6  

Karlsruhe "Wahre Raritäten in Kisten": Karlsruher spenden für den Pfennigbasar so viel, dass die Helfer früher als geplant die Türen öffnen

Seit 1968 ist der Pfennigbasar eine Kultveranstaltung für Flohmarktliebhaber und Schnäppchenjäger. Im Februar findet der große Flohmarkt in der Schwarzwaldhalle statt. Was auf den Tischen landet, wird zuvor von Karlsruhern gespendet: Die guten, aber ungenutzten Sachen - Geschirr, Bücher oder Küchengeräte und mehr - können in der Halle abgegeben werden. Die Spendenbereitschaft ist bereits am ersten Tag groß: ka-news hat sich vor Ort umgeschaut und festgestellt; hier gibt es nichts, was es nicht gibt - Überraschungen inklusive.

Eigentlich sollte der erste Sammeltag für den Pfennigbasar erst um 10 Uhr am Mittwochmorgen starten - eigentlich. "Wir haben schon früher geöffnet, da so viele Menschen schon vor der Tür gewartet haben", erzählt Birgit Maczek, Leiterin des Karlsruher Kultflohmarktes. Sie stehen Schlange, um ihre Sachen, die sie auf dem Speicher oder im Keller gefunden haben, für den guten Zweck zu spenden. 

Pfennigbasar Karlsruhe 1. Sammeltag
Bild: Ingo Rothermund

Einer von ihnen ist Christoph Schmick, der schon seit zehn Jahren für den Wohltätigkeitsbasar spendet. Der Karlsruher hat Bücher, Keramik und Bilder im Gepäck. "Da sind Sachen dabei, die einfach nicht mehr in die Wohnung passen", sagt Schmick gegenüber ka-news. 

Pfennigbasar Karlsruhe 1. Sammeltag
Christoph Schmick übergibt die Spenden in der Schwarzwaldhalle. | Bild: Ingo Rothermund

Da er lange Zeit im Ausland gelebt hat, hat sich einiges angesammelt. "Ich habe Bilder aus Guatemala, der Karibik und dem asiatischen Raum dabei." Jetzt hat er aussortiert und einige Sachen hergebracht. 

Manchmal finden sich Raritäten in den Kisten

Zahlreiche Helfer, die für einen reibungslosen Ablauf des Pfennigbasars sorgen, nehmen die Sachspenden entgegen. "Ohne die bis zu 700 größtenteils Ehrenamtlichen wäre das alles nicht möglich!", freut sich Maczek über ihre Team. 

Pfennigbasar Karlsruhe 1. Sammeltag
Gerda Steller, Iris Neuweiler, Birgit Maczek, Annerose Lauterwasser, Claudia Will, Barbara Heck und Susanne Eiben (v.l.n.r.) bilden das hauptverantwortliche Team. | Bild: Ingo Rothermund

Eine der fleißigen Helfer ist Karin Gößler, die den Stand für Kitsch und Kunst leitet. "Es ist ein bisschen wie Weihnachten, wenn wir die ganzen Kartons öffnen", lacht sie und weiß: "Manchmal befinden sich wahre Raritäten in den Kisten!" 

Karin Gößler, verantwortlich für den Stand Kitsch und Kunst, beim Sortieren der Spenden. | Bild: Ingo Rothermund

Guter Zweck steht im Vordergrund 

Ab und an sind allerdings auch Dinge dabei, die nicht mehr verkauft werden können. "Einige nutzen den Basar leider dafür, um ihre alten Sachen zu entsorgen", sagt Birgit Maczek, Leiterin des Pfennigbasars im Gespräch mit ka-news. Für den Großteil der Spender steht allerdings der gute Zweck im Vordergrund. 

Pfennigbasar Karlsruhe 1. Sammeltag
Elisa Haug-Schifferdecker mit Sohn Fritz bei dem ersten Tag der Sammlung für den 52. Pfennigbasar. | Bild: Ingo Rothermund

So auch für Elisa Haug-Schifferdecker, die mit ihrem Sohn Fritz die Spenden abgibt. "Wir sind das erste Mal hier dabei. Unseren Gemeindebasar gibt es leider nicht mehr. Nun haben wir zu Hause ausgemistet und ein paar Bücher, Kleider und Kindersachen mitgenommen", erzählt die Berghausenerin gegenüber ka-news.

Mehr als 4 Millionen Euro in über 50 Jahren

Das Besondere am Karlsruher Pfennigbasar: Der Erlös geht komplett an den guten Zweck. Mehr als 4,3 Millionen Euro kamen so in über 50 Jahren zusammen. An welche Karlsruher Institutionen das Geld in diesem Jahr geht, weiß Birgit Maczek noch nicht. "Das wird erst bei der Mitgliederversammlung besprochen."

Zwei Sammeltage gibt es noch, an denen weiterhin Spenden in der Schwarzwaldhalle abgegeben werden können. Die große Schnäppchenjagd startet dann am Donnerstag, 7. Februar und geht bis einschließlich Samstag, 9. Februar.             

 

Mehr zum Thema
Flohmärkte in Karlsruhe | ka-news.de: Schnäppchenjäger aufgepasst: In Karlsruhe findet an vielen Orten Flohmärkte statt. Egal ob in der Halle oder unter freiem Himmel, alte Sammlerstücke und gutes Gebrauchtes sind beliebte Waren.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (6)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    31.01.2019 14:32 Uhr
    Ich habe da vor >10 Jahren
    ehrenamtlich ausgeholfen. Die Damen, die sich da vor die Kameras stellen, frönen dort allesamt ihrem Helfersyndrom. Wäre ja auch okay, wenn sie nicht nach unten treten würden, wir freiwillige Helfer wurden wie Leibeigene herumkommandiert.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Ultimac
    (4 Beiträge)

    31.01.2019 15:58 Uhr
    Weia
    Ja nee is klar, deswegen kommen fast alle freiwilligen Helfer auch Jahr für Jahr wieder...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   malerdoerfler
    (5090 Beiträge)

    31.01.2019 18:41 Uhr
    Helfersyndrom?
    Köstlich!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (6474 Beiträge)

    31.01.2019 11:47 Uhr
    Das ist sicher eine gute Idee
    und anerkennenswert, insbesondere der doch sicher anstrengende ehrenamtliche Einsatz. Ich habe jahrelang beim Pfennigbasar noch gute Kleidung und auch Haushaltsartikel abgegeben. Irgendwann wurde dann "erzählt", dass nach Beendigung der Aktion auch noch gute Restbestände in die Mülltonne kommen, statt diese dann sozialen Einrichtungen zu überlassen. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Auf eine Anfrage erhielt ich keine Antwort. Seither gebe ich Bekleidung und auch Haushaltsartikel beim Kashka (Diakonie) ab.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Ultimac
    (4 Beiträge)

    31.01.2019 13:26 Uhr
    Diakonie
    Ein Teil der Restbestände ist in den letzten Jahren an die Diakonie in Ungarn gegangen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (9495 Beiträge)

    31.01.2019 12:04 Uhr
    Denen bleibt vermutlich nichts anderes übrig
    als die Restbestände zu entsorgen.
    Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser können nicht alles brauchen, was man ihnen gibt, auch wenn es noch in einem guten Zustand ist.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: