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Stuttgart Drei konkrete Maßnahmen vorgestellt: So will Baden-Württemberg sich künftig hochwassersicher machen

Deutschland hat die Gefahren durch Hochwasser sehr lange unterschätzt - zu diesem Ergebnis kommt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Er fordert daher drei konkrete Maßnahmen, um eine Flut-Katastrophe wie aktuell im Westen Deutschlands künftig auch im Südwesten zu verhindern.

Nach Medienberichten des SWR von der Landespressekonferenz am Dienstag fordere Kretschmann ein Umdenken der Bevölkerung in Bezug auf Katastrophen - sie dürften nicht länger auf die leichte Schulter genommen werden.

Daher schlage er beispielsweise Katastrophenübungen und Vorbereitungen vor, die - nach japanischem Vorbild - regelmäßig abgehalten werden. Denn viele Menschen, die nicht auf diese Katastrophe vorbereitet waren, hätten dafür mit dem Leben bezahlen müssen. Zusätzlich sei es notwendig, in Frühwarnsysteme zu investieren.

Warn-Apps für Katastrophenfälle

Schon jetzt existierten auf dem Markt mehrere Warn-Apps, die ihre Nutzer nicht nur rechtzeitig von Gefahren durch Naturereignisse informieren, sondern ihnen auch regelmäßig Tipps geben sollen, wie man sich in verschiedenen Notfallsituationen verhalten soll. "Davon verspreche ich mir ein verbessertes Gespür für Selbstschutz im Katastrophenfall unter den Menschen Baden-Württembergs", so der Ministerpräsident.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht. | Bild: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

Allerdings dürfe man nicht vergessen, neben der eigenen Gesundheit auch seine Besitztümer im Falle eines Ereignisses wie der Flut zu schützen. Daher fordere Kretschmann eine verbindliche Elementarversicherung unter Hausbesitzern, die für genau solche Fälle zuständig sei. Immobilienbesitzer sollen dabei in eine Solidargemeinschaft einzahlen. 

Diese Idee stößt allerdings nicht auf geschlossene Zustimmung. Ökonomen kritisieren laut SWR, dass nicht alle Immobilienstandorte im gleichen Maße von Naturereignissen gefährdet seien und daher nicht alle dieselbe Versicherung zahlten sollten.

Außerdem könne eine solche Versicherung, sollte sie mit zu niedriger Eigenbeteiligung verbunden sein, dazu führen, dass der Fehlanreiz geschaffen wird, in gefährdeten Gebieten zu bauen. 

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  •   M.S.
    (388 Beiträge)

    20.07.2021 21:29 Uhr
    solange
    wenn wegen jedem stärkeren Lüftchen oder etwas mehr als 3 Tropfen Regen Unwetterwarnungen heraus gegeben werden, werden die Menschen desensibilisiert!
    Hier sollte man ansetzen und nicht Aktionen wie in anderen Ländern ansetzen.
    Der Abbau von Katastrophenschutz und Co. nach der Wende wirkt sich jetzt aus. Überall ist man auf Hilfe von Bürgern aus zum Teil mehreren hundert Kilometern Entfernung angewiesen, weil nicht genug Werkzeug und Manpower vorhanden ist!
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  •   Chris23
    (687 Beiträge)

    21.07.2021 08:56 Uhr
    Unwetter ist aber auch schwer genau zu prognostizieren
    Daher sollte man doch eher anfangen Leute zu sensibilieren, auf Risiken zu achten.

    Du gehst ja auch nicht über wenig befahrene Strassen bevor du Links und rechts geguckt hast, ich denke bis sie vorher zu deinen Haus kommen können und dir die zukünftige Wasserlinie auf die Fassade malen kannst du noch lange warten.
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  •   FG1961
    (510 Beiträge)

    21.07.2021 06:26 Uhr
    NINA und andere Apps
    Wenn NINA Starkregen im SK Karlsruhe meldet, wird es zu 80% ein schöner Abend.
    NINA kann lediglich als Hinweisgeber genommen werden, da bei einer Genauigkeit von zirka 100 km² die Präzision nicht gegeben ist. Es hilft nur die konkrete eigene Wetterbeobachtung vor Ort. Und die Beobachtung vor Ort, wie sich der Starkregen auf Straße verhält. Bei uns wird lediglich der Keller volllaufen.
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  •   Reger
    (618 Beiträge)

    20.07.2021 21:26 Uhr
    Sirenen, Kirchenglocken
    Von Apps halte ich nicht soviel wie von lauten, von allen hörbaren Warnvorrichtungen, eben Sirenen. Kirchenglocken könnte man auch heranziehen.
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