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Karlsruhe dm-Neubau: Grünes Licht für Anschluss an Durlacher Allee

Die von der Firma dm geplante Konzernzentrale an der Durlacher Allee soll über einen Vollknoten an die Durlacher Allee angeschlossen werden. Dafür sprach sich der Planungsausschuss einstimmig am Donnerstag (17. September) in nichtöffentlicher Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Michael Obert aus.

Die Realisierung der Kreuzung Durlacher Allee/Alte Karlsruher Straße mit allen Richtungsbeziehungen soll zeitlich gestaffelt erfolgen. Das geht aus einer Pressemeldung der Stadtverwaltung hervor. Wie bekannt, möchte die Firma dm an der Durlacher Allee im Bereich der Untermühlsiedlung ihre Konzernzentrale erstellen.

Schienen werden zum Problem

Die parallel zum Bebauungsplanverfahren laufenden Planungen des Unternehmens erlauben mittlerweile konkretere Prognosen zum Verkehrsaufkommen. Daher konnte die Verwaltung dem Wunsch aus dem Gemeinderat und Ortschaftsrat Durlach nachkommen, vertiefend die Verkehrserschließung zu betrachten. Mit einem Verkehrsgutachten wurde der Frage nachgegangen, ob der Verkehr künftig leistungsfähig über eine neue Kreuzung auf der Durlacher Allee/Alte Karlsruher Straße mit allen Richtungsbeziehungen abgewickelt werden kann.

Ergebnis dieser Untersuchung: Der Vollanschluss der Alten Karlsruher Straße an die Durlacher Straße ist grundsätzlich machbar. Knackpunkt ist nach Realisierung des kompletten dm-Baukonzepts (2.500 Arbeitsplätze) mit prognostizierten rund 3.250 Fahrbewegungen jedoch, dass auf der Durlacher Allee die Schienen zu kreuzen sind, auf der mehrere Straßenbahn- und Stadtbahnlinien geführt werden. Für die morgendliche Spitzenstunde gibt es Unwägbarkeiten im Zusammenspiel von dm-Erschließung, Autobahnausfahrt Durlach und Stadtbahnpriorisierung, die aus heutiger Sicht noch nicht abschließend beurteilbar sind.

Der Ausschuss schloss sich daher der Empfehlung des Verkehrsgutachters sowie der Stadtverwaltung an, den Ausbau des Vollknotens zeitlich zu staffeln, um mehr Planungssicherheit zu gewinnen. Vor der Realisierung der Gleisüberfahrt einschließlich Signalisierung sollen Verkehrszählungen durchgeführt werden, um die Prognoseansätze zu hinterfragen. Nach dem ersten dm-Bauabschnitt (1.500 Arbeitsplätze) und einer gewissen Eingewöhnungszeit möchte man so Erkenntnisse über das aktuelle und zu erwartende Verkehrsgeschehen erlangen. Auch der Ortschaftsrat Durlach hatte sich vor der Sommerpause einstimmig für diese Vorgehensweise ausgesprochen.

Barrierefreier Ausbau Haltestelle Untermühlsiedlung

Die erste verkehrliche Ausbaustufe beinhaltet zunächst den Ausbau des Ostteils des Vollknotens. Zugleich soll die Haltestelle Untermühlsiedlung barrierefrei werden mit ebenerdigen Zugängen über die Durlacher Allee und Rampe sowie Treppe von der Dornwaldsiedlung. Der barrierefreie Zugang aus der Untermühlsiedlung und von der künftigen dm-Zentrale ist bereits Bestandteil des Bebauungsplans für den dm-Campus.

Zusammen mit dem Regierungspräsidium möchte die Stadt dann bis 2018 den Westteil des Knotens ausbauen und dabei zugleich die Ausfahrtsrampe aufrichten. Letztere Maßnahme, die bereits im Nordwesten des Autobahn-Kleeblatts erfolgte, ist unabhängig von der Vollknoten-Planung zu sehen – aber zwingende Voraussetzung vor Realisierung des Linksabbiegestreifens zu dm. Ziel ist, dass Autofahrende durch das Aufrichten der Fahrbahn Radfahrende besser sehen können. Dies wird aus Sicherheitsgründen von Polizei und Stadtverwaltung befürwortet.

Zur Ausgangslage: Welche verkehrlichen Auswirkungen die Ansiedelung der dm-Konzernzentrale hat, hatte das Unternehmen bereits mit einem Verkehrsgutachten beleuchtet. Danach ist die vorhandene Verkehrsinfrastruktur durchaus ausreichend leistungsfähig, um die prognostizierten Verkehrsmengen aus Osten über die Rampe der Alten Karlsruher Straße und aus Westen über die Dornwaldsiedlung und die dortige Johann-Strauß-Straße abzuwickeln. Mit Blick auf weitere Entwicklungen entlang der Entwicklungsachse Durlacher Allee hatte der Planungsausschuss aber im Oktober 2013 empfohlen, alternativ die Leistungsfähigkeit eines Vollanschlusses des dm-Areals an die Durlacher Allee genauer zu untersuchen.

Bei der Untersuchung zu berücksichtigen war die Entscheidung, die Haltestelle Untermühlsiedlung mit einem barrierefreien Zugang von beiden Seiten der Durlacher Allee auszustatten. Mit heutiger Verkehrsführung käme es zu einer Verkehrszunahme im Bereich der Johann-Strauß-Straße, bei einem Vollknoten wird für die Johann-Strauß-Straße im Vergleich zu heute eine Entlastung prognostiziert, da auch Verkehre von und zur Untermühlsiedlung den neuen Anschluss direkt nutzen und nicht mehr durch die Dornwaldsiedlung fahren müssen Beim Vollknoten queren die Linksabbiegespuren die Gleistrasse.

Simulationen haben gezeigt, dass je nach Ansatz der Bevorrechtigung der Straßenbahn es in den morgendlichen Hauptverkehrszeiten zu einem Rückstau auf der Ausfahrtsrampe der Autobahn kommen kann. Die Verkehrszählung nach der Realisierung des ersten dm-Abschnitts soll unter anderem zeigen, ob mehr Beschäftigte als bisher den ÖPNV nutzen. Bislang liegen die Standorte von dm in Bezug auf den ÖPNV eher ungünstig, künftig liegt der Stadtbahnanschluss direkt vor der Tür. Die Firma dm nimmt am Programm „mobil.pro.fit“ teil, einem geförderten betrieblichen Mobilitätsmanagement, das auf eine nachhaltige und klimafreundliche Mobilitätsgestaltung setzt.

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  •   Kartoffelsalat
    (524 Beiträge)

    21.09.2015 15:29 Uhr
    händelbar
    Händel-Festspiele sind erst wieder im Februar.
    Oder meint ihr ein Hendl? Jetzt hab ich Hunger.
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    21.09.2015 16:09 Uhr
    !
    Pass auf!
    Gerate hier bloß nicht in orthographische Händel!!!!111elf

    ;-)
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  •   daphunk
    (8 Beiträge)

    21.09.2015 09:44 Uhr
    So ein unglaublicher Schwachsinn
    Vom anliegenden Verkehr wäre also eine Straße betroffen (Johann Strauß Straße) und dafür will sich Karlsruhe also mal wieder ein Verkehrsnadelöhr bauen ... vom dann einspurigen Kriegsstraßentunnel im Weihnachtsverkehr mal abgesehen ...
    Da gibt es echt schon eine nutzbare Querung der Durlacher Allee und dann will man sich ein Linksabbieger-Ei legen ... mannomann
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    21.09.2015 11:01 Uhr
    !
    Es ist nicht nur Mehrverkehr für Anlieger, sondern auch noch ein Umweg von rund einem halben Kilometer, nicht nur für Autos, sondern auch für Radfahrer und ein Rumgegurke für Lkw, die sicher auch zum dm wollen ...

    Davon abgesehen hat nach Bau des Anschlusses Nord die Ost-Umfahrung Durlachs und damit auch dieser Teil der Durlacher Allee Kapazitäten frei, die man für einen Linksabbieger sinnvoll nutzen kann.
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  •   dipfele
    (5496 Beiträge)

    21.09.2015 14:21 Uhr
    nicht zu vergessen...
    ...BARRIEREFREIER Zugang zur Haltestelle bedeutet nichts anderes als eine 6% Rampe in der Böschung mit niveaugleicher Überquerung der Durlacher Allee. Für Rollis und Kinderwägen im Winter unbenzutbar!!!! Aber nicht mal der VCD kümmert sich darum, diesen Unsinn zu verhindern.
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    21.09.2015 15:53 Uhr
    !
    Rampe oder Aufzug ist oft eine Streitfrage ...
    Aufzug ist teuer in Bau und Unterhaltung.
    Und wie jedes technische Hilfsmittel (auch Einstiegshilfen etc.) haben den Haken, dass sie unkalkulierbar versagen können. Dann steht man da und kommt nicht weiter ... Und bis sich mal jemand zum Reparieren findet ... Es gibt einfach zu viele Zeitungsberichte über monatelang kaputte Aufzüge ...
    Deswegen finde ich es immer besser, wenn ein Konzept ohne technischen Schnickschnack auskommt.
    Eine Rampe kann nicht so ohne weiteres ausfallen.
    Ich habe genug Rollis im realen und virtuellen Bekanntenkreis und weiß, dass "Winter" eine sch*** Erfindung ist für Rollis, aber das ist ein generelles Problem, wo es dann meist an ganz anderen Stellen scheitert als an einer Rampe, die meist auf den vorderen Plätzen des Räumplans steht. Bei den oft ausfallenden Karlsruhern Wintern allemal ...
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    21.09.2015 16:07 Uhr
    !
    ... und noch zu der ebenerdigen Querung der Durlacher Allee. Das ist Stand der Technik, Treppen, Brücken und Unterführungen sind heutzutage out, gerade wegen der Barrierefreiheit. Vermutlich kriegt auch der Westausgang des Durlacher Bahnsteigtunnels in absehbarer Zukunft eine ebenerdige Querung über die Ex-B10, was auch den meisten den Zugang erleichtert und die Zahl der dann noch nötigen Aufzüge reduziert. Auch bei der Tram-Haltestelle reduziert es die Zahl der Aufzüge oder Rampen bzw. macht vorhandene (bspw. die heutige der Alten Karlsruher Str. oder die der Dornwaldstr.) mit Umweg erreichbar, falls die eigentlich vorgesehene Rampe wegen Winter oder ein evtl. späterer Aufzug wegen Vandalismus ausfallen, von anderen Problemen von Fußgängern (dunkle Unterführungen etc.) mal abgesehen.
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  •   dipfele
    (5496 Beiträge)

    21.09.2015 20:10 Uhr
    über die Durlacher Allee...
    ... bedeutet Unfallgefahr!! Insbesondere dann, wenn gerade eine Bahn kommt und für Fussgänger "rot" ist. Nicht zu vergessen, dass die Rampen 6% Steigung haben. Und warum baut die DB überall Aufzüge ein? Also diese Argumente könnten auch von einem Autofahrer- Planer kommen. Aber jetzt weis ich wenigstens, warum bei den Kombi- Haltestellen mit Fahrtreppen und Aufzügen gespart wurde.
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    21.09.2015 20:47 Uhr
    !
    Ebenerdige Querungen sind aber Standard in der Stadt, anderes wird schrittweise zur Verbesserung des Fußgängerverkehrs abgebaut, wie bekannt. Es gibt an der Stelle keinen besonderen Grund, dass es dort nicht ginge.
    Unterführungen dienten früher eher dem Komfort des ungebremsten Autoverkehrs, nicht unbedingt dem Vorteil der Fußgänger, Rollis und Radler ...
    Die durchaus vorhandene Gefahr missverständlicher Ampelschaltungen muss halt durch vernünftige Schaltungen gelöst werden, dort wie anderswo.
    6% (plus ebene Podeste alle x m) ist das Standardmaß bei der Barrierefreiheit. Da das ziemlich viel Platz braucht, greift man öfters auch zu Aufzügen, wo nötiger Platz nicht da oder teuer ist. In der Schweiz sieht man das übrigens nicht so eng und plant steiler und mit weniger Podesten.

    Warum's bei der U-Strab nur je 1 gibt ... Vermutl. ist nur 1 vorgeschrieben, >1 kostet, ist aber nicht förderfähig ... Also Verzicht Da gibt's aber keine Rampen, deswegen wird das ein Kapazitätsproblem werden ...
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  •   mueck
    (10822 Beiträge)

    21.09.2015 15:58 Uhr
    !
    Im ursprünglich in der Karlsburg vorgestellten Plan (weiß nicht ob der noch aktuell ist) war glaub auch irgendwie eine Verbindung zwischen Durlacher Allee "oben" und dm via Parkhaus und über die Alte Karlsruher Straße hinweg drin. Evtl. böte das ja eine Winter-Notfall-Lösung mit einem Aufzug im Gebäude. Aber Details zur aktuellen Planung von dm fehlen mir im Moment.
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