Browserpush
7  

Berlin Seit Montag: Keine kostenlosen Corona-Schnelltests in Deutschland

Corona-Schnelltests sind laut einer neuen Bürgerverordnung nicht mehr für alle kostenlos. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und die Kommunen unterstützen die neuen Regelungen.

Generell gratis bleiben sie noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter 12 Jahren. Das legt eine neue Bundesverordnung fest, die am Montag in Kraft tritt.

Übergangsphase eingeplant

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten vereinbart, dass das vom Bund seit Anfang März finanzierte Angebot für kostenlose "Bürgertests" für alle ohne Symptome enden soll. Da kostenlose Impfungen für alle möglich sind, sei eine dauerhafte Übernahme der Test-Kosten durch die Steuerzahler nicht länger nötig, hieß es zu Begründung.

Kanzlerin Angela Merkel.
Kanzlerin Angela Merkel. | Bild: Ilia Yefimovich/dpa

Die Verordnung legt aber auch einige Übergangsregeln fest. So können Kinder von zwölf bis 17 Jahren und Schwangere noch bis 31. Dezember mindestens einen kostenlosen Test pro Woche machen. Grund ist, dass für sie erst seit kürzerer Zeit eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) vorliegt - daher soll noch länger Zeit für eine Impfung bleiben.

Generell weiter gratis testen lassen können sich auch Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder erst in den letzten drei Monaten vor dem Test zwölf Jahre alt geworden sind. Gratis bleibt es unter anderem auch für Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen.

Weiterhin kostenlose Tests?

Um weiterhin kostenlose Schnelltests zu bekommen, muss man bei der Teststelle einen amtlichen Ausweis mit Foto vorlegen - bei Kindern ist so auch das Alter nachzuweisen. Extra Nachweise wie ein ärztliches Zeugnis sind nötig, wenn man sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann - eine Diagnose muss nach Ministeriumsangaben nicht angegeben werden. Zum Nachweis einer Schwangerschaft kann der Mutterpass genutzt werden.

Ein Abstrich für das Testverfahren auf das Coronavirus.
Ein Abstrich für das Testverfahren auf das Coronavirus. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Nicht betroffen von der Änderung sind PCR-Tests, die von Ärzten oder dem Gesundheitsamt veranlasst werden. In diesen Fällen werden die Kosten nach Angaben der Bundesregierung übernommen. Wenn also beispielsweise ein Arzt einen Patient mit Symptomen, die auf Corona hindeuten, per PCR-Verfahren testen lässt, ist dieser Test für den Erkrankten kostenlos.

Lauterbach begrüßt Regelung

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach unterstützt das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests. "Das Auslaufen der kostenlosen Corona-Tests ist richtig", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post." "Es wäre falsch, denjenigen, die sich selbst der Solidarität des Impfens verweigern, unbegrenzt solidarisch die Tests zu bezahlen."

Auch die Kommunen begrüßen den Schritt. "Wir gehen nicht davon aus, dass die wegfallenden kostenlosen Tests zu ernsthaften sozialen Konflikten führen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Montag. "Angesichts einer Impfquote von 80 Prozent bei Erwachsenen ist das der richtige Schritt", sagte auch der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (7)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   FinnMcCool
    (603 Beiträge)

    11.10.2021 13:51 Uhr
    mhm
    Da mit dem Hinweis auf die kostenlosen Impfungen verwiesen wird, wie sieht es bei den Tests mit den Menschen aus, die schon geimpft sind.
    Denn auch da macht es manchmal Sinn sich trotzdem testen zu lassen. Warum soll ein geimpfter dann den Test selbst bezahlen, da er ja - vermeintlich - etwas für das Gemeinwohl getan hat, indem er sich hat impfen lassen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Mondgesicht
    (2755 Beiträge)

    11.10.2021 16:01 Uhr
    Für Geimpfte
    besteht ja keine Testpflicht. Wenn man sich "zur Sicherheit" unbedingt freiwillig testen will , dann kann man doch einen Selbsttest von Aldi oder dm nutzen. Die kosten kein Vermögen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   udoh
    (2020 Beiträge)

    11.10.2021 13:18 Uhr
    Damit schließt man auch Geimpfte aus die sich bei Verdacht freiwillig
    testen lassen würden um Gefährdung anderer zu vermeiden. Angesichts der scheinbar nicht gerade seltenen "Impfdurchbrüche" gut fürs Image, Zahlen und das Virus.
    Ein wohlgemerkt nicht überbezahlter Test kann der Gesellschaft viele Kosten ersparen.

    Impfmotivation ist ja an sich gut, aber ihr zuliebe auf Tests zu verzichten sehe ich als fragwürdigen Anreiz.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (11294 Beiträge)

    11.10.2021 13:42 Uhr
    Geimpfte
    können aber auch einen Selbstschnelltest machen und falls der positiv sein sollte, entsprechendes veranlassen.
    Der funktioniert auch nicht anders als ein Test an einer Station und kostet auch wesentlich weniger.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   udoh
    (2020 Beiträge)

    11.10.2021 14:27 Uhr
    Klar hindert geimpfte Personen niemand einen Test zu bezahlen
    aber man setzt die Schwelle unnötig hoch, vielleicht um Kosten zu sparen, vielleicht um Bedenken Impfunwilliger zu zerstreuen.
    Wenn ich mir die who.int Kurven des einen oder anderen Landes (nicht EU!) anschaue frage ich mich weniger "ob" sondern wie sehr die Zahlen beschönigt sind (vielleicht um Urlauber nicht abzuschrecken oder einfach gut da zu stehen??) zurückkehrende Urlauber oder Familienbesucher würde ich konsequent testen - jeden - mit echtem(?) Impfausweis oder ohne.
    Einfach mal die Kurven und deren Verlauf bei Fall- und Todeszahlen ansehen...

    Die Impfung mag zwar wichtiger sein, aber bei einer Pandemie würde ich alle Register zur deren Bekämpfung ziehen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Waterman
    (6775 Beiträge)

    11.10.2021 15:29 Uhr
    ein Schnelltest zum Selbsttesten
    kostet gerade mal etwas über einem Euro (=Viertelstunde an Parkuhr).

    Sollte dann ein PCL Test nötig sein, da positiv und der ist auch positiv, ist man krank und es zahlt die Krankenkasse.

    Die Leute sollen sich endlich mal impfen lassen, statt ständig irgendwelche Forderungen zu stellen.

    In Portugal sind 98% geimpft. Das nenne ich mal ein vernünftiges Volk.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   udoh
    (2020 Beiträge)

    11.10.2021 16:51 Uhr
    Portugal ist für mich keine gute Impfwerbung
    who.int sagt in der Woche vom 20.9. (ich denke die Zahlen vorletzter Woche sind verlässlich)
    5000 Fälle bei 50 Toten (Woche) in Deutschland sind es bei ca. 10 Mal so großer Bevölkerung ca. 10 Mal mehr Fälle und nicht ganz 10 Mal mehr Tote.
    Irgendwas passt da nicht zum durchschlagenden Erfolg der Impfquote: ob Lebensumstände, tatsächle Impfquote oder Testdichte oder sonst was oder ich habe das falsch gelesen oder interpretiert

    Wie gesagt ich halte impfen für einen sehr wichtigen Baustein, der uns andere Vorsichtsmaßnahmen aber nicht vergessen lassen darf.
    Oder anders gesagt: sich aufgrund der Impfung ein 100%ige sterile Immunität zuzuschreiben halte ich für gefährlichen Unfug.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen