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Karlsruhe Wenn das Wetter verrücktspielt: Extreme Wetterlagen könnten in Karlsruhe auch in Zukunft zum Problem werden

Schneechaos, Stürme, Hochwasser, Hitzewellen: Auf der ganzen Welt müssen Städte und Regionen immer wieder mit Wetterextremen kämpfen. Auch Karlsruhe litt im vergangenen Jahr unter einem ungewöhnlich langen und heißen Sommer. Ob die Fächerstadt in Folge des Klimawandels künftig mit weiteren Extremwetterlagen rechnen muss und welche gravierenden Folgen die Erderwärmung für das Karlsruher Wetter haben könnte - ka-news hat nachgeforscht.

Schwere Stürme oder klirrende Kälte - extreme Wetterlagen sind kein Phänomen ferner Länder, auch in Deutschland werden sie immer wieder zum Problem. So leidet aktuell Bayern unter einem starken Wintereinbruch, während über Karlsruhe gerade Sturmtief "Benjamin" zieht.

Warnung
Straßensperrung: Meteorologen erwarten in Österreich weitere Schneemassen und damit eine Verschärfung der Lawinengefahr. Foto: Erwin Scheriau/Keystone/APA | Bild: dpa

Auch 2018 war in meteorologischer Hinsicht ein Rekordjahr: Die Region rund um Karlsruhe schwitzte sich durch einen sehr langen und trockenen Sommer und mit durchschnittlich 10,4 Grad überbot das Land Baden-Württemberg den vieljährigen Temperaturmittelwert um 2,3 Grad. Die Sonnenstunden stiegen von 1.607 im langjährigen Mittel auf 2.005 Stunden an. Das geht aus einer Statistik des Deutschen Wetterdienstes (dwd) hervor.

Extremwetter in Karlsruhe kein unbekanntes Phänomen

Ob Extremwetterlagen - also Wetterereignisse, die stark von einem langjährigen Mittelwert abweichen - in der Fächerstadt künftig zur Normalität werden, ist laut Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr nicht absehbar. "Extreme Wetterereignisse gab es schon immer und wird es auch immer geben", erklärt er im Gespräch mit ka-news.

Meteorologe Bernhard Mühr
Meteorologe Bernhard Mühr. | Bild: Bernhard Mühr

So sei beispielsweise der Februar 1956 mit permanenten minus 20 Grad der kälteste jemals gemessene Winter in Karlsruhe gewesen. Auch ein Jahr mit einem Rekordwert von 50 Zentimetern Schnee habe die Fächerstadt schon einmal erlebt. Und: "Das kann auch immer mal wieder passieren!", erklärt Mühr.

Zukünftige Wetterextreme noch nicht vorhersehbar

Denn auch wenn es aufgrund des Klimawandels grundsätzlich immer wärmer werde, gebe es laut dem Wetterexperten keinen Grund dafür, dass künftige Winter nicht auch wieder mit richtig kalten Temperaturen aufwarten könnten. "Es kommt immer darauf an, woher die Luft kommt und wie lange sie zu uns gelangt", so Mühr gegenüber ka-news.

Das heißt: Haben die Luftmassen ihr Ursprungsgebiet im Südwesten über dem Atlantik, ziehe eher milde, warme, und feuchte Luft nach Karlsruhe. "Liegt aber ein Hochdruckgebiet über Skandinavien, kann die Luft im Winter aus Norden oder Nordosten sehr niedrige Temperaturen mit sich führen", meint Mühr.

Gewitter bei Karlsruhe
Könnten Wetterextreme in Zukunft zur Normalität werden? (Symbolbild) | Bild: Dipl.-Met. Bernhard Mühr

Ob und wie sich die großräumigen Strömungsverhältnisse in Zukunft aber genau ändern und ob das in weiteren Wetterextremen resultiert, bleibt nach Aussage des Wetterexperten abzuwarten. "Das ist noch Gegenstand intensiver Forschung", erklärt er.

Wird es in Karlsruhe bald so warm wie im Südpazifik?

Einen möglichen Ausblick darauf, in welche Richtung sich das Wetter in Karlsruhe in Zukunft entwickeln könnte, gibt eine Studie der Tagesschau aber schon heute. Demnach könnte es in Karlsruhe im Jahr 2080 - geht man von einer Erderwärmung von 4,2 Grad aus - im wärmsten Monat des Jahres durchschnittlich 29,7 Grad geben. Damit wäre es in der Fächerstadt so heiß wie momentan in Nuku´alofa, der Hauptstadt des südpazifischen Königreiches Tonga.

 

Temperaturentwicklung Karlsruhe
So heiß könnte bis zum Ende des Jahrhunderts werden. | Bild: Nasa Nex/Tagesschau

Doch bei der Klimakonferenz 2015 in Paris haben die Staaten beschlossen, die weltweite Erwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. In diesem Fall wären die Auswirkungen nicht ganz so gravierend: Würde das Klimaziel erreicht werden und die Erde sich nur um 1,8 Grad erwärmen, wäre es in der Fächerstadt im wärmsten Sommermonat des Jahres 2080 so warm wie heute in Banja Luka (Bosnien und Herzegowina), also 27,8 Grad.

Erderwärmung sorgt für trockeneres Klima

Nach Angaben der Studie der Tagesschau könnte sich der Temperaturanstieg auch negativ auf die Niederschlagsmenge auswirken: Lag diese im Zeitraum von 1990 bis 2005 in Karlsruhe noch bei jährlich 742 Litern pro Quadratmeter, wären es in rund 60 Jahren bei einem Temperaturanstieg von mehr als vier Grad nur noch 649 Liter.

Sollte das Klimaziel erreicht werden können und die Temperatur sich "nur" auf 1,8 Grad erwärmen, wären es immerhin noch 731 Liter pro Quadratmeter. 

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  •   RainerBu
    (758 Beiträge)

    11.01.2019 16:06 Uhr
    ganz richtig nur
    Ohne Treibhausgase hätte es wohl nie Leben auf der Erde gegeben.
    Aber zuviel davon ist eben auch nicht gut.
    Wir verändern die gasförmige Zusammensetzung der Atmosphäre.
    Weil wir massenweise Öl und Kohle verbrennen.
    Die Folgen kennt keiner genau . Man versucht es abzuschätzen und zu berechnen.
    Hysterie ist eben so falsch wie diese Ansicht hier , das Klima sei völlig frei von unseren Aktivitäten .
    Klima ist sehr komplex. Sehr viele Einflußgrößen. Der Tredn zu wärmer scheint aber eindeutig zu sein.
    WIe groß dabei der menschliche Einfluß ist, ist Gegenstand der Klimaforschung .Null ist er sicher nicht .
    Veränderungen sind aber so oder so nötig weil Öl und Kohle nicht immer da sein werden.
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  •   mueck
    (10490 Beiträge)

    11.01.2019 14:57 Uhr
    !
    Ja, die Pflanzen wachsen mit mehr CO2 etwas besser, bis sie dank Erwärmung verdorrt sind oder die Nährstoffe im Boden schneller alle sind etc.

    Im übrigen ist in der Tat der Großteil des produzierten CO2 natürlichen Ursprungs, weil es einen Riesenumsatz im natürlichen Keislauf gibt zwischen sauestofferzeugenden Pflanzen und sauerstoffverbrauchenden Tieren etc. gibt. Diese beiden Faktoren sind seit Jahrtausenden im Gleichgewicht, weswegen sich die CO2-Menge in der Atmosphäre kaum veränderte. Jetzt kam aber der Mensch daher und produzierte zusätzliches CO2, im Vergleich zum natürlichen Umsatz wenig, aber im natürlichen Kreislauf ohne zusätzliche Verbraucher (so viel zum angeblich besseren Wachstum, außerdem holzt man ja fleißig Wälder ab), weswegen es sich in der Atmosphäre und den Meeren ansammelt(e) und so zur nachgewiesenen Erwärmung führte und zunehmend weiter führen wird.
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  •   Joerg_Rupp
    (2703 Beiträge)

    11.01.2019 13:23 Uhr
    und hier noch ein paar
    aktuelle Fakten für Sie
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    11.01.2019 17:50 Uhr
    Also Herr Rupp,
    dass es wärmer wird - zumindest im Sommer - bestreitet ja keiner. Lediglich die Tatsache, dass dafür der Mensch verantwortlich sein soll, ist strittig.
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  •   maehdrescher
    (1134 Beiträge)

    11.01.2019 14:44 Uhr
    Fakten
    vom Äffchen? grinsen
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  •   glaubnetalles
    (399 Beiträge)

    11.01.2019 13:35 Uhr
    Fakten
    vom Hörensagen, von wem vielleicht noch vom Relotius?
    Wer den Spiegel heranzieht disqualifiziert sich selber.
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  •   Joerg_Rupp
    (2703 Beiträge)

    11.01.2019 14:20 Uhr
    Sie können
    ja auf den Link im Artikel klicken, dann sind Sie vom Spiegel weg
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    11.01.2019 17:54 Uhr
    Sie können die verlinkten Thesen nicht glaubwürdig zusammenfassen.
    Und verlinken statt dessen. Sagen Sie es doch lieber frei heraus, Sie haben keine Ahnung.
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  •   Joerg_Rupp
    (2703 Beiträge)

    11.01.2019 13:13 Uhr
    man darf Sie gerne
    nach Ihrer Qualifikation fragen, mit der sie 99% der Klimaforscher widersprechen?
    Fakt ist: es gab noch nie so viel CO² inder Atmosphäre wie aktuell.
    Aber Sie haben recht - dem Klima respektive dem Planeten ist es egal, wer drauf lebt.
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  •   glaubnetalles
    (399 Beiträge)

    11.01.2019 15:59 Uhr
    Bringen Sie
    mal Ihre!
    Ich habe die Fähigkeit mich meines Verstandes zu bedienen! Sie müssen glauben und das tun sie mit Beharrlichkeit.
    Z. B. Das PIK ist kein Klimaforschungsinstitut sondern nur eine Institut zu Erforschung von Klimafolgen.
    Ähnliches gilt fürs IPCC.
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