57  

Karlsruhe Weniger Straftaten in Karlsruhe: Werderplatz bleibt Brennpunkt, mehr Jugendliche auffällig

Zwischen gefühlter Sicherheit und den Fakten, wie es um eben jene in der Fächerstadt besteht, liegt oft ein Unterschied. Um das sichtbar zu machen, gibt es jährlich den Sicherheitsbericht des Karlsruher Ordnungsamts. Besonders auffällig: Die Zahl der Straftaten ging erneut zurück, doch mehr Kinder und Jugendliche waren 2017 Tatverdächtige.

Für die Ordnung und die Sicherheit ist nicht nur die Polizei in Karlsruhe zuständig. Auch das Ordnungs- und Bürgeramt mit dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) sorgt mit seinen Mitarbeitern dafür. Das spiegelt sich auch in der Kriminalitätsentwicklung wider, die nun vom Ordnungsamt (OA) der Stadt für das Jahr 2017 veröffentlicht wurde. Im Vergleich zum Vorjahr wurden über 13 Prozent weniger Straftaten registriert, macht in Summe knapp 27.640 Straftaten. Das geht auch aus der Kriminalitätsstatistik der Polizei hervor. 

Sicherheitsbericht 2017 Ordnungsamt
KOD-Einsätze und Straftaten in den Stadtteilen. Die hell-orangenen Säulen stellen KOD-Einsätze dar. Hell-braun stellt die gemeldeten Straftaten aus der polizeilichen Kriminalstatistik dar. | Bild: Stadt Karlsruhe, Ordnungs- und Bürgeramt

Auch wenn der Trend erkennbar nach unten geht, einzig bei den Rauschgiftdelikten konnte das OA und die Polizei eine Zunahme an Taten verzeichnen: um 6,2 Prozent, von 1.783 auf 1.894 im Jahr 2017. Körperverletzungen, Straßenkriminalität oder "Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung" hingegen gingen zurück.

Fahrradstreifen des KOD
Die Fahrradstreifen des KOD kontrollieren Hundehaltung, Verhalten auf Spielplätzen, Grillen auf Grünanlagen im Stadtgebiet und der Jugendschutz. (Archivbild). | Bild: (ps)

Auffällig und vielleicht auch etwas nachdenklich stimmend: Bei den verübten Straftaten wurden im vergangenen Jahr mehr Kinder und Jugendliche aufgegriffen. 296 Kinder bis 14 Jahre waren tatverdächtig (2016: 259) und 1.351 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahre (2016: 1.275). 

Karlsruhe hat mehr als eine Problemzone

Der Hauptschwerpunkt der Kontrollen durch den KOD liegt nach wie vor im Innenstadtbereich. Hier bieten zahlreiche Plätze und Grünanlagen Raum für Erholung, der gerne genutzt wird, besonders im Sommer, wenn sich das Leben nach draußen verlagert. Dann kann es schon zu erheblicher Lärm- und Müllbelastung kommen. "Hier setzt die Arbeit des KOD an. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Verhinderung und Beseitigung von solchen Störungen im öffentlichen Raum", so das Ordnungsamt in seinem Sicherheitsbericht 2017. 

Polizeibehörde im Nacht im Einsatz
Polizeibehörde im Einsatz | Bild: Thomas Riedel

Die Mitarbeiter des KOD laufen Streife oder erteilen gar Platzverweise, wenn ihnen etwas besonders auffällt. Auch bei rücksichtslosen Radlern oder bei Falschparkern war der KOD stark gefragt. Dabei kam der Ordnungsdienst auf mehr als 4.269 Einsätze allein im Innenstadtbereich - und davon entfielen mehr die Hälfte auf die Bereiche im Werderplatz, Friedrichsplatz und rund um den Hauptbahnhof. 

 

Herausforderung am Werderplatz

Gerade in der Situation am Werderplatz sieht der Kommunale Ordnungsdienst eine große Herausforderung. Daher haben sich Arbeitsgruppen zusammengefunden, um langfristig die Situation vor Ort verbessern soll. Die Maßnahmen reichen von verstärkter Präsenz des KOD und der Polizei, bauliche Veränderungen oder der Einsatz von Streetworkern.

Bild: Thomas Riedel

Auch die Einrichtung eines alkoholakzeptierenden Aufenthaltsraums und eines Drogenkonsumraums soll den Brennpunkt am Werderplatz entschärfen. "Es müssen aber ganzheitliche Lösungsansätze gefunden werden", so das Ordnungsamt im aktuellen Sicherheitsbericht. "Verstärkte Kontrollen wird oft nur ein Verdrängungseffekt zu anderen Örtlichkeiten erreicht!" 

Ein Großteil der täglichen Arbeit des KOD macht immer noch die "Allgemeine Gefahrenabwehr" aus, das zeigen auch die Zahlen der Einsätze mit diesem Schwerpunkt. Von 16.086 Kontrollen im vergangenen Jahr entfielen über 6.500 in diesen Bereich. 

 

 

Neben den Streifengängen durch die Grünanlagen der Fächerstadt gehörte im Winter die verstärkte Präsenz auf dem Christkindlesmarkt zu den Aufgaben der KOD-Mitarbeiter. "Das wurde von den Besuchern sehr positiv wahrgenommen", heißt es im Sicherheitsbericht der Stadt abschließend. 

Mehr zum Thema:

Positive Zahlen der Polizei: Kriminalität in Karlsruhe geht deutlich zurück

Karlsruher Innenstadt: Einzelhändler klagen über Bettler, KSC-Fans und Kriminalität

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (57)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   malerdoerfler
    (5680 Beiträge)

    08.08.2018 13:54 Uhr
    Bei dieser Statistik
    kommt das Malerdorf aber recht gut weg.

    Gut gemacht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Realist22
    (247 Beiträge)

    08.08.2018 07:13 Uhr
    Werden
    Hier eigentlich die angezeigten Straftaten gezählt oder nur die, die nach einer rechtskräftigen Verurteilung übrig bleiben?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (9765 Beiträge)

    08.08.2018 15:46 Uhr
    Es ist von registrierten Fällen die Rede
    sprich die angezeigten sind gemeint.
    Was Gerichte daraus machen, ging noch nie in so eine Statistik ein.
    Geht auch nicht anders, schliesslich wird nicht nach jeder Anzeige überhaupt ein Täter ermittelt, den man anklagen könnte.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Winston_Smith
    (612 Beiträge)

    07.08.2018 16:42 Uhr
    Zu überlegen ist auch, wieviele von den 1351 tatverdächtigen Jugendlichen
    zwischen 14 und 18 Jahren wirklich solche sind. Es soll ja zwischen angenommenem und tatsächlichem Alter des öfteren eine Diskrepanz bestehen - welcher meines Wissens in KA nicht nachgegangen wird.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   stm-ka
    (90 Beiträge)

    07.08.2018 14:57 Uhr
    Aber seit die Flüchtlinge da sind, haben wir alle ein Gefühl von Unsicherheit.
    Die Flüchtlinge, die ich kenne, bieten alle keinen Grund sich unsicher zu fühlen. Die sind einfach nur froh, der Gefahr entkommen zu sein und möchten sich hier ein neues, sicheres (!) und geregeltes Leben aufbauen. Ich gebe zu, es gibt auch Ausnahmen, aber die gibt es unter den Deutschen, Franzosen, Amerikanern etc. auch.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Realist22
    (247 Beiträge)

    08.08.2018 07:12 Uhr
    Auch Sie haben den Unterschied
    Nicht verstanden. Der kriminelle deutsche war schon da, der Nordafrikaner nicht (und er dürfte eigentlich auch gar nicht hier sein, was das ganze Dilemma noch einmal um einiges lächerlicher macht)
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   stm-ka
    (90 Beiträge)

    08.08.2018 10:32 Uhr
    Fazit:
    Der kriminelle Deutsche hatte wohl einfach Glück als Kind deutscher Eltern auf die Welt zu kommen. Hätte er durch Geburt eine andere Staatsbürgerschaft, wäre er auch noch im falschen Land kriminell. Ich verweise mal auf meinen Ausgangspost.

    No child was ever born to hate. (aus: The Beautiful Game, Andrew LLoyd Webber/Ben Elton) File mir gerade so ein.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   md47
    (859 Beiträge)

    08.08.2018 14:34 Uhr
    Habe selten so gelacht
    Was hat das denn mit GLÜCK zu tun,wenn ein Kind das deutsche Eltern hat,die in DE leben hier geboren wird ?
    Wie soll das Kind denn in einer einheimischen Familie in Afrika geboren werden ? Und das Kind afrikanischer Eltern,die in Afrika leben kommt dann in China zur Welt ?? Aber vielleicht verteilt der Klapperstorch ja doch die Kinder,in dem Fall gebe ich ihnen recht !!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   jojo
    (645 Beiträge)

    08.08.2018 16:04 Uhr
    Nicht richtig gelesen
    Im Prinzip sagt der Post aus, dass es egal ist, ob ein deutscher eine Straftat begeht oder ein Migrant. Und da hat der Kommentator wirklich recht. Denn eine Diskussion, ob ein deutscher Straftäter besser ist, ist an Schwachsinn nicht zu überbieten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (9869 Beiträge)

    08.08.2018 07:32 Uhr
    Der kriminelle Deutsche
    verdient aber womöglich auch nicht schlecht daran, dass z.B. auf der spanischen Seite der Meerenge von Gibraltar die jugendliche Europäer keine Arbeit finden, aber als Drogenkuriere auf 3.000 Euro im Monat kommen. Und diese Kuriere - das ist daran interessant - sind schon deswegen eher keine Afrikaner, weil diese sofort in Verdacht kämen.
    Internationale Zusammenarbeit aller Staaten, die gegen illegale Verdienste durch illegale Substanzen oder andere Schmuggelware (das können leider sogar Menschen sein) sind, ist dringend nötiger, als Aufrechnerei in welcher Nation die meisten Kriminellen sitzen.
    Selbstverständlich haben wir hier auch genug eigene Kriminelle - nur in Verdacht kommen die nicht besonders schnell. (Staufen war auch ein Beispiel dafür)
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 (6 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.