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Karlsruhe Weitere Pegida-Demo: Was erwartet Karlsruhe am Dienstag?

Auch in dieser Woche wird Kargida wieder in Karlsruhe demonstrieren - für Dienstag, 3. März, ist die zweite Versammlung des Pegida-Ablegers auf dem Stephanplatz angekündigt. Geplant ist auch, wieder durch die Innenstadt zu ziehen. Am vergangenen Dienstag sorgten die Demonstrationen für Sperrungen, Umleitungen, Polizeigroßaufgebot - erwartet die Stadt ein weiterer Ausnahmezustand?

"Es ist eine Veranstaltung für kommenden Dienstag auf dem Stephanplatz angemeldet", bestätigt eine Sprecherin der Stadt auf Nachfrage von ka-news. Wie bei ihrer ersten Versammlung, ist vom Pegida-Ableger "Kargida" auch diesmal ein Aufzug gewünscht. Angekündigt hatte dies Organisator Thomas Rettig bereits vergangenen Dienstag bei der ersten Kundgebung.

Ob und wie sie durch die Karlsruher Innenstadt ziehen dürfen, ist derzeit allerdings noch unklar. Es soll lageorientiert entschieden werden, in welche Richtung es nach der Kundgebung gehen soll, heißt es vonseiten der Stadt. Für die Kundgebung angemeldet sind 200 Personen.

Bislang eine Gegen-Demo angemeldet

Beim Kargida-Aufzug vergangenen Dienstag gab es Sperrungen, Umleitungen und ein Großaufgebot der Polizei - in der Karlsruher Innenstadt herrschte Ausnahmezustand. Bislang ist laut Stadt eine weitere Demonstration angemeldet: Die Grüne Jugend ruft gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Rechts zu einer Gegenkundgebung auf. Am vergangenen Dienstag waren es vier Gegenveranstaltungen.

500 Personen habe man für die Demonstration angemeldet, so die Pressesprecherin der Grünen Jugend Karlsruhe. Stattfinden soll die Kundgebung um 18 Uhr. Derzeit sei man mit der Stadt in Abstimmungsgesprächen, wo sich die Gegendemonstranten versammeln dürfen. Gewünscht wird der Europaplatz als Versammlungsort, alternativ akzeptiere man aber auch den Friedrichs- oder Ludwigsplatz, so die Grüne-Sprecherin gegenüber ka-news.

Die Polizei rechnet in Hinblick auf das Aufgebot mit einem vergleichbaren Verlauf wie bei der ersten Kargida-Demo. Auch beim Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) stellt man sich wieder auf Umleitungen im Innenstadtbereich ein. "Wir gehen von einer Sperrung im Bereich Schillerstraße bis Europaplatz aus", so die KVV-Sprecherin, "Abhängig ist das von den aktuellen Geschehnissen." Die Sperrung soll nach derzeitigem Kenntnisstand allerdings nicht so umfangreich ausfallen wie vergangene Woche.

"Karlsruhe darf kein Standbein Pegidas werden"

"Zur letzten Pegida-Demonstration sind bereits 200 Menschen gekommen. Karlsruhe darf kein Standbein Pegidas werden, deshalb müssen wir frühzeitig deutliche Signale gegen fremdenfeindliche Spaziergänge unterbinden", heißt es in der Pressemitteilung der Grünen Jugend. Man werde nicht zulassen, dass Pegida oder ähnliche Gruppierungen ihre populistische Hetze ohne Gegenstimmen auf den Straßen Karlsruhes verbreiten können.

Im Internet macht derweil ein "Aufruf zur Menschlichkeit" vom Aktivistenbündnis Karlsruhe die Runde. Darin heißt es: "Wir können nicht verhindern, dass Kargida auch die nächsten Wochen durch die Stadt marschieren wird, denn das Versammlungsrecht muss ein Grundrecht aller bleiben. Was wir aber tun können, ist mit Freunden, Familie, Bekannten und zuletzt auch unseren Kindern darüber zu reden."

Die Karlsruher CDU appelliert an einen friedlichen Verlauf und verurteilt die Ausschreitungen der vergangenen Dienstagsdemonstration, bei der vier Polizisten verletzt wurden: "Wir wenden uns energisch gegen die fremdenfeindlichen Äußerungen auf der vergangenen Pegida-Demonstration und fordern die Verantwortlichen auf, sich davon unmissverständlich zu distanzieren", so Fraktionsvorsitzender Tilman Pfannkuch in einer Pressemitteilung, "wir verurteilen dabei aber auch Gegendemonstranten, welche das Demonstrationsrecht gewaltbereit missbrauchen."

Aktualisierung, 13.50 Uhr

Wie die Stadt mitteilt, wurde auf dem Platz der Grundrechte vor dem Schloss eine weitere Gegenveranstaltung angemeldet. Es handelt sich dabei um eine stationäre Demonstration unter dem Motto "Karlsruhe kunterbunt". Der private Veranstalter rechnet mit rund 50 Teilnehmern. Die Gegenkundgebung soll ab 18 Uhr auf dem Europaplatz stattfinden, teilt der Veranstalter gegenüber ka-news mit.

Aktualisierung, 14.40 Uhr

Auch die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft verdi will am kommenden Dienstag an der Gegendemonstration teilnehmen. "Als Gewerkschaft verdi treten wir für die Wahrung und Verwirklichung der Menschenrechte, für die Achtung der Menschenwürde, für ein friedliches Zusammenleben und für eine sozial gerechte Weltordnung ein", so der Bezirk Mittelbaden-Nordschwarzwald in einer Pressemitteilung.

"Letzte Woche 'spazierten' 200 Anhänger der Pegida-Bewegung durch Karlsruhe und verbreiteten offensichtlich rechtes Gedankengut, zeigten den Hitler-Gruß und riefen dabei 'Wir sind das Volk!'. Wir unterstützen alle friedlichen Gegenproteste um den Pegida-Aufmarsch in Karlsruhe zu verhindern. Karlsruhe ist neben Villingen-Schwennigen, bis jetzt die einzige Stadt in Baden-Württemberg in der es Pegida-Aufmärsche gibt. Dies wollen wir am Dienstag verhindern und entschieden entgegentreten", so verdi weiter.

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