Browserpush
21  

Karlsruhe Ein 200 Millionen Euro teurer Hochhaus-Komplex: So wird das neue Karlsruher Landratsamt aussehen

Der Neubau des Karlsruher Landratsamtes kommt mit großen Schritten näher: Am Mittwoch haben Stadt und Landkreis die Pläne für ein 90 Meter hohes Hochhaus vorgestellt. Während die Verantwortlichen mit dem Ergebnis des Architektenwettbewerbs zufrieden sind, müssen sich die Karlsruher mit der nächsten Baustelle an der Kriegsstraße abfinden. Außerdem wird der Neubau wohl teurer als bisher geplant.

Mit seinem Votum pro Sanierung des Badischen Staatstheaters beendete der Karlsruher Gemeinderat vor wenigen Wochen endgültig die Diskussion um die Großbaustelle an der Kriegsstraße.

Kriegsstraße bleibt Baustelle

Doch damit sind die Planungen für das Areal rund um das Ettlinger Tor noch lange nicht abgeschlossen, die nächste Baustelle steht schon in den Startlöchern und es wird "ein weiterer wichtiger Baustein für Karlsruhe", so Baubürgermeister Daniel Fluhrer. 

Karlsruhes Bürgermeister Daniel Fluhrer am Gewinnermodell.
Karlsruhes Bürgermeister Daniel Fluhrer am Gewinnermodell. | Bild: Carsten Kitter

Am Mittwochmittag präsentieren Stadt und Landkreis den Gewinner eines Architektenwettbewerbs für den Neubau des Karlsruher Landratsamtes in der Gartenhalle.

Aus insgesamt 29 national und international eingereichten Modellen entscheidet sich die 27-köpfige Jury einstimmig für den gemeinsamen Entwurf der Wittfoht Architekten aus Stuttgart und der Lohrer.Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH. Neben einem P-förmigen Längsbau, der parallel zur Kriegsstraße und zur Badenwerkstraße errichtet wird, zeichnet sich das Modell durch zwei Hochhäuser aus.

Blick entlang der neuen Kriegsstraße: Der neue Turm soll 90 Meter hoch werden.
Blick entlang der neuen Kriegsstraße: Der neue Turm soll 90 Meter hoch werden. | Bild: Carsten Kitter

Zu einem das neue Landratsamt selbst, welches 90 Meter hoch werden soll und damit das Maximum des städtischen Höhenbebauungsplans erreicht. Zum anderen ein mehrgeschossiges Wohnhaus zwischen 50 und 60 Metern Höhe, welches den Neubau an der Ecke Badenwerkstraße und Hermann-Billing-Straße beschließt. 

Neben den Arbeitsplätzen für rund 600 Beschäftigte des Landratsamtes werden eine Kita, eine Tiefgarage und Mietflächen für Cafés oder Einzelhandel Einzug in den Neubau halten. 

Neuer Haupteingang für "bessere Sichtbarkeit"

"Wir wollen in erster Linie ein Gebäude für die Bedürfnisse einer modernen Verwaltung schaffen", so Landrat Christoph Schnaudigel während der Präsentation. Vor allem die Funktionalität und der Aspekt der Nachhaltigkeit würden für das Gewinnermodell sprechen.

Der neue Eingang des Landratsamtes mit Blick in Richtung Karlstor.
Der neue Eingang des Landratsamtes mit Blick in Richtung Karlstor. | Bild: Carsten Kitter

Ein weiterer Punkt: Die Eingangssituation am Landratsamt wird so neu gefasst. "Mit dem Eingang in Richtung Ettlinger Tor verstecken wir uns nicht und sind als Landratsamt deutlich sichtbar für Bürger und Publikumsverkehr", so der Landrat weiter.

Hybridbauweise mit Holz und Beton

Karlsruhes Bürgermeister Daniel Fluhrer ergänzt: "Aus meiner Sicht hat sich die Mühe des Wettbewerbs gelohnt. Der Neubau setzt an dieser wichtigen Stelle der Stadt ein Ausrufezeichen, welches nicht übertrieben ist. Der Entwurf findet den richtigen Maßstab für Karlsruhe und fasst die räumliche Situation neu."

Die Vorteile des Gewinnermodells erklärt als Vorsitzender des Preisgerichts Peter Schmidt. "Der Entwurf hat insgesamt eine sehr gute Struktur und kann von Besuchern einfach nachvollzogen werden, der neue Turm bleibt annähernd an der aktuellen Stelle und mit der vorgeschlagenen Holz-Hybrid-Bauweise wird ein nachhaltiges Gebäude geschaffen." Der Gewinner-Entwurf sei zwar einfach und schlicht, doch in der Architektur sei gerade das Einfache das Schwierige, so Schmidt. 

Peter Schmidt erklärt warum sich die Jury für dieses Modell entschieden hat.
Peter Schmidt erklärt warum sich die Jury für dieses Modell entschieden hat. | Bild: Carsten Kitter

Das ist der Zeitplan für den Neubau

Entstehen soll das neue Gebäude in verschiedenen Abschnitten. Zuerst soll der aktuelle Längsbau an der Kriegsstraße abgerissen und neu aufgebaut werden. Dann ziehen die Mitarbeiter des Landratsamtes in das neue Gebäude, um den Weg für den Abriss des alten Hochhauses freizumachen. 

Blick vom Schlossturm: So soll sich das neue Landratsamt in das Karlsruher Stadtbild einfügen. Der neue Turm ist ganz rechts zu erkennen.
Blick vom Schlossturm: So soll sich das neue Landratsamt in das Karlsruher Stadtbild einfügen. Der neue Turm ist ganz rechts zu erkennen. | Bild: Carsten Kitter

Baustart soll nach Aussage von Landrat Schnaudigel im Jahr 2024 sein, gerechnet wird mit einer Bauzeit von fünf Jahren. Die Kosten für das Landratsamt belaufen sich nach aktuellen Schätzungen zwischen 150 Millionen und 200 Millionen Euro.

Interessierte Bürger haben bis einschließlich Sonntag, 4. Juli, die Möglichkeit, zwischen 10 und 19 Uhr  den Gewinnerentwurf und alle anderen eingereichten Modelle in der Gartenhalle zu begutachten. Ab Mitte der kommende Woche werden dann alle 29 Modelle im Landratsamt ausgestellt. 

Mehr zum Thema
Karlsruhes Zukunft | ka-news.de: Wohnen, Arbeiten, Freiraum, Klima und Mobilität - Karlsruhe richtet sich mit dem Räumlichen Leitbild strategisch auf die Zukunft aus. Erste Vorhaben und Projekte werden bereits verwirklicht. In diesem Dossier werden die aktuellen Entwicklungen zum Räumlichen Leitbild gesammelt und kritisch beleuchtet.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (21)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   myopinion
    (98 Beiträge)

    02.07.2021 07:14 Uhr
    erst Steuererhöhungen
    ankündigen und dann das Geld der Suerzahler vorsätzlich und bewusst verprassen für Prestigebauten. Danke an die Verwaltung. Es ist zum k***** was der Bürger sich gefallen lassen muss.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Beobachter
    (207 Beiträge)

    01.07.2021 14:34 Uhr
    zu alles wird gut
    was soll eigentlich nicht alles nachhaltig mit Holz gebaut werden? Wie nachhaltig kommt eigentlich das Wachstum, gerade qualitativer Hölzer, daher. Ist es bereits gelungen diese in der Retorte zu erzeugen und ich weis es nur nicht? Nochmals zu Bausünden: Beispiel DM. Sollte ursprünglich auch ein Hochhaus werden.
    Empfehle jedem sich das in Google Earth anzuschauen. Schlimmer gehts kaum. Statt Tiefgarage Parkaus.
    Büros geduckt, dass man sie nicht mal von der A5 sieht. Ein Riegel am anderen. Mit kleinen "Löchern" dazwischen, in die außer 12 Uhr Mittags kein Tageslicht fällt. Kaum noch ein paar Meter grün. Selbst der Mietwohnungsbau beschränkt sich heute nicht mehrt auf diese Geschosszahl. Sollte es der Stadt nicht möglich gewesen sein hier Einfluss auszuüben? Das nächste abschreckende Beispiel, zwar schon älter, liegt kaum ein paar Meter weiter. Der ENBW Klotz. Von hinten dazu noch an Scheusslichkeit nicht zu überbieten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Beobachter
    (207 Beiträge)

    01.07.2021 14:17 Uhr
    Alles wird besser, nichts wird gut.
    Schon wieder mit einem unsinnigen Korsett verbunden. Da bekommt das "Hochhauskonzept" unsereres Metropölchens gleich einen Deckel verpasst. Die neunzig Meter sollen also, was eigentlich im Zaum halten.
    Damit das Skylinchen dann aussieht wie mit der Heckenschere gestutzt? Glaubt denn wirklich jemand, dass da welche kommen und (echte) Wolkenkratzer hinstellen?
    Diese krankhafte Eingrenzungswut richtet sich gegen alles und jedes. Nur nicht gegen die Kosten. Siehe Theater. Schon im konkreten Fall ist sie extrem kontraproduktiv. Man schaue sich dazu nur das Modell an.
    Es zeigt nämlich, dass die Flächenversiegelung munter weitergeht. Weniger Nebengebäude und dafür eine etwas größere Kubatur und ein paar Geschosse mehr würden dem Stadtklima zu gute kommen.
    Oder hat man Angst, dass man oberhalb von 90 Metern die "oberen Luftschichten" zerstören würde?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Genervt_KA
    (76 Beiträge)

    01.07.2021 09:03 Uhr
    Großartig!
    Kaum ist die eine Großbaustelle weg (sollte die Kombi Katastrophe denn wirklich vor 2024 fertig werden), da kommt schon die nächste "Verbesserung".

    WANN hört das mit den Großbaustellen, dem Lärm und Staub denn mal auf?

    Hat jemand schon das "Guiness Book of Records" angerufen und die Plakette bestellt?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   patrickkk
    (2170 Beiträge)

    01.07.2021 12:00 Uhr
    ...
    Ich habe es unserem OB vor kurzem auch persönlich gesagt. Die Belastung über Jahrzehnte macht Krank. Es ist an den Baustellenschwerpunkten in Karlsruhe die Soziale struktur zerbrochen, da wohnt niemand mehr der da vor den Baustellen wohnte, und jene die dort jetzt wohnen wollen wieder weg.

    Als Konsequenz haben wir jetzt Nachbarschaften voller Menschen die sich 0 mit der Nachbarschaft identifizieren, die kein Problem darin siehen Nachts besoffen unter der Woche rumzugrölen, Bierflaschen auf Gehwegen zu zerschmettern, oder in Spielplätze zu pissen.

    Aber das interessiert unseren OB alles nicht im geringsten, und die Grünen in unserem Gemeinderat genauso wenig. Es geht alleine um Profilierung, um Stellung, um Prestige im eigen Microorganismus.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   myopinions
    (1256 Beiträge)

    02.07.2021 13:09 Uhr
    ...............unserem grüngesteuerten
    roten OB ist das Wohl oder Wehe der Bürger vollkommen wurscht!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   FG1961
    (522 Beiträge)

    01.07.2021 06:36 Uhr
    Im Zuge von Heimarbeit und Digitalisierung sollte
    das Ganze in Frage gestellt werden?
    Ich habe so gut wie nie mit irgendjemand in einer Behörde Kontakt.
    Mal komplett überzogen dargestellt:
    Wenn das Rathaus oder Landratsamt zu machen würde, ich würde es nicht merken.
    Die gesamte Verwaltung mit zirka 50% Kosten des Haushalts sollte hinterfragt werden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   smuudo
    (286 Beiträge)

    02.07.2021 10:35 Uhr
    👍🏻
    Das ist ja jetzt mal ein guter Ansatz!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Reger
    (681 Beiträge)

    30.06.2021 22:15 Uhr
    Nachhaltig?
    Das hätte ich gerne näher erklärt. So ist mir das nur so daher gesagt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Berty87
    (1084 Beiträge)

    30.06.2021 21:47 Uhr
    Sieht
    Ja genau so kacke aus wie davor
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.