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Karlsruhe WhatsApp petzt: Ein Plädoyer gegen das Lese-Häkchen

Muss das sein? Nach Facebook jetzt auch noch WhatsApp: Ab heute stellt ein blaues Doppel-Häkchen jene Nutzer des Chatdienstes an den sozialen Pranger, die trotz zur Kenntnisnahme der Nachricht nicht sofort antworten. Hat er gerade keine Lust auf mich? Ist sie gerade mit etwas wichtigerem beschäftigt? Diese Petz-Funktion schürt Druck und miese Stimmung.

"Schatz, bringst du mir noch Tampons vom Einkaufen mit?" - "Sorry, zu spät gelesen, bin schon auf dem Heimweg." Damit ist jetzt Schluss. WhatsApp schaltet Ausreden einfach aus - und schürt damit den sozialen Druck sofort auf jede Chatnachricht zu antworten.

Ein schlichtes blaues Doppelhäkchen wird nun zum Sündenbock der ganzen Netzgemeinde. Ab heute zeigt der Messenger-Dienst an, sobald das Gegenüber die letzte Nachricht gelesen hat. Das kann unter Umständen für Enttäuschung, Aggression und Verzweiflung über dem Smartphone-Bildschirm sorgen. Ja sogar Beziehungen trüben - traurig aber wahr. Auf der anderen Seite ist es ein Signal an die heutige Gesellschaft, immer erreichbar zu sein. Prioritäten oder Privatsphäre - wer hat dafür noch Verständnis?

Zuvor konnte man sich wenigstens auf kleine Notlügen stützen, wenn das verständnislose, quengelnde Chat-Gegenüber einem die Hölle heiß machte. Ab sofort ist es der nackte Kampf um die Antwort-Pflicht. Allein dass ein Doppel-Häkchen so viele Gemüter erregt, eine Gesellschaft so bewegt, ist erschreckend. Aber noch viel erschreckender ist, dass WhatsApp diese Art Kommunikation technisch ankurbelt und damit bewusst fördert. Was da in Zukunft noch hilft: Einfach mal abschalten!

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Kommentare (44)
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  •   mcclaney
    (1462 Beiträge)

    06.11.2014 18:09 Uhr
    ...
    Bislang
    1. Haken: Versand bestätigt
    2. Haken: Empfang bestätigt - nix gelesen.

    Wo jetzt das Problem sein soll, verstehe ich nicht. Wenn ich keinen Bock darauf habe, eine Nachricht von einer bestimmten Person zu beantworten....dann muss ich sie ja auch nicht lesen. zwinkern
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  •   skynet
    (115 Beiträge)

    06.11.2014 18:09 Uhr
    nicht ganz
    Bisher war es wohl so:
    1. Haken - Nachricht übermittelt
    2. Haken Nachricht beim Gesprächspartner eingegangen

    und jetzt neu:
    Haken blau: nachricht gesehen/gelesen
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  • unbekannt
    (93 Beiträge)

    06.11.2014 17:30 Uhr
    selbst schuld wer Whatsapp nutzt
    Es gibt bessere und sichere Alternativen:

    Threema
    TesxtSecure

    um nur zwei zu nennen.
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  •   Exil-Hohenzoller
    (561 Beiträge)

    06.11.2014 18:31 Uhr
    Naja
    Was genau ist an Threema nochmal so sicher? Weil's aus der Schweiz kommt? Ob's sicher ist oder nicht muss man denen schon glauben, nachprüfen kann man es nicht.

    Der Hauptgrund der massenweise Nutzung von Whatsapp liegt doch aber in der einfachen Nutzung. Die einzige Alternative, die in dem Punkt ähnlich wie Whatsapp ist, ist dann Telegram Messenger.

    Irgendwelche komplizierte und hochsichere Lösungen wird die allgemeine Mehrheit sowieso nie nutzen. Kann man in etwa mit PGP-Verschlüsselung bei E-Mails vergleichen.
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  • unbekannt
    (93 Beiträge)

    06.11.2014 18:55 Uhr
    einfach einfach
    Das gute an Threema ist, dass es sehr einfach zu benutzen ist.

    Die Stiftung Warentest hat den Datenschutz bei Whatsapp-Alternativen getestet. Nur einer der vier Messenger hielt den Sicherheitsanforderungen der Tester stand und wurde als unkritisch bewertet: die Schweizer App Threema.

    Bei der am besten bewerteten App Threema begrüßen die Tester, dass die Android-Variante vollständig auf die Übermittlung von Nutzerdaten verzichte. Außerdem speicherten die Apps für iOS und Android die Adressbucheinträge nur in pseudonymisierter Form.


    http://www.golem.de/news/whatsapp-alternativen-und-datenschutz-stiftung-warentest-stuft-nur-threema-als-unkritisch-ein-1402-104819.html
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  •   Exil-Hohenzoller
    (561 Beiträge)

    06.11.2014 19:23 Uhr
    Sicherheitsanforderungen der Stiftung Warentest
    Das mit den Adressbucheinträgen hat bisher bei Whatsapp auch keinen der Millionen Nutzer interessiert.

    Was viele Leute aber immer mehr interessiert ist eine Verschlüsselung der Kommunikation. Bei Threema muß man da aber dem Vertrauen, was die Entwickler sagen (ich tue das gerade weil's aus der Schweiz kommt nicht). Ohne quelloffene Apps kann man das dann auch die Sicherheit gleich wieder knicken.

    Da ist Telegram sehr viel transparenter (entgegen mancher zitierter Artikel).

    Secure Messaging Scorecard
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  • unbekannt
    (93 Beiträge)

    06.11.2014 18:58 Uhr
    Von Telegram wird abzuraten
    Telegram: Was man über den WhatsApp-Rivalen des “russischen Mark Zuckerberg” wissen sollte

    Telegram gilt als sichere WhatsApp-Alternative. Der Datenschutz der App wurde nun als kritisch eingestuft. Wir haben uns einmal näher mit dem Dienst beschäftigt und schauen, was die Stiftung Warentest und andere Kritiker bemängeln.
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  •   Exil-Hohenzoller
    (561 Beiträge)

    06.11.2014 19:36 Uhr
    Telegram
    Weil Pavel Durov nicht mehr Chef von VK ist (bzw von der russischen Regierung vertrieben/enteignet wurde) und höchst wahrscheinlich in Europa oder den USA emigriert, ist also dessen neues Projekt per Definition Telegram unsicher?

    Und unsicherer als eine Klitsche in Zürich, die sich nicht in die Quelltexte schauen läßt? Mit Abhören und co kennen sich die Schweizer sehr gut aus! Und für Werbung (bzw. Beiträge in Zeitungen) klappts bei Threema auch ganz gut.

    Die eigene Telefonnummer ist auch schon bei Whatsapp und co, wenn man sie je jemandem gegeben hat, der solche Apps nutzt. Und selbst kann man das zB mit CM o.ä. verhindern...

    Also klar ist Telegram nicht perfekt (zB wegen dem Adressbuch), aber ich sehe mehr Nachteile bei Threema als bei Telegram.
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  • unbekannt
    (93 Beiträge)

    06.11.2014 17:51 Uhr
    Der korrekte Name lautet:
    TextSecure Private Messenger

    sicher telefonieren geht auch, mit RedPhone,
    aus dem selben Haus.

    beides kostenlos!
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  • unbekannt
    (387 Beiträge)

    06.11.2014 18:50 Uhr
    @TextSecure Private Messenger
    Detlef kann Englisch...toll....ich nicht
    //L
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