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Karlsruhe Wohnungseinbrüche in Karlsruhe: Polizei verspricht mehr Streifen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche schnellte in Karlsruhe und Umgebung in den vergangenen Monaten nach oben - allein im Stadtkreis Karlsruhe verzeichnet die Polizei einen Anstieg der Einbruchsfälle von 350 im Jahre 2012 auf 752 im Jahre 2013. Tendenz steigend: 339 Einbrüche gab es bereits in diesem Jahr. Bei den seit dem letzten Quartal festgenommenen Tatverdächtigen, konnte die Polizei eindeutig einen Schwerpunkt auf georgische Asylbewerber ausmachen.

Trotz spezialisierter Ermittlugnsgruppen sowie zusätzlichen Einsatzkonzeptionen gelang es der Polizei auch im Jahr 2014 nicht dem starken Anstieg der Wohnungseinbruchsdiebstähle "durchschlagend Einhalt zu gebieten", das ließ sie auf einer Pressekonferenz am Freitag verlauten. Mit einer Steigerung von 1.164 auf 1.927 Fälle im vergangenen Jahr, lag das Polizeipräsidium Karlsruhe deutlich über dem landesweiten Trend. Dabei lag der örtliche Schwerpunkt der Taten in den Stadtkreisen Karlsruhe und Pforzheim.

"Exorbitante Steigerungsrate"

Während die Gründe für die "exorbitante Steigerungsrate" der Einbrüche - im Stadtkreis Karlsruhe von 2012 auf 2013 bei 11,5 Prozent - bei einer Aufklärungsquote von nur zehn Prozent größtenteils im Dunkeln bleiben, können bei Tatzeit, Begehungsweise, Diebesgut, Tatorten und Herkunft der festgenommenen Tatverdächtigen eindeutige Schwerpunkte ausgemacht werden.

Die Mehrheit der Einbrüche finden zwischen 8 und 13 sowie 17 und 22 Uhr statt, wenn von einer Abwesenheit der Bewohner ausgegangen werden kann. Zugang verschafften sich die Einbrecher überwiegend durch einfach Methoden wie das Aufhebeln von Terassentüren oder Fenstern. "Eine Besonderheit im Stadtgebiet von Karlsruhe ist das Abdrehen und Entfernen von Schließzylindern", berichtet der Leiter der Karlsruher Kriminalpolizeidirektion, Karl-Heinz Ruff, am Freitag.

Klare Aussagen kann die Polizei auch zum Diebesgut treffen: Dieses sei bevorzugt leicht zu transportieren und zu veräußern. Darunter fallen Bargeld, Schmuck, Mobiltelefone, Laptops, Tablets, Uhren oder Münzen. Größere Wertgegenstände oder Tresore werden hingegen häufig außer Acht gelassen. Die Täter halten sich nur wenige Minuten in Gebäuden aus, die vorzugsweise in dicht besiedelten Stadtgebieten liegen. Mögliche Gründe sieht die Polizei in der durch Mehrfamilienhäusern oder Wohnblocks oftmals garantierte Anonymität wie auch die Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln.

Eindeutiger Schwerpunkt bei Tätergruppe

Bei der Tätergruppe macht die Polizei ebenfalls einen eindeutigen Schwerpunkt aus: Bei den seit dem letzten Quartal 2013 festgenommenen Tatverdächtigen ließ sich eindeutig ein Schwerpuntk auf georgischen Asylbewerber ausmachen. Allein 12 von 19 von den insgesamt 19 festgenommenen Tatverdächtigen stammen aus Georgien. "Das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun", will Karl-Heinz Ruff, leitender Direktor der Kriminalpolizei, klar gestellt wissen. Aufgrund langjähriger Erfahrungen und Beobachtungen könne man gewisse Straftaten aber bestimmten Nationalitäten und Ethnien zuordnen.

Der starke Anstieg bei Einbruchsdelikten könne mit dem derzeitigen Zustrom von Asylbewerbern aus Osteuropoa zusammenhängen. Weiterhin sind die Fallzahlen seit der Festnahme der 19 Tatverdächtigen seit Anfang März etwa auf die Hälfte der Taten zurückgegangen. Bereits vor ihrer Festnahme waren die 19 Personen mit anderen Eigentumsdelikten, in der Regel Ladendiebstähle, polizeilich in Erscheinung getreten. Der starke Rückgang legt die Vermutung nahe, dass die Fesgenommen für viele weitere, letztlich aber nicht in jedem Fall nachweisbare Einbruchstaten verantwortlich sein dürften, heißt es vonseiten der Polizei.

Im Sommer gehen Einbrüche zurück

Ein weiterer Grund für den starken Rückgang der Einbruchsdelikte seit März ist laut Ruff der Wechsel von Winter- auf Sommerzeit - diese Schwankungen seien jedes Jahr feststellbar. Dennoch räumt die Polizei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchs weiterhin eine großen Stellenwert ein: Künftig sollen Ermittlungsgruppen noch besser vernetzt werden. Zusammen mit der Kriminaltechnik und mehr Streifgängen erhofft sich das Polizeipräsidium Karlsruhe dadurch eine deutliche Verbesserung beim Kampf gegen den Einbruchsdiebstahl.

Eine Bürgerwehr wie sie in Pforzheim diskutiert worden ist, beurteilt Kriminaldirektor Ruff kritisch: "Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Eine Sicherheit, die sich nach Lage des Geldbeutels richtet, darf es nicht geben." Aber die Polizei setzt bei der Aufklärung der Einbruchsdiebstähle weiterhin auf die Mithilfe der Bürger: Die in diesem Jahr geschnappten Einbrecher, konnten, bis auf einen Fall, alle aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung dingfest gemacht werden.

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