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Karlsruhe Weniger Fahrgäste: Stadträte fragen nach Sicherheit in Karlsruher Bahnen

Die Fahrgastzahlen im Karlsruher Nahverkehr sind zurückgegangen. Das geht aus städtischen Unterlagen hervor. Den Grund dafür wollen zwei Stadträte im allgemeinen Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung in Karlsruhe erkannt haben.

Die beiden Stadträte Jürgen Wenzel (Freie Wähler) und der parteilose Stefan Schmitt verweisen in ihrer Anfrage zur kommenden Gemeinderatssitzung am 17. Januar auf den Sicherheitsbericht des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) für das Jahr 2014.

Dieser kam zu dem Ergebnis, dass sich das Sicherheitsempfinden in Straßenbahn und Bus bei Dunkelheit verschlechtert hat. 29,8 Prozent der befragten Frauen gaben im Sicherheitsbericht an, Unsicherheit während der Abend- und Nachtstunden zu verspüren. 

Die beiden Stadträte sind sich sicher: Der Schluss liegt nahe, dass der Rückgang der Fahrgäste in Bussen und Bahnen auch auf das stark verschlechterte Sicherheitsgefühl der Bürger und nicht etwa nur auf die demographische Entwicklung zurückzuführen ist. 

Großteil der Fahrgäste fühlt sich in den Bahnen sicher

Dem widerspricht der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) in einer Stellungnahme. "Grundsätzlich ist in der Tat die demographische Entwicklung, hier insbesondere die sinkenden Jahrgangsstärken im Bereich der Kinder- und Jugendlichen, ein wesentlicher Grund für sinkende Fahrgastzahlen", so der Verkehrsverbund. Die ScoolCard mache 50 Prozent der Abokunden aus. "Ein Rückgang um zwei Prozent bei den verkauften ScoolCards entspricht ungefähr einem Sinken der Fahrtenanzahl von über einer halben Million im Jahr", heißt es weiter. 

Sicherheit spiele neben Sauberkeit und Pünktlichkeit eine große Rolle für die Fahrgäste. Aus diesem Grund habe man, so der KVV weiter, 2015 eine Umfrage unter 385 Fahrgästen der VBK auf den Linien 1 bis 8 und S2 zu ihrem Sicherheitsempfinden befragt. Das Fazit des KVV: "Hierbei hat sich gezeigt, dass das Thema Sicherheit von den befragten Fahrgästen wahrgenommen wird, aber nicht als Zutrittsbarriere für die Nutzung des ÖPNV gesehen wird." 

72 Prozent der Befragten hätten die Sicherheit in den Karlsruher Bahnen als gut oder besser eingestuft. Nur acht Prozent zeigen sich nach Aussage des KVV mit einer als "schlecht" oder "sehr schlecht" eingeschätzten Sicherheitslage konfrontiert.

Zahlen werden nicht öffentlich vorgestellt

Öffentlich einsehbar sind die Ergebnisse nicht. Sie wurden dem Aufsichtsrat der VBK im November 2015 vorgestellt und diskutiert. Dass die Untersuchung nicht öffentlich ist, begründet der KVV damit, dass es sich um eine "interne Markterkundung der VBK" handle. Es gebe daher derzeit keine Überlegungen, diese Untersuchung zu veröffentlichen. 

Die Unterlagen zur kommenden Gemeinderatssitzung gibt es unter folgendem Link: http://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/to0040.php?__ksinr=4521

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Kommentare (83)
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  •   Irgendwas_mit_Medien
    (604 Beiträge)

    12.01.2017 00:58 Uhr
    Find ich gut, dass der Nutzer die "Leistung" der VBK honoriert
    Über die Gründe haben die Kommentatoren schon vieles geschrieben, manch anderes liesse sich noch anfügen.
    Da ist mir die Zeit zum Schreiben zu schade - die demographische Entwicklung ist ja Schuld grinsen
    Weiter so, immer weiter. Selbstkritisch sollen andere sein. Überall, wo man heutzutage hinschaut, wird's einem ja vorgemacht.
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  •   Nachteule
    (395 Beiträge)

    12.01.2017 00:22 Uhr
    Sicherheit - das Thema Nummer 1 !!!!!
    Nicht nur bei der Bundestagswahl, sonden auch bei der nächsten Kommunalwahl. Sogar die Grünen, die das Thema Sicherheit bisher überhaupt nicht interessiert hat, springen jetzt - lach grinsen - auf diesen Zug auf. Wenzel und Schmitt waren die Ersten, die das erkannt haben und ich finde es gut, dass sie an diesem Thema dranbleiben.
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  •   Malerdoerfler
    (3644 Beiträge)

    11.01.2017 19:31 Uhr
    ICh bin ja ein Fan eines guten ÖPNV-Netzes
    Bin ich doch gänzlich ohne ÖPNV aufgewachsen. Aber die Dinger werden immer teurer. Wo geht das ganze Geld hin?
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  •   ALFPFIN
    (5676 Beiträge)

    11.01.2017 20:10 Uhr
    Nur ein kleiner Ausschnitt, wo das Geld hingeht.
    Nur ein paar Posten der laufenden Kosten, ohne Kombi.

    Dezember 2014 Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz
    "Zwischen 2015 und 2019 wird der Verlust der VBK von 28 Millionen Euro auf 56,7 Millionen Euro ansteigen. Ursächlich sind neben dem Wegfall der Landesförderung für das sog. rollende Material, also der Fahrzeugersatzbeschaffung, die gestiegenen Anforderungen im Betrieb oder bei der Wartung von Fahrzeugen. In dem für 2019 prognostizierten Defizit ist erstmals die Jahrespacht für die Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels von 16,4 Millionen Euro enthalten."

    Irgendwann werden wir unsere Bahnen VBK abkaufen müssen, damit noch ein paar Wagen durch die Stadt, ... äh den Tunnel rollen. Was nützt der "schöne Tunnel", wenn keine Bahnen mehr durchrollen.

    Merkt Ihr was, das Land streicht uns die Zuschüsse für das rollende Material. Bald werden wir keine Preiserhöhungen mehr befürchten müssen, das rollende Material ist weg, nix Geld vom Land, Stadt sowieso nix. grinsen
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  •   ALFPFIN
    (5676 Beiträge)

    11.01.2017 20:13 Uhr
    Und noch etwas
    war mir völlig unbekannt, die Verkehrsbetriebe müssen nach Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels an die Stadt Pacht bezahlen.
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  •   Malerdoerfler
    (3644 Beiträge)

    12.01.2017 21:23 Uhr
    Pacht für den Stadttunnel
    Ich kann es kaum glauben.
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  •   janh
    (392 Beiträge)

    12.01.2017 09:25 Uhr
    Finanzierung
    Das war ja das Finanzierungsmodell, bei dem ursprünglich versprochen wurde, dass die Stadt selber keinen Cent drauflegen sollte - die Kasig nimmt zunächst jede Menge Kredite auf, um die ganzen Ausgaben für den Bau zu bezahlen. Anschließend wird ein Teil über die Zuschüsse von Land/Bund zurückbezahlt, der Rest wird dann über die Nutzungsgebühren den Verkehrsbetrieben aufs Auge gedrückt, deren dadurch erhöhte Verluste ursprünglich vollständig über die Stadtwerke/KVVH ausgeglichen werden sollten.

    Durch zurückgegangene Gewinne bei den Stadtwerken und gleichzeitig gestiegene Baukosten klappt das aber nicht mehr so ganz, sodass jetzt doch zusätzliches Geld direkt aus dem Stadthaushalt fließen muss. Außerdem scheint man anzufangen, am sonstigen ÖV-Angebot herumknabbern, was angesichts der Tatsache, dass die Kombilösung vorgeblich zur Verbesserung des ÖVs gefördert wurde, mehr als nur etwas paradox ist.
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  •   ka-lex
    (1519 Beiträge)

    11.01.2017 19:18 Uhr
    Wenzel & Schmitt,
    Don Quijote und Sancho Panza.

    Man muss nicht jeden Ernst nehmen! grinsen
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  •   Nachteule
    (395 Beiträge)

    11.01.2017 19:52 Uhr
    HaHaHa - guter Vergleich !!!!
    Die haben auch nie aufgegeben !!!
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  •   ka-lex
    (1519 Beiträge)

    11.01.2017 19:58 Uhr
    Aber auch nix erreicht.
    Mangels Saft in der Birne!
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