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Karlsruhe Keine Geldverschwendung: Karlsruher "Banknoten-Parfüm" kommt nicht ins Schwarzbuch

Der Steuerzahlerbund in Baden-Württemberg hat sich damit abgefunden, dass im neuen Karlsruher Finanzamt Parfüm mit Banknoten-Duft verkauft wird. "Derzeit ist das Parfüm-Projekt am Karlsruher Finanzamt im Rahmen von 'Kunst am Bau' kein Fall für das 'Schwarzbuch' des Bundes der Steuerzahler", sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Eike Möller. In dem sogenannten Schwarzbuch listet der Verein regelmäßig Beispiele auf, bei denen staatliche Behörden aus seiner Sicht Geld verschwenden.

Konzeptkünstlerin Katharina Hohmann hatte mit dem Parfüm "Aerarium", das nach frisch gedrucktem Geld riechen soll, den "Kunst-am-Bau"-Wettbewerb für den Finanzamtsneubau gewonnen. Die Kreation wird in Flaschen unterschiedlicher Farbe und Form abgefüllt, die eine Art Perlmuttschimmer haben.

Die Flakons kosten 60 Euro - den Angaben sind das die Herstellungskosten, es entstehe kein Mehrwert. Die Einnahmen sollen in die Produktion einer neuen Charge fließen.

90.000 Euro für "Kunst am Bau"

Laut Hohmann sind zwei Drittel der ersten 600 Flakons schon verkauft. Wegen der coronabedingten Schließung des Finanzamts gibt es allerdings Verzögerungen zwischen der Bestellung im Internet und der Abholung im Finanzamt unter Vorlage des Bezahlungsnachweises.

Wer Bargeld findet, bekommt nicht automatisch Finderlohn. Das kann zumindest gelten, wenn die Banknoten bewusst versteckt wurden.
(Symbolbild) | Bild: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Nach Angaben des baden-württembergischen Finanzministeriums hatten die Ausgaben für das Kunstwerk 90.000 Euro betragen, die Investition in den Neubau insgesamt rund 27 Millionen Euro. Bei Neu-, Um- und Erweiterungsbauten des Landes kann demnach - "soweit Zweck und Bedeutung der Baumaßnahme dies rechtfertigen" - bis zu ein Prozent der anrechenbaren Kosten für sogenannte Kunst am Bau veranschlagt werden. Eine Kunstkommission wählt die Kunstwerke aus.

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  •   andip
    (11068 Beiträge)

    11.06.2021 08:14 Uhr
    Was soll die Aufregung?
    Dieses Parfum wird/ist verkauft und damit kommen die Kosten wieder rein, niemand hat daher irgendeinen Schaden.
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  •   Chris23
    (677 Beiträge)

    11.06.2021 11:17 Uhr
    Der Verkauf erzeugt keinen Mehrwert
    Die 90.000€ Kunstförderung sind also ausgegeben und kommen nicht wieder rein. Die Kunstförderung muss übrigens gezahlt werden, und ist abhängig von Baukosten städtischer Gebäude. Schöner finde ich da zwar Fassadenarbeiten ( die der Bund der Steuerzahler aber auch gerne bemängelt), da diese bei der Verknüpfung imho mehr Sinn machen damit nicht überall betonbunker stehen.
    Wieso sollen gerüche, und Flacons keine Kunstwerke sein. Die Idee hört sich zumindest witzig an, und man kann endlich beweisen das geld stinkt wenn man es zu dick aufträgt.
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  •   mein-senf
    (1028 Beiträge)

    11.06.2021 06:32 Uhr
    Aprilscherz
    warum wird denn immer noch mit diesem geschmacklosen Aprilscherz rumgeeiert ?

    So gut war der jetzt auch nicht.
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  •   tom1966
    (1387 Beiträge)

    11.06.2021 07:23 Uhr
    Ich bin mir nicht so sicher,
    ob das ein Aprilscherz sein soll. Bei dem, was sich heute "Kunst" nennen darf, ist doch alles möglich.

    Nach meinen Deutschkenntnissen kommt "Kunst" von "können", aber können muss man als Künstler heute nichts mehr, sondern nur eine Idee haben.
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  •   mein-senf
    (1028 Beiträge)

    11.06.2021 07:32 Uhr
    Können
    wenn das je kein Aprilscherz sein sollte , was ich nicht annehme, denn so dreist kann nocht einmal das Finanzamt sein , dann " können " die schon... die können dann unser sauer verdientes Geld verdummbeuteln,
    Ich würde das schon unter Veruntreuung bzw. vorsätzlicher Steuerverschwendung einordnen, was strafbar wäre .

    Aber wie gesagt , so dreist / weltfremd kann niemand sein , nicht einmal in diesem unserem Lande ....
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  •   tom1966
    (1387 Beiträge)

    11.06.2021 07:41 Uhr
    Weltfremd
    und Künstler schließt sich nicht aus - im Gegenteil! Und "Kunst" wird gefördert.

    Früher gab es mal einen Spruch: "Was ist Kunst? In einem runden Zimmer in die Ecke sch... äh einen Haufen setzen!"
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  •   mein-senf
    (1028 Beiträge)

    11.06.2021 08:12 Uhr
    Kunst
    klar Künstler sind hin und wieder nicht von dieser Welt , das ist deren gutes Recht, und kann auch "das Bewusstsein erweitern "

    Das Ganze musste ja auch genehmigt / gekauft worden sein , und da würde ich von einer strafbaren Hamdlung ausgehen , falls es kein Aprilscherz sein sollte, wo von ich nach wie vor ausgehe .
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  •   Chris23
    (677 Beiträge)

    11.06.2021 11:21 Uhr
    Es wäre Strrafbar ...
    ... wenn sie es nicht gemacht hätten, wobei Kunst am Bau sehr weit interpretiert wird.

    Bei der Vielzahl an öffentlichen Gebäuden ist es aber auch ganz gut, das etwas Budget für nicht zweckmäßiges abfließt sonst hast du reine Zweckbauten die aussen und innen einfach nicht angenehm ist. Durch dem Pflichteil der ausgegeben werden muss, ist dann quasi das Budget für die Deko vorgegeben die über einen Wandkalender hinnausgeht. (und die ebend auch Ausgeschrieben ist, und die hieß nicht designed ein Parfüm)
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