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Karlsruhe Bohrungen genehmigt: In Graben-Neudorf soll bald mit Erdwärme Energie gewonnen werden

Die Landesbergdirektion im Regierungspräsidium Freiburg (RP) hat der Deutschen Erdwärme GmbH (DEW) das Bohrvorhaben zur Gewinnung von Tiefengeothermie in Graben-Neudorf (Kreis Karlsruhe) genehmigt. Nach einem umfassenden Prüfverfahren wurde der von der DEW vorgelegte Hauptbetriebsplan zugelassen. Vorbereitende Arbeiten am Bohrplatz gegenüber der SEW Eurodrive in Graben-Neudorf waren bereits im Februar angelaufen. Wie das RP mitteilt, darf jetzt der Bohrplatz gebaut und die Bohranlage errichtet werden. Das Unternehmen will Anfang 2022 mit den Bohrarbeiten beginnen.

"Die DEW plant zwei Tiefbohrungen, um Erdwärme aus bis zu 4.000 Metern Tiefe zu fördern. Die Erdwärme soll zur Stromerzeugung sowie zur Nahwärmeversorgung genutzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass bei den Bohrungen Erdwärme in ausreichender Menge gefunden wird", heißt es aus dem RP in einer Pressemitteilung. Die bisherigen Erkenntnisse aus den vorbereitenden Untersuchungsarbeiten seien aussichtsreich.

Mit Erdbeben sei nicht zu rechnen

In dem nun abgeschlossenen Verfahren zur Zulassung des Hauptbetriebsplans wurden die Gemeinde, Fachbehörden und Naturschutzverbände beteiligt. Das RP hatte bereits im September 2020 in einer Bürgerinformation der Gemeinde das laufende Verfahren und die anstehenden fachbehördlichen Prüfungen erläutert. Besonders im Fokus der Behörden stand bei der Prüfung des Vorhabens die Vermeidung von Schäden durch ausgelöste Erdbeben.

Erdbebenschäden seien aufgrund der vorliegenden Planungsunterlagen und der in der Zulassung festgeschriebenen Auflagen nicht zu erwarten, teilt das RP mit. Bei dieser Bewertung wurde das RP durch das Landesforschungszentrum Geothermie (LFZG) beraten. Die jetzt zugelassenen Arbeiten erlauben den Bau des Bohrplatzes, die Durchführung der Bohrungen und Testarbeiten zum Nachweis des vorhandenen Vorkommens.

Für weitergehende Vorhabenschritte wie zum Beispiel zusätzliche Testarbeiten oder den Übergang in die Betriebsphase sind weitere Genehmigungen erforderlich. Die Gemeinde Graben-Neudorf wird in Zusammenarbeit mit dem RP nach den Sommerferien die Bevölkerung über die bergrechtliche Zulassung und die darin enthaltenen Regelungen zur sicheren Durchführung der Bohrungen informieren.

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  •   photographer
    (30 Beiträge)

    04.08.2021 08:43 Uhr
    Atomzwischenlager Philippsburg
    Keine 10 km von Graben-Neudorf liegen auf Jahrzehnte Brennstäbe in Ummantelungen, die nicht einmal die vorgeschriebene Mindeststärke aufweisen. Was im Campus Nord des KIT alles so rumliegt will ich lieber nicht wissen.

    Vendenheim wurde 12/20 abgeschaltet, die Erde bebt noch heute. Das zurückgeführte Wasser sucht sich seinen Weg über km und sorgt für Spannungen. Da ist es wumpe ob ins Grundgebirge gebohrt wird oder nicht. Alle die sich über diese Technik freuen sollten mal nach "Schwarmbeben" googeln, das kann vorkommen, wenn in quasi jedem Dorf nördlich von KA ein tiefes Loch gebohrt wird.

    Ich könnte noch so viel schreiben, aber es ist egal - der Oberrheingraben wird geopfert für die Klimaneutralität während zur gleichen Zeit drölfzig neue Kohlekraftwerke in China und Indien gebaut werden.
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  •   Bürger2021
    (13 Beiträge)

    03.08.2021 17:23 Uhr
    Die Hintergründe
    sagen anderes: das Umweltministerium, die Regierungspräsidien, Plattform Erneuerbare, LFZG usw. sind inzwischen gut "vernetzt". Alle TG-Projekte werden daher mehr oder weniger durchgewunken.
    Heute z.B. neu entdeckt: auf "http://www.big-steinweiler.de" ist eines der ersten Worte Evonik. Dort arbeitete früher Dr. Martina Helming, Kompetenzzentrum Energie am Regierungspräsidium Karlsruhe ...
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  •   AhmedDerAufklärer
    (643 Beiträge)

    03.08.2021 17:03 Uhr
    Die
    Nutzung der Erdwäre ist eine geniale, quasi unendliche Energiequelle. Da sollten wir schauen, dass wir das auf saubere und sichere Weise hinbekommen. Ein Auftrag an die Ingenieure.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12814 Beiträge)

    03.08.2021 17:08 Uhr
    dem Ingenieur
    ist nix zu schwöööör...
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  •   lynx1984
    (3437 Beiträge)

    03.08.2021 15:24 Uhr
    So ein Quatsch!
    Die Behörden lassen sich von der „Deutschen Erdwärme“ doch verarschen.
    - Es gibt keine Referenzobjekte ohne bisherige Schäden für Material und Umwelt
    - Die Risiken sind sehr hoch, der Output an Strom minimal. Die Wärmeenergie muss auffwändig und lautstark herunter gekühlt werden.
    - Profite fließen in die Taschen weniger Investoren, das Risiko hat die Allgemeinheit.
    - Geht es am Ende vielleicht nur um die Förderung von Lithium?
    - Die Sicherheitskonzepte nach dem Ampelprinzip greifen doch erst wenn die Erde bebt oder das Grundwasser vergiftet ist.
    Nein das brauchen wir hier nicht!
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  •   AhmedDerAufklärer
    (643 Beiträge)

    03.08.2021 16:26 Uhr
    Aha
    Kraftausdrücke herumschleudern, üble Unterstellungen verbreiten und immer auf einem anständig hohen Empörungslevel agieren.
    Kann man machen, ist aber einer sachlichen Diskussion nicht zuträglich.
    Wenn Sie so gut informiert wären und über stichhaltige Infos verfügen wie sie glauben machen wollen, dann bringen Sie das Projekt doch locker zu Fall, oder? Wo ist also das Problem?
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  •   Bürger2021
    (13 Beiträge)

    03.08.2021 16:42 Uhr
    lynx1984
    hat in jedem Punkt recht. Informieren Sie Sich mal auf den Seiten der zuständigen Bürgerinitiativen. Und "bringen Sie das Projekt doch locker zu Fall" war doch wohl ironisch gemeint, oder?
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  •   AhmedDerAufklärer
    (643 Beiträge)

    03.08.2021 12:37 Uhr
    Das
    ist definitiv eine Zukunftstechnologie.
    Selbstverständlich sollte man hier weiter forschen, Anfängerfehler vermeiden und mit Vorsichtsmaßnahmen nach dem neuestem Stand arbeiten.
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  •   Bürger2021
    (13 Beiträge)

    03.08.2021 14:21 Uhr
    Dann aber Zukunft ade ... zumindest hier im Oberrheingraben
    "Anfängerfehler"? - es wurden schon so viele Anfängerfehler gemacht! Wie viele noch? Oder sind bei jedem neuen TG-Projekt immer nur Anfänger am Werk? Oder ist jedes neue Projekt so spezifisch dass man immer am Anfang steht?
    Prof. Dr. Kohl vom LFZG:
    Problem: Beschaffenheit des Untergrundes
    Geringe Möglichkeit einer Vorhersagbarkeit.
    Seismizität muss vor Ort getestet werden.
    „Ganz schlimm ist es wenn eine große Kluft / Riss-Struktur aktiviert wird, dann können auch große Erdbeben kommen in der Regel."
    Die Bürger*innen der betroffenen Städte und Gemeinden bedanken sich für weitere Anfängerfehler!!!
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  •   AhmedDerAufklärer
    (643 Beiträge)

    03.08.2021 15:22 Uhr
    Trotz
    2 724 Verkehrstoten (D, 2020) wird der Technologie Auto immer wieder die Chance gegeben, die Risiken künftig zu reduzieren. So ist das auch bei anderen Techniken.
    Bei der Geothermie habe ich übrigens von Todesopfern in D noch gar nix gehört.
    Ihre polarisierenden Schreckensszenarien teilen ja ganz offenbar die zuständigen Behörden nicht.
    Hätten diese dafür keine guten Gründe und würden Experten dies mehrheitlich so sehen wie der von ihnen genannte, dann wäre ja von Anfang an klar, dass so ein Projekt vor Gericht keinen Bestand haben wird.
    Ganz so einfach wie Sie das hier darstellen, wird die Sachlage aber in Wirklichkeit nicht sein.
    Schwarz / Weiß gibt es in der Realität eher selten.
    Differenzierungen sind aber nicht jedermanns Sache (z.B. Best Practice).
    Draufhauen ist einfacher.
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