Stuttgart Daimler schlägt sich besser als gedacht

Im zweiten Quartal hatte Corona noch für tiefrote Zahlen bei Daimler gesorgt, nun überrascht der Autobauer mit Zahlen weit über den Erwartungen. Finanzchef Wilhelm sieht den Konzern auf dem richtigen Weg. Eine Unsicherheit aber bleibt.

Der Autobauer Daimler hat sich im dritten Quartal deutlich besser geschlagen als erwartet. Der Markt habe sich schneller erholt als gedacht, vor allem im September hätten sich die Geschäfte stark entwickelt, teilte der Konzern am Donnerstagabend mit. Dazu wirkten sich die strikte Disziplin bei den Kosten und die übrigen Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz aus. Auch für den Rest des Jahres erwarte man nun positive Effekte - vorausgesetzt, es komme zu keinen weiteren Corona-Lockdowns.

Deren Auswirkungen hatten Daimler im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen. Für das dritte Quartal steht nun nach vorläufigen Zahlen ein Gewinn vor Zinsen und Steuern von 3,07 Milliarden Euro zu Buche und damit sogar mehr als im Vorjahresquartal. Damals waren es knapp 2,7 Milliarden Euro gewesen. Analysten hatten mit knapp zwei Milliarden Euro gerechnet.

«Die Resultate des dritten Quartals reflektieren eine sehr starke Leistung und beweisen, dass wir bei der Absenkung der Gewinnschwelle auf dem richtigen Weg sind», sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm laut Mitteilung. Gleichzeitig habe man die Chancen genutzt, die sich aus der Erholung der Märkte ergeben hätten. "Wir erwarten, dass diese positive Dynamik auch im vierten Quartal anhält, wobei dabei jedoch die übliche Saisonalität des Jahresendgeschäfts zu beachten ist", sagte Wilhelm.

Endgültige Zahlen legt Daimler am Freitag kommender Woche vor - zusammen mit einer aktualisierten Prognose für das Gesamtjahr 2020, wie der Konzern ankündigte.

Vorstandschef Ola Källenius hatte zuletzt schon mehrfach betont, dass es nach dem Tiefpunkt der Corona-Krise mit Nachfrageabsturz und wochenlangen Produktionsstopps inzwischen wieder aufwärts geht. Vor allem in China habe der Markt wieder deutlich angezogen. Im dritten Quartal konnte Daimler weltweit mehr Autos verkaufen als im Vorjahresquartal. Aufs gesamte Jahr gerechnet, bleibt aber immer noch ein spürbarer Rückstand.

Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie hatte Källenius sein ohnehin geplantes Sparprogramm nochmals verschärft, um in der Krise das Geld zusammenzuhalten. Auch langfristig soll aber die Gewinnschwelle deutlich nach unten gebracht werden - auch mit Einschnitten beim Personal. Betriebsbedingte Kündigungen sind zwar vom Tisch, dafür werden auf anderen Wegen Arbeitsplätze gestrichen. Als kurzfristige Reaktion auf die Corona-Pandemie wird in bestimmten Bereichen die Arbeitszeit verkürzt. Zudem muss die komplette Belegschaft in Deutschland auf die jährlich gezahlte Prämie verzichten. Das sogenannte tarifliche Zusatzgeld wird automatisch in freie Tage umgewandelt. Und sein Smart-Werk im französischen Hambach will Daimler verkaufen.

Källenius schraubt zudem auch weiter an der Strategie, will den Fokus komplett auf Elektroautos und zudem stärker auf Luxus und die jeweils oberen Enden der Segmente lenken, wo mehr Geld pro Auto zu verdienen ist.

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