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Karlsruhe Den halben Mount Everest hoch: Diese Karlsruher Radsportler absolvierten eine besondere Herausforderung am Durlacher Turmberg

Für die meisten Radfahrer zählen Berge oder viele starke Anstiege in Form von Höhenmetern nicht gerade zu den liebsten Punkten einer Fahrradtour. Zumindest für alle diejenigen, die ohne Elektromotor unterwegs sind. Zwei Hobbyradfahrer aus Karlsruhe allerdings haben sich einer ganz besonderen Höhenherausforderung auf zwei Rädern gewidmet: beim "Half-Everesting" - und das mitten in Karlsruhe.

Über 4.000 Höhenmeter legen die Stars der berühmten Tour de France teilweise bei ihren Etappen zurück. Das entspricht auch der halben Höhe des Mount Everest, dem höchsten Gipfel der Erde. Und genau diese Distanz legten vor kurzem auch zwei Hobbyradsportler aus Karlsruhe an einem Tag zurück.

Allerdings über 6.600 Kilometer vom Standort des höchsten Gipfels der Erde in Nepal entfernt: am Durlacher Turmberg. Simon Pampel und Torben Hill haben sich am Karlsruher Hausberg eine ganz speziellen Radherausforderung gestellt: dem "Half-Everesting".

Der 8.848 Meter hohe Mount Everest (l.) und der 257 Meter hohe Durlacher Turmberg im Vergleich - ein ordentlicher Höhenunterschied.
Der 8.848 Meter hohe Mount Everest (l.) und der 257 Meter hohe Durlacher Turmberg im Vergleich - ein ordentlicher Höhenunterschied. | Bild: Bildmontage Zhang Rufeng/XinHua/dpa/Carmele|TMC-Fotografie

Das Everesting beziehungsweise Half-Everesting ist eine Disziplin, bei der es darum geht, die Höhe beziehungsweise halbe Höhe des höchsten Gipfels der Erde symbolisch mit dem Rad zu absolvieren. Unter Radfahrern ist die ungewöhnliche Herausforderung in den vergangenen Jahren zu einem Trend geworden. "Auf solche Ideen kommt man, wenn man noch jung und fit ist", berichtet Simon im Gespräch mit ka-news.de lachend.

37 Mal in Folge 120 Höhenmeter radeln

Insgesamt 37 Anstiege waren nötig, um die halbe Höhe von 4.424 Metern zu absolvieren. "Die Idee für das Half-Everesting hatte mein Cousin Torben, der mit mir das Ganze bestritten hat. Er ist immer wieder auf der Suche nach Events, ob offiziell veranstaltet oder eigeninitiativ geplant, bei denen man sich messen kann und ein bestimmtes Ziel anstrebt", so Simon.

Über acht Stunden waren die beiden Jungs dafür nach eigenen Angaben unterwegs. "Da es unser erstes Mal war, hatten wir uns nur das Ziel gesetzt, die Herausforderung zu schaffen. Der Schnitt war für uns eher zweitrangig und wir haben am Anfang nicht zu viel Tempo gefahren, um Kraft zu sparen. Am Ende waren wir aber zufrieden mit der Zeit."

Simon Pampel (l.) und Torben Hill bei ihrer Mammut-Fahrt am Durlacher Turmberg.
Simon Pampel (l.) und Torben Hill bei ihrer Mammut-Fahrt am Durlacher Turmberg. | Bild: privat

Die Familien von Torben und Simon haben währenddessen für die Verpflegung auf der Strecke gesorgt. Insgesamt 120 Höhenmeter pro Auffahrt hat der Karlsruher Hausberg zu bieten. "Um das Ganze möglichst unkompliziert zu gestalten, haben wir uns entschieden, die Challenge am Turmberg zu machen, da keine lange Anfahrt beispielsweise in die Alpen anfällt."

Bekannte begleiteten die Cousins nach oben

Die große Herausforderung - neben den eigentlichen Höhenmetern - sei aber vor allem die mentale gewesen: "Um die knapp 40 Auffahrten in der immer selben Umgebung etwas angenehmer zu gestalten, hatte mein Cousin verschiedene Bekannte eingeladen, die mit uns an diesem Tag jeweils ein paar Runden zusammen gefahren sind. Das war eine angenehme Ablenkung und gleichzeitig eine gute Motivation. 37 mal den gleichen Anstieg nacheinander hochzufahren, ist für den Kopf nicht einfach."

Jedoch seien beide durch ausreichend alpine Anstiege mental fit und könnten psychisch mit den dazugehörigen Tiefs gut umgehen - und diese habe es während der 37 Anstiege gleich mehrfach gegeben. "Sie wurden jedoch alle überwunden."

Nächste Herausforderung bereits in Planung

Doch natürlich forderte die Tour auch körperlich viel von den Jungs ab. Simon erzählt: "Körperlich hatte ich deutlich mehr zu kämpfen als mein Cousin Torben, da das Knie etwas schmerzte und ich mehr Körpergewicht auf den Berg hinaufschleppen musste. Zudem ist Torben als angehender Triathlet physisch top fit. Ich hingegen bin lediglich ein leidenschaftlicher und rein hobbymäßiger Radfahrer."

Höhenmeter mit dem Fahrrad? Wo andere schon ins Keuchen geraten, kommen die beiden Cousins erst richtig in Fahrt.
Höhenmeter mit dem Fahrrad? Wo andere schon ins Keuchen geraten, kommen die beiden Cousins erst richtig in Fahrt. | Bild: privat

Doch das Ziel erreichten beide gemeinsam - und auch in Zukunft wollen die beiden Jungs sich immer neuen Herausforderungen auf zwei Rädern stellen: "Da für uns das Everesting für den Anfang zu hart gewesen wäre, haben wir uns für die halbe Disziplin entschieden", erzählt Simon, der versichert, dass man sich irgendwann auch mal der "vollen" Everest-Distanz stellen möchte.

Dann allerdings eher nicht am Turmberg: "Dann wären wir bei über 70 Mal dem gleichen Anstieg, das wäre glaube ich mental nicht gut. Da werden wir uns wohl eher eine Strecke im Schwarzwald aussuchen."

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  •   labosch
    (3 Beiträge)

    17.07.2021 07:57 Uhr
    Turmberg Everesting
    Wird am 17.7. von den Radkurieren veranstaltet:
    https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/turmberg-challenge-everesting-100.html
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