732  

Karlsruhe Verbrechen in Karlsruhe: "In Zukunft immer mehr importierte Kriminalität"

68.147 Fälle hielten die Karlsruher Polizeibeamten im Stadt- und Landkreis vergangenes Jahr auf Trab - damit stieg die Anzahl der verübten Verbrechen im Vergleich zu 2012 um 6,5 Prozent, das geht aus der aktuellen Kriminalstatisik 2013 hervor. Sorge machen den Polizisten vor allem die stetig zunehmenden Wohnungseinbrüche sowie die organisierte Kriminalität von ausländischen Verbrecherbanden.

Der Stadtkreis Karlsruhe ist mit einem Anstieg um 9,7 Prozent auf 31.210 Fälle am stärksten von der Kriminalitätszunahme betroffen und liegt damit im baden-württembergischen Ranking auf Platz zwei hinter Freiburg. Der Landkreis weist eine Steigerung um 2,1 Prozent auf 16.851 Fälle auf. Aufgeklärt werden konnten rund 55 Prozent aller Verbrechen.

Wohnungseinbrüche haben sich mehr als verdoppelt

"Am meisten Sorge bereitet uns der Anstieg der Wohnungseinbrüche im Stadtgebiet Karlsruhe", erklärt Karl-Heinz Ruff, Leiter der Kriminalpolizei, im Rahmen einer Bilanz-Pressekonferenz am Freitag. Hier hat sich die Anzahl von 350 auf 752 Fälle im Vergleich zu 2012 mehr als verdoppelt. Obwohl fast 45 Prozent der Taten beim Versuch blieben, liegt Karlsruhe mit diesen Steigerungszahlen weit über dem landesweiten Trend.

Im Landkreis sind die Wohnungseinbrüche um rund 29 Prozent gestiegen - die Haupttatzeit belaufe sich auf freitags und samstags. Warum genau es zu dieser Entwicklung gekommen ist, darüber sind sich die Polizeibeamten am Freitag unsicher - oft hätten Bewohner zuvor leichtgläubig Fenster oder Türen offen gelassen.

Polizei rechnet auch in Zukunft mit "extremer Belastung" bei Einbrüchen

"Wir haben jedoch feststellen müssen, dass ein Großteil der Einbrüche von organisierten Banden aus Georgien verübt werden", so Ruff weiter. Vielerorts seien es Mehrfachtäter, die die Gegend bis zur Festnahme unsicher machten. "Auf diese Tätergruppe sind auch sehr viele Ladendiebstähle zurückzuführen - so hat eine Bande letztes Jahr beispielsweise vier Mal an einem Tag ihr Glück versucht. Wenn das so weiter geht, rechnen wir auch in Zukunft mit einer extremen Belastung in diesem Strafbereich", moniert der Kripo-Leiter.

Künftig wolle man strukturiert mit Sonderermittlungsgruppen und Präventivmaßnahmen gegen die besorgniserregende Entwicklung vorgehen. Rund 6,5 Prozent der Fälle 2013 konnten bereits aufgeklärt werden.

"41,8 Prozent der Karlsruher Täter kommen aus dem Ausland"

Ingesamt 41,8 Prozent der Tatverdächtigen in Karlsruhe stammen laut Statistik aus dem Ausland - die Täterschaft mit nichtdeutschen Wurzeln jedoch mit Wohnsitz in Karlsruhe beläuft sich auf 15,8 Prozent. "Viele Verbrecher kommen aus den Nachbarländern oder sind nur auf der Durchreise und wohnen nicht hier", erklärt Ruff.  "Das erklärt den hohen Anteil der Gesamtzahl der Straffälligen in Karlsruhe." Als ein Faktor werden am Freitag auch die stetig ansteigenden Zahlen der Asylbewerber in der Fächerstadt genannt: "Das regt sehr zum Nachdenken an, in Zukunft müssen wir mit immer mehr importierter Kriminalität rechnen."

Auch könne man seitens der Polizei mittlerweile typische Profile erstellen und mit gewissen Straftaten in Verbindung bringen: "In Sachen Drogenhandel entpuppen sich sehr häufig Schwarzafrikaner als Täter", so Ruff, "die so genannten 'Antänzer' in Diskotheken kommen meist aus Rumänien und gehören Diebesbanden an."

Weniger Fahrradiebstähle, mehr Drogenkonsum

Erfreulich sind die Entwicklungen in Sachen Fahrradklau: Im Stadtkreis Karlsruhe wurden 2013 insgesamt 1.960 Fahrräder gestohlen - 148 weniger als im Jahr zuvor. Einen Anstieg hingegen lasse sich laut Kripo-Leiter Ruff bei den Laden- und Taschendiebstählen sowie Körperverletzungs- und Schwarzfahrdelikten feststellen.

Auch der vermehrte Konsum von Rauschgift wie Marihuana oder Amphetamin schlage laut Ruff gerade im Landkreis Karlsruhe zu Buche: Hier haben die Fallzahlen um 35,6 Prozent zugenommen. "Immer beliebter werden Indoor-Plantagen für Haschisch", betont der Kripo-Leiter am Freitag. Im vergangenen Jahr sind im Stadt- und Landkreis Karlsruhe insgesamt sieben Personen an den Folgen von Rauschgift Konsum verstorben.

Mehr zur Kriminalität in Karlsruhe:

Überfälle, Einbrüche, Diebstähle: Wie gefährlich ist Karlsruhe?

Kriminalität in Karlsruhe 2012: Zahl der Straftaten leicht gestiegen

Umfrageergebnis: Kriminalität in Karlsruhe - "ich fühle mich hier nicht sicher"

Mehr Kriminalität im Karlsruher Schlossgarten? Polizei warnt vor Panik

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen