13  

Karlsruhe Weg-Werf-Knigge zum "Kauf-Nix-Tag": 7 Tipps zur Müllvermeidung

Einfach mal einen Tag lang keinen Cent ausgeben: Am heutigen Samstag, 30. November, versucht der jährlich stattfindende "Kauf-Nix-Tag" auf das Problem des stetig wachsenden Massenkonsums aufmerksam zu machen. Denn wo Konsum ist, entsteht auch Müll. ka-news.de hat daher passend zum Aktionstag einen Knigge zusammengestellt, wie man unnötigen Müll ganz einfach verhindern und so seinen Teil gegen die Wegwerfgesellschaft beitragen kann.

Wir leben in einer Welt voller Konsum, täglich und überall sind wir damit umgeben - Tendenz steigend.  Vor allem wenn Weihnachten naht, füllen sich die Kaufhäuser mit Schnäppchenjägern. Und am weltbekannten, aus den USA stammenden "Black Friday" am 29. November erreicht das Konsumieren - egal ob im Einkaufszentrum oder durch Online-Shopping - seinen jährlichen Höhepunkt. 

Einen Tag lang nichts ausgeben

Doch damit soll Schluss sein - zumindest, wenn es nach der Gegenbewegung, dem sogenannten "Kauf-Nix-Tag", geht. Bei diesem Aktionstag geht es darum, einen ganzen Tag lang einmal nichts auszugeben: Kein Shopping-Nachmittag im ECE-Center, keinen Coffee to-go beim Bäcker um die Ecke und auch keine Online-Bestellung am heimischen Laptop. Eingeleitet hat diesen Tag in den 2000er Jahren der Verein "Narra e.V." und die Konsumnetz-AG des globalisierungskritischen Netzwerks Attac.

Weihnachtseinkauf
Konsum? Nicht am "Kauf-nix-Tag"! (Symbolbild). | Bild: Paul Needham

Stattfinden wird der Tag in Europa am 30. November - genau einen Tag nach dem Black Friday - und soll auf die Missstände der Wegwerfgesellschaft hinweisen.

Auch Autor Wolfgang König beschäftigt sich mit diesem Problem. In seinem Buch "Geschichte der Wegwerfgesellschaft" schreibt er über die Verschwendung von Lebensmitteln, Kleidern und anderen Gütern, sucht nach Gründen und Alternativen, was man dagegen tun kann. 

Sieben Anti-Wegwerf-Tipps 

Vor dem Hintergrund dieses Buches hat auch ka-news.de einige Tipps zusammengestellt, wie jeder im schnelllebigen City-Alltag sein Konsumverhalten ändern, seine Müllproduktion reduzieren und somit auch der Umwelt etwas Gutes tun kann:

  • Verpackungen recyclen
    Beim nächsten Kauf aufgepasst: Auch die Verpackungen, in denen die Produkte sind, können noch anderweitig verwendet werden, statt sie nach dem Kauf einfach wegzuwerfen. Wie wäre es denn mit einem leeren Eierkarton zur Aufzucht von Pflanzen-Sätzlingen oder der Klopapier-Verpackungsfolie als Müllbeutel für den Mülleimer im Bad?
  • Kleider-Shopping aus zweiter Hand
    Karlsruhe hat einige Second-Hand-Läden zu bieten, wie beispielsweise das Kashka, das Déjà-Vu, Jacke wie Hose, Pepita oder den Laden 23. Hier gibt es neben Möbeln und Haushaltsutensilien auch eine ganze Menge an gebrauchter Klamotten, die statt dem Weg in die Mülltonne einen neuen Besitzer suchen. Mit etwas Glück und Stöber-Geschick können sich hierbei echte Schätze finden, die nicht jeder andere hat. Klamotten von der Stange kann doch jeder, oder?
    Second-Hand-Läden der Diakonie Karlsruhe
    Second-Hand-Läden gibt es in Karlsruhe einige. | Bild: Sophia Wagner
  • Von Einweg zu Mehrweg
    Bei manchen Artikel, die wir ganz selbstverständlich benutzen, fällt es uns nicht einmal wirklich auf, wenn wir sie wegwerfen, weil es einfach zu ihrem Gebrauch dazugehört. Doch diese Produkte lassen sich eigentlich viel länger nutzen. Feuerzeuge und Kugelschreiber beispielsweise können ganz einfach aufgefüllt werden und auch Einweg-Besteck oder Geschirr aus Plastik kann man nach Benutzung reinigen.
  • Essensreste müssen kein Müll sein
    Wandern die Schalen von Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten bei Ihnen in den Bio-Müll? Diese vermeintlichen "Essensreste" kann man ganz einfach weiterverarbeiten: Man braucht hierfür nur einen Topf voll kochendem Wasser - und schon lässt sich eine leckere Gemüsebrühe zaubern, mit der man wiederum andere Mahlzeiten verfeinern kann. Oder man nehme zum Beispiel trockenes, altes Brot und macht daraus einfach Semmelknödel.
  • "To-Go" von daheim
    Na, Hunger beim Lesen bekommen, aber keine Lust zu kochen? Da ist schnell einmal eine Nudelbox beim Asia-Imbiss um die Ecke oder für den Durst ein Kaffee für unterwegs gekauft. Das nächste Mal vor dem kulinarischen Trip einfach die eigene Box oder den eigenen Becher mitnehmen und reinfüllen lassen. Das spart Verpackungsmüll.
    Der neue Fächerbecher | Bild: Tim Carmele|TMC Fotografie
  • Foodsharing - ab in den "Fairteiler"
    Wenn man dann doch mal etwas kocht, passiert es manchmal, dass man am Schluss eine ganze Menge über hat, sowohl vom fertigen Essen, als auch von den dann schon geöffneten Zutaten. Kein Talent in Resteverwertung? Eine Alternative ist Foodsharing. Auch in Karlsruhe hat der Verein foodsharing e.V. zahlreiche öffentliche Kühlschränke ("Fairteiler") eingerichtet, in die jedermann überschüssige Nahrungsmittel legen - und sich natürlich auch welche herausnehmen kann.

    Die zehn "Fairteiler" stehen in Eggenstein in der Bachstraße, am evangelischen Kindergarten Villa Regenbogen, beim Zirkus Maccaroni, am Falkenweg/Ecke Nürnberger Straße, beim HaDiKo Studentwohnheim, am Jugendfreizeit- und Bildungswerk, am Jubez, am Jugend- und Gemeinschaftszentrum Weiße Rose Oberreut, beim NCO-Club und beim Studentenzentrum Z10.
  • Do it yourself
    Für alle, die dieser Knigge jetzt dazu angeregt hat, etwas neues auszuprobieren: Es gibt noch eine ganze Menge Produkte, die man selbst herstellen kann, ohne sie zu kaufen. Wenn man hierfür auch noch Dinge verwertet, die man eigentlich wegwerfen wollte, vermeidet man eine Menge Müll.

    So kann man zum Beispiel wiederverwendbare "Wattepads" aus alten Handtüchern oder Textilien machen, oder aus haushaltsüblichen Zutaten wie zum Beispiel Kokosöl oder Speisestärke eigene Deodorants, Shampoos und Reiniger herstellen.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (13)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Der_dunkle_Turm
    (672 Beiträge)

    30.11.2019 11:54 Uhr
    Alberner Aktionismus.
    Hauptsache man hat ein gutes Gewissen ohne sich um die Ursachen zu kümmern.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   stoersender
    (1340 Beiträge)

    30.11.2019 11:02 Uhr
    Ein Festtag
    für die kommunistischen Gutmenschen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (5618 Beiträge)

    01.12.2019 12:20 Uhr
    Kommunisten....
    … gibt s schon lang nimmer. Aber auf die zunehmende Konsumidiotie hin weisen, kann nicht schaden.
    Die Überproduktion der Wegwerfgesellschaft trägt doch mit zum Klimanotstand bei. Vor allem die Sprinter, die die Internetwaren ausfahren. Und die Strassen verstopfen.
    Man kauft Prestigeobjekte um Leuten zu imponieren, die man nicht leiden kann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Route66
    (1915 Beiträge)

    01.12.2019 13:05 Uhr
    Stimmt
    Dipfele.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (6886 Beiträge)

    30.11.2019 10:26 Uhr
    Stimmt,
    da machen manche Leute einen Tag mit (mit gutem Gewissen) und am nächsten Tag rennen sie aber in die Stadt oder sitzen vor dem Computer, um im Internet zu kaufen. Schlimm finde ich es, dass jede Menge im Internet eingekauft und dann alles wieder zurückschickt wird. Die Verkäufer machen es mit, weil ja doch einiges dadurch auch verkauft wird. Vor dem Internet war diese Art "Umtauschrecht" stark begrenzt und die Leute mussten bewusster einkaufen.
    Ich kenne junge Leute aus der Nachbarschaft, die kaufen im Internet ein, um alles "anzugucken" und schicken es wieder zurück. Das machen sie dann bei verschiedenen Händlern, um bei einem Händler nicht auffällig zu werden. Die werden sich von einem Kauf nix Tag auch nicht beeindrucken lassen, sie kaufen ja nix und die Müllberge sind ihnen wohl herzlich egal. Wer weiß, vielleicht gehen sie am Freitag auch zur FFF Demo.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (9915 Beiträge)

    02.12.2019 14:01 Uhr
    Na ja
    Es gibt nun einmal ein gesetzliches Rückgaberecht für im Internet gekaufte Sachen, daher müssen die Verkäufer zurückgeschickte Waren wieder annehmen, auch wenn denen das selber nicht passt.
    Wenn ich im Internet Klamotten kaufen würde( was ich bisher nicht gemacht habe), dann würde ich die auch erst einmal in unterschiedliche Grössen ordern und nur die behalten, die wirklich passen.
    Dass Grössenangaben, Beschreibungen, Bilder im Internet nicht mit dem Produkt übereinstimmen, das kommt schliesslich immer wieder vor.
    Das dürfte auch ein Grund sein, warum so viel zurückgeschickt wird.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Der_dunkle_Turm
    (672 Beiträge)

    30.11.2019 11:42 Uhr
    Legales Schulschwänzen am Freitag
    nehmen wird doch gerne mit. Bitte mehr davon.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Route66
    (1915 Beiträge)

    01.12.2019 13:07 Uhr
    Was hat
    das mit dem Thema konsumfrei zu tun? Verstehe ich nicht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (6886 Beiträge)

    30.11.2019 10:17 Uhr
    Also
    ich habe schon immer nix gekauft, wenn ich nix kaufen wollte.
    Im Internet kaufe ich auch gelegentlich ein, aber es ist lästig dann auf die Post zu warten. Nachdem Amazon jetzt mit (eigenen) Zusteller arbeitet, muss man mitunter den ganzen Tag warten, bis die Ware ausgeliefert wird, dazu bin ich auch nach meinem Berufsleben nicht bereit. Bei DHL war zumindest eine Zeitangabe vorgegeben. Also kaufe ich mehrheitlich in der Stadt ein und wenn ich nix finde, dann kaufe ich halt nix. An Bekleidung hat heute ohnehin jeder genug, so dass wir nicht zwingend etwas kaufen müssen, oder gar nackt herumlaufen müssten, so wie unser armer Schlotterbeck herumstehen musste. 😊
    Sicher muss auch jeder Einkäufe machen, die notwendig sind, aber das ist auch nicht jeden Tag der Fall.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   barheine
    (172 Beiträge)

    30.11.2019 09:51 Uhr
    Die meisten Leute scheinen eh nur zu schauen (um dann im Internet zu kaufen?). Und auch an den verkaufsoffenen Sonntagen sieht man immer nur verhältnismäßig wenig Leute, die irgendwelche Einkaufstaschen dabeihaben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.