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Karlsruhe Wenn das vermeintliche Schnäppchen eine Falle ist: Betrüger nutzen die Karlsruher Wohnungsnot aus und hoffen auf das schnelle Geld

Die Suche nach einer Wohnung in der Fächerstadt kann lange und sehr ernüchternd sein. Umso erfreulicher scheint es, dass es doch noch "gute Vermieter" gibt, die ihre Immobilie zu günstigen Preisen anbieten. Doch auch in Karlsruher gibt es Betrüger, die aus der bestehenden Wohnungsnot Profit schlagen wollen. So werden Wohnungen angeboten, die ein potentieller Mieter wohl nie zu Gesicht bekommen wird.

Freie Wohnungen sind in Karlsruhe ein rares Gut. Wer sich dennoch nach einer neuen Bleibe umschauen will oder gar muss, der landet früher oder später mit großer Wahrscheinlichkeit auch bei den verschiedenen Online-Portalen. Dort wird alles angeboten: Von der kleinen Ein-Zimmer-Wohnung, bis hin zu ganzen Häusern - und auch Immobilien, die eigentlich gar nicht vermietet werden.

Auch in Karlsruhe machen es sich Betrüger die Wohnungsnot der Betroffenen zunutze. Die Kriminellen versuchen so an schnelles Geld zu kommen. Die Masche: Die Wohnungen werden zu scheinbar sehr günstigen Preisen angeboten. So stechen die Inserate zwischen den gängigen und meist teureren Angeboten heraus.

Perfekt ausgestattete Wohnung zum kleinen Preis?

So wurde beispielsweise auf dem Portal "Immowelt" eine neue und eingerichtete Zwei-Zimmer-Wohnung in der Karlsruher Kriegsstraße, gegenüber des Bundesgerichtshofs, angeboten. Eine ähnliche Annonce verspricht eine solche ebenfalls sehr zentral gelegene Wohnungen am Zirkel, also unmittelbar in der Nähe des Karlsruher Schlosses.

Die Exposés beider Wohnungen lassen keine Wünsche offen: Die Wohnung seien ausgestattet mit einer modernen Einbauküche, Waschmaschine, Herd, Mikrowelle, Staubsauger, Haartrockner, Grill, Mixer, Toaster, Kühlschrank, Kaffeemaschine, LED-TV und DVD-Player. Natürlich sind bei dem günstigen Mietpreis von nur 500 Euro auch zwei Parkplätze, Strom-, Gas- und Wasserkosten, sowie Müllentsorgung und TV-Internetzugang inklusive.

Wohnungs-Anzeige im Netz
Ein Screenshot der Anzeige, mit der im Netz für eine Wohnung in Karlsruhe geworben wurde. | Bild: Thomas Riedel

Vermieter geben sich als Auswärtige aus

Auf die Kontaktanfrage melden sich ein Allen R. und ein Daniel P., beide angeblich aus England. Allen R. stellt in der Kommunikation recht schnell eine Zusage für die Wohnung in Aussicht. Die Abwicklung soll über das Portal "Airbnb" laufen - eigentlich ein seriöses Unternehmen, das private Unterkünfte an Reisende vermittelt. Das bekannte Portal soll beim Interessenten einen seriösen Eindruck hinterlassen. Allen R. verweist allerdings auf eine gefälschte Airbnb-Seite.

Weiter versichert Allen R., dass die Wohnung natürlich auch langfristig, bis zu 10 Jahre, angemietet werden kann. Wer eine Vorauszahlung der Miete über mehrere Jahre tätig, der bekommt sogar noch Rabatt auf den ohnehin günstigen Preis.

Nach der Zahlung passiert nichts mehr

Wer dann bei dem vermeintlichen Schnäppchen zuschlägt, ist auf die Betrugsmasche hereingefallen. Wer über die gefälschte "Airbnb-Seite"eine Zahlung getätigt hat, wartet im Anschluss vergeblich auf die versprochene Zusendung des Wohnungsschlüssels. Nicht nur auf "Immowelt", sondern auch auf den meisten anderen Plattformen sind ähnliche Betrugsversuche zu finden.

Online-Überweisung
(Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

Bekannt ist die Masche auch bei der Karlsruher Polizei: "Es liegen bereits mehrere Anzeigen vor und die Vorgehensweise der Betrüger ähneln sich natürlich", so Florian Herr von der Karlsruher Polizei im Gespräch mit ka-news.

Nicht unter Druck setzen lassen

Generell empfiehlt Herr nicht vorschnell irgendwelche Zahlungen zu leisten, auch wenn das Angebot noch so verlockend erscheint. Interessenten sollen sich von den Betrügern nicht unter zeitlichen Druck setzen lassen und auf eine Besichtigung der Wohnung bestehen.

Weiter solle genau darauf geachtet werden, auf welche Seiten ein verschickter Link tatsächlich führt und ebenso die E-Mail-Adresse des Absenders genauestens inspizieren, so Herr weiter. Dann wird es auch mit der eigenen Wohnung irgendwann ein voller Erfolg.

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  •   Joerg_Rupp
    (2703 Beiträge)

    15.12.2018 09:49 Uhr
    Das mag in KA neu sein
    ich kenne diese Betrügerein schon eine ganze Weile aus der Wohnungssuche für meinen Sohn in München. Da gab es auch so seltsame Angebote. Misstrauen hilft!
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  •   Rino
    (294 Beiträge)

    14.12.2018 15:17 Uhr
    Heißzeit
    Seit es in der BRD eine "Heißzeit" gibt, nimmt die Unaufmerksamkeit der Bewohner überhand.
    Und wird somit "Alternativlos".

    In KA gibt es noch nicht einmal einen Hasenstall unter 10.- €uronen pro Quadratmeter.
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    14.12.2018 14:52 Uhr
    "Die....
    ....Abwicklung soll über das Portal "Airbnb" laufen - eigentlich ein seriöses Unternehmen,..." Airbnb seriös?
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  •   IchKA
    (741 Beiträge)

    14.12.2018 11:52 Uhr
    Es geht auch umgekehrt
    Vermieter erhalten auf Immoanzeigen oft Anfragen von angeblichen "stark interessierten" Ex US Armeeangehörigen mit hohem Offiziersdienstgrad. Gedient in Afghanistan oder Irak. Sie behaupten die Miethöhe wäre ihnen egal, da sie durch Geschäfte und Abfindungen wohlhabend geworden wären. Sie würden viele Monate im Voraus bezahlen. Das Geld läge allerdings bereit zum Transfer auf eine Deutsche Bank noch in Afrika etc. Zur Überweisung in die BRD benötige man aber noch vorab zu zahlende Bankgebühren, die doch vielleicht der Vermieter gegen späteres zu erstattendes Honorar vorschießen könne. Das gleiche Spiel findet auch auf Mobile.de bei hochpreisigen Luxuswagen statt.
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  •   kommentar4711
    (2304 Beiträge)

    14.12.2018 09:01 Uhr
    Nie vergessen...
    ... manchmal haben Umleitungen was gutes:

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  •   Anonymous
    (46 Beiträge)

    14.12.2018 08:08 Uhr
    ...
    wenn man so naiv ist selber schuld. Aber das kennen wir ja von uns "Deutschen"!
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  •   schoenix
    (129 Beiträge)

    14.12.2018 10:11 Uhr
    Andere Länder ...
    Nachdem nur Deutsche so naiv sind wird es solche Betrügerreien in anderen Ländern ja nicht geben - ach halt.

    Und dann gibt es ja noch die anderen "typisch deutschen" Eigenschaften: irgendwie unfreundlich, pingelig und was sonst noch so als "typisch deutsch" gilt. Geht man danach muss es ja in anderen Ländern geradezu paradiesisch sein. Alle sind gastfreundlich, sehen über Fehler hinweg, tanzen den ganzen Tag herum (Tanzen können Deutsche ja auch nicht), sind gut gekleidet usw. - oder so ähnlich eben.
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  •   Anonymous
    (46 Beiträge)

    15.12.2018 13:58 Uhr
    ... die angeblichen Tugenden
    habe ich damit nicht gemeint, sondern auch die Naivität in Bezug auf die Politik der letzten Jahre. => Alles immer schön reden, und die Konsequenzen einfach ignorieren.
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  •   bergdoerfler
    (1639 Beiträge)

    13.12.2018 18:05 Uhr
    Wenn eine solche Anzeige in einem Immobilienportal
    erscheint, kann man diese dem Portalbetreiber melden, damit er diese löscht. Bei Immobilienscout hat das funktioniert. Da gab es an einem Tag 3 gleichlautende Angebote an verschiedenen Adressen. Die Bilder waren immer die gleichen.
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  •   Kojak
    (269 Beiträge)

    13.12.2018 17:56 Uhr
    Vorauszahlung der Miete
    über mehrere Jahre an eine unbekannte Person im Ausland? Also sorry, das ist nicht nur unvorsichtig, das ist gröblichst fahrlässig.
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