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Düsseldorf Wegen Ausgangsbeschränkungen: Aerosol-Forscher fordern Kurswechsel

Mit der neuen Bundes-Notbremse sollen auch Ausgangssperren eingeführt werden, um Infektionszahlen niedrig zu halten. Doch Wissenschaftler warnen, dass sei ein ganz falscher Ansatz.

Der Aerosol-Forscher Gerhard Scheuch hat davor gewarnt, Menschen mit Ausgangsbeschränkungen in die aus infektiologischer Sicht viel gefährlicheren Innenräume zu treiben.

Die mit der geplanten Bundes-Notbremse verbundenen Ausgehverbote zwischen 21 und 5 Uhr seien aus fachlicher Sicht kontraproduktiv, sagte der Ex-Präsident der internationalen Gesellschaft für Aerosolforschung am Mittwoch im "Morgenecho" von WDR 5.

Forscher warnen vor Ausgangssperren. Sie hätten nicht die gewünschte Wirkung, sagen sie.
Forscher warnen vor Ausgangssperren. Sie hätten nicht die gewünschte Wirkung, sagen sie. | Bild: Friso Gentsch/dpa

"Wenn wir Ausgangssperren verhängen, dann suggerieren wir der Bevölkerung: Achtung! Draußen ist es gefährlich. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn die Leute in Innenräumen bleiben, dann ist es gefährlich."

Aerosol-Forscher fordern Kurswechsel

Führende Aerosol-Forscher aus Deutschland hatten deswegen bereits in einem Offenen Brief an die Bundesregierung und die Landesregierungen einen Kurswechsel gefordert. Die Wissenschaftler wehrten sich dagegen, dass man "draußen jetzt plötzlich katastrophisiert", erklärte Scheuch.

Joggen mit Maske, gesperrte Parks oder ein Verbot, abends noch auf einen Spaziergang oder eine Zigarette aus einer möglicherweise beengten Wohnung heraus an die frische Luft zu gehen, seien "absurde Maßnahmen".

Aerosole vor einer Lampe.
Aerosole vor einer Lampe. | Bild: Philipp Brandstädter/dpa/Symbolbild

Stattdessen sollte es den Bürgern ermöglicht werden, raus zu gehen. Corona-Infektionen seien "ein Innenraum-Problem", unterstrich der Aerosol-Forscher.

Wer unbedingt andere Leute treffen müsse, solle die Zahl stark begrenzen und die Zusammenkünfte kurz halten, empfahl Scheuch. "Jede Stunde länger treffen zusammen in Innenräumen ist ganz, ganz gefährlich."

Das sei den meisten immer noch nicht klar. Unterricht in Schulen sei nur mit einer Kombination aus Schutzmaßnahmen möglich: Lüften, Raumfilter, Masken aufsetzen, kurze Unterrichtszeit und große Räume.

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  •   Prof_Arogora
    (95 Beiträge)

    15.04.2021 02:09 Uhr
    Das findet nämlich nicht unter freiem Himmel statt.
    ...
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  •   myopinions
    (1245 Beiträge)

    14.04.2021 18:31 Uhr
    .....................es ist wirklich schlimm,
    dass diese Dilettanten in Berlin nicht auf diejenigen hören, die Ahnung haben.

    Wenn es wärmer wird und die Leute nicht in den Kneipen und Restaurants draußen sitzen dürfen, wird es heftigste Tumulte geben.
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