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Karlsruhe Wildparkstadion: OB Mentrup erwartet harte Verhandlungen mit dem KSC

Das Stadion bleibt im Wildpark. Das hat der Karlsruher Gemeinderat am Dienstag beschlossen. Aber bevor die Stadträte im Spätsommer 2014 eine endgültigen Entscheidung über die konkreten Baupläne fällen, muss die Stadt mit dem Karlsruhe SC über die künftige Nutzung und Finanzierung des Stadions verhandeln. Oberbürgermeister Frank Mentrup erwartet "harte Verhandlungen". Warum, erklärt er im Interview mit ka-news und die neue welle.

Das KSC-Stadion bleibt im Wildpark. Das hat der Gemeinderat am Dienstagentschieden. Ob Stadion-Neubau oder Generalsanierung ist noch offen. Die Stadträte haben nach hitziger Debatte einen Bürgerentscheid darüber abgelehnt. Sie hatten dafür gestimmt. Sie stehen für mehr Bürgerbeteiligung. Sind Sie vom Gemeinderat enttäuscht?

Ich habe hohen Respekt davor, dass der Gemeinderat an dieser Stelle mit Mehrheit sagt: Nein. Das ist ein Projekt von der Dimension und von der Verantwortlichkeit, die der Gemeinderat alleine stemmen kann und will und sich hier nicht noch einmal die Bürgerinnen und Bürger zur Bestätigung holt, sondern sagt: Das verantworten wir alleine kraft unserer Mehrheit und Kompetenz, die wir durch die Kommunalwahlen bekommen haben.

Dem gegenüber steht, dass aus meiner Sicht ein Bürgerentscheid eine Chance gewesen wäre, stärker mit den Bürgerinnen und Bürgern über dieses Projekt zu reden und sich eine Bestätigung abzuholen, die vielleicht in einigen Jahren, wenn das Geld knapper wird, eine gute Begründung dafür ist, dass man das Projekt konsequent umsetzt. So ähnlich wie man das bei der Kombilösung auch letztlich gemacht hat. Ich finde beide Positionen völlig respektabel und es ist aus aktueller Sicht sicher sinnvoll, die Verwaltung nicht mit der Vorbereitung eines Bürgerentscheids zu beauftragen. Denn nach der Debatte war klar, dass man dafür nicht die notwendige 2/3 Mehrheit bekommt. So gesehen bin ich nicht enttäuscht. Die andere Lösung hätte in bestimmter Hinsicht Charme gehabt. Die jetzige Lösung ist ein klares Bekenntnis zur politischen Verantwortung des Gemeinderats und das finde ich sehr positiv.

Einer der nächsten Schritte ist jetzt mit dem KSC über die künftige Nutzung und Finanzierung des Stadions im Wildpark zu verhandeln. Wie schwer wird das?

Das wird nicht einfach werden, da ein potenzieller Aufsteiger in die 1. Bundesliga und ein Verein, der ja neben seiner Profimannschaft auch viele andere Sportarten und Jugendbereiche hat, ganz andere Interessen vertritt als die Stadt. Die Stadt muss überlegen, wie viele Steuergelder setzt sie denn ein, um einem Verein oder einer Sportart oder einer Location ein bestimmtes Ambiente zu geben. Wir dürfen auch nicht nur für den KSC ein Stadion bauen, sondern es müssen auch immer noch andere Nutzungen möglich sein. Den Bürgerinnen und Bürgern ist eine solche Investition - egal für was und wie hoch sie letztlich ausfällt - auch nur darstellbar, wenn von dem Geld auch wieder möglichst viel zurückgeholt werden kann. Es gibt Interessenskonflikte und es werden sicher harte Verhandlungen werden. Ich kann aber auch verstehen, wenn der Gemeinderat sagt: Wir stimmen einem Neubau oder einer Sanierung nur zu, wenn für uns nachweislich ein Vertrag darstellt, dass wir am Ende zu regelmäßigen Mietzahlungen kommen. Und deswegen ist das neben vielen anderen Fragen einer der wichtigen Punkte, die wir vor der endgültigen Entscheidung im Gemeinderat noch klären müssen.

Soll der KSC vor dem endgültigen Gemeinderatsbeschluss einen Vertrag unterschreiben, damit der Verein es sich dann nach einer solchen Entscheidung doch nicht wieder anders überlegt?

Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder wir haben mit dem KSC einen ausgehandelten Vertrag, der muss dann aber auch mit der Wildparkkommission des Gemeinderates vorher eng abgestimmt sein, damit der Gemeinderat am Ende nicht sagt, das reichte ihm nicht. Das wäre aus meiner Sicht die beste Lösung, dann weiß jeder, worum es geht. Es kann aber auch sein, dass am Ende der Gemeinderat entscheidet, weil man mit dem KSC noch nicht so weit ist und dann der Gemeinderat Bedingungen formuliert. Das wäre dann wiederum für die Verhandlungen mit dem KSC bindender. Mir ist wichtig, dass wir spätestens im Frühherbst eine solche Entscheidung treffen, damit wir dann in die Vorbereitungen gehen können und die ganzen Planungsleistungen und Bauleistungen ausschreiben. Wir müssen fast alles europaweit ausschreiben und das kostet unglaublich viel Zeit. Je früher wir damit beginnen können, desto besser.

Bleibt das Stadion in der Hand des KSC oder wird dafür eine eigene Veranstaltungs GmbH gegründet?

Das müssen wir noch diskutieren. Im Moment ist das Wildparkstadion in der Hand der Stadt - wir führen ja sogar die Rasenpflege durch. Da hätte ich schon gerne eine andere Verteilung. Als Hauptmieter sollte der KSC aus meiner Sicht auch für Dinge wie Rasenpflege aufkommen. Anderseits können wir dem Verein nicht die alleinige Verfügungsgewalt über das Stadion übertragen, da wir eben auch für andere Veranstaltungen offen sein müssen. Ob wir am Ende für den Betrieb des Stadions eine andere Gesellschaftsform finden als bisher, das müssen wir überlegen. Aber ich hätte schon gerne klar getrennt Rollen und damit klar getrennte Verantwortlichkeiten.

Fragen: Moritz Damm (ka-news) und Patrick Sommer (die neue welle)

Was war die schwierigste Entscheidung in seiner bisherigen Amtszeit, wie teuer wird die Kombilösung wirklich und wie feiert Oberbürgermeister Frank Mentrup eigentlich Weihnachten? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie in den nächsten Tagen bei ka-news.

Mehr zum Streit um das KSC-Stadion in Karlsruhe finden Sie hier:

KSC-Stadion bleibt im Wildpark - Gemeinderat lehnt Bürgerentscheid ab

Stadion-Debatte im Gemeinderat: KSC bleibt im Wildpark - jetzt geht's um Finanzen

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Alle ka-news-Artikel zum Thema KSC-Stadion finden Sie hier gesammelt in unserem Dossier!

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  •   Abadu
    (467 Beiträge)

    26.12.2013 15:22 Uhr
    Die Lösung ist da!
    Bei unserem letzten Italien-Urlaub habe ich in Cagliari die Traum-Lösung gefunden, die auch der Grünen-Fraktion Freude bereiten dürfte: ein reines Fußball-Stadion OHNE großartigen Umbau, ohne Wegfall der Wälle und unter Beibehaltung der guten alten Haupttribüne:
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  •   Abadu
    (467 Beiträge)

    26.12.2013 15:24 Uhr
    Sorry der link hat gefehlt
    http://4.bp.blogspot.com/-oYr8GUZUlwo/UAo9BllZR0I/AAAAAAAAB2U/5PGzRpci8os/s1600/cagliari1.jpg
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  •   Celtic
    (198 Beiträge)

    23.12.2013 13:37 Uhr
    Kaum zu glauben....
    ... dass Mentrup hier als unfähig dargestellt wird. Im Gegensatz zu Fenrich hat Mentrup beim Wildparkstadion den Handlungsbedarf erkannt und ist willig, einen Um- oder Neubau zu erreichen. In den letzten 15 Jahren war von Seiten ser Stadt wenig Interesse an einem neuen Stadion.

    Übrigens: schon 2007 war man sich scheinbar schon einmal einig. Nach dem denkwürdigen 1-0 gegen den VfB haben Fenrich und Raase vor laufenden Kameras verkündet, dass man sich einig sei und der Stadionbau jetzt kommen würde. Dass nicht gebaut wurde, lag dann überwiegend am KSC, der wegen der Miete rumgepienst hat und immer wieder neue Forderungen gestellt hat. Für mich kein Wunder, dass das Projekt so nicht umsetzbar war.

    Ich hoffe nur, der KSC macht jetzt nicht wieder den gleichen Mist...
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  • unbekannt
    (19 Beiträge)

    23.12.2013 09:00 Uhr
    Das ist KA`s politische Klasse
    Dieser OB ist einfach schlecht beraten, scheinbar mit der Situation völlig überfordert und erscheint absolut führungsschwach!
    Und der Gemeinderat ist parteiübergreifend eine Ansammlung von Selbstdarsteller und Erbsenzähler.
    Der KSC hat es in all den Jahren versäumt eigene konkrete Pläne mit privaten Geldgebern als echte Alternative zu der öffentlichen Variante auszuarbeiten.
    Fazit: KSC bau in Baden-Baden/Rastatt an der Autobahn, der Name kann bleiben, Stadionname BadenArena oder BadenPark, der OB und die Gemeinderäte in KA können sich wieder mit wichtigeren Themen wie Rheinbrücken und Löchergraben beschäftigen.
    Denn wenn KSC in Karlsruhe bleibt, geht er kaputt und die die es zu verantworten haben, stellen sich dann vor die Kameras und bedauern es zutiefst.
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  •   Spritzlappenfrisur
    (181 Beiträge)

    23.12.2013 08:59 Uhr
    Von oberpeinlich bis übelst schwach bis lächerlich hoch 10
    was unser neuer Oberbürgermeister hier abliefert.
    Einmal hüh einmal hott ... Ja was denn nun? Ganz Deutschland lacht wohl über die Unfähigkeit einer Stadt, seinem sportlichen Aushängeschild eine ordentliche Möglichkeit zu geben, ein vernünftiges und zeitgemäßes Stadion zu bauen bzw. den Grund und Boden bereitzusellen, dass er selbst hätte bauen können. Seit e20 Jahren ein Hickhack vor dem Herrn.
    Und jetzt, als man von einem Durchbruch hat ausgehen können, schlingelt sich der Gemeinderat samt "Oberfuzzi" wiederf in die nächste Runde. Immer schön Zeit herausschinden, nech?
    Weiter so. Ihr macht der Politikerzunpft aller Ehrer
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  • unbekannt
    (8 Beiträge)

    23.12.2013 00:11 Uhr
    @dante
    ja...Leibeigenschaft...von Hinterwäldlern...kein lohnendes Geschäft...schon traurig was sich hier in KA abspielt.
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  • unbekannt
    (599 Beiträge)

    23.12.2013 00:41 Uhr
    ja genau
    Hinterwaeldner sind dies!!!!! Dieses Drama findet man niergendwo in Europa.
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  • unbekannt
    (599 Beiträge)

    22.12.2013 21:37 Uhr
    Was kennt man den in Europa von Karlsruhe?
    Haben sich die Herren dies schon mal gefragt! Auf Platz eins der Antworten liegt mit weitem Abstand der KSC, ansonsten kennt man nichts von KA!!!! Ich komme berufl. viel in Europa und D rum und alle kennen von KA nur den KSC. Hier wird immer nur von 120 Millionen gesprochen (Großteil dient dazu eine verrottete Infrastruktur zu sanieren) aber den KSC als Imageträger der Stadt in Europa zu sehen darauf kommen diese Lobbyisten nicht.
    Das sich dies auch positiv auf die Stadtentwicklung und die wirtschaftliche Entwicklung auswirken könnte kapieren diese Leute nicht. Der KSC sollte sich um ein anderes Finanzierungskonzept kümmern und ambesten auserhalb der Stadtgrenzen bauen. Gar nicht auszudenken wenn sich die Lobbyisten doch noch für einen Bau entscheiden sollten, dann muss der KSC die nächsten 100 Jahre den Herren als Leibeigener dienen und jede Entscheidung genehmigen lassen.
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  •   dramutie
    (1534 Beiträge)

    02.01.2014 19:25 Uhr
    was man von KA kennt
    kommt drauf an, wo genau man sich im in- und ausland aufhält. auf einem juristenkongress, einer fortbildung für kerntechniker, einer ausstellung für mittelalterliche inkunabeln oder einem symposium für antriebstechnik dürfte dieser zweitklassige kickklub kaum einen nennenswerten überregionalen bekanntheitsgrad haben, nicht mal beim mittagessen. wenn man sich nur auf fußballplätzen herumtreibt, mag das anders aussehen.
    aber nur vielleicht.
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  • unbekannt
    (8 Beiträge)

    22.12.2013 19:27 Uhr
    Verhalten des OB
    Ob begrüßt Entscheidung des Stadtrates (-rades), dass kein BE kommt, würde aber gerne lieber einen BE zur Absicherung für die Ausgaben der Steuergelder haben. Um später eine Art Absicherung zu haben, wenn "mal" kein Geld mehr da ist. Was ist eigentlich die Hauptaufgabe eines OB? Ein "reiner Vermittlerrolle" oder soll dieser auch den Takt vorgeben? Das Verhandlungsgeschick von Herrn M. in Ehren...auf den ersten Blick sah alles nach Durchbruch aus...nun stellt man fest aus "Stadtrat wird mal wieder Stadtrad" und wir alle drehen uns im Kreis. Warum hier keine Entscheidung vor den Kommunalwahlen mehr möglich ist...tja...Zeitschinden, keiner will Verantwortung übernehmen! Aber nicht nur die Politik versagt, wo sind diejenigen, die Mäzen anlocken können. KA und die Technologie-Region verfügen genug über solche Personen. Milliardäre, d.h. Personen, die mehr als 1.000 Mio Privatvermögen haben...sorry...oder ein Zusammenschluß?
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