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Karlsruhe Wilder Müll in Karlsruhe: Wenn nach dem Wochenende die Abfalleimer überquellen

Schon seit einigen Jahren hat Karlsruhe ein Müllproblem, das vor allem im Sommer gut zu sehen ist, wenn sich das Leben vermehrt im Freien abspielt. Die Schwerpunkte liegen da in der Günther-Klotz-Anlage, bei den Jägerseen in der Waldstadt und mittlerweile auch im Citypark in der Südstadt-Ost. Hier haben die Mitarbeiter des Amtes für Abfallwirtschaft (AfA) montags besonders viel zu tun.

Es ist Montagmorgen, kurz nach 6 Uhr, die beiden Mitarbeiter des AfA fahren gerade an. Der Park in der Südstadt-Ost und gerade das Areal rund um den See sind an den Wochenenden im Sommer ein beliebter Treffpunkt. Das sieht man, denn die drei Mülleimer in direkter Wasser- und Sitzbanknähe quellen über. Flaschen, Eisbecher, Kippen - die kleinen grauen Container sind randvoll. Dabei sieht es heute noch recht ansehnlich aus, meint Dieter Kloiber, Teamleiter der Straßenreinigung beim AfA. Und dabei liegt ein langes Wochenende mit sommerlichen Temperaturen hinter uns. 

Am Wochenende gibt es nur eine "Notbesetzung"

"Drei Mal in der Woche werden hier im Park die Mülleimer geleert - und zusätzlich bei Bedarf", sagt Dieter Kloiber vor Ort gegenüber ka-news. Die 35 Abfallbehälter stehen im ganzen Park verteilt, doch beides scheint nicht zu reichen. "Aber aus personellen und betrieblichen Gründen sind wir vom AfA am Wochenende nur in der Innenstadt unterwegs. Das decken dann zehn Leute ab, das würden wir nicht schaffen, auch noch hier sauber zu machen", sagt Kloiber weiter. 

Das übernehmen im Citypark teilweise genervte Anwohner. "Ich habe auch schon den vollen gegen einen leeren Mülleimer ein paar Meter weiter getauscht oder habe den Müll aufgelesen wenn etwa am Abend vorher hier viel los war", erklärt ein Anwohner, der zufällig am Montagmorgen auch im Park mit seinen beiden Hunden unterwegs ist. "Sonst würde es noch schlimmer aussehen als heute Morgen!" Deswegen haben die Nachbarn auch schon ein Schild an einem der Mülleimer angebracht. 

Müll im Citypark Südstadt-Ost
Die Nachbarn haben auch schon Schilder aufgehängt. | Bild: Anya Barros

Entsorgung von "wildem Müll" kostet viel Geld

Doch das scheint zumindest in der Südstadt-Ost nicht wirklich viel zu nützen. "Schon seit Jahren kann man im gesamten Stadtgebiet feststellen, dass die Verunreinigungen auf konstant hohem Niveau sind!" Meistens finden die Mitarbeiter des AfA auf ihrer Runde Flaschen aber auch Pizzakartons - "immer da, wo die Leute sitzen", sagt einer der AfA-Mitarbeiter, der für die Südstadt und den Citypark zuständig ist. 

Und das Entsorgen von "wildem Müll" kostet bares Geld. Allein bei den Mitarbeitern des Karlsruher Gartenbaumamts (GBA) sind etwa 16.400 Arbeitsstunden erfasst worden, um im vergangenen Jahr achtlos weggeworfenen Müll in der Stadt einzusammeln. "Das entspricht etwa 12 Vollzeitarbeitskräften", erklärt die Stadt Karlsruhe auf Nachfrage von ka-news. 

Müll im Citypark Südstadt-Ost
Zwei Mitarbeiter des AfA leeren drei mal in der Woche die Mülleimer. | Bild: Anya Barros

Ordnungsamt kontrolliert Parks und Grünanlagen

Doch wie könnten GBA und AfA der Lage Herr werden? Kontrollen in den öffentlichen Grünanlagen sind schon ein Schwerpunkt des den Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) der Stadt Karlsruhe. "2017 gab es in den Parks der Fächerstadt über 4.000 Kontrollen", so die Stadtverwaltung auf Anfrage von ka-news weiter. "Die Ordnungskräfte bringen unerlaubte Müllentsorgung auch zur Anzeige, doch gerade in den Abendstunden, wenn der KOD verstärkt kontrolliert, muss das Personal zu dringlicheren Einsätzen und Präsenzstreifen in den Grünanlagen werden zurückgestellt!"

Müll im Citypark Südstadt-Ost
Scherben auf der Wiese - das kann gefährlich werden. | Bild: Anya Barros

Bei der Stadt weiß man allerdings auch, dass durch die Vielzahl der Parks eine lückenlose Kontrolle nicht möglich ist. "Da muss an die gegenseitige Rücksichtnahme der Bürger appelliert werden!" Eine weitere Möglichkeit, "wilden Müll" in den Grünanlagen zu verhindern: Mehr Mülleimer aufstellen. "Mehr Müllbehälter mögen vielleicht etwas bringen, gerade wenn ich mir anschaue, dass auf der Wiese Scherben lagen", so Dieter Kloiber weiter im Gespräch mit ka-news.

Doch mehr Abfalleimer sind laut Stadtverwaltung Karlsruhe nur dann sinnvoll, wenn diese auch bestimmungsgemäß genutzt werden. Aber auch die Anwohner würden sich mehr Abfallbehälter rund um den See im Citypark wünschen. Das Engagement der Nachbarn findet Dieter Kloiber gut: "Wir würden es ja selber wegmachen, aber da fehlt sonst das Personal an anderen Stellen in der Stadt!" Und da gibt es genug zu tun, wenn sich im Sommer das Leben in der Fächerstadt oft draußen abspielt. 

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Kommentare (40)
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  •   orakelka
    (1910 Beiträge)

    07.06.2018 22:39 Uhr
    Was
    Ist daran Wild? Wenn zu wenig Mülleimer da sind, ist das Problem einfach zu lösen.
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  •   DonHasi
    (843 Beiträge)

    06.06.2018 20:11 Uhr
    Wenn wunderts....
    Weit und breit keine Mülleimer in Sicht.
    Und wenn dann immer kaputt oder voll.
    Niemand der das unkontrollierte Wegwerfen sanktioniert z.B. mit 150 Sozialstunden Dienstbeginn ab 03.00 Uhr morgens im Park. Oder mal 4 Wochen "zugeschissene" Dixiklos mit der Zahnbürste reinigen. Das hilft - Garantiert.
    Das alles soll keine Entschuldigung sein ist aber das Ergebnis wenn man irgendwelchen Althippies mit Chauffeur und Sekretärin zu viel Macht gibt, mit der Sie nicht umgehen können und deren Vakuum Sie nicht füllen können.
    Was ein solcher gesellschaftlicher "Furz" wieder sehr eindrucksvoll beweist
    Wo einfach nur konsequent durchgegriffen gehört, versagt die "Kuschelpädagogik"
    -> siehe auch "Karlsruher Abifeier aus dem Ruder gelaufen"
    https://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Karlsruhe~/Karlsruher-Abifeier-aus-dem-Ruder-gelaufen-Polizei-beendet-Party-im-Schlosspark;art6066,2220825
    Allen Abiturienten aber trotzdem einen guten und erfolgreichen Start ins Berufsleben
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (848 Beiträge)

    06.06.2018 05:30 Uhr
    In Singapore
    haben sie das Problem gelöst.

    Warum muss das Rad bei uns neu erfunden werden?
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  •   teflon
    (2431 Beiträge)

    05.06.2018 18:16 Uhr
    Ich frage mich nur das Eine:
    welches BM Dezernat verantwortet das kranke Thema? Ah, Spezialist Stapf - damit ist eigentlich schon alles erklärt & gesagt.
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  •   Route66
    (1081 Beiträge)

    05.06.2018 14:41 Uhr
    so muss man damit umgehen
    Müll zurück an Absender
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  •   diwd
    (838 Beiträge)

    05.06.2018 15:33 Uhr
    Hihihi....
    und Hundekot in den Briefkasten des Halters grinsen
    Was für eine Überraschung! grinsen Aber hilfreich zwinkern grinsen
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  •   patrickkk
    (1119 Beiträge)

    05.06.2018 14:24 Uhr
    Wir
    Haben eine Hecke ums Haus. Was da so von den Passanten alles hineingeworfen wird lässt einen an den Mitbürgern zweifeln. Leere Bierflashen sind noch das angenehmere...

    Anstatt Geldstrafen sollte es standardmäßig 8 oder 12 Stunden Sozialdienst für das wegschmeißen geben, die dann mit dem Reinigen der Parks/Straßen verbracht werden.
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  •   ingrid333
    (123 Beiträge)

    05.06.2018 14:16 Uhr
    Dreck weg
    Bin der Meinung, dass es überall in der Stadt grausig aussieht, auch am Stadtrand. Denke, dass kein Abitur notwendig ist, um Mülleimer zu leeren, also Langzeitarbeitslose zum Mülleimer leeren verdonnern. Egal auch die können etwas tun, für das Geld vom Staat, wird ja angerechnet, lohnt sich nicht etwas zu tun. Ist das sooooo schwer. Verstehe das nicht.
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  •   dipfele
    (4627 Beiträge)

    06.06.2018 04:59 Uhr
    Besser wäre wohl.....
    ......diesen to go- Frass und- Gesöff zu verbieten oder wenigstens ein hohes Pfand dafür zu verlangen.
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  •   Hartz4Bomber
    (46 Beiträge)

    05.06.2018 18:46 Uhr
    In der ganzen Stadt sieht man Gruppen
    von jungen, gelangweilten Männern. Soll ich etwa deren Dreck wegmachen? Gleich zum Arzt und krankschreiben lassen. grinsen
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