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Karlsruhe Wohnraum statt Garagen: Stadt Karlsruhe stellt Bebauung in Aussicht

Eignen sich Garagenhöfe im Karlsruher Stadtgebiet für Wohnraumbebauung? Das möchte die Gemeinderats-Fraktion der Grünen aktuell in einer Anfrage an die Stadtverwaltung wissen.

In der Anfrage geht es konkret darum, wie viele Garagenhöfe mit welcher Fläche im Karlsruher Stadtgebiet zur Verfügung stehen, wie die Besitzverhältnisse sind und welche Flächen sich für eine Bebauung eignen würden. Hintergrund ist die beträchtliche Anzahl an Garagenhöfen im Karlsruher Stadtgebiet.

Garagenhöfe nehmen viel Fläche in Anspruch

Aus Sicht der Grünen werden Garagenhöfe heute häufig zweckentfremdet: Sie werden beispielsweise als ebenerdige Abstellräume genutzt, während die Autos im Straßenraum geparkt werden. Ein weiterer Nachteil: Durch die benötigte Rangierfläche nehmen Garagenhöfe eine nicht unbeträchtliche Fläche an Platz in Anspruch. Außerdem ist die Fraktion der Meinung, dass die befestigten, nicht begrünten Garagenparks zudem das Mikroklima in ihrem Umfeld verschlechtern.

Deshalb weisen die Grünen darauf hin, dass Garagenhöfe aufgrund ihrer Lage optimal für eine Wohnbebauung im Rahmen der Innenverdichtung geeignet wären. Die meisten würden in oder am Rande von erschlossenen Wohngebieten liegen. Durch eine Dachbegrünung könnte eine Überbauung der Garagen teilweise sogar zu stadtklimatischen Verbesserungen führen, so die Grünen in ihrer Anfrage.

Dabei verweisen die Grünen auch auf den Rosen- oder Dahlienweg in Rüpurr und die Kolbergerstraße in der Waldstadt als Beispiele. Für die bisherigen Nutzer sieht die Grünen-Fraktion in ihrer Anfrage bei einer Bebauung unter anderem Tiefgaragenplätze als Entschädigungsflächen vor.

Bereitschaft der Eigentümer ist entscheidend

Wie die Stadt in ihrer Stellungnahme mitteilt, wurden im Rahmen der Fortschreibung des Flächennutzungsplans 2030 im Nachbarschaftsverband Karlsruhe "alle Freiflächen sowie minder bebaute und abweichend genutzte Flächen" im gesamten Stadtgebiet für die Fortschreibung auf eine mögliche Wohnbebauung untersucht. Eine genaue Flächenzahl an vorhandenen Garagenhöfen in Karlsruhe sei der Stadt aber nicht bekannt.

Weiter heißt es, dass das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau mit einem Förderprogramm bis 2019 die Erstellung eines Potenzialatlases für ein aktives Flächenmanagement in Karlsruhe fördert. Im Fokus stehen dabei Potenzialflächen, die im Innenbereich gesichtet wurden. Dazu zählen nach Stadtangaben auch Garagenhöfe, die im Rahmen des Förderprogramms bewertet werden.

Garagenhöfe eignen sich grundsätzlich für Wohnungsbau

Das bedeutet konkret: Flächenpotenziale werden in einem Rahmenplan näher betrachtet und im Sinne minder genutzter Flächen in die Suche nach Wohnbauflächen einbezogen. Dies erfolgte beispielsweise auch im Rahmenplan Waldstadt-Waldlage. Hier konnte bereits ein Garagenhof aktiviert werden. Entscheidend sei jedoch immer auch die Bereitschaft der Eigentümer zu einer möglichen Entwicklung, betont die Stadt.

Die Stadt erklärt in ihrer Stellungnahme außerdem: "Die Erfahrung in bestehenden Projekten, im Zusammenhang mit der Nachnutzung von Garagenhöfen zeigt, dass all die Flächen in einem engen räumlichen Zusammenhang mit bestehender Wohnbebauung grundsätzlich für eine Wohnnutzung geeignet sind."

Garagenhöfe
Eine Garagensiedlung in der Karlsruher Südweststadt. | Bild: Corina Bohner

Plant die Stadt Garagenhöfe zu bebauen?

Stadtplanerische Gründe sind nur dann gegeben, wenn "die gebaute Infrastruktur nicht mehr den heutigen Anforderungen an die Unterbringung von ruhendem Verkehr entspricht" und die Garagen folglich nicht mehr primär der Unterbringung von Fahrzeugen dienen. Dann müssen allerdings gleichzeitig auch andere Nutzungsinteressen der Garagen im Zuge der planerischen Abwägung berücksichtigt werden. Generell sei eine Umnutzung unter der oben genannten Voraussetzung aber gegeben.

Der dann ausgelöste Bedarf an Stellplätzen sei laut Stadtverwaltung auf zwei Weisen zu bewältigen: Einerseits müsse man die bauordnungsrechtlich veranlagten Stellplätze zunächst anderweitig nachweisen, beispielsweise in Form zusätzlicher Tiefgaragenstellplätze. Andererseits müsse man eine mögliche finanzielle Entschädigung in Bezug auf Quantität, Qualität und im Hinblick auf räumliche Entfernung des Ersatzstandortes prüfen, erklärt die Stadt.

Eigentümerstruktur und Planrecht

Und was steht dem Ganzen im Wege? Hindernisse für eine zügige Umsetzung ergeben sich laut Stadtverwaltung vor allem aus der Eigentümerstruktur und dem vorhandenen Planrecht. Generell stehen Garagenhöfe in sehr differenzierten Eigentumsverhältnissen. Nicht nur ausschließlich Einwohner seien dabei betroffen: Zum Teil habe auch die Stadt und städtische Gesellschaften Miteigentumsanteile an Garagenhöfen im Stadtgebiet.

Hinzu komme, dass die bauplanungsrechtliche Situation zunächst für jede Fläche unterschiedlich ist. In den beiden angeführten Beispielen der Grünen - im Rosenweg und der Kolberger Straße - müsse man das Planrecht zunächst anpassen, so die Stadt. Liegt das betroffene Grundstück innerhalb des Regelungsregimes, sei eine schnellere Verwirklichung des Vorhabens möglich.

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Kommentare (26)
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  •   nano
    (1 Beiträge)

    14.12.2017 15:11 Uhr
    ???
    Wohin mit den Autos aus den Garagen und denen die durch die Babauung noch dazukommen?
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  •   Suedweschter
    (233 Beiträge)

    13.12.2017 23:01 Uhr
    Ob das Mikroklima besser wird, wenn diese Luftschneisen zugebaut werden darf bezweifelt werden
    Die Karlsruher Sommer hatten's schon immer in sich, wenn jetzt diese idiotische "Verdichtung" stattfinden soll, wird es erst recht stickig. Ich finde es reicht jetzt auch mit dem Wachstum. Die Schmerzgrenze ist schon lange überschritten und die Wanne ist übervoll.
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  •   yokohama
    (3214 Beiträge)

    13.12.2017 16:27 Uhr
    Ein
    hässliches Überbleibsel aus den 50er und 60er Jahren, das unnötig Platz wegnimmt. Der Vorschlag der Grünen ist sinnvoll.
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  •   Svetogor
    (63 Beiträge)

    13.12.2017 13:56 Uhr
    .
    Da braucht nur einer dagegen sein und sich durch alle Instanzen zu klagen, und schon habt ihr dieselbe Situation wie bei der 2. Rheinbrücke.

    Wenn Fläche fehlt, baut man in die Höhe. Ich denke, das würde auch den grünen Zauseln entgegenkommen.
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  •   andip
    (8368 Beiträge)

    13.12.2017 12:08 Uhr
    Nun ja
    "Aus Sicht der Grünen werden Garagenhöfe heute häufig zweckentfremdet: Sie werden beispielsweise als ebenerdige Abstellräume genutzt, während die Autos im Straßenraum geparkt werden"
    Das wird zwar gerne immer wieder als Totschlagargument genutzt aber bewiesen wurde das noch nie, daher sehe ich das eher als eine allgemeine Phrase, die man immer in solchen Zusammenhängen nutzt.
    Im Prinzip ist diese Idee gar nicht so schlecht, wird aber letztendlich scheitern.
    Zum einem kann die Stadt einem privaten Garageneigentümer nicht einfach vorschreiben, er solle seine Garage in ein Wohnhaus umwandeln und zum anderen, wer soll das finanzieren, wenn einer das tatsächlich machen will? Die Stadt bestimmt nicht.
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  •   elisuS
    (122 Beiträge)

    13.12.2017 20:17 Uhr
    Naja in den Garagen aus den 60er und 70 ern
    stehen fast nie Autos, da diese leider in der Zwischenzeit fast nicht mehr hineinpassen. So werden da also in der Mehrzahl als Lagerraum verwendet und evtl. noch Fahrräder und Anhänger abgestellt. Das kann man gut sehen, wenn man an den geöffneten Garagen vorbei fährt.
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  •   Mili
    (484 Beiträge)

    13.12.2017 10:21 Uhr
    Innenhöfe bebauen
    und der Zugang zu diesen Häusern erfolgt dann wie? Und wo befinden sich die Parkplätze zu diesen "Innenhofschattenspendern". Vielleicht sind die Innenhofgebäude auch nur für Radfahrer.
    Und wenn nicht.....oder doch.....vielleicht.....Fragen über Fragen.
    Da hat doch jemand Langeweile gehabt. Anders ist das nicht zu erklären.
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  •   mueck
    (9201 Beiträge)

    13.12.2017 11:23 Uhr
    Antwort steht 2x im Artikel:
    Tiefgaragenstellplätze
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  •   hajmo
    (3874 Beiträge)

    13.12.2017 10:40 Uhr
    Mueck hat schon festgestellt, dass es bei dir
    mit dem Lesen und Verstehen hapert. Ok, der Artikel ist recht lang und oft reicht es hier bei ka-news die Überschrift zu lesen, aber manches Mal empfiehlt es sich doch auch den Rest zu lesen. Vor allem, wenn man einen Kommentar dazu abgibt.

    Vielleicht findest du ja auch jemanden der dir den Artikle vorlesen kann, wenn du damit überfordert bist.
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  •   Mili
    (484 Beiträge)

    13.12.2017 10:57 Uhr
    Auch für Dich
    Freund des Muecks: "Außerdem ist die Fraktion der Meinung, dass die befestigten, nicht begrünten Garagenparks zudem das Mikroklima in ihrem Umfeld verschlechtern.
    Dann bau halt Deine Häuser auf diese Flächen.
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