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Karlsruhe Dilemma um Karlsruher Stadthalle wird teuer: Sanierung kann am Ende 137 Millionen Euro kosten - Fertigstellung 2025

Acht Jahre werden wohl zwischen Schließung und Wiedereröffnung der Karlsruher Stadthalle liegen. Erst 2025 sollen wieder Besucher empfangen werden. Neben der Verzögerung wird die Sanierung auch deutlich teurer als zunächst geplant. Das Budget reicht mittlerweile in den neunstelligen Bereich hinein. Dennoch sei die lange Verzögerung nicht ausschließlich negativ, sondern biete einige Chancen, wie die Stadt im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag berichtet.

Rund 78 Millionen Euro waren 2018 für die Sanierung der Stadthalle eingeplant. Dank längerer Standzeiten für Gerüste, einer Verlängerung der Baustelleinrichtung, Lagerhaltungskosten für Bauteile, den Planungskosten des neuen Architekturbüros und weiteren Faktoren sammelte sich allerdings ein Kostenspektrum von insgesamt 59 Millionen Euro an.

Preis für Sanierung steigt deutlich

137 Millionen Euro sei daher für die Sanierung der Stadthalle aufzuwenden. 19 Millionen davon dienen dabei alleine dem Reservebudget, wie  Andreas Ringle, stellvertretender Leiter des Hochbauamts, am Dienstag auf einer Pressekonferenz erklärt.

Solch ein finanzieller Puffer sei wichtig, um für künftige Eventualitäten gerüstet zu sein. "Wir müssen auch so realistisch sein, dass wir dieses Budget einplanen", wie der stellvertretende Leiter  erklärt. 

"Wenig andere Optionen"

Mehrkosten die aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt Karlsruhe nicht unbedingt wohlwollend gesehen werden. Allerdings könne der neue  Doppelhaushalt 2022/23, "alle derzeitigen Baumaßnahmen finanzieren ", sagt Karlsruhes Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz.

Gabriele Luczak-Schwarz, erste Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe. | Bild: Lars Notararigo

"Auch wir sind nicht begeistert von den Verzögerungen und den zusätzlichen Kosten. Aber leider haben wir aufgrund der mangelhaften Planung des vorherigen verantwortlichen Büros nur wenig andere Optionen", so die Finanzbürgermeisterin weiter.

Verzögerung bringe auch Vorteile

Doch seit die SSP-AG aus Bochum die Sanierungsarbeiten der Stadthalle übernommen hat, herrscht vonseiten der Stadt wieder ein gewisser Optimismus bezüglich des Projekts. Nach derzeitigem Zwischenstand liege man innerhalb des von der SSP neu definierten Zeitplans und könne sich aus den Verzögerungen sogar einige Vorteile schlagen.

"Wir haben neue Möglichkeiten, die wir mit der alten Planung nicht gehabt hätten", so Luczak-Schwarz. "Auch die Anforderungen an den Sanierungsprozess haben sich geändert." So müsse beispielsweise das Technikkonzept optimiert werden und auch das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit habe einen höheren Stellenwert.

Nur noch 50 Prozent des Energiebedarfs

Beides sei von der Planungsfirma SSP berücksichtigt worden, wie einer der Vorstände, Matthias Kraemer erklärt: "Wir haben verschiedene Ansätze zur Energieeffizienz. Beispielsweise wird der Flächenbedarf der Technik reduziert werden, sowie verschiedene Systeme wie die Lüftungs- oder die Sprinklertechnik optimiert." Gleichzeitig berufe man sich darauf, den Energiebedarf zu reduzieren und anteilig ökologisch zu decken.

Bild: Lars Notararigo

"Eine Dachbegrünung sowie die Nutzung der Dachfläche für Photovoltaikanlagen sind Teil des Plans. Außerdem soll das Gebäude durch Grundwasserpumpen gekühlt werden. Das heißt: Im Sommer wird kühles Wasser aus den unterirdischen Beständen entnommen und im Winter wieder zurück gepumpt", so Kraemer

Weniger CO2 und niedriger Energiebedarf

Um die Erhitzung durch Sonneneinstrahlung zu verringern, wird die Dachverglasung außerdem mit einer Schutzfolie versehen, die die Wärmestrahlung abhält, das Licht aber durchlässt", so Kraemer weiterhin.

Insgesamt könne mit der Summe der Anpassungen nicht nur eine erhebliche CO2-Menge eingespart werden, "für den Gesamtbetrieb der Halle wird nach der Sanierung nur noch 50 Prozent des Energiebedarfs benötigt werden", sagt Kraemer. Dies sei vor allem deshalb sinnvoll, da man mit einer möglichst nachhaltigen und zukunftsorientierten Arbeitsweise auch zukünftigen Anforderungen gerecht werden möchte.

"Wir wollen zukünftige Baumaßnahmen minimieren"

"Wenn die Stadthalle schon so lange geschlossen ist, sollten wir diese Zeit nutzen, um noch weitere Aspekte des Gebäudes zu überarbeiten. Der Plan ist, die Halle so weit zu sanieren, dass nach Abschluss der Sanierungsarbeiten keine weiteren Baumaßnahmen mehr nötig sein werden, zumindest nicht in naher Zukunft", sagt Andreas Ringle.

Andreas Ringle, Stellvertretender Leiter des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft Karlsruhe. | Bild: Lars Notararigo

Zusätzliche Baumaßnahmen vorzubeugen sei nicht nur zur Verhinderung von immer längeren Verzögerungen der Fertigstellung wichtig - jede weitere Baumaßnahme bedeutet mehr Kosten und mehr Ausgaben. "Wir werden schon jetzt nicht mehr auf ein Vor-Corona-Niveau der Kosten zurückkommen", so Ringle. Daher wolle man weitere Kosten tunlichst vermeiden, besonders da bereits ein stattlicher Betrag an Mehrkosten durch die Bauverzögerung entstanden sei.

Daher sei es nur richtig, das Projekt auch zu Ende zu führen, so Luczak-Schwarz. "Zum zweiten Halbjahr 2025 rechnen wir damit, dass die Stadthalle in Regelbetrieb gehen kann. Bereits jetzt haben verschiedene Kunden ihr Interesse bekundet", wie die erste Bürgermeisterin ergänzt.

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  •   UngueltigDannZuLang
    (426 Beiträge)

    28.10.2021 23:39 Uhr
    Was bin ich froh, dass es Corona gibt
    Da kann sich jeder aus der Veranwortung davon br..
    Sorry, ich bin laendlich aufgewachsen..
    We get what we choose.
    War nicht deutsch? Ich Dummerchen.
    Je suis con, mais pas mechant.
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  •   IchKA
    (1200 Beiträge)

    28.10.2021 11:02 Uhr
    Es macht einen fassungslos
    wie mit Beschönigungen, Beruhigungspillen und Abwiegeleien dieses zweifelsohne Politik- und Verwaltungsversagen hingebogen und schöngeredet wird.
    Das gipfelt darin: "Bereits jetzt haben verschiedene Kunden ihr Interesse bekundet", wie die erste Bürgermeisterin ergänzt." Was die letzten Jahre und die Jahre bis 2025 an Geld verloren wurde, wird unterschlagen und unter den Tisch gekehrt. Unglaublich dreist
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  •   80er
    (6160 Beiträge)

    27.10.2021 20:12 Uhr
    Neubau...
    ...wäre billiger. Beim Theater ebenso.
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  •   Reger
    (735 Beiträge)

    27.10.2021 18:58 Uhr
    Bürgermeister Fluhrer
    Seit seiner Wahl zum Bürgermeister habe ich nichts mehr von ihm gehört. Er ist doch der mit viel Vorschusslorbeeren bedachte zuständige Bürgermeister. Soll das bei jedem Projekt in Karlsruhe ähnlich chaotisch und vor allem überteuert ablaufen?
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  •   fahrbahnteiler
    (435 Beiträge)

    27.10.2021 18:46 Uhr
    Wenn in Karlsruhe
    das nächste Sanierunhsprojekt verkündet wird, dann gibt's nur eines. Egal, um welches Gebäude es sich handelt: sofort kontrolliert sprengen! Das spart hunderte Millionen!
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  •   Kommentar
    (1117 Beiträge)

    28.10.2021 23:36 Uhr
    Je nachdem
    was daneben steht, könnte eine unkontrollierte Sprengung noch mehr Geld sparen :D
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  •   Karlsruher1986
    (562 Beiträge)

    27.10.2021 18:32 Uhr
    Die haben doch nicht mehr alle
    137 Millionen für die Sanierung einer Stadthalle.

    Wen wollen die verarschen?
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  •   patrickkk
    (2243 Beiträge)

    27.10.2021 17:40 Uhr
    ...
    Naja dass der erste Auftragnehmer Pleite geht hat hier mittlerweile Tradition.

    Es ist als ob Liquidität und Kompetenz kein Auswahlkriterium wären.
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  •   freigeist
    (748 Beiträge)

    27.10.2021 18:22 Uhr
    Leider geht es nach dem günstigsten Bieter
    und nicht wie in anderen Staaten schon üblich nach dem 2. Günstigen.
    Wer bei einer Submission schon dabei war kennt die Story. 5 Bieter,welche relativ den gleichen Preis abgeben aber dann kommt einer,der ist gleich um ein Drittel günstiger.
    Ist z.B. am Ende nur ein Ingenieurbüro am Ende der Welt und vergibt diesen Auftrag dann eine Firma,welche ihren Arbeitnehmern meist nicht einmal Mindestlohn bezahlt.
    Und irgendwann darf dann eine andere Firma einspringen und den gemachten Schrott beseitigen und beheben.
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  •   ALFPFIN
    (7846 Beiträge)

    27.10.2021 16:16 Uhr
    Stadthalle
    Aber leider haben wir aufgrund der mangelhaften Planung des vorherigen verantwortlichen Büros nur wenig andere Optionen", so die Finanzbürgermeisterin weiter.

    Und wieso hat da niemand von den verantwortlichen Stadtpolitikern oder der zuständige Finanzbürgermeister*in nicht zeitig genug eingegriffen und der damals beauftragten Firma oder den Planern den Auftrag entzogen. Selbst wenn dafür möglicherweise eine "Entschädigung" hätte bezahlt werden müssen, wäre das immer noch besser gewesen, als jetzt wieder einmal Mehrkosten in Millionenhöhe verbuchen zu müssen.

    An Ausreden für aus dem Ruder laufenden Kosten für unsere Großbauprojekte ist man ja nicht verlegen. Es war die mangelhafte Planung, man hat also die Planer vor sich "hinwurschteln" lassen. Dass der Auftraggeber, insbesondere ein öffentlicher Auftraggeber auch eine Aufsichtspflicht hat, wird natürlich tunlichst nicht erwähnt.
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