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Karlsruhe Corona-Mutationen: So verbreitet sind die verschiedenen Virus-Varianten in Karlsruhe

Seit über einem Jahr beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Mit zahlreichen Einschränkungen konnte die Lage in der aktuell "zweiten Welle" stabilisiert werden - doch wohin geht der Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: Karlsruhe knackt die Inzidenzgrenze 50

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Die Corona-Lage im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bleibt angespannt, denn: Die Anzahl der Neuinfektionen fängt erneut an, in eine "Seitwärtsbewegung" überzugehen, anstatt zu sinken.

Waren am Freitag, den 26. Februar, noch 206 Personen im Stadtkreis mit dem Virus infiziert, so sind es am Dienstag, 02. März, noch 177. Als genesen gelten 6.446 Personen . Der 7-Tage-Inzidenzwert liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 44,9.

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Deshalb warnt das Robert Koch Institut in seinem aktuellsten Lagebericht: "Nach wie vor ist eine hohe Anzahl an Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Das RKI schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein."

Englische Variante weist erhöhte Fallsterblichkeit auf

Am Mittwoch, den 03. März ist es soweit, dann beraten Bund und Länder, ob der Lockdown fortgeführt- oder gelockert wird. Nachdem bereits zum Monatsanfang die Friseure und Blumenläden in Baden-Württemberg ihre Geschäfte wieder Reaktivieren durften, macht sich in anderen Betrieben unterdessen Unmut breit.

Das Problem sind nach wie vor die Corona-Mutationen. Die sorgen dafür, dass die Politik zwischen Wirtschaftssterben und der Gesundheit der Bürger jonglieren muss. Der Grund: Die Mutationen sind nicht nur leichter übertragbar - Nach neusten Erkenntnissen des RKI könnten die Mutationen sogar mit einer "erhöhten Fallsterblichkeit einhergehen."

Dies träfe primär auf die englische Variante zu. Doch auch die südafrikanische und brasilianische Variante haben es nach Deutschland und auch nach Karlsruhe geschafft.

So meldet das Gesundheitsamt Karlsruhe insgesamt 421 bestätigte Mutationsfälle im Stadt- und Landkreis von Karlsruhe. Davon entfallen 354 auf die englische Variante, 67 auf die südafrikanische oder brasilianische Variante. Aktuell sind im Stadt- und Landkreis Karlsruhe 207 Personen nachweislich an einer der Corona-Mutationen erkrankt.

Vorne: Ulrich Wagner, Abteilungsleiter Gesundheitsschutz.
Vorne: Ulrich Wagner, Abteilungsleiter Gesundheitsschutz. (Symbolbild) | Bild: Paul Needham

"Die englische Variante breitet sich derzeit bei uns deutlich aus. Angesichts bereits vollzogener und zu erwartender Öffnungen, befürchten wir, dass zunehmende Kontakte der Menschen in Verbindung mit der deutlich ansteckenderen Virusvariante die Pandemie von Neuem anheizen können", so der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Ulrich Wagner, auf Anfrage von ka-news.de. 

Bild: Thomas Riedel

"Die Hoffnung liegt auf den Impfungen, die nun an Fahrt aufnehmen und bei denen wir nach derzeitigem Wissenstand wissen, dass sie auch gegen die Varianten schützen." Die Frage, ob das Gesundheitsamt weitere Öffnungen, angesichts der Mutationen in Karlsruhe, als vertretbar empfindet, lässt Wagner hingegen offen: 

"Wir als ausführende Behörde äußern uns nicht zu den getroffenen Entscheidungen auf übergeordneter Ebene. Grundsätzlich ist festzustellen, dass Menschen, die aufgrund von Lockerungen wieder mehr Kontakte untereinander haben und sich gleichzeitig Virusvarianten durchsetzen, die deutlich ansteckender sind, dann müssen wir uns pro Fall auf mehr Folgefälle einstellen. Diese Problematik im Gesamtzusammenhang mit den sonstigen Auswirkungen des Lockdowns zu bewerten, ist eine sehr schwierige Aufgabe für die politischen Entscheidungsträger."

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun seinen dritten großen Höhepunkt hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen aufgrund privater Veranstaltungen wieder in die Höhe. Durch einen erneuten Lockdown beginnen die Neuinfektionen zu sinken. 

Inzwischen sind die Infektionsketten oft nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. Reiserückkehrer spielten laut Gesundheitsamt nahezu keine Rolle mehr. Stattdessen sind die meisten Ansteckungen auf den eigenen Familienkreis zurückzuführen.

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage. In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

Dateiname : RKI Lagebericht 01.03
Dateigröße : 3.06 MBytes.
Datum : 02.03.2021 11:34
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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   Kojak
    (614 Beiträge)

    04.03.2021 09:25 Uhr
    Knapp 50 Prozent
    beträgt der Mutantenanteil jetzt. Wären die Schreckensvisionen, die man seit Ende 2020 verbreitet hat, wahr, dann müssten die Inzidenzzahlen bundesweit schon bei 500 liegen. Tun sie aber nicht. Da wurde so manches gewaltig aufgebauscht.

    Man kann sich nach den Gründen fragen... ging es nur um die beste Schlagzeile - oder ging es darum, mit diesen Schreckensvisionen die Bevölkerung im monatelangen Lockdown zu halten und einzuschüchtern?
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  •   tom1966
    (1281 Beiträge)

    04.03.2021 10:08 Uhr
    Antwort auf "Knapp 50 Prozent"
    Wie sähen wohl die Zahlen ohne die von Ihnen so negativ dargestellten Eindämmungsmaßnahmen aus?

    Sehen Sie sich doch einmal die tschechischen Zahlen an, oder wenn Sie meinen, dass das nicht D und daher nicht relevant ist, die Zahlen in den Grenzregionen zu Tschechien (Inzidenzen teilweise über 300 trotz Lockdown).
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  •   lynx1984
    (3388 Beiträge)

    03.03.2021 12:54 Uhr
    Virusvarianten?!
    Alle ziehen vorschnell den Rückschluss, dass die sog. Virusvarianten ansteckender (leichter, länger, etc.) sein könnten.
    Was immer wieder unter den Tisch fällt: Diese Virusvarianten können auch einfach schlichtweg häufiger dazu führen, dass die Betroffenen COVID spezifische Symptome zeigen und sich daher testen lassen. Ergo: Die Dunkelziffer mit der Urform des Corona Virus ist gegenüber den Mutanten höher. Mutanten könnten sogar dazu führen, dass die Pandemie schneller aufgehalten wird, da die Infizierten nun deutlich häufiger Symptome entwickeln und sich dann vor der Ansteckung zu anderen Personen abschotten können.
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  •   tom1966
    (1281 Beiträge)

    04.03.2021 07:35 Uhr
    Antwort auf "Virusvarianten?!"
    Was würde es aussagen, wenn die Virusvarianten eher ein Krankheitsbild zeigen, also dass es weniger symptomfreie Ansteckungen gibt? Doch nur, dass die Varianten nicht nur ansteckender sind, sondern auch dass sie eher zu Verläufen mit Erkrankungen (also vermutlich auch schweren) führen.
    Was die Abschottung bei Erkrankung betrifft, so muss man (noch) keine Symptome entwickeln, um ansteckend zu sein, sonst hätte sich das Virus ja nicht derart verbreitet.

    Um die Verteilung der verschiedenen Varianten in der Bevölkerung zu ermitteln, müsste großflächig getestet werde, was ja laut Bundesregierung in den nächsten Wochen möglich sein soll (Schnelltest für alle 1x pro Woche).Jeder posititive (Schnell)Test muss dann mittels PCR-Test bestätigt und auf die Variante untersucht werden.
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  •   barheine
    (559 Beiträge)

    03.03.2021 10:28 Uhr
    Nur noch 22 Corona-Fälle in Ettlingen. Höchste Zeit für die Stadt, über weitere Lockerungen nachzudenken! Warum muss man zum Beispiel am Sonntag Maske in der Fußgängerzone tragen?
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  •   kunvivanto
    (498 Beiträge)

    03.03.2021 08:45 Uhr
    Bei "könnten" vom RKI
    habe ich aufgehört zu Lesen. Wieder Panikmache durch bloße Vermutungen.

    Buchempfehlung:
    https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID150503778.html
    "Hotspot Leben mit dem neuen Coronavirus" von Hendrik Streeck
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  •   Weichei
    (879 Beiträge)

    03.03.2021 08:27 Uhr
    Immer wieder der Suedafrikanische Mutant
    Vergleiche:
    Deutschland
    ~ 80 Millionen Einwohner
    Covid-19
    Deutschland


    South Africa with the Mutant.
    ~ 60 Millionen Einwohner
    Covid-19 Suedafrika
    ZDF Auslandsjournal Suedafrika ist sehr gefaehrlich.
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  •   ALFPFIN
    (7615 Beiträge)

    03.03.2021 08:54 Uhr
    @Weichei
    Machen Sie sich nichts draus, irgendeiner muss ja an der völlig verkorksten
    Handlungsweise von Beginn an, nachdem Covid 19 im Land war, Schuld sein.
    Zu Anfang konnte man noch sagen, die Erfahrung fehlt. Jetzt fehlen einem die Worte.
    Das solche Viren mutieren können, haben die Virologen sicher gewusst und auch schon früh gewarnt. Denn es ist ja nicht die erste Pandemie, die in der Welt bewältigt werden musste.
    Wir alle müssen uns weiter vor der Infizierung schützen. Auf alle Fälle nützt es nichts, wenn wir landesweit den Laden weiter dicht machen, das Virus freut sich über jeden Leichtsinnigen, egal wo er sich aufhält.
    Und da müssen wir ansetzen und wachsam sein.
    Grüße nach Südafrika. 😊
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  •   Weichei
    (879 Beiträge)

    03.03.2021 09:30 Uhr
    Stimmt
    Nur geht es langsam an den Nerv wenn man die total verbloedeten Berichte der Deutschen Presse und TV ueber Suedafrika staendig mitbekommt.
    Seit 3 Wochen sind alle Geschaefte hier offen. Ja selbst die Kinos.
    Wo der grosse Unterschied besteht ist, dasss wir keine Querdenker und Krawallbrueder haben. Die Leute halten sich strikt an die Vorsichtsmassnamen.
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  •   silberahorn
    (10745 Beiträge)

    04.03.2021 09:32 Uhr
    Kleine Unterschiede
    +++ Das Posting ist themenfremd und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++

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