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Berlin Neue Corona-Beschlüsse: Nach Dezember-Lockdown darf Weihnachten gefeiert werden

Schärfere Maßnahmen im Dezember, dafür ein Weihnachts- und Silvesterfest im kleinen Familienkreis - darauf haben sich am Mittwochabend Bund und Länder in ihren Corona-Beratungen geeinigt. Was das genau für Baden-Württemberg bedeutet, will Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Donnerstagvormittag bekanntgeben. Alle neuen Corona-Beschlüsse im Überblick.

Mitten im harten Corona-Winter sollen die Weihnachtstage ein wenig Entspannung bringen: Ab dem 23. Dezember und höchstens bis zum 1. Januar sollen zehn Personen im Familien- und Freundeskreis zusammenkommen können, Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt.

Doch davor stehen weitere Einschränkungen an. "Wir brauchen noch einmal eine Kraftanstrengung", betonte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach mehrstündigen Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. "Geduld, Solidarität, Disziplin werden noch einmal auf eine harte Probe gestellt."

Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt im Bundestag eine Regierungserklärung zur Bewältigung der Pandemie ab.
Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt im Bundestag eine Regierungserklärung zur Bewältigung der Pandemie ab. | Bild: Kay Nietfeld/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rief zu Zurückhaltung an den Festtagen und Silvester auf. "Jeder kann helfen, wirklich jeder", sagte er. Vor Weihnachten wollen Bund und Länder die Lage erneut bewerten. Zunächst soll gelten:

Teil-Lockdown

Kneipen, Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sollen bis mindestes 20. Dezember geschlossen bleiben. Der Groß- und Einzelhandel bleibt geöffnet, allerdings mit Maskenpflicht nun auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen.

In Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern soll sich höchstens eine Person je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten. Bei Geschäften, die größer sind, darf auf die zusätzliche Fläche dann höchstens eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche kommen.

Kontaktbeschränkungen

Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind auf den eigenen und einen weiteren Haushalt und in jedem Fall auf fünf Personen zu beschränken, Kinder bis 14 ausgenommen. Schleswig-Holstein hält an seinen eigenen Regeln fest.

Maskenpflicht

In geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind, hat jeder eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Das gilt auch für öffentliche Verkehrsmittel und belebte öffentliche Orte - welche das sind, legen die lokalen Behörden fest.

Silvesterböller

Silvesterfeuerwerk auf belebten Plätzen und Straßen wird untersagt. Grundsätzlich wird "empfohlen", zum Jahreswechsel auf Feuerwerk zu verzichten. Sachsen appelliert an die eigenen Bürger, beim Silvesterfeuerwerk besonders auf Mindestabstände zu achten.

Betriebsferien

Arbeitgeber werden "dringend gebeten" zu prüfen, ob Betriebsstätten durch Betriebsferien oder großzügige Homeoffice-Lösungen vom 23. Dezember bis 1. Januar schließen können.

Schulen und Kitas

Kinderbetreuung und Schulen sollen offen bleiben. Wechselunterricht soll es nur bei Schülern ab der 8. Klasse zum Einsatz geben - und wenn die Corona-Zahlen den Wert von 200 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnern pro Woche übersteigen.

Vereinbart wurde zudem eine Maskenpflicht im Unterricht ab der 7. Klasse, abhängig von den regionalen Corona-Zahlen. Als unscharfe Grenze werden hier im Papier "deutlich mehr" als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner genannt.

Positiv getestete Schüler und ihre Mitschüler sollen sofort in eine fünftägige Quarantäne. Wer dann negativ getestet wird, darf die Quarantäne beenden.

Schutz von Risikogruppen und Schnelltests

Der Schutz von Risikogruppen soll verbessert werden. Für Pflegebedürftige in Einrichtungen soll es ab dem 1. Dezember mindestens 30 Schnelltests pro Monat geben.

Bahnverkehr

Um den Reiseverkehr sicherer zu machen, soll die Sitzplatzkapazität deutlich erhöht werden, um noch mehr Abstand zwischen den Reisenden zu ermöglichen. Die Reservierbarkeit der Sitzplätze soll parallel dazu beschränkt werden. Die Maskenkontrollen sollen weiter verstärkt werden, so dass täglich mehr Fernzüge kontrolliert werden.

Finanzhilfen

Die Novemberhilfen für vom Teil-Lockdown betroffene Firmen und Einrichtungen sollen im Dezember fortgeführt werden. Der Bund plant Finanzhilfen im Umfang von voraussichtlich 17 Milliarden Euro, wie die dpa erfuhr.

Kretschmann will Regierungsansprache halten

In Baden-Württemberg befasst sich das Parlament am Donnerstagvormittag erneut in einer Sondersitzung mit der Corona-Lage. Kretschmann will dabei in einer Regierungsansprache über die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen berichten.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht während einer Pressekonferenz.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht während einer Pressekonferenz. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Städtetagspräsident Burkhard Jung zeigte Verständnis für die Maßnahmen. "Es schmerzt, dass der Teil-Lockdown fortgesetzt werden muss. Jetzt die Kontakte noch weiter zu reduzieren, verlangt uns viel ab", sagte er den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". "Aber die Corona-Lage lässt derzeit nichts anderes zu. Je stärker wir jetzt die Regeln einhalten, desto besser kommen wir hoffentlich durch den Winter." Er hoffe auf Lockerungen, wenn Impfstoffe verfügbar seien.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte den "Funke"-Zeitungen, die Lockerungen für Weihnachten und Silvester seien riskant. Er hoffe, dass daraus kein "Kickstarter für die Pandemie" entstehe. "Aber die Befürchtung ist, dass schärfere Regeln für diese Zeit von der Bevölkerung auch nicht akzeptiert würden." Er räumte ein: "De facto haben wir keine Möglichkeit, die Erhaltung der Vorschriften wirksam zu kontrollieren. Daher müssen wir an die Bevölkerung appellieren - und schauen, ob es funktioniert oder nicht."

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  •   tom1966
    (789 Beiträge)

    30.11.2020 11:08 Uhr
    In der Überschrift: Ungeschickte Formulierung
    "... darf gefeiert werden..." ist sehr ungeschickt formuliert, da lässt sich so etwas wie Herablassung hineindeuten. Auf was läuft es denn hinaus: Über die Weihnachtstage werden die Beschränkungen gelockert.
    Es ist doch davon auszugehen, dass sich die Meisten gerade an Weihnachten doch nicht an die beschränkte Personenzahl für Feiern gehalten hätten.
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  •   Revoluzzer
    (41 Beiträge)

    29.11.2020 17:23 Uhr
    FRECHHEIT
    Nach Dezember-Lockdown darf Weihnachten gefeiert werden

    Frechheit jetzt wird einem Vorgeschrieben wann man Weihnacht feiern darf oder nicht
    😬🙁😬🙁😬☹😬☹😬☹😬☹
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  •   myopinions
    (1174 Beiträge)

    26.11.2020 18:12 Uhr
    .............man kann hier
    durchaus auch manchen Unsinn lesen.
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  •   Nachteule
    (925 Beiträge)

    26.11.2020 16:24 Uhr
    „DARF Weihnachten gefeiert werden...“
    Dazu kann ich nur sagen: es DARF gelacht werden...😂😂😂
    Denn WIE und OB wir Weihnachten feiern, entscheidet ganz alleine unsere Familie.
    Und selbstverständlich werden wir auch dieses Jahr Weihnachten feiern,
    vermutlich noch intensiver als sonst - schließlich kann man ja sonst nicht viel machen...
    👩‍👩‍👧‍👦👩‍👩‍👧‍👦👩‍👩‍👧‍👦👩‍👩‍👧‍👦👩‍👩‍👧‍👦
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  •   schlaule2
    (300 Beiträge)

    26.11.2020 16:08 Uhr
    Nach Dezember-Lockdown darf Weihnachten gefeiert werden
    und Mitte Januar geht es dann in den Januar-Februar Lockdown
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  •   kunvivanto
    (409 Beiträge)

    26.11.2020 17:12 Uhr
    Februar -
    welchen Jahres?
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  •   kritiker_2014
    (637 Beiträge)

    26.11.2020 15:11 Uhr
    Man hat also im Hinterzimmer
    beschlossen Corona hat über Weihnachten Urlaub.
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  •   phaidros
    (75 Beiträge)

    27.11.2020 11:50 Uhr
    genau
    !
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  •   FloadRithle
    (266 Beiträge)

    26.11.2020 15:56 Uhr
    So wie momentan die normale Influenza.
    Die scheint auch auf längere Zeit beurlaubt zu sein. Vielleicht hat sie auch nur ganz doll Angst vor dem SARS CoV 2 und traut sich nicht aus ihrem Versteck.
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  •   mueck
    (11970 Beiträge)

    26.11.2020 18:27 Uhr
    Pause
    ... machen derzeit viele Infektionskrankheiten dank der Abstands- und Kontakt- etc. Regeln, darunter natürlich auch die echte Grippe. Da man zu alledem gegen diese auch impfen kann und viele das auch tun und da es gegen diese halbwegs wirksame Medikamente gibt, ist sie diese Saison ziemlich irrelevant im Vergleich zu anderen Jahren und das, oh Wunder, ganz logisch erklärbar, ohne Verschwörungen und sonstige Verschwurbelungen.
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