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Karlsruhe Wasserwende in Karlsruhe: Kann ich das Klima schützen, indem ich Leitungswasser trinke?

Der gemeinnützige Berliner Verein a tip: tap setzt sich für den dauerhaften Umstieg von Flaschen auf Leitungswasser ein, um das Klima zu schützen. Die Initiative hat nun auch in der Karlsruher Oststadt ein sogenanntes Wasser-Quartier eröffnet. ka-news.de hat mit den Initiatoren Stefanie Zillner und Carmen Heilmaier gesprochen.

a tip: tap kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt "Ein Tipp: Leitungswasser". Die Initiative will die Menschen zum Umstieg auf Leitungswasser animieren, um damit Plastikmüll und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Denn laut der Organisation ist der Verbrauch von Wasserflaschen in den letzten 40 Jahren um das Zehnfache gestiegen, gerade an heißen Tagen gehen viele über die Ladentheke. Das will der gemeinnützige Verein ändern. 

Daher wurde nun in Karlsruhe eines von insgesamt zwölf Wasser-Quartieren in Deutschland eingerichtet. "Mit dieser Einrichtung und zusammen mit den Bürgern schaffen wir die Wasserwende", erklärt Stefanie Zillner von a tip: tap. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Carmen Heilmaier setzt sie sich für die Wasserwende ein.

Wasser-Quartiere sollen über Umstieg auf Leitungswasser beraten

In den Quartieren sollen die Bürger über die Vorteile von Leitungswasser aufgeklärt werden, zudem organisieren sie Infostände, Aktionen und Vorträge. Nicht nur Bürger, auch Unternehmen und Vereine sowie Kindergärten werden hier für den Umstieg auf Hahnenwasser beraten.

"Eine weitere Aufgabe der Wasser-Quartiere ist die Einrichtung von Trinkorten, wo man seine Flasche kostenlos auffüllen darf. Das sind entweder Refill-Stationen oder Trinkbrunnen", so Zillner und Heilmaier gegenüber ka-news.de. Mit der neuen Anlaufstelle in der Fächerstadt können etwa 20.000 Menschen in der Oststadt und Innenstadt-Ost erreicht werden. 

Stefanie Zillner und Carmen Hailmeier
Stefanie Zillner und Carmen Hailmeier (v.l.) auf den Schülertagen in Karlsruhe, bei ihrer ersten Aktionen in diesem Wasser-Quartier. | Bild: atiptap e.V

"Faul und geizig die Welt retten"

Die "Frau am Wasserhahn" ist Maria Kondra, sie ist die Koordinatorin des Wasser-Quartiers in Karlsruhe. "Faul und geizig die Welt retten ist zu unserem Motto geworden", lacht sie bei der Pressekonferenz zur Einrichtung des neuen Quartiers, denn: "Leitungswasser ist günstig, umweltfreundlich und in Karlsruhe auch klimaneutral." Man tue also nicht nur der Umwelt einen Gefallen, sondern auch dem Geldbeutel. 

"Wenn nur ein Karlsruher Bürger seinen Verbrauch an Wasserflaschen auf Leitungswasser umstellt ", fügt Matthias Maier, Leiter der Trinkwasserversorgung bei den Stadtwerken Karlsruhe hinzu, "dann wäre in einem Jahr die Menge an CO2 eingespart worden, die einer Autofahrt von etwa 1.200 Kilometern entspricht." 

Leitungswasser = weniger hochwertig? 

a tip: tap sieht es aber auch als Aufgabe, die Vorurteile gegen Leitungswasser abzubauen. Maier und Kondra sind sich einig: "Wir wollen das Vertrauen auf Leitungswasser stärken. Dass man in Karlsruhe mit dem Wasser aus dem Hahn optimal versorgt ist, zeigen Vergleiche der Inhaltsstoffe. In einer Studie wurden die Werte des Karlsruher Trinkwassers mit denen aus Flaschen verschiedener Hersteller verglichen", sagt Maier und ergänzt: "Und es gab erstaunlich geringe Unterschiede." Zillner erklärt außerdem, dass Leitungswasser in Deutschland das am strengsten kontrollierte Lebensmittel sei. 

Wasserhahn
Ist Leitungswasser weniger hochwertig? (Symbolbild) |

Was tun, wenn das Leitungswasser knapp wird?

Doch ist das Wasser aus dem Hahn tatsächlich einfach immer und jederzeit verfügbar? Gerade im Hinblick auf die letzten beiden heißen und trockenen Sommer kommen daran Zweifel auf. "Die Hitze und der geringe Niederschlag haben zur Folge, dass die Grundwasserstände in manchen Regionen sehr niedrig sind", so Zillner.

Doch die gute Nachricht: Karlsruhe ist davon laut der a tip: tap-Initiatorin glücklicherweise nicht betroffen. Wenn die Sommer in Deutschland so heiß blieben, so die Expertin, könne es aber durchaus sein, dass das Leitungswasser in bestimmten Regionen knapp wird.

"Dann gilt es, Trinkwasser zu sparen - aber natürlich nicht beim Trinken, denn Leitungswasser ist unser wichtigstes Lebensmittel!" Stattdessen sollten die Karlsruher nur sparsam den Rasen bewässern oder auf andere Tätigkeiten, die viel Wasser verbrauchen, verzichten - gerade in den heißen, trockenen Sommermonaten.

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  •   Skudder
    (463 Beiträge)

    19.11.2019 20:43 Uhr
    Lesen
    bildet. Von Abkochen ist hier nirgendwo die Rede (außer bei dir), und es ist bei uns auch völlig unnötig. Wer so paranoid ist, Karlsruher Leitungswasser abzukochen, putzt auch nur noch mit Sagrotan.
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  •   silberahorn
    (9999 Beiträge)

    19.11.2019 00:19 Uhr
    .
    Mehr als 20 Jahre mache ich das bereits. Angefangen habe ich, als es die ersten Soda Streamer gab. Ohne Kohlensäure geht es aber noch besser.

    Vorige Woche wurde ich kritisiert, weil ich das Leitungswasser in eine Plastikflasche abgefüllt hatte.
    Bin ich überempfindlich, wenn mich das nervt, zumal mein ökologischer Fußabdruck weitgehend unter 1 gha (globale Hektar) liegt.
    An alle Kritiker meines Fehlverhaltens: Ich gebe es zu, dass ich das nur aus rein egoistischen Motiven bislang so gemacht habe. Der Hauptgrund war, dass es weniger kostet, die Einkaufstaschen leichter geworden sind und der Weg in den Laden entfällt.
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  •   santana
    (1154 Beiträge)

    18.11.2019 21:20 Uhr
    Ich trinke auch gerne Leitungswasser
    aber vorher muss es mit Hopfen, Malz und Hefe veredelt worden sein. Prost grinsen
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  •   Nachteule
    (689 Beiträge)

    18.11.2019 19:39 Uhr
    Das reicht noch lange nicht !!!
    Was noch fehlt ist der Verein „CO2-Reduzierung durch Atemreduktion“. Wenn wir alle statt zweimal in sechs Sekunden nur noch einmal atmen würden, könnten wir den mensch gemachten CO2-Anteil schlagartig und ohne jede Investition um 50% reduzieren. Damit würden wir das Klimaziel von 2020 locker erreichen... Also, wer macht mit? Wir sollten JEDE Möglichkeit nutzen !!! grinsen grinsen grinsen
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  •   Weichei
    (444 Beiträge)

    18.11.2019 18:08 Uhr
    Klimaschutz
    Haha abkochen und Klimaschutz. Da wird doch gleich die Steckdose warm.
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  •   AlterMann
    (94 Beiträge)

    18.11.2019 13:13 Uhr
    Bakterien
    Irgendwo im Raum Calw war jetzt für eine Weile das Leitungswasser mit Bakterien verseucht. Jeder musste das Wasser vor dem Trinken abkochen.
    Ist auch nicht gerade energiesparend ständig den Wasserkocher in Betrieb zu nehmen.
    Dann doch besser eine Flasche Billigsprudel von Lidl/Aldi/Penny/Netto/Edeka (ich hoffe ich hab jetzt keinen vergessen) ...
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  •   andip
    (9915 Beiträge)

    18.11.2019 08:44 Uhr
    Na ja
    Es ist nun wirklich kein Problem, sich zu Hause eine Flasche mit Leitungswasser zu füllen und die dann mitzunehmen anstatt sich ständig neue zu kaufen.
    Allerdings muss man auch nicht ständig an einer Wasserflasche nuckeln, keiner verdurstet oder dehydriert sofort, wenn man das nicht macht.
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  •   Malaika
    (202 Beiträge)

    17.11.2019 22:13 Uhr
    OK, Leitungswasser
    trinke ich auch ab und zu, aber so langsam wird es lächerlich, auf was für skurrile Ideen Leute kommen wenn es um das Schlagwort Klimaschutz geht...
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  •   ka-lex
    (1653 Beiträge)

    17.11.2019 18:59 Uhr
    Was das für Wasser ist ist mir wurscht!
    Schmecken muss es und bitzeln! grinsen
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  •   Waterman
    (6390 Beiträge)

    17.11.2019 18:15 Uhr
    Übrigens:
    Ich habe immer eine Karaffe mit Leitungswasser im Kühlschrank. Vor allem im Sommer ist das gut, da man vom Sprudelwasser nur schwer genügend trinken kann.

    Wer will, kann ja ein bisschen aromatisieren mit Ingwer, Minze und/oder Zitrone.
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