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Karlsruhe Von Schotter, Schwellen und viel Beton: Mit jedem Tag entsteht ein bisschen mehr Tunnel und etwas mehr Haltestelle ist erkennbar

Stück für Stück entsteht unter der Kriegsstraße der Autotunnel. An einigen Stellen ist die Baugrube schon so tief, dass sie unter dem Grundwasserspiegel liegt. Zukünftig sollen dort, wo derzeit noch eine Baustelle ist, Bahnen auf einer Trasse über den unterirdisch rollenden Autos fahren. Woran wird im Moment in den Tunneln und Schächten der Kombilösung gearbeitet?

Der Gleisbau vom unterirdischen Gleisdreieck Marktplatz in Richtung Westen und in Richtung Rampe läuft. Damit verhindert wird, dass sich der Körperschall der zukünftig dort fahrenden Bahnen im Tunnel ausbreitet, werden nun ganz besondere Matten - sogenannte Unterschottermatten - verlegt. Die Arbeiter im Stadtbahn- und Straßenbahntunnel sind dabei, diese in Längsrichtung zu verlegen. ka-news war vergangene Woche bei einem Baustellen-Rundgang dabei und hat den Gleisbau in den Tunneln live miterlebt.

Kombi-News 20. April 2019
Gleisbau an zwei Enden: In Richtung Westen und wie hier an der Rampe Durlacher Allee. | Bild: Kasig

Die nächsten Schritte beim Gleisbau sind vorgezeichnet: Auf die halbseitig verlegten Unterschottermatten wird - wie könnte es anders sein - Schotter aufgeschüttet. Darauf wiederum werden die Schwellen gelegt, die mit den seitlich gelagerten Schienen verschraubt werden. Anschließend werden die vormontierten Gleise und Schwellen dann "nur" noch in ihre endgültige Lage umgehoben. Das gibt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in einer Mitteilung an die Presse bekannt.

Schiene für Schiene wird verlegt

Der Gleisbau im West-Ast, im Tunnel vom Marktplatz zum Mühlburger Tor, soll etwa Ende Juni abgeschlossen sein. Danach folgt dann auf dem Süd-Ast der Gleisbau: Durch die Haltestellen Marktplatz, Ettlinger Tor und Kongresszentrum hindurch bis zur Rampe, auf der die Bahnen auf Höhe der Augartenstraße wieder ans Tageslicht kommen werden.

Baustellenführung Kombilösung am Südabzweig
Der Eingang des Haltestelle Marktplatz, mit der Gleisteilung. | Bild: TMC|Carmele Fotografie

Schon jetzt sind auf diesem Süd-Ast die Handwerker mit den Betonwerksteinen für die Haltestellengestaltung unterwegs. Unter dem Marktplatz werden die Bahnsteige mit dem hellen Kunststein belegt. Am Europaplatz - also in der westlichsten der sieben neuen unterirdischen Haltestellen - erhalten die Wände auf der aufwändigen Unterkonstruktion aus senkrechten und waagerechten Stahlschienen ihre Verkleidung.

Für Deckenarbeiten stehen die Arbeiter auf Gerüst

Auch an anderer Stelle geht es in den Tunneln unter der Fächerstadt voran: In der Lammstraße steht ebenso wie in den Haltestellen Durlacher Tor und Kronenplatz bereits das Raumgerüst. Einerseits lässt es Platz, um darunter den Gleisbauern ihre Arbeit zu ermöglichen, andererseits ermöglicht es den Trockenbauern, an die Wände und an die Deckenunterseite der Haltestellen zu kommen.

Kombi-News 20. April 2019
Elektriker aller Orten: Viele Leitungen mit vielen Aufgaben enden in den unterirdischen Technikräumen und dort in den Schaltschränken. | Bild: Kasig

Aufwändig sind die elektrischen Montagen: Der Strom aus der Oberleitung für die Bahnen muss später ebenso bereitgestellt werden wie der Strom für die Haltestellenbeleuchtung, für Notlicht oder eben auch für die Signalisierung der Fahrtechnik oder der Brandschutzeinrichtung.

Insgesamt 60 Fahrtreppen werden installiert

Die Elektriker sind deshalb laufend unterwegs, um die entsprechenden Kabel zu ziehen und in den Haltestellen zu den Technikräumen zu führen, in denen sich die entsprechenden Schaltschränke finden. Ein weiteres Kapitel sind die Aufzüge und die rund 60 Fahrtreppen: Sie werden Stück für Stück montiert und an die elektrische Installation angeschlossen.

Kombinews 22.03.19
Arbeiter in der Baugrube beim Ettlinger Tor. | Bild: Kasig

Auch bei "Teil Zwei" der Kombilösung, dem Autotunnel unter der Kriegsstraße, geht es voran: Neben sowie unter dem Mendelssohnplatz sind im Betonbau inzwischen nicht nur Abschnitte der Tunnelsohlen entstanden, sondern auch bereits die ersten Außen- und Mittelwände des Tunnels.

Grundwasserpegel erreicht: Prüfung auf Dichtigkeit

Zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor entsteht Stück für Stück die Tunnelsohle. Im östlichen Bereich des Baufelds beginnt in wenigen Tagen die Dichtigkeitsprüfung: Dabei wird untersucht, ob die Baugrube dicht ist. Ist das der Fall, wird der Erdaushub bis zur zweiten Ankerlage und damit unterhalb des Grundwasserpegels fortgesetzt.

Kombinews 22.02.19
Fertig – Los! In Richtung Osten zum Ettlinger Tor steht noch der restliche Erdaushub an. | Bild: Kasig

Östlich des Ettlinger Tors, auf Höhe der Kreuzstraße, des Staatstheaters und der Meidingerstraße ist der Bau noch nicht ganz so weit: Der Aushub von Erdreich bis zur ersten Ankerlage - also oberhalb des Grundwasserspiegels - läuft derzeit noch. Danach erfolgt das Durchbohren der Bodenplatte der alten Unterführung und durch diese Bohrungen dann die Injektion von Weichgel, um auch diese Baugrube von unten gegen eindringendes Grundwasser abzudichten.

Ettlinger Tor: Füßgänger können wieder über die Straße

Beiderseits vom Ettlinger Tor laufen die Arbeiten, um den Autotunnel Kriegsstraße an das bereits hergestellte Kombi-Bauwerk direkt unter der Straßenkreuzung anzuschließen: Bald werden weitere Teile der alten Unterführung und der Rampe Kriegsstraße abgebrochen. Östlich des Ettlinger Tors bleibt die alte Unterführung vorerst erhalten, da hier ab Donnerstag, 26. April, wieder die Fußgänger von Nord nach Süd den Verkehrsknoten Ettlinger Tor passieren, teilt die Kasig mit.

Am - beziehungsweise unter - dem Karlstor ist der Autoverkehr aus der alten Unterführung der Kriegsstraße unter der Karlstraße inzwischen verbannt worden: Jetzt beginnen dort die Suche nach eventuell noch vorhandenen Kampfmitteln, das Entfernen der alten Asphalt-Fahrbahnen und erste Abbrucharbeiten an der Unterführung.

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  •   Bahnnutzer100
    (211 Beiträge)

    24.04.2019 13:15 Uhr
    Liniennetz
    Mich würde ein zukünftiges Liniennetz interessieren!
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  •   malerdoerfler
    (5315 Beiträge)

    23.04.2019 18:58 Uhr
    uch wenn ich eher zu den U-Strab Gegnern gehöre....
    spannend ist das Ganze ja schon
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  •   ElBasta
    (21 Beiträge)

    20.04.2019 13:29 Uhr
    @Redaktion
    "Mit jedem Tag einstehen ein bisschen mehr Tunnel und ein etwas mehr Haltestelle ist erkennbar"
    Vielleicht solltet ihr euch den Titel nochmal anschauen und ihn dann überarbeiten...
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  •   UrKarlsruher
    (1 Beiträge)

    25.04.2019 21:00 Uhr
    Graffiti im Tunnel
    Natürlich ist es noch nicht soweit. Aber was mich brennend interessieren würde im Zusammenhang mit dem Aufbau der Haltestellen: Gibt es Konzepte, um zu verhindern, dass nicht alles sehr schnell nach Inbetriebnahme verhunzt (nicht im Sinne der Bauherren mit Kunst versehen) wird (siehe Frankfurt). Oder gibt es spezielle Beschichtungen an den Wänden, die im Falle eines Falles eine einfache Reinigung ermöglichen? Ich meine, wenn man sich so viel Mühe macht mit der Gestaltung, sollte das auch einige Zeit halten. Es würde mich freuen, einmal zu diesem Thema zu lesen. Viele Grüße in die Redaktion
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  •   redaktion
    (1130 Beiträge)

    20.04.2019 14:29 Uhr
    Vielen Dank
    für Ihren Hinweis!

    Grüße aus der Redaktion
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  •   Gedankenpolizei
    (152 Beiträge)

    20.04.2019 18:38 Uhr
    Das ganze Ding ist grottenfalsch.
    " Mit jedem Tag entstehen ein bisschen mehr Tunnel und ein etwas mehr Haltestelle ist erkennbar"

    "ein etwas mehr Haltestelle " (das gibt es im Deutschen so nicht)
    "entstehen" muß singular sein, also - entsteht.
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  •   dipfele
    (5345 Beiträge)

    22.04.2019 18:31 Uhr
    Sind wir hier im.....
    ..... Deutschunterricht? Ich würde mir lieber mal Gedanken über den Unsinn dieser Steuergeldverschwendung machen. Den Fahrgästen nutzt der Tunnel nichts. Und oben gibt es keine Unfälle zwischen Fussgängern und Bahnen.
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  •   schoenix
    (123 Beiträge)

    23.04.2019 09:04 Uhr
    Und jetzt?
    Was genau soll denn deiner Ansicht nach passieren? Sollen die Bauarbeiten im jetzigen Stadium eingstellt werden oder wie darf man sich das vorstellen?
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  •   Gedankenpolizei
    (152 Beiträge)

    21.04.2019 02:46 Uhr
    So langsam schafft es auch die Redaktion, aber immer noch nicht ganz:
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
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