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Karlsruhe "Autoritär, dünnhäutig, Sonnenkönig" - Wie reagiert die Stadt Karlsruhe auf die Kritik an Bürgermeister Fluhrer

Wo ist Daniel Fluhrer? Karlsruhes Baubürgermeister ist seit mehreren Wochen krankgeschrieben. In einem Artikel der "Badischen Neuesten Nachrichten" (BNN) wurde jüngst Kritik an Fluhrer und unter anderem seinem Führungsstil laut. Sogar über einen möglichen Rücktritt wird spekuliert. Was ist da dran? Die Stadt Karlsruhe nimmt gegenüber ka-news.de Stellung zu den Vorwürfen.

Karlsruhes Baubürgermeister Daniel Fluhrer (parteilos) ist aktuell seit mehreren Wochen krankgeschrieben und bleibt es wohl auch bis Ende des Jahres. Und das, wo doch die Eröffnung des Karlsruher Stadtbahntunnels und damit die (Teil-)Fertigstellung des Mega-Projekts des vergangenen Jahrzehnts ansteht.

Vorwurf: Fluhrer soll zu "autoritär" sein

Die "Badischen Neuesten Nachrichten" (BNN) nahmen die Krankschreibung zum Anlass, sich im politischen Karlsruhe ein Bild von Fluhrers bisheriger Arbeit zu machen. In einem Bericht, der am Dienstag erschien, wird der Baubürgermeister als "autoritär und dünnhäutig" bezeichnet. Ein Stadtrat - dessen Namen nicht genannt wird - wirft Fluhrer selbstdarstellerisches Verhalten in Sachen Landratsamt-Gestaltung vor. "Wie ein Sonnenkönig habe er sich da präsentiert", schreibt die Tageszeitung.

Auch das Verhältnis zwischen Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) und Fluhrer wird thematisiert. So soll Mentrups Führungsstil "mitverantwortlich für die schmerzliche Wunde im Baudezernat" sein. Der OB würde seinen Dezernenten "geradezu an die Wand spielen" und ihm wenig Beinfreiheit lassen. Quelle auch hier ein anonymer Stadtrat.

Bild: Tim Carmele

Des Weiteren hätte Fluhrer laut den BNN ursprünglich auf das Amt als Leiter des Stadplanungsamtes geschielt, welches heute Anke Karmann-Wössner leitet. "Als Stadtplaner war Fluhrer nicht gut genug, als Baubürgermeister schon", soll es 2018 bei seinem Amtsantritt geheißen haben. Auch über ein mögliches vorzeitiges Ausscheiden des Baudezernenten aus den genannten Gründen spekuliert die Tageszeitung.

Das sagt die Stadt zu den Vorwürfen

Eine offizielle Äußerung der Stadt zu den Vorwürfen ist nicht Teil des Artikels. ka-news.de bittet daher die Verwaltung um eine Stellungnahme. Hier hält man sich allerdings bedeckt. "Die anonym geäußerte Kritik kann nur von den Absendern selbst erläutert werden", so die Stadt gegenüber der Redaktion. "Als Arbeitgeberin kommentiert die Stadt Karlsruhe entsprechende Wertungen selbstverständlich nicht."

Ein klares Nein antwortet die Stadt allerdings auf die Frage, ob Fluhrer vorzeitig sein Amt niederlegen könnte. "Über Herrn Fluhrers Krankmeldung hinaus liegen der Stadtverwaltung keine anderslautenden Informationen vor. Bürgermeister Daniel Fluhrer ist aktuell krankgeschrieben. Der Oberbürgermeister, Kollegen und Mitarbeitende wünschen ihm baldige Genesung."

"Diese vermeintliche Information überrascht sehr"

Auch zu dem wohl gestörten Verhältnis zwischen OB Frank Mentrup und Fluhrer bezieht die Stadt Stellung: "Oberbürgermeister Frank Mentrup schätzt Baubürgermeister Daniel Fluhrers große Expertise. Im Ringen um die bestmögliche Gestaltung um die Stadt pflegen Oberbürgermeister und Bürgermeister einen offenen, engagierten Austausch, in dem fachliche Kontroversen explizit gewünscht sind."

Karlsruhes Bürgermeister Daniel Fluhrer am Gewinnermodell.
Karlsruhes Bürgermeister Daniel Fluhrer am Gewinnermodell. | Bild: Carsten Kitter

Dies gelte für alle Führungskräfte der Stadt Karlsruhe, ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen. Es sei dem Oberbürgermeister wichtig, dass "auf allen Ebenen sehr fachkundig, gut vorbereitet, entschlossen und zugleich wertschätzend diskutiert und zielorientiert gearbeitet werde", heißt es.

Ob Fluhrer tatsächlich an der Stelle als Leiter des Stadtplanungsamtes interessiert war, möchte die Stadt nicht kommentieren. "Selbstverständlich äußert sich die Stadtverwaltung nicht öffentlich zu Personen, die sich für eine zu besetzende Stelle interessieren oder bewerben. Diese vermeintliche Information aus den BNN überrascht sehr."

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Kommentare (37)
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  •   silberahorn
    (11039 Beiträge)

    25.11.2021 16:21 Uhr
    Persönlich
    kenne ich ihn nicht und hatte auch nie etwas mit ihm zu tun. Zuletzt habe ich ihn gesehen, als er sich mit Frau Sick unterhalten hat und das war bei einer Veranstaltung im ZKM.

    Seit dieser Veranstaltung ist der OB bei mir unten durch. Wer dort war der weiß auch, dass dieser vor allen gelandenen Gästen Stimmung gegen Weibel gemacht hat. Hinterher waren viele Anwesende regelrecht betroffen über diese Stillosigkeit, zumal Herr Weibel erstens länger in Karlsruhe war als Mentrup und auch schon sehr viel für die Stadt getan hat. Das war der Tag mit Start zum Zoff über dessen Vertragsverlängerung.

    Herr Weibel hatte sich zuvor erlaubt den OB öffentlich zu kritisieren, in Bezug auf die Kachelkunst im Tunnel und in Bezug auf das Theater und den Umgang mit dortigen Mitarbeitern. Wenn das Grund genug ist vor Gästen so zu reden, als würde Weibel etwas aufführen, dass heutzutage jedes "kleine Handy" kann und auf diese Weise einen International anerkannten Mann zu brüskieren, dann gute Nacht.
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  •   likeka
    (652 Beiträge)

    25.11.2021 16:36 Uhr
    Mentrup vs. Weibel
    Das geht schon ewig. Unter anderem hat ja Weibel auch gegen Mentrups "Coup" mit 1&1 "Hinterm Hauptbahnhof" gestänkert, wegen des fehlenden Architekenwettbewerbs, was allerdings die Bedingung von Investor Dommermuth war. Seitdem geht es um den Hauptbahnhof herum voran. Ich meine mich zu erinnern, dass Weibel da auch Metrup attestiert hätte, "undemokratisch" zu sein. Seitdem geht es munter hin und her zwischen den beiden Herren der Schöpfung.

    Weibel sah es allerdings auch nicht ein, dass man sich mit 77 Jahren, bei allem Renommee und Genie, auch mal von der Spitze zurückziehen sollte. Eine Institution wie das ZKM braucht auch eine sichere Zukunftsperspektive. Weibel könnte ja als Kurator/Berater/whatever weiter machen.
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  •   silberahorn
    (11039 Beiträge)

    25.11.2021 16:54 Uhr
    Weibel habe ich schon erlebt,
    als er in den 90ern im Kunstverein anwesend war, als noch diskutiert wurde, ob so etwas wie das ZKM nach Karlsruhe kommen soll. Er war später bei jeder Veranstaltung anwesend und hat Präsenz gezeigt, wie ich sie noch nie von jemandem erlebte. Das scheint sein Lebenswerk zu sein, das er mit viel Herzblut begleitet. Er wirkt noch geistig rege.

    Nun, da wir über Alter und Architektur plaudern, möchte ich daran erinnern, dass Gottfried Böhm dieses Jahr im Alter von 101 Jahren verstorben ist. Er hat sicherlich auch in hohem Alter noch gewirkt.
    Und hochbetagte Architekten oder Künstler gibt es mehr als genug. Louise Joséphine Bourgeois hat erst im Alter von über 70 Jahren richtig angefangen und noch über 20 Jahre gewirkt.

    Beim ZKM geht es um die Übergabe an jemanden, der in sehr große Fußstapfen zu treten hat. Man darf gespannt sein , wen der OB will, zumal der sich "hervorragend " mit kleinen Handys auskennt.
    Sorry, aber den Spott kann ich mir nicht verkneifen.
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  •   likeka
    (652 Beiträge)

    25.11.2021 17:00 Uhr
    Weibel
    Weibel ist ein ganz großer, keine Frage.
    Mein Punkt ist einfach, dass ich mich schwer damit tue, mich bei diesem Männer-Duell auf eine Seite zu schlagen. Es wird von beiden Seiten etwas eigenartig geführt.

    Da das ZKM nicht Weibels Privatbesitz ist, sondern eine staatliche Institution, fände ich eine rechtzeitige Nachfolgeregelung sehr angemessen. Dass Weibel im Kopf jünger und frischer als die meisten (wohl auch der OB) ist, steht ebenfalls außer Frage.
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  •   likeka
    (652 Beiträge)

    25.11.2021 15:22 Uhr
    Anstandslos von den BNN
    Ohne Anstand, solch einen spekulativen Artikel voller anonymer Anschuldigungen zu verfassen.
    Habe ihn in den BNN gelesen und bin noch immer verwundert.

    Hat man mal bei Flurer angefragt? Kann man ausschließen, dass er nicht wirklich schwer erkrankt ist?

    "Highlight" war folgender Satz: Flurer habe nicht nicht einmal in Karlsruhe studiert.

    Sowas peinlich-provinzielles habe ich selten gelesen. Als ob jeder Karlsruher Bürgermeister in Karlsruhe geboren sein und sein ganzes hier verbracht haben müsste. Als ob das KIT das Mekka der Architektur wäre.

    Auch dieses Geraune, er hätte angeblich Leiter des Stadtplanungsamtes werden wollen und wurde dann "nur" Bürgermeister (also in der Hierarchie weiter oben) ist etwas lächerlich.

    Insgesamt ließt sich da sehr viel Neid und Missgust und eine peinliche Provinzialität der anonymen Quelle(n) heraus.
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  •   silberahorn
    (11039 Beiträge)

    25.11.2021 16:34 Uhr
    Das KIT
    war lange Zeitt das Mekka der Architektur, was aber nicht bedeutet, dass dortige Professoren von der Stadt Ernst genommen wurde.
    Baubürgermeister Sack war der erste in dem Ressort den ich selbst noch erlebte. Ich war erstaunt, dass er "nur" ein Fachhochschulstudium hatte. Ich will dieses kürzere Studium nicht schmälern, aber neulich erst sagte mir eine Absolventin der Fachholschule, dass Archtekturbüros lieber Fachhochschüler einstellen, weil die "im Gegensatz zu den Hochschulabsolventen" etwas können und mehr können. Ich habe ihr dann gesagt, dass es wohl eher daran liegt, dass man weniger Gehalt zahlen muss und es um Aufgaben geht, die auch gemacht werden müssen aber nicht viel Entwurfsqualitäten oder Kenntnis über internationale Baukunst erfordern.
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  •   likeka
    (652 Beiträge)

    25.11.2021 16:45 Uhr
    Eiermann und Haller sind lange tot.
    Die großen der Nachkriegsarchitektur sind lange tot.
    Auch eine Kapazität wie Arno Lederer ist schon vor Jahren an die Uni Stuttgart gewechselt.
    Generell muss man nüchtern feststellen, dass Stuttgart hier im BW-Vergleich die Nase vorne hat. Die beschäftigen sich dort schon lange mit digitalem Planen und Entwerfen, hier hat Karlsruhe Nachholbedarf.

    Optimistisch stimmt mich Prof. Dirk Hebel, der ein Pionier in nachhaltiger Architektur und der Erforschung neuer, nachhaltiger Materialien ist.

    Leider ist ja der Architekturtheoretiker Prof. Dr. Georg Vrachliotis an die TU Delft gewechselt. Der hatte große Visonen und war voll und ganz in der Gegenwart und Zukunft daheim. Leider konnte ihn Karlsruhe nicht halten.
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  •   silberahorn
    (11039 Beiträge)

    25.11.2021 17:30 Uhr
    Heinz Mohl
    und die Heinrich-Hübsch-Schule nicht vergessen. Wobei ich Mitglied der SPD war, als gegen die Tonschweinchen gestänkert wurde, die er in dem Wohnhaus Waldhornstraße im Fenster plazierte, damit die Bürger sehen was er von ihnen hält. So wurde das jedenfalls kolportiert.

    Ich war einst im Ortverein Stadtmitte-Ost, als dort plötzlich lauter Neuzutritte auftraten und die alte Ortvereinsvorsitzende mit einer Stimme Mehrheit um ihren Vorsitz brachten. Von mir war diese Stimme aber nicht, obwohl es so wirkte.

    Ich hatte damals wirklich mehr als genug zu tun und gar keine Zeit für solche, wohl nicht unüblichen, Kappeleien.
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  •   patrickkk
    (2246 Beiträge)

    25.11.2021 14:56 Uhr
    ...
    An Herr Fluhrer erstmal gute Besserung.

    Anonyme Kritik ist gerechtfertigt wenn der Kritisierende unverhältnismäßige Konsequenzen fürchten muss. Darum Kritisiere ich eigentlich immer in meinem eigenen Namen. Auch Herr Fluhrer's Dezernat, manchmal sogar regelmäßig. Wenn da nicht viel mehr dran ist als ein schlecht empfundener Führungsstil finde ich dass auslassen des eigenen Namens feige und es entwertet die Anschuldigung (in meinen Augen).
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  •   quicksilver
    (115 Beiträge)

    25.11.2021 14:22 Uhr
    Mit Verlaub
    seit wann wird über Personen geschrieben bzw. geurteilt, währen diese sich im Krankenstand befinden?! So etwas möchte man nicht über sich selbst lesen, ergo sollten solche Spekulationen ohne Hintergründe zu recherchieren unterlassen werden! Was wenn die besagte Person schwerwiegend erkrankt ist!? Die BNN begiebt sich ja fast schon auf Bild Zeitung Niveau herab... Das traurigste ist ein Gemeinderat der solch reissereische Kommentare über jemanden abgibt und dann auch noch anaonym bleiben möchte!!! Eine Schande für einen gewählten Vertreter !
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