Karlsruhe Corona-Müll in Karlsruhe: Welche Auswirkungen haben die Pandemie-Maßnahmen auf die städtische Müllentsorgung?

Wie viel Corona-Müll entsteht in Karlsruhe durch die Maskenpflicht? Auf Straßen, Plätzen und Grünflächen sieht man sie seit einigen Wochen häufiger: Einmalmasken, scheinbar achtlos weggeschmissen. Masken sind in der Corona-Pandemie ein guter Schutz gegen eine mögliche Infektion. Aber da sie jeder Bürger praktisch immer tragen sollten und regelmäßig entsorgen sollte um den Schutz hoch zu halten, machen sie auch ganz schön viel Müll, oder?

Fast-Food-Verpackungen, Pizzakartons, ganze Tüten voll Restmüll - und nicht zuletzt Corona-Schutzmasken verschandeln in der Pandemie den öffentlichen Raum. Öffentliche Abfalleimer, die vor Müll nur so überquellen und scheinbar achtlos hingeworfene Mund-Nasen-Masken auf den Gehwegen in der Innenstadt. 

Insgesamt mehr Müll in der Innenstadt

Gebrauchte Einwegmasken auf Wegen, Rasen oder in Gebüschen. Ein ärgerlicher und unästhetischer Anblick, der die Fußgängerzone abwertet. Zudem sind die sorglos weggeschmissenen Masken für die Natur fatal, weil sie - wie von Greenpeace errechnet - erst in 450 Jahre zersetzt seien. 

Entsteht durch den täglichen Begleiter aller Bürger also ein Müllproblem? Schließlich bieten sie nur für einen bestimmten Zeitraum Schutz und sollten dann entsorgt werden. ka-news.de fragt beim Amt für Abfallwirtschaft nach, ob und wie groß die Probleme mit Masken-Müll in Karlsruhe sind.

Bitte Mund und Nase bedecken: Die Gesichtsmaske wurde 2020 zu einem Alltagsgegenstand.
"Aus Unachtsam- oder Nachlässigkeit landen immer öfter Einmalmasken auf den Straßen und Gehwegen und verschmutzen so das Stadtbild", bedauert das Amt für Abfallwirtschaft. | Bild: Federico Gambarini/dpa/dpa-tmn

Die Stadtreinigung des AfA ist für die Sauberkeit der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze von Karlsruhe und für die Leerung der Mülleimer zuständig. Das generelle Müllaufkommen dort hätte sich deutlich erhöht, erklärt das Amt der Redaktion.

Gestiegener Konsum an To-Go Produkten

Ein Grund dafür sei nicht zuletzt der gestiegene Konsum an "To-go-Produkten" aufgrund der Pandemie, wie das Karlsruher Amt für Abfallwirtschaft (AfA) auf Anfrage von ka-news.de klarstellt. Die Fastfood-Verpackungen werden meist gleich im nächsten Mülleimer entsorgt.

Bild: Lisa-Maria Schuster

Generell seien Verschmutzungen von öffentlichen Plätzen und Straßen in der Innenstadt aufgrund des Lockdowns aber deutlich zurückgegangen. "Vermutlich, weil sich durch die Pandemiebestimmungen nicht mehr viele Menschen dort treffen dort können. Die meisten nehmen ihren Müll auch mit nach Hause oder entsorgen diesen vorschriftsmäßig in den Abfalltonnen", so das Abfallamt auf Anfrage von ka-news.de.

AfA reagiert auf Müll

In Bezug auf gesamt Karlsruhe und gewichtsmäßig sei der Effekt aber kaum nachweisbar. "Das liegt vermutlich daran, dass Verpackungen kaum etwas wiegen und das Volumen nicht gemessen wird. Genaue Zahlen zu entsorgten Mund-Nasen-Bedeckungen haben wir daher nicht, der Abfall aus den öffentlichen Abfalleimern wird gemeinsam erfasst", erklärt das Amt für Abfallwirtschaft.

Auf die größere Müllmenge von "To-go-Produkten" in den Abfalleimern der Innenstadt hat die AfA bereits reagiert und sechs zusätzliche Mülleimer im Innenstadtbereich aufgestellt. Darüber hinaus hat die Spätschicht der Stadtreinigung ihre Arbeitszeit um eine Stunde nach hinten verlegt, um gegen 20 Uhr nochmals leeren zu können.

Immer öfter landen benutzte Masken auf der Straße

Und Einwegmasken? Lauf AfA wurden in Karlsruhe bisher noch keine größeren Mengen an benutzten Mund-Nasen-Bedeckungen oder anderen Schutzutensilien gegen das Corona-Virus gesichtet.

Dennoch sind viele weggeworfene Einmalmasken sichtbar. "Aus Unachtsam- oder Nachlässigkeit landen diese immer öfter auf den Straßen und Gehwegen und verschmutzen so das Stadtbild", bedauert das Amt für Abfallwirtschaft. 

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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