Karlsruhe Besuch im Turmbergbad: So genießen die Karlsruher ihre Freibadsaison - trotz Corona

Seit Samstag, 6. Juni, haben die Freibäder in Karlsruhe wieder geöffnet. Seitdem kann im Sonnenbad, im Turmbergbad, im Rheinstrandbad und im Freibad Rüppurr wieder geschwommen werden. Dennoch gelten spezielle Corona-Regelungen. Wie diese im Alltag eingehalten werden und wie die Badegäste mit der Situation umgehen - ka-news.de hat sich im Turmbergbad genauer umgeschaut.

Es ist Mittwochnachmittag, 16 Uhr. Die Sonne versteckt sich hinter dichten Wolkendecken. Es hat 26 Grad Celsius, es ist durchaus warm - aber nicht brüllend heiß. Das Turmbergbad mit seinen drei Becken liegt beschattet im Norden Durlachs - in den Becken Erwachsene, Kinder und Jugendliche, die sich - trotz des trüben Wetters - abkühlen wollen. Das Nichtschwimmerbecken ist gut besucht, als ka-news.de im Freibad eintrifft, im 50-Meter-Becken ziehen Schwimmer ihre Bahnen.

Bild: rmv

Am Eingang des Bades sind Biertische aufgestellt. Darauf liegen Formulare zur Kontaktverfolgung. Wer zum Schwimmen kommt, muss seinen Namen, seine Adresse und seine Kontaktdaten angeben. Im Bad gelten die bekannten Regeln: 1,5 Meter Mindestabstand, Hände regelmäßig und gründlich waschen, im Kassenbereich muss eine Maske getragen werden.

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Auf der Liegewiese werden diese Mindestabstände großzügig eingehalten. Auch in den Becken gelten besondere Richtlinien - beispielsweise dürfen sich maximal zehn Schwimmer pro Doppelbahn im 50-Meter-Becken befinden. Auch dürfen nur maximal 2.400 Personen gleichzeitig im Freibad sein. Zum Vergleich: Unter normalen Umständen würde das Bad bis zu rund 10.000 Besucher empfangen.

Karlsruher Bäderbetriebe sind gelassen

"Damit kommen wir ganz gut zurecht", meint Raphael Becker, Marketingfachmann und Sprecher bei den Karlsruher Bäderbetrieben. "Wir haben auf unserer Webseite eine Ampelanlage, die den Gästen zeigt, wie voll es gerade ist." Die Ampeln stehen idealerweise alle auf grün: "Das Bad ist aktuell nur wenig belegt."

Birgit Brunner und Raphael Becker von den Karlsruher Bädern | Bild: rmv

"Wir haben die Freibäder erst einen Monat später als geplant geöffnet", erzählt Becker. Der Besucherandrang hält sich bislang auch an besonders sommerlichen Tagen in Grenzen. "Es sind auch weniger Leute in den Bädern als normalerweise." "Bis jetzt hatten wir überhaupt keine Sorgen", meint auch Birgit Brunner, die stellvertretende Leiterin des Turmbergbads, im Gespräch mit ka-news.de.

"Die Höchstgrenzen haben wir noch nie erreicht, in keinem unserer Bäder", meint Raphael Becker. Seine Kollegin pflichtet ihm bei: "An einem Freitag hatten wir 1.680 Badegäste, und es ist trotzdem anständig abgelaufen. Ich muss sagen, unsere Gäste sind immer zivilisiert."

Auch Rutschen und Sportplätze sind wieder geöffnet

Inzwischen haben sich auch einige Dinge geändert. Als die Bäder wieder zum ersten Mal in der Corona-Zeit öffneten, waren die Sportplätze geschlossen. Kein Beachvolleyball, keine Wasserattraktionen. Keine Rutschen, keine Spritzkanonen im Kinderbecken - doch nach und nach wurden alle Angebote wieder geöffnet - bis auf die Haartrockner.

Die Schwarz-Rote Rutsche ist eigentlich für zwei Personen gleichzeitig gedacht - jedoch nicht während der Pandemie. | Bild: rmv

Die Extra-Angebote erfreuen sich auch trotz der globalen Pandemie großer Beliebtheit - zwei Teenager rauschen die schwarz-rote Rutsche herunter. Birgit Brunner ermahnt sie kurz und bestimmt: nur maximal einer gleichzeitig auf der Rutsche.

Bild: rmv

Momentan arbeitet das Turmbergbad auch mit mehr Personal als gewöhnlich. Die Mitarbeiter aus den Hallenbädern werden hier eingesetzt- speziell im Hochbetrieb. "Wir müssen auch die Gäste zählen, wie viele reinkommen, wie viele rausgehen. Aber wir im Turmbergbad haben noch keine Probleme mit den Badegästen gehabt."

Gäste sind gelassen und halten sich an die Regelungen

"Das ist für uns kein Problem", sagt auch Nicole Sandmüller, die es sich auf der Liegewiese mit einem Badetuch bequem gemacht hat. "Meine Kinder haben Spaß und ich halte die zwei Meter Abstand ein." Nicht, dass das schwer wäre: Der nächste Badegast liegt fast fünfzig Meter weit auf einem anderen Abschnitt des Grüns.

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Auch eine Gruppe Schüler hat sich zum Baden in Durlach zusammengetroffen. "Macht uns nichts aus. Solange wir die Regeln folgen ist doch alles klar", sagt einer der Jugendlichen vom Beckenrand des Nichtschwimmerbeckens, bevor er aus dem Wasser steigt und den Rutschenturm hinaufklettert.

Besucheransturm bleibt im Turmbergbad aus

Trotzdem ist der Bäderbetrieb mit nur einem Bruchteil der Gäste kein finanzieller Segen. Ganz im Gegenteil: Bäderchef Oliver Sternagel erwartet in diesem Jahr nur gut ein Fünftel des regulären Umsatzes. "Fünfzig Prozent der potentiellen Gäste kommen erst gar nicht", meint er im Gespräch mit ka-news.de. 

Bäder-Chef Oliver Sternagel
Bäder-Chef Oliver Sternagel | Bild: Tim Carmele

Auch für die Pommesbüdchen in den Freibädern ist es schwer. Weniger Badegäste bedeuten auch weniger Kunden in der Badgastronomie. "Die Gastronomen haben es schwer, da braucht es mehr Konsum."

Leere Sitzplätze am Erfrischungsbüdchen | Bild: rmv

"Ich denke, dass die Leute erst begreifen müssen, dass die Bäder wieder offen sind", erklärt der Bäderchef. "Wir haben gute Sicherheitsmaßnahmen und hohe Vorkehrungen getroffen. Wir freuen uns über jedes Gesicht, über jeden Badegast. Und mit unserem Ampelsystem online sind wir auch gut vorbereitet."

Das ist wohl auch besser so, denn die Sommerferien stehen vor der Tür - mit ihnen natürlich auch die besonders heißen Tage. Weil viele Familien in diesen Ferien wahrscheinlich lieber zu Hause bleiben, könnte es in den Bädern voll werden. Sternagel und sein Team hoffen, dass die Disziplin der Badegäste auch dann nicht schmilzt, wie Eis in der Sommersonne. 

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