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Karlsruhe Ein Mobilitäts-Mix aller öffentlichen Fahrzeuge? So beeinflusst die Corona-Krise die Verkehrswende in Karlsruhe

Auch in Karlsruhe hört man immer wieder von der Mobilitätswende. Eine ausgebaute Infrastruktur für öffentliche Verkehrsmittel, umweltfreundlichere Fahrzeuge, mehr Digitalisierung im Straßenverkehr und vieles mehr. Während der Corona-Krise mussten viele Aspekte der Mobilitätswende jedoch auf Eis gelegt werden...oder vielleicht doch nicht? In der Regionalkonferenz Mobilitätswende spricht Oberbürgermeister Frank Mentrup vom Einfluss des Virus auf die neue Karlsruher Mobilität.

"Neue Konzepte und Lösungen nach Corona" war das Motto der vierten Regionalkonferenz zur Mobilitätswende in Karlsruhe. Und tatsächlich ist die Frage, wie man aus der Corona-Pandemie lernen könne, nicht nur medizinisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich von wachsender Bedeutung.

Während der Pandemie vom ÖPNV abgewandt

Auch technologisch und ökologisch habe das Virus  nicht wenige Auswirkungen auf Karlsruhe und die Welt gehabt, auch beim Thema Mobilitätswende.

Oberbürgermeister Frank Mentrup.
Oberbürgermeister Frank Mentrup. | Bild: Carsten Kitter

Eine Folge der Pandemie sei nämlich gewesen, dass sich viele Reisende aus Furcht vor einer Infektion vom öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abgewandt haben. Dadurch sei auch im Karlsruher Schienenverkehr ein Defizit entstanden, das erst einmal ausgeglichen werden müsste.

"Der Bund hat zur Unterstützung des ÖPNV bereits 3, 5 Milliarden Euro ausgegeben", so Steffen Bilger, Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, "wir dürfen den öffentlichen Verkehr nicht im Stich lassen." Dies gelte insbesondere deshalb, da ein attraktiver und effizienter ÖPNV die Essenz der Mobilitätswende und damit unverzichtbar für das Karlsruher Klimaschutzprogramm sei.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU).
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU). | Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

Um den Karlsruher ÖPNV trotz seines coronabedingten Tiefpunktes wieder attraktiv und umweltfreundlicher zu gestalten, sehe Oberbürgermeister Frank Mentrup vor allem den Ausbau und die Digitalisierung bestehender Konzepte als beste Möglichkeit.

"Damalige Lösungen sind das Rückgrat zukünftiger Lösungen"

"Karlsruhe ist schon heute ein Vorreiter, was E-Mobilität, Fahrrad- und Schienenverkehr angeht", so der OB als Redner während der virtuellen Regionalkonferenz. "Man denke zum Beispiel an das Karlsruher Zwei-System-Modell.

"Als das Karlsruher Modell 1992 installiert wurde, sei das Ziel gewesen "die Menschen mobil zu halten und neue wirtschaftliche Räume zu erschließen", so Mentrup. "Und die Lösungen von damals sind das Rückgrat zukünftiger Lösungen."

Ein Mobilitätsmix aller Karlsruher Fahrzeuge?

Und da Karlsruhe bereits ein weitläufig verknüpftes Schienennetz habe, komme es nun darauf, an "auch die unterschiedlichen Mobilitätsarten der Fächerstadt digital zu vernetzen und noch weiter ausbauen", wie der OB weiter fortfährt.

Im Dezember 2021 sollen die bahnen durch die Karlsruher Kombilösung fahren.
Im Dezember 2021 sollen die bahnen durch die Karlsruher Kombilösung fahren. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

"Niemand fährt nur Fahrrad, nur Auto oder nur Straßenbahn. Die meisten Reisenden in Karlsruhe nutzen - vor allem in der Corona-Zeit - eine Mischung aus verschiedensten Fortbewegungsmitteln." Dies hinge auch mit den jeweiligen Inzidenzwerten und Öffnungsschritten zusammen, wie ein Sprecher des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) bestätigt.

Mehr Digitalität

Diesen Mobilitätsmix, auf den einige Pendler während Corona zurückgriffen, wolle man beibehalten und erweitern. "Ich denke zum Beispiel an einheitliche, digitale Fahrscheine für das gesamte Verkehrsangebot Karlsruhes", so Mentrup. Auch die KVV habe bereits einen Dienst der in eine ähnliche Richtung geht eingerichtet. 

Je mehr verschiedene Vehikel dabei miteinander kommunizieren könnten, desto einfacher sei es für die Kunden, sie flexibel zu nutzen und innerhalb der Stadt möglichst mobil zu sein, "Corona hat uns die Notwendigkeit, den ÖPNV flexibel zu Gestalten nur noch deutlicher aufgezeigt. Daher werden wir - auch für den Klimaschutz - nicht länger zögern, sondern die Mobilitätswende beschleunigen", sagt der Oberbürgermeister.

Ein positiver Trend zum Thema Klimaschutz habe sich während der Covid-19-Pandemie bereits abgezeichnet. Um Kontakte innerhalb der Straßenbahn zu vermeiden, seien viele Pendler auf das Fahrrad umgestiegen.

10 Millionen E-Autos - Eine neue Ladeinfrastruktur

Genauso seien einige Stammkunden des ÖPNV während der Corona-Krise auf das Auto ausgewichen. Auch das habe die Mobilitätswende merklich verlangsamt, denn der private Kraftverkehr sei ein Aspekt, den es durch die Wende zu reduzieren gelte.

Immer mehr E-Autos werden zugelassen, die Ladeinfrastruktur lässt aber noch zu wünschen übrig.
Immer mehr E-Autos werden zugelassen, die Ladeinfrastruktur lässt aber noch zu wünschen übrig. | Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

"Ich halte die dauerhafte Verdrängung des Autoverkehrs aus der Innenstadt für kaum durchführbar", meint Mentrup, "dafür gibt es zu viele ältere, oder körperlich eingeschränkte Menschen, die mit Fahrrad oder ÖPNV nicht mehr mobil sind."

Dennoch sei es um der Umwelt willen "wichtig, die Dominanz der Autos in Innenstädten zurückzubauen." Einige Lösungen dafür, seien höhere Parkgebühren, eine konsequente Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h und der Ausbau der Infrastruktur für Elektroautos. "Momentan sind 25 Prozent der zugelassenen Privatfahrzeuge elektrisch angetrieben", sagt Staatssekretär Bilger. "Damit haben wir das Ziel von einer Millionen E-Fahrzeuge bis 2021 in wenigen Wochen erreicht."

Natürlich müssten dafür auch Ladestationen bereitstehen. "Die Bundesregierung wurde mit Anträgen zur Förderung von E-Ladestationen regelrecht überrollt."

Daher wird aktuell darüber diskutiert, ob weitere 200 Millionen Euro Fördergelder bewilligt werden und neue Ladestationen an Verkehrsachsen in ganz Deutschland, darunter auch in Karlsruhe installiert werden sollen." Bis 2030 halte Bilger eine deutschlandweite Ladestruktur für sieben bis zehn Millionen E-Autos für realistisch.

 

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  •   UngueltigDannZuLang
    (371 Beiträge)

    10.07.2021 12:10 Uhr
    Ich weiss ja nicht, wie fuer viele OePNV aussehen soll
    Mit Abholservice und Bringservice an der Haustuer? Ein bisschen sollten wir uns auch noch selbst bewegen koennen.
    Strassenbahn auf DB-Gleisen funktioniert uebrigens tadellos. Was waere wohl aus der Murgtalbahn geworden, wenn die KVV nicht die Renovierung und die Elektrifizierung bezahlt haette?
    Und das 'Karlsruher Modell' haette auch funktioniert, wenn man nicht jede Bahn teilweise zweifach durch die Kaiserstrasse haette fahren lassen muessen.
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  •   mueck
    (12301 Beiträge)

    10.07.2021 20:25 Uhr
    !
    Es gibt sogar einen noch besseren Service von der heimischen Couch bis direkt an den Stammtisch!
    Kostet unter bestimmten Bedingungen sogar nur wenig
    Die Chance, dass gerade die Fußfaulen mal zum Kreis der Berechtigten gehören, ist nicht gering ...
    Da eine Bekannte oft so zu den Veranstaltungen kommt, kenne ich auch die Nachteile: Muss man Tage vorher buchen und wenn's kürzer oder länger geht: Pech ...
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  •   BMWFahrer
    (761 Beiträge)

    10.07.2021 19:05 Uhr
    In welcher Traumwelt leben Sie?
    Zitat von Ungültig usw. Was waere wohl aus der Murgtalbahn geworden, wenn die KVV nicht die Renovierung und die Elektrifizierung bezahlt haette?


    Der KVV als Mäzen. Der ist gut.
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  •   mueck
    (12301 Beiträge)

    10.07.2021 20:27 Uhr
    Schwerer Fehler!
    AVG! Nicht KVV!
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  •   UngueltigDannZuLang
    (371 Beiträge)

    10.07.2021 12:14 Uhr
    Ein Nadeloehr bleibt ein Nadeloehr
    ob ueberirdisch oder unterirdisch.
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  •   patrickkk
    (2169 Beiträge)

    09.07.2021 12:53 Uhr
    ...
    Ein Mobilitätsgipfel und kein Wort dazu warum unsere Strabas ausgefallen sind.
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  •   mueck
    (12301 Beiträge)

    09.07.2021 16:54 Uhr
    !
    Das war ja auch eine Regionalkonferenz für die Zukunft und keine Gestern-vor-meiner-Haustür-Konferenz ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   patrickkk
    (2169 Beiträge)

    09.07.2021 17:30 Uhr
    ...
    Denkst du ernsthaft dieses Thema wird uns nicht mehr in Zukunft beschäftigen?

    Ich fürchte die Stadt und KVV sind da genauso grundlose Optimisten. Um dass Problem als abgeschlossen zu betrachten müsste a)genau festgestellt werden was passiert ist und b)Maßnahmen ergriffen werden damit a) nicht mehr passiert.

    Sollte dies geschehen sein dann ist es lautlos geschehen. Und dass etwas lautlos geschieht ist bei unserem OB garantiert ausgeschlossen.
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  •   mueck
    (12301 Beiträge)

    10.07.2021 20:30 Uhr
    !
    Es geschieht noch.
    Ist mit ein Grund, warum die Strecke nach Knielingen-Nord noch zu ist:
    Ein Gutachter muss noch ran, ist in diesen Zeiten aber nicht so einfach zu finden...
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  •   AhmedDerAufklärer
    (606 Beiträge)

    09.07.2021 12:18 Uhr
    Herr
    Mentrup, ich widerspreche ungern, muss es aber tun.
    a) Nein, "Karlsruhe ist schon heute ein Vorreiter, was ...Schienenverkehr angeht" > leider ganz sicher nicht mehr. Es wäre an Ihnen das zu ändern.
    b) Sie meinen zu recht "Als das Karlsruher Modell 1992 installiert wurde, sei das Ziel gewesen "die Menschen mobil zu halten und neue wirtschaftliche Räume zu erschließen", so Mentrup. "Und die Lösungen von damals sind das Rückgrat zukünftiger Lösungen." > Das Problem dabei. : das ist ganz schön lange her; seither wurde in Karlsruhe "geschlafen" bzw. es gab eine Reihe wesentlicher Rückschritte. Neue Projekte stehen dringend an, z.B. S-Bahn Marktplatz - Albtalbahnhof - Westbahnhof - Pfalz (Landau) mit S-Bahn-Standard im Stadtgebiet (besserer Takt, mehr Haltestellen), Elektrifizierung in der Pfalz. Bitte jetzt handeln.

    , so der OB als Redner während der virtuellen Regionalkonferenz. "Man denke zum Beispiel an das Karlsruher Zwei-System-Modell.
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