahrgäste extra aus Frankfurt oder Stuttgart gekommen, um das Fahrzeug zu testen."

Bild: Lars Notararigo

Von Großeltern, die mit Enkeln einen Ausflug gemacht haben, bis zu Professoren sei alles dabei gewesen. Eine Frau sei in einer Woche fünf Mal gefahren. Eine Mutter habe regelmäßig per Shuttle ihr Kind von der Kita abgeholt.

Die Fahrgäste hätten den Sicherheitsfahrern in den Bussen, die im Notfall hätten eingreifen sollen, viele Fragen zu dem Projekt und der Technik gestellt, teilte die Sprecherin mit. Eine Befragung ergab den Angaben nach, dass 93 Prozent sich während der Fahrt sicher gefühlt hätten und solche Shuttles wieder nutzen wollten. Gerade das Fahren nach Bedarf - ohne festen Fahrplan - sei sehr positiv bewertet worden.

Ab dem 22. April werden drei solcher Shuttles in Weiherfeld-Dammerstock unterwegs sein. ka-news.de testet für euch wie autonom die Fahrzeuge wirklich sind.
Ab dem 22. April werden drei solcher Shuttles in Weiherfeld-Dammerstock unterwegs sein. ka-news.de testet für euch wie autonom die Fahrzeuge wirklich sind. | Bild: Lars Notararigo

Fast drei Viertel der Teilnehmer glaubten, dass solche Fahrzeuge die Verkehrssituation verbessern können. "Die befragten Fahrgäste sehen einen deutlichen Mehrwert eines solchen Verkehrsmittels, wenn es technisch noch weiterentwickelt wird, technisch flüssiger und zuverlässiger läuft", erläuterte die Sprecherin.

Alexander Pischon, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe, sagte, wenn solche Fahrzeuge tatsächlich komplett autonom unterwegs seien und die Technik so weiterentwickelt sei, dass sie störungsfrei unterwegs sind, könnten sie eine sinnvolle Ergänzung für die "letzte Meile" werden.

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  •   AlterMann
    (364 Beiträge)

    13.09.2021 18:05 Uhr
    Neuschnee
    Gab es auch mal einen Test bei Neuschnee wenn die Fahrbahnränder und Markierungen nicht mehr erkennbar sind?
    Denn das mag vielleicht noch befahrbar sein wenn eine Karte mit hoher Auflösung hinterlegt ist, inklusive Markierungen zur Orientierung. Aber auf unbekannter Strecke wird es schwierig.
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  •   Schillerlocke
    (582 Beiträge)

    13.09.2021 16:52 Uhr
    Dem autonomen Fahren
    gehört die Zukunft. Das ist unumstößlich. Was technisch machbar ist und Geld einspart wird gemacht. Ob es dem Otto Normal passt oder nicht. Das war schon immer so und wird auch umgesetzt. Alles andere sind aussichtslose Grabenkämpfe.

    Wir Karlsruher können schon ein bisschen Stolz darauf sein, dass dieser Prototypversuch in unserer Stadt statt findet.
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  •   müllermeier
    (119 Beiträge)

    13.09.2021 14:55 Uhr
    Testgebiet Weiherfeld, na ja
    war pure Absicht, ein solch ruhiges Gebiet mit guten breiten Strassen zu nehmen. Interessant wäre mal die Oststadt zwischen Bernharduskirche und Hoepfner. Oder Mühlburg.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12814 Beiträge)

    13.09.2021 15:33 Uhr
    bloß
    nicht!

    Ich will auch mal vor die Tür!
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12814 Beiträge)

    13.09.2021 12:55 Uhr
    "Sicherheitsabstand soll kleiner werden"
    aber ja doch!

    Am besten Puffer anbauen und wie bei der Eisenbahn angehängt umherfahren.
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  •   andip
    (11193 Beiträge)

    13.09.2021 12:13 Uhr
    Na ja
    Noch nicht einmal zwei Fahrgäste im Schnitt pro Fahrt, ob sich das auf Dauer lohnen würde?
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