Karlsruhe Wenn Wissenschaft auf Unterhaltung trifft: Junge Forscher messen sich bei FameLab-Wettbewerb im Karlsruher Tollhaus

Am Mittwochabend maßen sich Baden-Württembergs größte Nachwuchswissenschaftler beim Regionalentscheid des internationalen Wissenschaftswettbewerbs FameLab im Karlsruher Tollhaus. Aus den neun Teilnehmern konnte sich schließlich Ulrike Neumann als Siegerin hervortun. Sie beschäftigt sich mit dem Einsatz von Mikroalgen als Nahrungsmittel.

Zwischen tosendem Applaus und rauchenden Köpfen kämpften am Mittwochabend neun junge Wissenschaftler aus ganz Baden-Württemberg im Tollhaus um den Sieg beim Regionalentscheid des Wettbewerbs FameLab. Zahlreiche Besucher waren gekommen, um ihre Vorträge um die verschiedensten Forschungsthemen anzuhören.

 

 

Die Vorträge sind dabei aber keine gewöhnlichen, einschläfernden Powerpoint-Präsentationen. Hier geht es darum, komplizierte Forschungsthemen so einfach und spannend wie möglich zu präsentieren. Der Kniff des Wettbewerbs: Jeder Teilnehmer hat für seinen Vortrag nur drei Minuten Zeit. Als Hilfsmittel darf alles benutzt werden, was am Körper getragen werden kann.

Wissenschaftler werden zu Entertainern

Diese Regel machten sich die Kandidaten am Mittwochabend rege zu Nutze. So warf Teilnehmer Kenny Onwukamike beispielsweise auf der Bühne mit Plastiktüten um sich.

 

 

Thilo Richter vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) versuchte das Publikum hingegen mit Kochschürze und -mütze von seinem Vergleich von Carbonfasern und einem Nudelauflauf zu überzeugen.

FameLab 2019 Tollhaus Karlsruhe
Thilo Richter verwandelte sich für seinen Vortrag in einen italienischen Koch. | Bild: Hammer Photographie

Auch Teilnehmerin Ulrike Neumann griff zu einem Hilfsmittel. Mit Wurstaufschnitt wollte sie ihren Vortrag über die Vorteile von Mikroalgen als Nahrungsmittel auflockern - mit Erfolg: Sowohl die Jury als auch das Publikum kürten die Biologin der Universität Hohenheim einstimmig zum Gewinner des Abends.

FameLab 2019 Tollhaus Karlsruhe
Biologin Ulrike Neumann konnte Jury und Publikum beim Wettbewerb von sich überzeugen. | Bild: Hammer Photographie

"Hier hat man die Chance, über den Tellerrand hinauszublicken"

"Es ist für mich eine Ehre, hier zu gewinnen!", erklärt die Siegerin am Rande des Wettbewerbs im Gespräch mit ka-news. "Wenn man alleine im Labor sitzt, interessiert sich niemand für das, was man zu sagen hat. Hier hat man die Chance, sich kritisch mit der eigenen Forschung auseinanderzusetzen und auch einmal über den Tellerrand hinauszublicken."

 

 

Besonders schwergefallen sei es Neumann, die gerade ihren Doktor in Ernährungsmedizin macht, sich bei ihrem Auftritt auf die vorgeschriebenen drei Minuten zu begrenzen. "Ich habe zwar bereits bei Science Slams mitgemacht, aber das ist noch mal etwas ganz anderes", sagt sie gegenüber ka-news.

Zusammen mit dem zweitplatzierten Kenny Onwukamike reist Ulrike Neumann zum FameLab-Deutschlandfinale, das am 6. Mai in Bielefeld ausgetragen wird. Und vielleicht ist sie dann diejenige, die Deutschland beim internationalen Finale des Wettbewerbs vom 4. bis 9. Juni im englischen Cheltenham vertreten darf.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Sie sind der Erste, der einen Kommentar schreibt – vielen Dank!
Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: