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Waldbronn Waldbronner Whiskyverein: Genießer willkommen, Säufer unerwünscht

Sie lieben Schottland und sie lieben Whisky: Bei den Mitgliedern des Vereins "malt' n' more" in Waldbronn dreht sich alles um das schottische Kultgetränk. Genießer sind willkommen, Säufer unerwünscht.

Ein Sprichwort besagt: Aller Anfang ist schwer. Auf Manfred Bucher und Thilo Schumacher traf das zu. Beide Männer lieben Whisky. Also gründeten sie 2006 in Waldbronn mit Bekannten den Verein "malt' n' more", einen Treffpunkt für Gleichgesinnte.

Doch das Dorf samt Bürgermeister monierte, einen Säuferclub brauche und wolle man hier nicht. "Die dachten, wir saufen und schlagen danach alles klein", sagt Bucher. Doch das Gegenteil ist eingetreten. Mittlerweile ist malt' n' more ein in Waldbronn anerkannter Verein - mit explodierender Mitgliederzahl.

Kein Säuferclub

Bucher, erster, und Schumacher, zweiter Vorsitzender, haben mit dem Verein erfolgreich eine Nische entdeckt. Seit der Gründung hat sich die Mitgliederzahl mehr als verfünffacht (siehe Grafik). Ein Ende ist nicht abzusehen. Nur rund die Hälfte der Mitglieder kommt aus Waldbronn oder den angrenzenden Ortschaften. Der Rest nimmt Dutzende Kilometer auf sich, um bei den Vereinstreffen Whisky zu verkosten. Einige kommen aus der Ecke um Bruchsal, ein paar aus Stuttgart "und eines unserer Mitglieder gar aus Mainz", frohlockt Schumacher.

Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder zum Vereinsabend in Waldbronn. Sie probieren neue Whiskys und fachsimpeln. Im Clubraum in Waldbronn stehen Dutzende Flaschen, die meisten stammen aus Schottland, einige aus den Vereinigten Staaten und wenige aus Deutschland. Eine Probe kostet meist zwei Euro, bei einem edlen Tropfen etwas mehr. Damit werden die Flaschen abbezahlt.

Bei den Abenden geht es darum, den Whisky zu finden, der einem persönlich schmeckt oder einfach mal ein paar neue zu probieren. "Nur weil ein Whisky hundert Euro kostet, heißt das noch lange nicht, dass er jedem schmeckt", betont Schumacher. Ein Verein sei dafür ideal, ergänzt Bucher. Keiner der Mitglieder muss die teils teuren Tropfen auf eigene Rechnung zahlen. Das Risiko eines Fehlkaufs existiert nicht. Die Whiskys besorgen die Vorsitzenden auf Anraten der Mitglieder oder auf Empfehlung von Händlern.

Mit VW-Bus ins Heimatland der Single Malts

Zusätzlich zu den zwei, drei Euro für die Probe eines Whiskys verlangt der Verein 60 Euro Mitgliedsbeitrag von seinen Mitgliedern. Damit bezahlen sie das Mobiliar, was sonst so anfällt "und es ist ein probates Mittel, damit Menschen, die nur saufen wollen, nicht kommen", sagt Schumacher. Außerdem erhalten alle Mitglieder Vergünstigung bei der alljährlichen Whiskyprobe im Frühjahr und dem Whiskymenü in einem angesehenen Lokal im Herbst.

Zwar spielt sich das Vereinsleben in Waldbronn ab. Doch bei einigen Mitgliedern ist die Liebe zu Schottland, dem Heimatland der Single Malts, so groß, dass sie immer mal wieder dorthin reisen. Vor drei Jahren war das zum ersten Mal. Fünf Mann, ein VW Bus. Seitdem ist die Zahl der Reisenden gewachsen. Eine Gruppe war 2012 beim Islay Whisky Festival. Eine Woche, sieben Destillerien. Noch heute schwärmen Bucher und Schumacher davon. Dort drüben kennt man sie nun und sie die "Whiskypäpste", wie die Waldbronner ihre Idole nennen. Und weil das Fernweh in jüngster Zeit wieder größer geworden ist, reisen einige Mitglieder im kommenden Jahr erneut auf die Insel. Dieses Mal haben sie ein altes Schloss gemietet. Whisky, sagt Schumacher, gibt es dort natürlich auch.

Hier Whisky-Tipps für Genießer im Video:

Hier geht's zur Vereinsseite: www.malt-n-more.de

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Kommentare (43)
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  • unbekannt
    (692 Beiträge)

    04.01.2015 02:31 Uhr
    Ich trinke
    zwar keinen Whisky (auch nicht mit Cola), aber so sinnlos find ich das jetzt nicht. Ist eben ein Club der sich dem Genuss und der Qualität verpflichtet sieht und eben auch noch ein bisschen auf Tradition macht.

    In Zeiten von billigbillig und hauptsache viel ist das durchaus zu begrüssen. Das gefällt mir, auch wenn ich selbst mit dem Thema absolut null zu tun habe.

    Und die Einlassung des Bürgermeisters von wegen brauchen und wollen wir nicht ist mindestens anmassend, wenn nicht sogar schon unverschämt und frech.
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  • unbekannt
    (2 Beiträge)

    04.01.2015 11:12 Uhr
    Ex-Bürgermeister
    Gottseidank hat Waldbronn inzwischen seit einigen Jahren einen neuen, vernünftigen und aufgeschlossenen Bürgermeister !
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  •   Ohrtunnel
    (1006 Beiträge)

    04.01.2015 03:42 Uhr
    Zeiten von billigbillig
    ja aba des is au koi wunnder bei dehne nidrige harz vier sätz. Bin aba scho froh das erhöht wurd um 9 euro do will i mol net meckern.
    Aba weisch, fir alles isch gelt do fir ukraine, griechelant unn wie se alle heise do kennte se au mol an uns e bissel denke find ich
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  • unbekannt
    (5411 Beiträge)

    03.01.2015 18:06 Uhr
    echte Fachleute
    haben festgestellt, dass der beste DEUTSCHE Whiky aus Karlsruhe !!! kommt und den legendären Schottenwhisky merklich übertrifft, ist das in Waldbronn noch nicht angekommen ?
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  •   megasphaera
    (26 Beiträge)

    03.01.2015 21:28 Uhr
    Echte Fachleute........ ohne Geschmacksnerven
    Sowohl der grauslige Bierbrand von Rothaus ("Black Forrest") als auch der viel zu junge und unreife Vogel-Whisky sind eine Pauschalbeleidigung der Geschmacksnerven.
    Wer das Zeug gut findet, sollte wohl um diesen Club lieber einen Bogen machen.....
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  •   Meiksel
    (548 Beiträge)

    03.01.2015 20:55 Uhr
    wenn Sie den Black Forest Whisky meinen...
    Horst Lüning ist jetzt nicht so begeistert.
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  • unbekannt
    (5411 Beiträge)

    03.01.2015 23:15 Uhr
    ich kenne keinen
    Black Forest-Whisky, da ich keinen Whisky trinke.
    Ich sage nur, dieser o.a. Artikel den ich meine, wird in Karlsruhe hergestellt.
    Meinen Sie diesen?
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  •   megasphaera
    (26 Beiträge)

    05.01.2015 10:18 Uhr
    "Whisky" aus Karlsruhe
    Beim "Black Forest" handelt es sich um einen Whisky, der aus Bier der Brauerei Rothaus bei Kammer-Kirsch in Karlsruhe gebrannt wird. Viel zu jung, keine geschmackliche Tiefe und dafür zu teuer.
    Vogelbräu brennt auch eine Whisky (aus eigener Wash), ebenfalls als gerade mal knapp über 3-jähriger viel zu jung. Deutlich geschmacklich unreif (erinnert noch stark an frischen Bierbrand) und völlig überteuert (0,5 Liter 59,- Euro - dafür bekommen Sie einen klasse Schotten).....
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  •   Meiksel
    (548 Beiträge)

    05.01.2015 16:34 Uhr
    warum nehmen die nicht einfach
    den Hartalk, der bei der Herstellung der alkoholfreien Sorten Pils und Hefeweizen anfällt, hau'n den in ein Fass rein und warten lange genug bis das Zeug reif ist?
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  •   megasphaera
    (26 Beiträge)

    05.01.2015 21:30 Uhr
    Ojeee
    alkoholfreies Bier (egal welcher Sorte) wird entweder durch gestoppte Gärung (billig aber schmeckt net) oder durch ein sehr aufwendiges Umkehr-Osmose-Verfahren hergestellt (teuer aber geschmacklich besser).
    In beiden Fällen gibt es technisch keine Möglichkeit, Ihren so called "Hartalk" abzugreifen und zu irgendwas zu benutzen.
    Außerdem wird Whisky aus der Wash gebrannt. Destillation hat geschmacklich und von der Zusammensetzung des Alkohol her ganz andere Wirkungen, als den reinen Alkohol irgendwie chemisch oder physikalisch abzutrennen. Desweiteren hat der Rohbrand nach der Destillation eine Alkoholstärke von ca. 72%, während Sie aus einem Bier höchstens 5% Alkhohol herausbekommen. Also - alles in allem - ist die Destillation schon der richtige Weg.....
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