Karlsruhe "Das Wichtigste ist das Zusammenspiel" - Wie die Feuerwehr Karlsruhe die Herausforderung "Umzug" meistert

So mancher Passant erlebte am Mittwochmittag einen Anblick, der sich nur selten bietet: Ein Konvoi aus dreizehn rot glänzenden Vehikeln zog unter Blaulicht und Sirene von der Innen- in die Oststadt. Seit 28. April um 14:00 Uhr operiert die Karlsruher Feuerwehr von ihrer neuen Wache aus. Begleitet von den Ansprachen der Bürgermeisterin Lisbach und des Feuerwehrpersonals fanden sich die Fahrzeuge in ihrer neuen Zentrale ein. Doch bei aller Freude, eine Sache war bei allen Verantwortlichen jederzeit im Hinterkopf.

Der Unterschied könnte kaum größer sein. Aus einer historischen Fassade im Drehkreuz Karlsruhes, wurde ein moderner, funktionaler Betonbau, der sich aus der Oststadt erhebt. "Wir hatten keine große Auswahl bei den Grundstücken", berichtet der Leiter der Branddirektion Florian Geldner. Doch dass der jetzige Standort optimal ist, betonte er bereits bei vergangenen Gesprächen.

Fünf Jahre nach dem Baustart der Umzug

Fünf Jahre zogen durchs Land seit der erste Spatenstich auf dem Bauplatz ausgehoben wurde. Nun, am 28. April um 14 Uhr, wurde das Projekt abgeschlossen und die Einsatzkräfte der Feuerwehr bezogen endgültig ihr neues Hauptquartier.

Bild: Thomas Riedel

Planung und Ausarbeitung der Einsatzzentrale wurde vom Architekturbüro "HIIIS harderstumpflschramm"  übernommen.  Bei einem eigens abgehaltenen Planungswettbewerb gelang es den Stuttgarter Architekten, den überzeugendsten Entwurf einzureichen.

"Wir haben den Entwurf mit der größten Funktionalität ausgewählt",  berichtet der Feuerwehr-Chef. Ein Entwurf, dessen Ergebnis die Branddirektion nun im Beisein von Bürgermeisterin Bettina Lisbach in Empfang nehmen darf.

Ein historisches Ereignis

"Heute beginnt ein neues Kapitel für die Feuerwehr", eröffnet Lisbach ihre Einweihungsrede. "Das Zeit- und Kostenrahmen weitestgehend eingehalten werden konnte ist mit Blick auf die aktuelle Lage bemerkenswert."

Florian Geldner (Leiter der Branddirektion) und Bettina Lisbach (Bürgermeisterin für Umwelt und Gesundheit) | Bild: Thomas Riedel

Auch Geldner spricht von einem "historischen Ereignis", das die meisten Feuerwehrleute - er selbst eingeschlossen - "nur ein einziges mal erleben".  Es sei sehr schade, dass aufgrund der Corona-Situation kein öffentliches Ereignis stattfinden könne, fährt er fort, und das obwohl "erstaunlich viele Leute am Straßenrand trotzdem zugesehen haben."

"Wie ein Theatervorhang"

Der Personalratsvorsitzende Michael Grünwedel bilanziert: "Das warten hat sich gelohnt", so seine Meinung. Die neue Feuerwache sei ein hochmodernes Gebäude, ausgestattet mit neuester Technik, allen Annehmlichkeiten und ausgelegt auf den 24-Stundenbetrieb. Somit sei sie bestens für den Dienst in kommenden Jahrzehnten vorbereitet.

Dann öffnen sich die großflächigen Tore der neuen Feuerwache und lassen die Rettungswagen in die gewaltige, stahlgraue Fahrzeughalle.  "Wie ein Theatervorhang", beschreibt der Pressesprecher der Feuerwehr Markus Pulm die auseinandergleitenden roten Pforten.

Wie eine Feuerwehr umzieht

Dreizehn Einsatzfahrzeuge verschiedener Größen und Klassen rollen in die Halle ein. Ab dieser Sekunde, treten sie ihren Dienst in der neuen Wache an. Drei Ein- und Ausfahrten in verschiedene Richtungen sind für die Vehikel vorgesehen.

Bild: Thomas Riedel

Ihr zurückgelegter Weg führte von der Ritterstraße 48 in die Zimmerstraße 1, wobei sie in einem geordneten Konvoi formiert waren. Der größte Teil der Einsatzfahrzeuge seien dabei gleichzeitig übersiedelt worden.

Schließlich als die Fahrer aus den eingetroffenen Fahrzeugen aussteigen ertönt das nachhallende Knallen synchron zugeschlagener Autotüren. Ein Geräusch das in nicht wenigen Fällen das Ende eines Umzugs markiert. Solch ein symbolträchtiger Einzug birgt allerdings auch gewisse Risiken, wie Florian Geldner weiterhin berichtet.

"Keine Unterbrechung der Einsatzbereitschaft"

"Wenn eine Firma umzieht, kündigt sie eben an, dass sie für ein paar Tage geschlossen hat". sagt Geldner im Gespräch mit ka-news. "Bei der Feuerwehr geht das natürlich nicht. Es darf keine Unterbrechung in der Einsatzbereitschaft geben."

Bild: Thomas Riedel

Noch bevor die ersten Fahrzeuge losfuhren warnte Markus Plum, dass "ein einziges Alarmsignal genügt und die gesamte Veranstaltung vorzeitig enden zu lassen." Ein Eindruck der Direktor noch einmal bestätigt. "Eine Reservemannschaft ist schon seit acht Uhr morgens auf Bereitschaft, falls etwas passiert."

Jedes Detail muss abgestimmt sein

Dazu müsse jedes Detail akribisch aufeinander Abgestimmt werden. "Die Feuerwehrleute mussten ihre Ausrüstung, ihre Jacken ihre Helme, teilweise sogar ihr Essen und ihren Kaffee in diesem Gebäude vorbereiten", so seine Worte. "Der Umzug musste nahtlos ineinandergreifen ohne dass die Feuerwehr auch nur kurz nicht einsatzbereit wäre."

Bild: Thomas Riedel

Dazu sei vor allem die Kooperation verschiedener Bereiche notwendig gewesen. Doch gerade dieses "Zusammenspiel sind für mich das tollste an der Feuerwehr", sagt Geldner mit stolzem Blick auf seine Mitarbeiter. "Die Bereiche müssen miteinander und ineinander funktionieren, sodass bei Alarm alles schnell und effizient geht." Besonders bei einer neuen Wache die es erst noch zu erproben gilt sei dies umso wichtiger.

Noch mehr Bilder vom Umzug der Feuerwehr Karlsruhe:

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