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Karlsruhe Zahl der Verstöße steigt: Fast 3.000 Fahrverbote in Karlsruhe erteilt

Nach einer Auswertung des Kraftfahrtbundesamtes (KFB) wurden in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr deutlich mehr Fahrverbote verhängt als noch 2015. Auch in Karlsruhe ist die Zahl gestiegen.

Zu schnelles Fahren und Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer: Das sind die häufigsten Ursachen dafür, dass der Führerschein zeitweise oder ganz entzogen wird. Und wie Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes nun belegen, kommen diese Delikte häufiger vor. So seien die Zahlen der zeitweisen Fahrverbote zwischen 2015 und 2016 um fast 20 Prozent gestiegen (2015: 49.418 Fälle und 2016: 59.040 Fälle). Bei der Mehrzahl der Betroffenen handelt es sich demnach um Männer (84 Prozent). Der Hauptgrund für Fahrverbote liegt in den meisten Fällen an einer Überschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung.

Eine Tatsache, die sich auch mit den Karlsruher Zahlen deckt: Wie das Karlsruher Ordnungsamt auf Anfrage von ka-news mitteilt, sind auch in der Fächerstadt 2016 mehr Fahrverbote ausgesprochen worden, als im Jahr 2015. Während es 2015 insgesamt 2.492 Fahrverbote waren, stieg die Zahl um rund 16 Prozent auf 2.903 im Jahr 2016. Wie im Land auch, beruhten die meisten Fahrverbote auf Geschwindigkeitsüberschreitungen. Aber auch Rotlichverstöße haben eine Rolle gespielt. Weniger von Bedeutung sei hier der Alkohol- oder Drogenkonsum gewesen.

Drogen und Alkohol sorgen für mehr entzogene Führerscheine

Nicht in diesen Zahlen eingerechnet sind die Autofahrer, deren Führerschein entzogen wurde. Insgesamt 12.860 waren das 2015 in Baden-Württemberg. Im Gegensatz zu den Fahrverboten ist diese Zahl 2016 geringfügig um rund zwei Prozent auf 12.670 gesunken. In der Fächerstadt zeigt sich hier aber ein anderes Bild: Im vergangenen Jahr wurden 277 Führerscheine entzogen - rund neun Prozent mehr als noch im Jahr davor (2015: 254 entzogene Führerscheine). "In den meisten Fällen war die Einnahme von Betäubungsmitteln, das Fahren unter Cannabiseinfluss oder das Überschreiten der Punkte der Grund für den Führerscheinentzug", erklärt das Ordnungsamt auf Anfrage von ka-news.

Eine Begründung für das Durchgreifen beispielsweise bei Geschwindigkeits- und Alkoholverstößen ist in der Unfallstatistik der Karlsruher Polizei zu finden. Im vergangenen Jahr war laut Statistik im Stadtkreis Karlsruhe bei 146 Unfällen mindestens ein Unfallbeteiligter alkoholisiert. Dabei wurden in 50 Fällen Personen verletzt. Das bedeutet jeweils eine Steigerung zum Vorjahr. Da wurden bei 116 Unfällen mit alkoholisierten Personen 36 Menschen verletzt.

Mehr Unfälle unter Drogen und mit zu hoher Geschwindigkeit

Auch Unfälle mit Beteiligten, die unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss stehen führten immer wieder zu Unfällen. Im vergangenen Jahr waren es 13 Fälle im Karlsruher Stadtgebiet in denen mindestens ein Unfallbeteiligter unter Drogeneinfluss oder anderen reaktionshemmenden Substanzen stand. Auch hier hat sich die Unfallhäufigkeit um 30 Prozent erhöht.

Missachtung der Vorfahrt, Abbiegen und zu geringer Abstand waren im Stadtkreis Karlsruhe die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Allerdings führt auch immer wieder überhöhte Geschwindigkeit zu Unfällen bei denen auch Personen verletzt werden. Das Polizeipräsidium Karlsruhe registrierte in seiner Unfallstatistik im vergangenen Jahr im Stadtkreis 88 Fälle, in denen ein Unfall durch überhöhte Geschwindigkeit verursacht wurde.

ka-news Hintergrund:

Das deutsche Gesetz unterscheidet zwischen Fahrverbot und der Entziehung der Fahrerlaubnis. Beim Fahrverbot wird dem Betroffenen für eine bestimmte Dauer (in der Regel zwischen einem und drei Monaten) verboten, mit einem Kraftfahrzeug am Straßenverkehr teilzunehmen.Bei Ersttätern sieht das Gesetz die Möglichkeit vor, innerhalb eines Vier-Monatszeitraums den Beginn selbst zu wählen. Seine Fahrerlaubnis muss der Betroffene während dieser Zeit in amtliche Verwahrung geben und erhält sie nach Ablauf des Fahrverbotes zurück.

Die Entziehung der Fahrerlaubnis schlägt da wesentlich härter zu Buche. Beim Führerscheinentzug erlischt für den Betroffenen die Erlaubnis ein Kraftfahrzeug zu führen. Der Führerschein wird eingezogen und unbrauchbar gemacht. Die Entziehung der Fahrerlaubnis kann im Rahmen eines Strafverfahrens als Nebenstrafe oder durch die Fahrerlaubnisbehörde angeordnet werden. Gründe für den Entzug der Fahrerlaubnis können Drogen- oder Alkoholdelikte sein, die Verweigerung einer medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) oder das Erreichen der acht Punkte im Fahreignungsregister des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg. Anders als bei einem Fahrverbot erhält der Betroffene nach Ablauf der Sperrfrist die Fahrerlaubnis nicht automatisch wieder, sondern muss bei der Führerscheinstelle einen neuen Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis stellen.

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Kommentare (23)
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  •   Joehlinger
    (34 Beiträge)

    12.12.2017 01:47 Uhr
    FEHLER
    Kraftfahrt-Bundesamt wird KBA abgekürzt und nicht KFB!!!
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  •   107
    (389 Beiträge)

    11.12.2017 19:56 Uhr
    Wo ist §69 StVZO ?
    weggefallen ?

    Und jetzt ?
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  •   DonHasi
    (991 Beiträge)

    11.12.2017 19:03 Uhr
    Viel Spaß , wenn ihr alt und krank werdet.
    Sicher sind saufen, rasen, randalieren und während der Fahrt telefonieren keine Kavaliersdelikte.
    Aber Bedenke - bald kommt vielleicht mal die Zeit in der die Sturzgefahr zu Hause steigt, Wehwechen zu nehmen, ein schneller Transport zum Arzt nötig wird. Oder man halt mal zugeschissen vom Scheitel bis zur Sohle hilflos im eigenen Urin liegt. Ich bin gespannt, wie wichtig den Damen und Herren dann die Verkehrsmoral noch ist. Vermutlich hofft man dann nur das einem jemand schnell hilft.
    Hier geht es schon lange nicht mehr nur um Verkehrssicherheit. Es geht um Kohle, Kohle, Kohle.
    Der deutsche Michel ist einfach zu dumm und zu faul zur Entspannung der Situation selbst beizutragen. Indem er das Auto soweit als möglich, zumindest am Wochenende freiwillig stehen lässt.
    Ich bin überzeugt, Bürgermeister Mentrup schreibt uns persönlich nach einem Jahr einen "Bettelbrief" wir mögen bitte wieder in die Stadt kommen. Und die "Verkehrsmoral" ist wie durch ein "Wunder" auch kein Problem mehr.
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  •   dipfele
    (5448 Beiträge)

    12.12.2017 14:29 Uhr
    ???????????
    seltsame Argumentation.
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  •   ProKA
    (708 Beiträge)

    11.12.2017 20:42 Uhr
    Nach dem
    tödlichen Autorennen im Februar über den Kurfürstendamm waren die Raser wegen Mordes verurteilt worden. Richtig so!!!
    Ich hoffe, dass die, die auch nur im geringsten, das bewusste übertreten des Tempolimits mit fadenscheinigen Argumenten verteidigen sich bewusst sind, das es auch Opfer gibt.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    11.12.2017 19:17 Uhr
    Ähm,
    was hat jetzt ein Notfalltransport damit zu tun, dass sich ganz normale Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten sollen/müssen?
    Wenn du mit deiner Frau mit geplatzter Fruchtblase mit 100 die Kaiserallee runterrast und über rote Ampeln fährst wird dir sicher nichts passieren. Gut, ein bisschen Ärger wirds vielleicht geben, aber du bekommst sicher nicht den Führerschein abgenommen. Zumindest kann ich mir das nicht vorstellen.
    Ansonsten gelten normale Verkehrsregeln und zwar für alle.
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  •   bingobongo
    (276 Beiträge)

    12.12.2017 14:28 Uhr
    Aber Hallo
    Wenn du das so machst, bist den Lappen weg, klar doch. Mit 100 durch die Kaiserstraße dürfen nichtmal die Blaulichtorganisationen, da unverhältnismäßig und bei dem Tempo Gefährdung!
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  •   mikado46
    (172 Beiträge)

    11.12.2017 18:21 Uhr
    Die Gesetzlosen....
    Die Gesetzlosen der Straße, 70% der Radfahrer, haben gut lachen.
    Geschützt von grüner Politik und Polizei, sowie Gerichte, haben sie als pseudo Umweltschützer völlige Narrenfreiheit
    auf Straßen und Gehwege.
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  •   Denkfehler
    (83 Beiträge)

    12.12.2017 12:59 Uhr
    Immer diese Heulerei....
    ....wegen der pösen Radfahrer.
    Fahren Sie einfach selbst Fahrrad - dann können Sie sich auch straffrei jeden Verkehrsverstoß gönnen....
    Wer Auto fährt, muss sich dann eben auch das Knöllchen leisten können - oder sich an die Regeln halten. Eigentlich ganz einfach - gelle (?) zwinkern
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  •   bier2
    (884 Beiträge)

    11.12.2017 13:52 Uhr
    es wird Zeit
    für autonomes Fahren und weg vom Individualverkehr..
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