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Karlsruhe Alkoholverbot auf Werderplatz könnte ausgeweitet werden - Anwohner klagen über Verlagerung der Szene

Am Karlsruher Werderplatz gilt seit 2019 ein Alkoholverbot: Von Anfang April bis Ende Oktober wird die Trinkerszene, die den Ort in den Vorjahren in Beschlag genommen hatte, verbannt. Zwischen 11 und 20 Uhr darf hier kein Bier, kein Wein und schon gar kein hochprozentiger Alkohol konsumiert werden. Ob das Verbot bald das ganze Jahr über gilt?

Am 1. April 2019 war der Stichtag. Da hieß es zum ersten Mal: Alkoholische Getränke sind auf dem Karlsruher Werderplatz verboten. Ein halbes Jahr galt die Regel, bis die Trinkerszene im November den Platz wieder besiedeln durfte. In den Augen von Ordnungsamtsleiter Björn Weiße war das Verbot über die Sommermonate ein voller Erfolg

Auf dem Werderplatz gilt in den Sommermonaten ein Alkoholverbot. | Bild: Thomas Riedel

Und so ist auch in diesem Jahr die Regelung wieder gültig. Seit Anfang April und bis Ende Oktober ist das Konsumieren von Alkohol am Brennpunkt Werderplatz eine Ordnungswidrigkeit. Doch die Trinkerszene ist nicht von einem auf den anderen Tag verschwunden, sondern an anderen Orten in der Stadt präsent. 

Von "lauten Pöbeleien der Straße" überströmt

"Der neue Spot für Alkoholkonsum-Orgien verlagerte sich vom Werderplatz in die Werderstraße Richtung Rüppurrer Straße insbesondere Ecke Werderstraße/Marienstraße", schreibt ein Anwohner der ka-news.de-Redaktion schon Anfang April. "Es ist nicht möglich, in der Wohnung die Fenster zur Straße aufzumachen, wenn man von lauten Pöbeleien von der Straße überströmt wird."

Die Anwohner leiden unter der Verlagerung der Trinkerszene. | Bild: Hammer Photographie

Im Gegenzug sprechen sich die direkten Anwohner des Werderplatzes für eine Verlängerung des Alkoholverbotes aus. Auch die Zeitfenster seien zu knapp bemessen, so die Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler/Für Karlsruhe in einem Antrag an die Stadt. 

Wird das Alkoholverbot verlängert?

Werden bald das ganze Jahr über auf dem Platz Bier, Wein und Co. tabu sein? Derzeit wertet die Stadt die Ergebnisse aus dem vergangenen Jahr aus. Sollte sich herausstellen, dass es auch in den Wintermonaten zu erheblichen Störungen kommt, könnte das Verbot ausgeweitet werden. 

ka-news.de-Hintergrund: Das Alkoholverbot am Werderplatz

Das Verbot ist Teil des Karlsruher Suchtkonzeptes. In dessen Rahmen wurde im vergangenen September in der Nähe ein Alkoholkonsumraum eingerichtet, in dem Betroffene mitgebrachtes Bier oder Wein trinken können, aber nichts Hochprozentiges. Auch Sozialarbeiter sind vor Ort, um mit den Betroffenen zu sprechen. 

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  •   myopinion
    (30 Beiträge)

    25.07.2020 08:57 Uhr
    die stadt
    verlagert die Probleme. Wenn an einem Platz nicht getrunken werden darf..ist es eben ein anderer. Ob das Prblem überhaupt zu lösen ist? Ich glaube nicht. Viele von den Leuten sind krank. Alkohol- oder Drogenkrank. Sucht ist ein Problem welchem , aus meiner Sicht, man nur durch Bildung (Aufklärung) begegnen kann. Und selbst dann ist es nicht sicher.
    Die Aktionen der Verwaltung sind purer Aktionismus ohne irgeneinen Sinn und daher nicht zielführend. Vetreibung löst keine Probleme.
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  •   kommentar4711
    (2665 Beiträge)

    21.07.2020 14:39 Uhr
    Wundert das jemanden?
    Wunder das wirklich jemanden, dass die Trinker nicht mit dem Trinken aufgehört haben, nur weil sie es nicht mehr auf dem Werderplatz dürfen?
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  •   quicksilver
    (24 Beiträge)

    21.07.2020 13:13 Uhr
    ein voller erfolg
    stimmt. der Werderplatz ist nun ein alkoholfreier raum. Ziel erreicht. Und dennoch verfehlt... die Wurzel des Problems ist dennoch vorhanden... aber was soll das Ordnungsamt denn schon sagen... dass die Lage nicht in den Griff zu bekommen ist? grinsen
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  •   patrickkk
    (1630 Beiträge)

    21.07.2020 09:13 Uhr
    ...
    Naja den Anwohnern gönne ich die kurzeitig Ruhe, aber die Scheiße ist nur weiter geschaufelt, gelöst ist damit nichts.
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  •   Suedweschter
    (428 Beiträge)

    21.07.2020 02:10 Uhr
    Das Plätzchen um den Brunnen neben dem Vierordtbad
    ist mittlerweile ebenfalls nicht nur zum Wohnzimmer der Säufer geworden, sondern auch zu Drogenumschlagplatz. Kann man da wirklich nichts dagegen machen?
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  •   ALFPFIN
    (7339 Beiträge)

    20.07.2020 19:20 Uhr
    Das war doch vorauszusehen,
    dass sich das Problem nur verlagert.
    Es wurde doch ein Alkoholkonsumraum eingerichtet. Wird diese Einrichtung eigentlich besucht? Man hat davon nichts mehr gehört.
    Sein Quantum Alkohol in dieser Einrichtung brav vor sich hin trinken und auch noch von Sozialarbeitern angesprochen zu werden, ist wahrscheinlich in diesem Personenkreis nicht so gefragt.
    Natürlich gibt es Leute, die Hilfe suchen und auch annehmen, aber wie man sieht, zieht ein Teil einfach weiter.
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