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Karlsruhe VBK: Bauarbeiten an der Südostbahn verlaufen ganz nach Plan

Die Bauarbeiten zur Südostbahn sind in vollem Gange. Das Projekt nimmt an verschiedenen Stellen erste Züge an. So werden derzeit die Gleise auf der Ludwig-Erhard-Allee betoniert und verlegt. Auch die Arbeiten am Gleisbett in der Henriette-Obermüller-Straße in der Südoststadt gehen zügig voran. "Wir sind sehr gut im Zeitplan", freute sich Walter Casazza, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), bei einer Baustellenbegehung am Dienstag.

Die Gleise in der Philipp-Reis-Straße sind fast fertig. Dort bauen die VBK und das Karlsruher Tiefbauamt (TBA) bereits die erste von insgesamt vier neuen Haltestellen. Auch ein Teil der Gleise auf der Ludwig-Erhard-Allee ist verlegt und wird derzeit betoniert. Das Projekt sei insgesamt gut gediehen und habe momentan sogar einen kleinen Vorsprung, betonte Walter Casazza. "Wir sind zuversichtlich, dass die Südostbahn wie geplant Ende des nächsten Jahres fertiggestellt wird und dann auch direkt in Betrieb geht."

Gleisdreieck Tullastraße wie ein Puzzlespiel

Anfang März hatten Casazza und Erste Bürgermeisterin Margret Mergen den Spatenstich für das rund 30 Millionen teure Vorhaben vorgenommen. Schon im vergangenen Jahr hatte das Tiefbauamt begonnen, erste Vorbereitungsmaßnahmen am Gleisdreieck Rüppurrer Straße/Baumeisterstraße durchzuführen. Gleichzeitig hatten die VBK die Gleise in der Tullastraße bis zur Durlacher Allee erweitert. Seitdem wächst der 2,2 Kilometer lange Schienenstrang kontinuierlich. Rund ein Kilometer Schiene liegen schon an ihrem Platz.

Die umfangreichste Baustelle ist das Gleisdreieck Tullastraße/Durlacher Allee. "Wie ein Puzzlespiel" werde das Dreieck zusammengesteckt, erläuterte Volker Meier, Projektleiter bei den VBK. "Das ist das komplizierteste Gleisdreieck, das ich je verlegen musste." Schwierig daran ist, dass die Gleise nicht gerade über die Durlacher Allee führen können, sondern s-förmig an der westlichen Gebäudeseite der Schlachthofgaststätte vorbeigelegt werden müssen.

Gleisbau auf Kreativpark-Gelände ab November

Derzeit ist die Kreuzung nicht nur für den stadteinwärts rollenden Verkehr komplett gesperrt. Die Stadt- und Straßenbahnen Richtung Innenstadt müssen noch bis 10. September den Umweg über die Tulla- und die Haid-und Neu-Straße fahren. Diese Sperrung sei notwendig, weil die Kanal-, Fernwärme- und Gleisbauarbeiten niemals in Teilabschnitten hätten durchgeführt werden können, erklärte Volker Meier.

Während die Bahnen bald wieder auf direktem Weg in die City rollen können, bleibt die Durlacher Allee noch bis ungefähr Ende Oktober für den Straßenverkehr Richtung Westen gesperrt.

Der Gleisbau auf dem ehemaligen Schlachthofgelände werde der schwierigste der vier Bauabschnitte werden, kündigte Walter Casazza an. Dort könne man nicht so ungestört bauen, wie beispielsweise auf dem Grünstreifen der Ludwig-Erhard-Allee. Der Abschnitt werde nach jetzigem Stand ab November in Angriff genommen. Dazu gehöre auch der Umbau des Rondellbereichs an der Schlachthofgaststätte. TBA und VBK wollen diesen mit Bäumen säumen und den Gastbereich im Freien mit Kopfsteinpflaster aus Sandstein pflastern.

Maßnahmen zur Reduzierung von Schall und Quietschgeräuschen

Die Schlachthausstraße werde mit der neuen Gleisstrecke für den Durchgangsverkehr gesperrt werden, informierte Frank Schöning, Projektleiter beim TBA. Nur für Veranstaltungen werde diese Sperrung aufgehoben. Einziger Zugang zum Gelände des Kreativparks sei dann die neu angelegte Straße am Ostring. Die Musikhochschule werde weiterhin über die westliche Schlachthausstraße erreichbar sein. Dieser Straßenabschnitt soll dann zur Sackgasse und mit Parkplätzen ausgebaut werden.

Die beiden Projektpartner greifen beim Gleisbau auf den neuesten Stand der Technik zurück. Die elastische Lagerung der Schienen reduziere wirkungsvoll Schall und Erschütterungen. Die Betonplatte zwischen den Gleissträngen werde begrünt. Dazu bringen die Bauarbeiter spezielle Matten und Granulat auf dem Beton auf, die Feuchtigkeit speichern könnten, erläuterte Volker Meier. Diese sollen unter anderem ebenfalls den Schall vermindern. Schmieranlagen, die die Schienenrillen bewässern, sorgen außerdem dafür, dass die Räder der Bahnen in engen Gleisbögen keine Quietschgeräusche verursachten.

Neue Haltestellen mit behindertengerechter Ausstattung

Zum Projekt gehören auch die vier neuen Haltestellen "Philipp-Reis-Straße", "Ostendstraße", "Ostauepark" und "Schloss Gottesaue". Diese sollen nicht nur mit dynamischen Fahrgastanzeigen, Fahrkartenautomaten und Spritzschutzwänden ausgestattet sein, sondern auch mit einem neuen Wartehallentyp. Dort sollen Fahrgäste barrierefrei in die Niederflurwagen einsteigen können. Blindenleitstreifen, bestehend aus verschiedenen Aufmerksamkeitsfeldern, die mit dem Blindenstock erkennbar sind, sollen Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen den Weg zur Haltestelle erleichtern.

Sobald die VBK die neue Strecke in Betrieb nehmen, soll zunächst die Tramlinie 6 ab der Haltestelle "Tivoli" über diese zum Hirtenweg/Technologiepark verlängert werden. Damit entstehe eine direkte Verbindung zum Hauptbahnhof. Ab 2016 soll, nach den Plänen der VBK, eine zweite Linie von der Rheinstrandsiedlung über den Entenfang, den Kühlen Krug, die Baumeisterstraße und die Südost-Stadt nach Durlach fahren.

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Spatenstich für die Südostbahn

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Kommentare (10)
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  • unbekannt
    (20 Beiträge)

    10.08.2011 20:50 Uhr
    Nur noch nervig
    Es ist mir völlig egal welche Bahn ab wann wohin fährt. Ich weiß nur es kostet en Schweine Geld und die scheiß Bauerei nervt micht total. Wenn man in der Oststadt wohnt hat man zur Zeit verzockt, an jedem Eck ne andere Baustelle.
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  •   janh
    (420 Beiträge)

    10.08.2011 14:57 Uhr
    Linienverlauf
    Eine kleine Ungenauigkeit im Artikel, die Linie 6 wird dann nicht mehr zum Tivoli fahren, sondern über die Ettlinger Straße und die Baumeisterstraße zur neuen Strecke kommen. Anders würde es auch gar nicht gehen, weil der entsprechende Gleisbogen von der Rüppurrer Straße her gar nicht existiert.
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  •   ramius
    (175 Beiträge)

    10.08.2011 13:55 Uhr
    Wieso
    dauern diese Bauarbeiten solche Ewigkeiten ?
    Es sollte doch kein Problem sein, diese Bahn noch dieses Jahr in Betrieb zu nehmen.
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  •   dipfele
    (5312 Beiträge)

    16.08.2011 14:22 Uhr
    warum so eilig?
    sie SOB fährt sowieso am Bedarf vorbei. Die meisten Leute wohnen an der Stuttgarter Str. Wer von der L.E.Allee in die Stadt will, ist in 20 Minuten schneller gelaufen als mit der SOB erst mal um die Stadt herum gefahren bis zum Euro. Die Strecke wird eh nur als Baustellenumfahrung Durlacher Tor gebraucht. Das sind 30 Mio, die eigentlich zur "Kombilösung" dazugeschlagen werden müssten. 637 +
    30 Gleisprovisorien+ 30 SOB = 697 Mio. Dazu Kostensteigerung die vom Casazza noch bis Oktober bekannt gegeben wird. Und wenn alles fertig ist, sind wir bei einer Milliarde. Da kann nur eine kräftige
    Inflation die Stadt noch retten.
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  •   rave...
    (65 Beiträge)

    10.08.2011 18:22 Uhr
    geht eig. recht schnell^^
    ...das Hauptproblem ist wohl, dass die Straßenanbindungen an das Schlachthofgelände nicht alle rechtzeitig fertigwerden, sodass man hier wohl vorher nicht bauen kann (sonst hätte das wohl tatsächlich dieses Jahr noch was werden können) - zumindest wurde das vor einigen Wochen so in einer Infoveranstaltung im K. gesagt
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  •   haku
    (4053 Beiträge)

    10.08.2011 15:27 Uhr
    Ewigkeiten?
    Ich finde, es geht recht flott voran. Man könnte natürlich auch die Ludwig-Erhard-Allee samt Kreisel ein halbes Jahr dicht machen und zehn Baufirmen gleichzeitig beschäftigen. Aber wäre das effizient, preislich?
    Und nicht alles geht doppelt so schnell, wenn man doppelt soviel Mednschen und Material einsetzt.
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  •   LaCage
    (2158 Beiträge)

    10.08.2011 18:24 Uhr
    wenn man doppelt soviel Hirn einsetzt..schon
    2 Teams und doppelt so schnell rechnet sich, denn es kostet in Summe nicht mehr und die VBK kann früher Tickets verkaufen.
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  •   tessarakt
    (2356 Beiträge)

    10.08.2011 12:43 Uhr
    30 Millionen
    Und man schaue sich mal den Investitionsplan (oder was auch immer das für ein Dokument ist, jedenfalls standen da diverse weitere Planungen mit Kostenschätzungen drin) an. Für jeweils ein paar Millionen kriegt man da nette Ergänzungen/Lückenschlüsse im Straßenbahnnetz. Ziemlich günstig, vor allem, wenn man bedingt, was die Fahrzeuge kosten. Von dem, was Karlsruhe 21 kostet, könnte man vermutlich 50 oder 100 km normale oberirdische Straßenbahn bauen.
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  • unbekannt
    (4 Beiträge)

    10.08.2011 12:42 Uhr
    Tullastraße
    An der Ecke Tulla-/Gerwigstraße habe ich von Schmieranlagen aber noch nichts bemerkt. Mal sehen ob das noch kommt.
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  •   mueck
    (10498 Beiträge)

    10.08.2011 23:55 Uhr
    !
    In Weichenbereichen kann man noch nicht mit Wasser schmieren und auch Fettschmierung ist nicht so einfach.

    Hachja, oberirdische Strecken bauen, das können sie!

    Zitat von tessarakt Von dem, was Karlsruhe 21 kostet, könnte man vermutlich 50 oder 100 km normale oberirdische Straßenbahn bauen.
    oder einfach "nur" alle oberird. Strecken, die für KA noch sinnvoll wären PLUS das ganze Bestandsnetz mit barrierefreien Haltestellen ausrüsten. Auf 50-100 km käme man ja nur, wenn wir auch das Umland zupflastern, aber die zahlen uns ja auch nix im Untergrund.

    Ach, und der Ausbau der einzig gewinnbringenden Linie der VBK mit deutlicher Verlängerung und Korrespondenzhaltestelle mit anderen Linien irgendwo und Rollbockanlage etc. pp. ist sicher auch noch drin zwinkern
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