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Karlsruhe Digitalisierung der Karlsruher Schulen: Stadt investiert rund 4,65 Millionen Euro

Wer derzeit das Stadtmedienzentrum in der Moltkestraße besucht, fühlt sich eher in die Versandabteilung eines Elektronikhandels versetzt. Berge von iPads, Tablets und Notebooks warten dort auf ihre neuen Nutzer – und diese sind ausschließlich Karlsruher Schulen. Dies verkündet die Stadt Karlsruhe in einer Pressemitteilung.

Noch rund 2.900 Geräte müssen die  Mitarbeiter des Stadtmedienzentrums sowie des Schul- und Sportamts bis Jahresende vorbereiten, dann sollte sichergestellt sein, dass alle Karlsruher Schülerinnen und Schüler über ein geeignetes Endgerät und damit über den Zugang zu digitalen Lernangeboten verfügen.

Fast 8000 Endgeräte

Insgesamt 7.850 Endgeräte beschafft Da dies mit privaten Geräten alleine nicht zu leisten ist, hat die Stadt Karlsruhe seit März für die Karlsruher Schulen insgesamt rund 5.400 iPads, 1.350 Notebooks, 550 Windows Tablets und 550 Apple TV bereitgestellt. Grundlage dafür waren die Bedarfsmeldungen aus 85 Schulen und drei Schulkindergärten, womit alle Schularten vertreten sind.

Wie Oberbürgermeister Frank Mentrup bei der Übergabe der Geräte an den Rektor der Hebel-Realschule, Andreas Spörl, betonte, "handelt es sich aber nicht einfach um eine Hau-Ruck-Aktion, die man aufgrund aktueller Gegebenheiten gestartet hat". Vielmehr sei dies Teil der Digitalisierungs-Strategie für die Karlsruher Schulen, die schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie gestartet wurde.

Schub für Karlsruher Schulen

Somit seien die neuen Herausforderungen "in Karlsruhe auf bereits vorbereitete Strukturen getroffen", so der OB weiter, was "den Schulen einen unglaublichen Schub nach vorne gibt".

Für die Beschaffung und Inbetriebnahme der Endgeräte gibt die Stadt Karlsruhe insgesamt rund 4,65 Millionen Euro aus. Davon werden 3,39 Millionen durch Fördermittel aus dem Sofortausstattungsprogramm von Bund und Land abgedeckt. Den Rest finanziert die Stadt im Rahmen des Projekts "Medienmoderne Schule".

Bild: Verena Müller-Witt

Für Projektleiter Markus Karle vom Schul- und Sportamt der Stadt Karlsruhe, seinen Kollegen Sven Twelker vom Stadtmedienzentrum (SMZ) sowie jeweils fünf Mitarbeiter der beiden beteiligten Dienststellen bedeuten die letzten Wochen des Jahres noch einmal Schwerstarbeit: "Pro Woche schaffen wir rund 1.000 bis 1.300 Geräte", erläutert Karle.

Nach der Auslieferung folgt die Beratung

Im Schnitt dauere es drei Minuten, um ein Gerät auszupacken, einzuscannen, ins System aufzunehmen und einzurichten. Bei der Inbetriebnahme vor Ort ist dann die "TesKA", die Technische Supporteinheit Karlsruher Schulen, im Einsatz.

Doch mit der Auslieferung der Geräte alleine ist es noch nicht getan. "Der Beratungsbedarf ist enorm", weiß SMZ-Leiter Jörg Schumacher. So wurden beispielsweise 1.400 Lehrerzugänge zu Video-Konferenz-Systemen eingerichtet. Auch die Fortbildungen, wie der mit 650 Teilnehmern schon ausgebuchte "Moodle-Tag" am 11. Dezember, laufen weiter – alles online versteht sich, denn der Seminarraum im SMZ ist aktuell ja noch zur Lagerhalle umfunktioniert.

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  •   107
    (633 Beiträge)

    04.12.2020 20:21 Uhr
    Manfred Spitzers Buch "Digitale Demenz" ist bereits 2012 im Droemer-Verlag erschienen.
    Untertitel:
    "Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen".

    lesenswert
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  •   oststaedtler
    (281 Beiträge)

    04.12.2020 18:34 Uhr
    Wow, ganze 4,65 Mio...
    ...aber für ein völlig unnötiges Prestigeobjekt wie das Staatstheater kann die Stadt mal eben 500 Mio rausblasen.
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  •   Apu
    (142 Beiträge)

    04.12.2020 10:43 Uhr
    Es ist schon peinlich
    Das ein solch reiches land wie Deutschland in allem so hinterher hinkt, besonders dem Ausbau des internets und der Digitalisierung. In Israel läuft derzeit der schulbetrieb komplett digital und das ohne probleme. In Indonesien und anderen Ländern kann ich überall frei ins Internet und das unkompliziert und einfach. Es ist gut das endlich malnein Anfang gemacht wird, allerdings sind wir in paar jahren auf dem stand auf dem andere Länder jetzt schon sind, d.h. immer einen schritt hinterher. Es sollten mal menschen befragt werden von der regierung die weiter und inovativ denken und nicht immer auf die selben Personen gehört werden...das trifft auf alle bereiche zu
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  •   silberahorn
    (10662 Beiträge)

    04.12.2020 09:01 Uhr
    3,39 Millionen durch Fördermittel
    aus dem Sofortausstattungsprogramm von Bund und Land

    Man könnte aus Überschrift tatsächlich meinen, dass die Stadt alleine die 4,6 Millionen stemmt.
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  •   mein-senf
    (1008 Beiträge)

    04.12.2020 07:17 Uhr
    jetzt
    müssen nur noch alle Lehrer ,

    a.) das aktzeptieren
    b.) mit den Geräten sinnvol umgehen lernen

    Denn allein Hardware zu verteilen bring uns kein mm weiter

    Viel Glück
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  •   FG1961
    (418 Beiträge)

    04.12.2020 06:51 Uhr
    Digitalisierung der Karlsruher Schulen
    bedeutet parallel eine komplette Anpassung des Lehrplans an das neue Konzept.
    Unter Berücksichtigung des Ziels (Allgemeinbildung, Wissen) und Möglichkeiten (Gehirn).
    Über die Auswirkungen von falschen Einsatz der Digitalisierung können andere Länder zur Abschreckung betrachtet werden.
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  •   dede
    (18 Beiträge)

    03.12.2020 20:36 Uhr
    Es wäre interessant zu erheben...
    ... ob denn alle Schulen fähig sind, mit IT zu arbeiten. Sind die Lehrer geschult? Ist die Infasruktur-Grundvoraussetzung (WLAN, smartBoards, genügend Steckdosen, genügend Beamer, Serverkapazität, Schülerdrucker...) sowie das Budget für externe Dienstleister zur Wartung und Serververwaltung geschaffen? Wer verwaltet die Hardware in der Schule? Wer kümmert sich um die sichee Lagerung? Es ist schön, ein Samenkorn zu pflanzen. Bis daraus ein Baum entsteht vegeht viel Zeit.
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  •   kritiker_2014
    (637 Beiträge)

    03.12.2020 16:32 Uhr
    Im Schnitt dauere es drei Minuten ins System aufzunehmen und einzurichten
    damit ist es sicherlich nicht getan.
    Die Geräte geladen werden und Schulsoftware muß doch auch noch aufgespielt werden.
    Wenns denn immer so einfach wäre.
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  •   barheine
    (442 Beiträge)

    03.12.2020 14:55 Uhr
    Ich hoffe, dass auch daran gedacht wurde, dass die Geräte regelmäßig gewartet und gepflegt werden müssen, um etwa Software-Patches einzuspielen. Sonst dauert es nicht lange, bis die ersten Geräte etwa von einem Verschlüsselungstrojaner oder anderem digitalen Getier heimgesucht werden.
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