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Jöhlingen Zum Wohle der Autofahrer und Anwohner: Das Nadelöhr "Ortsdurchfahrt Jöhlingen" wird beseitigt

Die B293 beginnt in Heilbronn an der B27 und führt vorbei an Bretten und Walzbachtal bis nach Pfinztal-Berghausen, wo sie in die B10 mündet. Besonders der Abschnitt zwischen Bretten und Pfinztal wird seit jeher stark von Lkw befahren. Daher sind im Bundesverkehrswegeplan im Verlauf der B293 Ortsumfahrungen für Berghausen und Jöhlingen vorgesehen. Beide Projekte werden nun umgesetzt.

Während die Ortsumfahrung Berghausen erst im Frühjahr der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, gab es zur Umfahrung von Jöhlingen unlängst eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürger.

Ideen zur Vermeidung von direkten Ortsdurchfahrten gibt es immer mal wieder: Tunnelvarianten, Talbrücken, Überfahrungen, eine Verlegung des Straßenverlaufs – vieles wurde untersucht und für wenig praktikabel befunden. Nun hat man sich auf einen Streckenverlauf und eine Umfahrungsvariante geeinigt.

Letzte Engpässe auf der B293 werden beseitigt

Die Ortsdurchfahrt Walzbachtal-Jöhlingen ist eine der letzten großen Engstellen auf der B293 zwischen Karlsruhe und Heilbronn. Durch die Enge der Straße und die kurvenreiche Streckenführung ist die Ortsdurchfahrt Jöhlingen für den Durchgangsverkehr ein echtes Nadelöhr und für die Anwohner ein schier unüberbrückbares, lautes und gefährliches Ärgernis, das die Lebensqualität in der Gemeinde ganz massiv einschränkt.

Ortsdurchfahrt Jöhlingen
Bild: Thomas Riedel

Es muss also dringend Abhilfe geschaffen werden, da sind sich Bund, Land, Kreis und Kommune einig. Im Zuge der Vorplanung wurden fünf Varianten und zwei Untervarianten untersucht, dabei stellte sich heraus, dass eine Kombination aus einer bereits früher bevorzugten Straßenführung, die im Abstand von rund 150 bis 200 Metern zur Bebauung verläuft, und der so genannnten Variante 2, die südöstlich an Jöhlingen vorbeiführt, eine etwa 220 Meter lange Talbrücke beinhaltet und den Aussiedlerhof  "Kappellenhof" tangiert, besonders aus umweltfachlicher Sicht zu bevorzugen ist.

Der neue Verlauf der 2293 bei Jöhlingen
Der neue Verlauf der 2293 bei Jöhlingen | Bild: Regierungspräsidium Karlsruhe

Bereits 2012 hatte der Gemeinderat der Gemeinde Walzbachtal der Trasse zugestimmt. Die Länge der geplanten Ortsumgehung wird nun rund drei Kilometer betragen. Da die neue B293 einen Wildtierkorridor von nationaler Bedeutung durchschneidet, soll im Bereich des Sportplatzes am „Jöhlinger Buckel“ eine Grünbrücke errichtet werden. Um den Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet und flächenhafte Naturdenkmal "Attental" zu minimieren, wird dort eine Talbrücke mit einer Länge von 155 Meter gebaut, dazu kommt noch eine Eisenbahnüberführung und ein teilplanfreier Knotenpunkt zur Anbindung an die bestehende L559 mit einer Überbrückung dieser Straße und einem "halben Kleeblatt" zur Verknüpfung.

Gemeinde freut sich auf nachhaltige Besserung

Auch nach Meinung der Gemeinde Walzbachtal ist die nun gewählte Variante die beste Lösung für das Verkehrsproblem: "Aus Sicht der Gemeinde ist eine Ortsumgehung Jöhlingen dringend notwendig, da die derzeitige Verkehrssituation den gesamten Ort massiv belastet. Die vorgeschlagene Trasse ist aus unserer Sicht die beste realisierbare Lösung und wird daher uneingeschränkt unterstützt", so die Gemeindeverwaltung in einer Stellungnahme gegenüber ka-news. Mit kleinere Maßnahmen wie einer Fußgängerampel, Tempo 30, einem Abbiegestreifen an der Einmündung der L559 oder dem Verbot für Lkw-Durchgangsverkehr über zwölf Tonnen, hat man zwar immer wieder einzelne Verbesserungen erzielen können, aber eine attraktive Gestaltung Jöhlinger Straße sei bei der momentan extrem hohen Verkehrsbelastung nicht möglich. So leidet in Jöhlingen die Lebensqualität unter dem Durchgangsverkehr ganz massiv.

 

Ortsdurchfahrt Jöhlingen
Bild: Thomas Riedel

Baubeginn 2022

Der Baubeginn ist nach Aussagen des Regierungspräsidiums Karlsruhe für 2022 angepeilt, die Kosten werden derzeit auf rund 31,42 Millionen Euro geschätzt. Die Gesamtbauzeit ist auf rund drei Jahre angesetzt. Damit wäre frühestens 2025 mit einer dauerhaften und wirksamen Verkehrsberuhigung in Jöhlingen zu rechnen.
Allerdings setze dies, so Sabine Häberle, die im Regierungspräsidium mit dem Projekt betraut ist, einen optimalen Verlauf aller Planungen sowie des Rechtsverfahrens ohne anschließende Klagen voraus.

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Kommentare (9)
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  •   blubbber
    (12 Beiträge)

    18.02.2019 08:43 Uhr
    Ein Witz
    2025? Also nur noch 6 Jahre den Streß beim pendeln? Und die schlimmste Ecke, Berghausen, bleibt ja eh erstmal. Vorallem die unsägliche Kreuzung direkt vor dem Tunnel, wo jeder meint er müßte rausdrücken auf biegen und brechen....

    Das Verbot für LKW über 12t ist auch ein Witz. Hält sich kein einziger LKW dran. Wie auch? Bei Bretten steht erst ein Schild NACH dem abbiegen. Das selbe in Berghausen. Selbst wenn ein LKW sich an die Regeln halten wöllte, könnte er es nicht, denn dann ist es schon zu spät.
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  •   Berty87
    (484 Beiträge)

    17.02.2019 22:28 Uhr
    Hier
    Hier könnte Sich Karlsruhe eine Scheibe abschreiben
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  •   Fischkopp
    (7 Beiträge)

    17.02.2019 15:17 Uhr
    2025???
    Ich lach mich schlapp! Eher wird der BER fertig.
    Ich bin jetzt 64 Jahre alt und glaube nicht, dass ich eine reelle Chance habe, die Ferigstellung dieser Umfahrung mitzuerleben.
    Und wie Frau Häberle schon andeutet:
    "...einen optimalen Verlauf aller Planungen sowie des Rechtsverfahrens ohne anschließende Klagen voraus".
    In Stuttgart sammeln die einschlägigen Aktivisten schon die Juchtenkäfer ein und die Baumhausbewohner vom Hambacher Forst werden demnächst wohl ins Badische umziehen.
    Zu dem völlig nutzlosen Durchfahrverbot für LKW über 12t passt denn auch das erste Foto, welches einen garantiert verbotswidrig fahrenden Sattelschlepper zeigt, der sich durch die Jöhlinger Kurve zwängt.
    Vielleicht hätte die Polizei hier doch ab und zu Kontrollen durchführen können. Wer die Strecke Berghausen-Bretten öfter fährt, weiß, dass dieses Verbot grundsätzlich ignoriert wird. Hier fahren die Vierzigtonner wie an der Perlenschnur aufgezogen entlang.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    17.02.2019 09:47 Uhr
    Ich versteh sowieso
    nicht warum die alle ihre Häuser an diese vielbefahrenen Kreuzungen gebaut haben. Teilweise auch in der Toskana, uralte Höfe, wunderschön, aber direkt an der Autobahn. Total Banane.
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  •   Mili
    (1157 Beiträge)

    18.02.2019 10:18 Uhr
    Wie früher "Startbahn West"
    Wie kann man nur am Ende einer Startbahn eine Ortschaft errichten.
    Die hamm se doch nich alle.
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  •   malerdoerfler
    (5047 Beiträge)

    17.02.2019 07:33 Uhr
    Das ist doch mal ein Anfang.......
    ...und am besten parallel dazu das Nadelöhr Berghausen beseitigen. Das müsste doch möglich sein.
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  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    18.02.2019 11:34 Uhr
    Das kommt angeblich parallel...
    aus Richtung Jöhlingen kommend vor dem Ortseingang hoch an die Bahnstrecke und ab dem Bahnübergang Hummelberg dann auf der bestehenden Straße zum Vogelpark und dort auf den jetzigen Schleichweg. Und dann noch an einem Kreisel in die B10 einmünden (statt der jetzigen Kreuzung).

    Ob das der große Wurf für das Nadelöhr Berghausen wird?

    Falls es interessiert: Die öffentliche Vorstellung der Planung für Berghausen ist für den 18. März angesetzt zwinkern
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  •   Schattegustl
    (122 Beiträge)

    17.02.2019 09:20 Uhr
    Klar
    Durch die Umgehung an Wöschbach vorbei. Abwarten - das kommt....
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  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    18.02.2019 11:37 Uhr
    Diese Variante ist seit rund 10 Jahren tot.
    Aktuell ist die Variante über den Hummelberg geplant; in Berlin abgenickt ist sie schon - demnächst geht's in die Planfeststellung.
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