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Karlsruhe Von Warmduschern und Machos - Ist Karlsruhe eine männliche Stadt?

Wie männlich kann eine Stadt sein? Über Karlsruhe gib es zahlreiche Klischees. Eines davon besagt, dass die Fächerstadt einen Überschuss an Männern hat. Durch die technischen Studiengänge des Karlsruher Institut für Technik (KIT) wirkt die Stadt besonders für junge Männer attraktiv. ka-news hat sich auf dem Campus und in der Innenstadt umgehört: Ist dem wirklich so?

Auf dem Campus des KIT ist es um die Mittagszeit sehr belebt. Viele Studenten sind auf dem Weg in die Vorlesung, Mensa oder Bibliothek. Schon hier fällt es auf, dass wesentlich mehr Männer unterwegs sind. Das Klischee scheint sich also auf den ersten Blick zu bewahrheiten. ka-news hat sich unter die Karlsruher gemischt und gefragt: Wie männlich ist Karlsruhe? Gibt es einen Männerüberschuss in der Fächerstadt?

Wie man einen "Nerd" erkennt

Babak Aghahassani, der wegen des Studiums kürzlich von Kassel nach Karlsruhe gezogen ist, studiert am KIT Bioingenieurwesen. Der Student ist daher häufig auf dem Campus anzutreffen und kann das Klischee des Männerüberschusses auf dem Unigelände bestätigen. "In der Uni sind schon viele Männer und Nerds zu sehen. Man erkennt sie besonders am Karohemd und ihrer Hornbrille. Sie sind immer sehr leger gekleidet", findet der Student. In der Stadt selbst würden ihm "Nerds" nicht so auffallen und das Verhältnis von Männern und Frauen sei ausgeglichen.

"Nerds erkenne ich immer daran, wie sie reden. Die haben immer sehr technische Gesprächsthemen", ergänzt Informatikstudent Eugen Weidner die Erkennungsmerkmale eines typischen Nerds. Karlsruhe selber sei für ihn, durch das KIT und seine technischen Studiengänge, besonders männlich. Dies habe natürlich zur Folge, dass "es viele IT-Unternehmen in der Region gibt."

 

Karlsruhe - eine technische Stadt?

Auch Nabil Samad aus Marokko ist seit zweieinhalb Jahren als Student in der Universität Karlsruhe eingeschrieben. "Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass es in dieser Stadt einen Männerüberschuss gibt", sagt Nabil Samad. Ohnehin sei die Stadt sehr männlich: im KIT, in den Gerichten, in den ganzen Verwaltungsorgane und Behörden arbeiten seiner Ansicht nach zumeist Männer. "IT-Bereiche und Technik sind sowieso eher Männerdomänen. Wobei das nicht heißt, dass Frauen nicht IT-begabt sind", meint der Marokkaner.

Diegebürtige Karlsruherin Anna Dörsam findet nicht, dass Karlsruhe eine Nerd-Stadt ist, vielmehr sei es eine "sehr technische Stadt". Ihrer Wahrnehmung nach, gebe es in der Stadt mehr Männer als Frauen. "Die Auswahl an Männer ist aber eher bescheiden", gibt sie mit einem Augenzwinkern zu.

Traumprinz gesucht...

Die beiden Freundinnen Wiebke und Sophia, die beide in dem "männlichen" Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen eingeschrieben sind, stimmen der Karlsruherin zu. Den Beiden sei es ebenfalls aufgefallen, dass man trotz einer "großen Auswahl an Typen relativ lange suchen muss, um einen Netten zu finden."

Aber da sie schon vergeben seien, stelle sich die Frage nach einem potentiellen Partner gar nicht mehr. Die Freundinnen finden, dass die Jungs in der Uni nicht gerade dazu beitragen sich als Traumpartner zu profilieren: "Viele Jungs hier haben eine große Klappe und trauen sich nur betrunken Mädels anzusprechen."

...und gefunden

Paul Vangelatos erzählt, dass er extra für seine Frau in die Fächerstadt gezogen sei. "Ich sehe keinen Männerüberschuss in Karlsruhe", erzählt er. "Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass ich nicht so den Blick für Männer habe."

Tobi Frank stellt im Gegensatz zu Paul Vangelatos fest, dass allein in der "physischen Präsenz im Nachtleben" ein klarer  Männerüberschuss zu erkennen ist. Im Gegensatz zu seiner Heimatstadt Heidelberg sei das Karlsruher Nachtleben aber generell anders: "In Heidelberg findet das Nachtleben in kleinen Lokalen auf der Straße statt, das haben wir hier in Karlsruhe ja nicht so ausgeprägt. Hier geht man eher in Großraumdiscos." 

Warum das weibliche Geschlecht in Karlsruhe eigentlich in der Überzahl ist und Männer nicht in den "Sperma-Express" steigen müssen - lesen Sie hier: Mythos Männerstadt: Wie männlich ist Karlsruhe?
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Kommentare (26)
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  • unbekannt
    (4144 Beiträge)

    20.01.2012 13:37 Uhr
    Wieso ist eine Stadt
    "maennlich" wenn sie evtl. einen Maennerueberschuss hat?
    Es gibt keine maennliche und auch keine weibliche Stadt, was soll eigentlich so ein unsinniges Geschreibsel?
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  •   Smallwood
    (1499 Beiträge)

    20.01.2012 13:36 Uhr
    der punkt ist der
    man muss sich ja auch irgendwo auf halbwegs dem selben geistigen niveau bewegen um sich nicht gegenseitig zu langweilen, ohne da jetzt jemand irgendwie beleidigen zu wollen, aber ich glaub nicht, dass ein student und eine bäckereifachverkäuferin glücklich werden würden. das sind einfach zwei komplett andere lebenswelten.

    genauso glaub ich auch nicht, dass jemand an der ph mit einem karo-hemd-it-oder bwl´ler glücklich wird. ausnahmen gibts immer klar.

    die mädels in karlsruhe sind meiner meinung nach eher tussig angehaucht, was sich leider auch an den vielen großraum-diskos bemerkbar macht.

    karlsruhe fehlt ingesamt eine etwas alternative szene, was aber schwer ist, das alle studiengänge gegenteiliges klientel anlocken. mal abgesehen von ph und hfg.
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    20.01.2012 14:04 Uhr
    Klassischer Fall....
    ....von Standesdünkel.
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  • unbekannt
    (4000 Beiträge)

    20.01.2012 13:27 Uhr
    Wieso gibts eigentlich ka-news-zum-blättern nicht mehr online?
    Oder hab ich den Link nur nicht gefunden?
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    20.01.2012 11:28 Uhr
    Männerstadt
    Also auf jeden Fall ist Karlsruhe keine besonders "weibliche" Stadt. Was hier an Frauen rumläuft, in kaum einer anderen Stadt ist das so extrem wie hier.

    Selbst Mannheim hat schönere Frauen, was noch kein Vergleich zu NRW ist. Naja, weiß auch nicht woran das liegt. Vllt ziehen gerade die technischen Unis Mannsbilder jeglicher Coleur an?

    Wie die Wahrnehmung andersrum ist kann nur eine Frau wissen. Aber ich denke mal da ist KA noch halbwegs gut was Männer anbelangt, es gibt Städte da laufen fast nur noch diese undefinierbaren Gendertypen mit rosa Hemdchen rum. Extrem aufgefallen ist mir diesbezüglich Köln. Aber die Frauen in Köln sind auch nicht gerade das was Man(n) sich wünscht...

    Gibt eben Städte, die meidet man besser und welche, da hat Man(n) Spaß zwinkern - Karlsruhe würde ich jetzt was Frauen anbelangt nicht weiterempfehlen...
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  • unbekannt
    (1203 Beiträge)

    20.01.2012 10:27 Uhr
    Muss denn...
    ..dieser "Gender-Unfug" mittlerweile auch in Karlsruhe auf die Spitze getrieben werden??
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  • unbekannt
    (2030 Beiträge)

    20.01.2012 09:16 Uhr
    592.338 Menschen wohnen in Stuttgart
    300.799 Bewohner Stuttgarts sind weiblich.

    Vielleicht ist es ja zu gefährlich in Karlsruhe
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  •   ALFPFIN
    (6816 Beiträge)

    20.01.2012 09:12 Uhr
    Na ja,
    so ein paar gute Typen (männlich) findet man ja schon noch in KA, man muss halt ein bisschen "gucken". Aber mal ganz unvoreingenommen gesagt, was da so auch an Weiblichkeiten auf der Kaiserstraße rumläuft, da müssen die Jungs ja auch an vielen Mädels vorbeilaufen, bevor sie zweimal hinschauen oder?:-)

    Also es wird wohl auf beiden Seiten darauf hinauslaufen, dass man halt ein bisschen suchen muss.
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  •   barlou
    (2555 Beiträge)

    20.01.2012 09:00 Uhr
    Zehn Punkte...
    ...habe ich in Karlsruhe jedenfalls noch nie vergeben. Und was da so teilweise in der Kaiserstaße herumläuft...
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  •   dramutie
    (1531 Beiträge)

    20.01.2012 12:42 Uhr
    sehe ich genauso
    nur anders rum ...
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