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Karlsruhe-Durlach dm-Neubau: Durlacher fordern umfassendes Verkehrskonzept

Als am vergangenen Mittwoch im Durlacher Rathaus der Ortschaftsrat tagte, stand unter anderem der Neubau an der Durlacher Allee auf der Tagesordnung. Konkret ging es um den Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss "Südwestliche Untermühlsiedlung", der den Räten viel Kopfzerbrechen bereitete.

Letztlich stimmte die Mehrheit des Ortschaftsrates mit 13 Stimmen für den Beschluss. Sechs Enthaltungen zeigen jedoch, dass bei den aktuellen Plänen Nachbesserungsbedarf besteht.

Werner Gerhardt vom Stadtplanungs- und Architekturbüro Gerhard brachte das Gremium auf den aktuellen Stand der Planungen. Sein Vortrag beschäftigte sich jedoch nur mit dem Bauvorhaben des Drogeriekonzerns, die sich im Vergleich zur ersten öffentlichen Vorstellung nur wenig konkretisiert haben. Außen vor blieben erst einmal alle Fragen zur Verkehrsführung – ein Thema, dass nicht nur den Anwohnern Kopfzerbrechen bereitet, ist doch ein massiver Anstieg des Pkw-Verkehrs in der Dornwaldsiedlung zu befürchten.

"Vollknoten" soll drohenden Verkehrsinfarkt in der Dornwaldsiedlung verhindern

Derzeit säßen, so Gerhardt, städtische Experten und externe Planer an einer Simulation und brüten über einer für alle Seiten verträglichen Lösung. Den Ortschaftsräten aller Fraktionen fiel es dementsprechend schwer, für den Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss zu stimmen, vor allem wenn man in Sachen Verkehrskonzept buchstäblich gezwungen wird, "die Katze im Sack zu kaufen". Zwar erklärte Werner Gerhardt, dass auch ein so genannter "Vollknoten" - also sowohl eine Rechts- als auch eine Linksabbiegemöglichkeit zum Neubau - weiter im Gespräch sei, aber nicht nur die Machbarkeit müsse derzeit noch geprüft werden.

Zum einen muss dann die derzeit bestehende Straßenbahnhaltestelle verlegt werden, zum anderen muss überprüft werden, ob es auf der Durlacher Allee und im schlimmsten Fall sogar bis hin zur Autobahn, zu Rückstau-Situationen kommen könnte.

Aber auch wenn die Stadt einem Vollknoten zustimmen würde, und damit auf die Anfahrt durch die Johann-Strauß-Straße verzichtet, ist dessen Umsetzungen noch lange nicht gesichert; denn Entscheidungen, die die Autobahn betreffen, müssen vom Bund abgesegnet werden - und der zeige sich bisher wenig interessiert an einer möglichen Verlegung der Zu- und Abfahrt.

Park&Ride-Parkplätze entfallen: Wohin mit den Pendlern?

Fakt ist: Der dm-Neubau wird kommen. In der ersten Bauphase mit einem drei- und viergeschossigen Mittelbau, der bei Bedarf erweiterbar sein wird, und mit einem Parkhaus, das unter einem begrünten Hügel versteckt sein wird. Und dabei tut sich, neben dem drohenden Verkehrschaos, gleich das nächste Problem der Dornwald- und Untermühlsiedlung auf.

Denn mit dem Neubau entfallen einige der gut genutzten Park&Ride-Plätze für Pendler, die dann logischerweise irgendwo in der Siedlung an den Straßen parken werden. Es waren sich daher alle Fraktionen einig, dass das Verkehrskonzept für den Neubau schnellstmöglich nachgeliefert werden muss, da es Entscheidungen, die den Bau betreffen, maßgeblich beeinflussen wird.

Alle Fraktionen sprechen sich dabei eindeutig für den Vollknoten aus. Während SPD und Freie Wähler sich der Stimme enthielten, votierten Grüne und CDU für das Projekt. Zum einen, weil man dm einen gewissen Vertrauensbonus zugestehe und zum anderen, weil in diesem Fall, so CDU- Ortschaftsrat Michael Griener: "das Gemeinwohl über das Wohl einzelner Bürger gehe."

Die Anwohner sollen nicht unter dem dm-Neubau leiden

"Wir wollen die Ansiedlung und stehen zu dm", brachte es Ortsvorsteherin Alexandra Ries auf den Punkt. "Aber es muss ein umfassendes Verkehrskonzept geben, bevor der Bebauungsplan entsteht und dabei sollen alle möglichen Alternativen der Verkehrsführung geprüft werden." Es dürfe keine Denkverbote geben, forderte auch Ralf Köster von den Grünen, der zwar ausdrücklich die Ausführlichkeit des Artenschutzgutachtens lobte, zudem aber ein sinnvollen Verkehrskonzept und eine Beibehaltung der derzeit bestehenden Park&Ride-Plätze forderte.

Denn - und da waren sich alle Fraktionen einig - das dm-Bauprojekt müsse neben dem Bauherrn vor allem den Bürgern der Untermühl- und Dornwaldsiedlung etwas bringen. Sie dürften am Ende nicht die Leidtragenden sein, was Lebensqualität, so wie Lärm- und Verkehrsbelastung betrifft. In diesem Zusammenhang wurde auch der Bau eines neuen Bolzplatzes gefordert, als Ersatz für jenen, der dem Bauprojekt weichen muss.

Der Bebauungsplan "Südwestliche Untermühlsiedlung" zum dm-Neubau ist am Dienstag, 24. März, ebenfalls Thema im Karlsruher Gemeinderat. Die Stadträte werden sich als fünften Tagesordnungspunkt mit dem Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss beschäftigten. Hier geht's zu den Sitzungsunterlagen (externer Link).

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  •   bormo
    (118 Beiträge)

    24.03.2015 10:58 Uhr
    Bitte
    erst das "Nachkriegs-Bild" der gesamten Innenstadt beseitigen, damit der Verkehr wenigstens dort wieder läuft, bevor die nächste Baustelle zum nächsten Verkehrschaos führt!
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  •   Exil-Hohenzoller
    (561 Beiträge)

    23.03.2015 17:01 Uhr
    Fußballstadion
    War da mal nicht ein paar Meter weiter ein Fußballstadion geplant, dass dann u.a. auf Grund der bösen bösen Auswirkungen auf das Mikroklima für die Stadt (aka Freiluftschneiße) abgelehnt wurde?

    Ich warte ja immer noch auf die Extremwetterlagen, die durch die Aussonderungen der Klimaanlagen des Edeka-Fleischwerks prognostiziert wurden. Soviel Schwarzmalerei, wie einige Gruppen machen...
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  •   altstadtring
    (293 Beiträge)

    23.03.2015 15:52 Uhr
    FDP
    ..und die zwei liberalen Ortschaftsräte waren noch im Winterschlaf?
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  •   Bundesadler
    (320 Beiträge)

    23.03.2015 14:46 Uhr
    Wort des Jahres
    VOLLKNOTEN
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  •   quattrostagnazione
    (874 Beiträge)

    23.03.2015 22:38 Uhr
    Und der
    wird dann von ganz vielen Vollpfosten umrandet. grinsen

    Naja, hauptsache es kommt nicht so eine Meisterleistung wie der Oststadt'kreisel' dabei raus.
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  •   Dr_Saidias
    (748 Beiträge)

    23.03.2015 14:21 Uhr
    Bäpper!
    = kein Kommentar
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    24.03.2015 08:22 Uhr
    ...
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